MIND-Diät und das genaue Gegenteil? Bericht über Käse, der "gut für das Gehirn sein könnte", Expertenmeinungen

MIND-Diät und das genaue Gegenteil? Bericht über Käse, der "gut für das Gehirn sein könnte", Expertenmeinungen

„Sollte man auf Käse verzichten?“ Eine gängige Meinung wird erschüttert?——“Fettreicher Käse” und der unerwartete Zusammenhang mit dem Demenzrisiko


„Weniger Fett für die Gesundheit“, „Fettarme Milchprodukte sind das A und O“——Eine neue Studie stellt diese langjährigen Überzeugungen in Frage. Auslöser ist eine groß angelegte schwedische Langzeitstudie, die berichtet, dass Menschen, die häufig fettreichen Käse und fettreiche Sahne konsumieren, tendenziell ein geringeres Risiko für Demenz haben.Aan


Allerdings sei hier vorab gesagt: Es handelt sich nicht um die übliche Schlagzeile „Käse essen schützt vor Demenz!“. Die Studie zeigt eine „Korrelation“, beweist jedoch keinen Kausalzusammenhang. Experten warnen eindringlich vor dieser Fehlinterpretation. Science Media Centre


Dennoch ist es verständlich, dass diese Studie für Aufsehen sorgt. Denn sie steht im direkten Widerspruch zu Diäten für die Gehirngesundheit, die oft empfehlen, auf Käse zu verzichten (z.B. MIND-Diät). Was genau zeigt die Studie und wie sollte man sie interpretieren? Lund Universität



Ein Überblick über die Studie in Zahlen

Die Studie ist eine prospektive Kohortenstudie, die 27.670 Personen in Schweden über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren verfolgte. Das durchschnittliche Ausgangsalter betrug 58,1 Jahre, und 61% der Teilnehmer waren Frauen. Während der Nachbeobachtungszeit entwickelten 3.208 Personen Demenz. PubMed


Die Ernährung wurde durch „einwöchige Ernährungsprotokolle“ und Befragungen zur Häufigkeit des Konsums in den letzten Jahren bewertet. Besonders im Fokus standen **“fettreicher Käse” und “fettreiche Sahne”**.


  • Personen, die mehr als 50 g fettreichen Käse (über 20 % Fett) pro Tag konsumierten, hatten im Vergleich zu Personen, die weniger als 15 g konsumierten, ein
    → um 13 % geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken
    und ein um 29 % geringeres Risiko für vaskuläre DemenzPubMed

  • Personen, die mehr als 20 g fettreiche Sahne (über 30 % Fett) pro Tag konsumierten, hatten im Vergleich zu Personen, die keine konsumierten, ein
    um 16 % geringeres Risiko, an Demenz zu erkrankenPubMed

  • Auf der anderen Seite wurde bei **fettarmem Käse, fettarmer Sahne, Milch (fettarm und fettreich), Butter und fermentierten Milchprodukten (wie Joghurt)** kein klarer Zusammenhang festgestellt. Aan


Auch die Menge ist wichtig. Laut AAN entspricht 50 g Käse etwa zwei Scheiben Cheddar (oder einer halben Tasse geriebenem Käse), und 20 g Sahne etwa 1,4 Esslöffeln. Es geht also eher um moderate Mengen, wie „zwei Scheiben Käse im Sandwich“. Aan



Warum könnte „fettreich“ wirksam sein?

Forscher und Artikel diskutieren mehrere Hypothesen (Hinweis: Hypothesen sind keine Beweise).

  • Fettlösliche Vitamine (A, D, K2) und Mineralien bleiben eher in der „Vollfett“-Variante erhalten

  • Peptide, die bei der Fermentation (Käse) entstehen, könnten die Gefäße und den Stoffwechsel beeinflussen

  • Verbindungen zwischen Darmgesundheit, Entzündungen und Gefäßgesundheit (und damit der Gehirndurchblutung) Science Media Centre+1

Der Punkt ist, dass „Gehirnkrankheiten“ eng mit der kardiovaskulären Gesundheit verbunden sind. Die Reduktion des Risikos für vaskuläre Demenz (29 %) lässt sich in diesem Kontext leicht verstehen. Aan



Aber hier liegt die Falle: „Essen schützt“ ist nicht der Fall

Expertenkommentare sind sehr vorsichtig. Auch in den Kommentaren, die beim Science Media Centre (UK) eingingen, wird darauf hingewiesen, dass

  • es sich um eine Beobachtungsstudie handelt und keine Kausalität festgestellt werden kann

  • Menschen, die viel Käse essen, könnten einen höheren Bildungsstand haben und insgesamt gesündere Lebensgewohnheiten pflegen

  • Ernährungsgewohnheiten von vor 25 Jahren bleiben nicht zwangsläufig über 25 Jahre gleich (Ernährungsgewohnheiten ändern sich)

Diese und andere Einschränkungen werden hervorgehoben. Science Media Centre


Darüber hinaus betont die WHO in ihren Richtlinien, dass nicht „einzelne Lebensmittel“ entscheidend sind, sondern Bewegung, Nichtrauchen, maßvoller Alkoholkonsum, Gewichtskontrolle, Blutdruck-/Lipid-/Blutzuckermanagement und eine gesunde Ernährung als „Gesamtpaket“ wichtiger sind. Weltgesundheitsorganisation


Diese Studie wirft also die Frage auf, ob das einfache Schema „Fett = schlecht“ zu grob ist, und nicht, dass
„mehr Käse essen“
die Lösung ist.



Reaktionen in den sozialen Medien: Jubel und Kritik gleichzeitig

Solche Themen verbreiten sich in sozialen Medien oft schnell. Auf wissenschaftlichen Foren wie Reddit gibt es im Wesentlichen drei Reaktionstypen.


1) „Was bedeutet das „x %“ in der Überschrift wirklich?“

Je beeindruckender die Zahlen, desto mehr solcher Fragen tauchen auf.
„15 % wovon? Was ist das absolute Risiko?“ ist eine häufige Kritik an Überschriften, die nur relative Risiken betonen. Reddit


2) „Es ist eine Beobachtungsstudie, oder? Ist es nicht einfach ein Unterschied im Gesundheitsbewusstsein?“

Die zweithäufigste Reaktion ist, die Grenzen der Studie zu hinterfragen.
„Ernährungsprotokolle sind oft unzuverlässig“ und „Gesundheitsbewusste Menschen haben tendenziell bessere Ergebnisse“ sind häufige Zweifel an „verbleibenden Störfaktoren“. Reddit


3) „Trotzdem schmeckt Käse gut. Ich nehme es als gute Nachricht.“

Unabhängig von der Logik neigen die Menschen dazu, so zu denken.
„Dann esse ich (in Maßen) weiter“ ist eine typische „praktische“ Reaktion in sozialen Medien. Reddit


4) „Letztendlich gibt es auch die Realität von günstigen und einfachen Lebensmitteln.“

Je mehr Gesundheitsinformationen diskutiert werden, desto häufiger wird die Realität angesprochen, dass „gesunde Ernährung Zeit und Geld kostet“. Reddit


Zusammengefasst: In den sozialen Medien laufen
Freude (Käse-Fans) × Skepsis (Statistik- und Störfaktor-Fans) × Realität (Kosten-/Zeit-Fans)
parallel, wie üblich im Chaos.



Was tun ab heute? Eine pragmatische Herangehensweise

Wenn man diese Studie in den Alltag integrieren möchte, ist die Schlussfolgerung einfach.

  • „Nicht nur fettarm ist richtig“ (aber nicht übertreiben)

  • Bevor man „mehr Käse“ hinzufügt, sollte mandie Grundlagen des Lebensstils (Bewegung, Schlaf, Blutdruck-/Blutzucker-/Lipidmanagement) priorisieren Weltgesundheitsorganisation

  • Wenn man Käse isst,

    • ist die Menge ein Anhaltspunkt: 50 g Kä