„Ich glaube nicht, dass ich so oft pupse...“ Durchschnittlich 32 Mal!? „Smarte Unterwäsche“, die Fürze zählt, stellt das gängige Wissen über den Darm auf den Kopf.

„Ich glaube nicht, dass ich so oft pupse...“ Durchschnittlich 32 Mal!? „Smarte Unterwäsche“, die Fürze zählt, stellt das gängige Wissen über den Darm auf den Kopf.

„Wie oft pupst ein Mensch am Tag?“ – Diese scheinbar banale Frage, die oft in belanglosen Gesprächen auftaucht, war in der medizinischen und wissenschaftlichen Forschung überraschenderweise lange „ungelöst“. Während es für Blutzucker- und Cholesterinwerte Richtlinien gibt, ist es schwierig, eine „normale“ Menge an Darmgasen zu definieren. Der Grund ist einfach: Man konnte es nicht messen.


Kürzlich jedoch entwickelten Forscher der University of Maryland ein System, das ein kleines Gerät in der Unterwäsche platziert, um kontinuierlich das Muster der Gasfreisetzung zu überwachen, und präsentierten erstmals „objektive Daten“. Das brasilianische InfoMoney berichtete über diese Forschung und nannte die Zahl „durchschnittlich 32 Mal“ sowie die extremen individuellen Unterschiede von 4 bis 59 Mal. Die bisher oft zitierte durchschnittliche Anzahl von 14 Mal pro Tag basierte auf Selbstangaben und hatte daher begrenzte Genauigkeit.


Von „14 Mal“ zu „32 Mal“: Warum hat sich die Zahl verdoppelt?

Frühere Studien basierten hauptsächlich darauf, dass die Probanden selbst zählten. Doch im Alltag ist es unrealistisch, ständig mitzuzählen. Auch die Definition, ob kleine Freisetzungen als „Pups“ zählen, ist von Person zu Person unterschiedlich, und im Schlaf ist eine Aufzeichnung schlichtweg unmöglich. Zudem gab es Studien, die invasive Methoden wie Rektaltuben zur Messung verwendeten, was eine langfristige und groß angelegte Forschung erschwerte. Diese Umstände führten oft zu „niedrigeren Schätzungen“, wie die Forscher erklären.


Der Vorteil des neuen Geräts besteht darin, dass sich Daten ansammeln, indem man es einfach trägt. Ein kleiner Sensor wird an einer bestimmten Stelle in der Unterwäsche befestigt und erkennt hauptsächlich Wasserstoff (H₂), um die Fermentationsaktivität der Darmbakterien zu lesen. Da Wasserstoff bei der Fermentation von Ballaststoffen durch Darmbakterien entsteht, geben die Zeiten der Gasfreisetzung Hinweise darauf, was im Darm geschieht.


Der Inhalt des Experiments: 19 Personen, eine Woche lang, durchschnittlich 32 Mal, individuelle Unterschiede um das 15-fache

Laut InfoMoney verfolgte das Forschungsteam 19 Personen über eine Woche und erzielte ein Ergebnis von durchschnittlich 32 Mal pro Tag. Die Spannweite reichte von mindestens 4 Mal pro Tag bis maximal 59 Mal pro Tag, und die Tatsache, dass es „von Person zu Person völlig unterschiedlich“ ist, war selbst eine Entdeckung.


Zusätzlich wurde gezeigt, dass die Einnahme von Inulin, einer Art präbiotischer Faser, 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme zu einer Erhöhung der Gasproduktion führte und die Genauigkeit der Veränderungserkennung hoch war (die Darstellung und Zahlenangaben variieren je nach Medium).


Wenn dieser Fluss von „gegessenes Essen → Gasveränderung nach ein paar Stunden“ sichtbar wird, kann er über das bloße Zählen der Anzahl hinausgehen und als „Aktivitätsmonitor der Darmbakterien“ dienen. Zum Beispiel könnte man verfolgen, welche Reaktionen auftreten, wenn man die Ballaststoffzufuhr erhöht, oder ob bestimmte Kohlenhydrate die Symptome verstärken, was bisher nur vage spürbar war.


Das „Human Flatus Atlas“-Konzept: Die „Darm-Persönlichkeit“ von Menschen, die viel oder wenig Gas produzieren, klassifizieren

Die University of Maryland plant, auf dieser Forschung aufzubauen und ein größeres Datensammlungsprojekt namens „Human Flatus Atlas“ voranzutreiben. Ziel ist es, den „normalen Bereich“ bei Erwachsenen statistisch zu definieren und Zusammenhänge mit Ernährung und Darmmikrobiom zu ermitteln.


Ein vorgeschlagener Klassifizierungsansatz umfasst zum Beispiel „Zen Digesters“, die auch bei ballaststoffreicher Ernährung wenig Gas produzieren, „Hydrogen Hyperproducers“, die sehr viel Gas produzieren, und eine mittlere Gruppe. Interessant ist, dass man nicht davon ausgeht, dass „viel Gas = schlecht“ ist, sondern die Unterschiede in der Anpassung des Darms und der Funktion der Mikroben erforscht.


Reaktionen in den sozialen Medien: Lachen, Erstaunen und der Weg zur „Darmgesundheit“

 

Dieses Thema verbreitet sich leicht in den sozialen Medien, da es ein starkes Thema ist.
Tatsächlich behandeln brasilianische Medien und Social-Media-Posts die Forschungsergebnisse oft als überraschend „mehr als erwartet“ mit der Frage „Wie oft ist normal?“. Auch auf Instagram kursieren Beiträge, die den Tenor „Menschen pupsen mehr als gedacht (oder doppelt so viel)“ haben.


Die Reaktionen lassen sich grob in drei Muster unterteilen.

1) „So oft!?“-Typ: Die Freude, dass sich der gesunde Menschenverstand ändert
Die Zahl von durchschnittlich 32 Mal hat eine starke Wirkung, wenn sie neben der „oft gehörten Richtlinie“ von 14 Mal pro Tag steht, die auf Selbstangaben basiert. Infolgedessen gibt es viele Posts, die die Diskrepanz zwischen der eigenen Wahrnehmung und der Zahl als Thema aufgreifen, wie „Ich muss weniger haben“ oder „An manchen Tagen habe ich mehr“. Je mehr sich das Thema verbreitet, desto mehr „Selbstauskunftswettbewerbe“ auf Basis der eigenen Wahrnehmung entstehen, was typisch für soziale Medien ist.


2) „Liegt es am Essen?“-Typ: Vom Lachen zur Darmgesundheit
Metrópoles erklärt, dass das Ziel der Forschung darin besteht, „objektiv zu messen“, und dass Veränderungen nach der Einnahme von Inulin nachgewiesen wurden. Solche Erklärungen werden in sozialen Medien leicht mit „Ballaststoffen“, „Präbiotika“ und „Darmbakterien“ in Verbindung gebracht und führen von einer Lachgeschichte zu Gesprächen über „Darmgesundheit“.


Es ist natürlich, dass das Interesse in Richtungen wie „Wenn es durch Essen zunimmt, was sollte ich reduzieren?“ oder „Hat das etwas mit Laktoseintoleranz oder SIBO zu tun?“ wandert (dies bedeutet nicht, dass diese Forschung direkt eine Diagnose für bestimmte Krankheiten etabliert hat).


3) „Das will ich nicht“-Typ: Widerstand gegen das Tragen und Bedenken zur Privatsphäre
Andererseits gibt es auch Reaktionen, die Widerstand gegen die kontinuierliche Erfassung von „sehr privaten“ Körperdaten zeigen. Da der Messort sehr privat ist, gibt es das Gefühl „Die Technik ist beeindruckend, aber ich möchte es nicht tragen“, das mit Lachen koexistiert. Auch Medienüberschriften wie „Smart-Unterwäsche“ oder „Pups-Tracking“ sind stark und rufen leicht gemischte Reaktionen hervor.


Kann die „Anzahl“ ein Gesundheitszeugnis sein?

Hier ist Vorsicht geboten: „Viele Male = Krankheit“ und „Wenige Male = Gesundheit“ sind nicht einfach zu vereinfachen. Die Forscher streben die Erstellung von Richtlinien an, gerade weil es keine „normalen Standards“ gibt, und die Zahl 32 ist derzeit nicht dazu da, eine Grenze zwischen Gut und Böse zu ziehen.


Ballaststoffreiche Ernährung kann leicht zu Fermentationsmaterial für Darmbakterien werden, und es ist durchaus möglich, dass mehr Gas entsteht. Umgekehrt kann es für Menschen, die unter viel Gas leiden, ein Mittel sein, um zu unterscheiden, ob die Ursache ernährungsbedingt ist, auf ein Ungleichgewicht der Darmbakterien zurückzuführen ist oder mit dem Lebensrhythmus zusammenhängt. Der Wert liegt also mehr darin, „Abweichungen von der eigenen Norm“ zu erfassen, als in der „Anzahl an sich“.


Wie Blutzuckermonitore auf der Grundlage „individueller Standards“ betrieben werden, könnte es in Zukunft auch für Darmgase „deine ungefähre Reichweite“ geben, einen „persönlichen Standard“. Wenn die Forschung weiter voranschreitet, könnte der „Pups“, der im Mittelpunkt vieler Lachgeschichten stand, eines Tages als ein alltägliches Vitalzeichen betrachtet werden, das die Aktivität der Darmbakterien anzeigt – eine Vorahnung, die diese Nachricht vermittelt.



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