„Sollten beruhigende Geräusche den Schlaf stören? Überraschung für Fans von Regen- und Weißem Rauschen: Studie zeigt mögliche Reduzierung des REM-Schlafs“

„Sollten beruhigende Geräusche den Schlaf stören? Überraschung für Fans von Regen- und Weißem Rauschen: Studie zeigt mögliche Reduzierung des REM-Schlafs“

„Ohne Geräusche fühle ich mich unruhig“ oder „Ich kann nicht einschlafen, wenn es nicht regnet oder ein Rauschen zu hören ist“ – für solche Menschen sind Schlaf-Sound-Apps oder Videos das „moderne Wiegenlied“. Doch diese „Einschlafhilfe“ könnte möglicherweise wichtige Schlafphasen, die für die Erholung entscheidend sind, beeinträchtigen. Diese Vermutung wurde durch eine neue Studie aufgeworfen, die die Auswirkungen von „Pink Noise“ (eine Art Breitbandrauschen), das während des Schlafs abgespielt wird, genau untersucht hat.


Das Geheimnis des „Rauschens“: Unterschiede zwischen Weißem, Pinkem und Braunen Rauschen

Allgemein werden Schlaf-Sounds, die als „Rauschen“ bezeichnet werden, in Weißes Rauschen, Pinkes Rauschen und Braunes Rauschen unterteilt. Grob gesagt, klingt Weißes Rauschen heller, während Pinkes Rauschen eher tiefer ist und oft als ähnlich zu Regen wahrgenommen wird. In Apps und Videos werden sie in Kontexten wie „hilft bei der Konzentration“, „hilft Babys beim Einschlafen“ oder „überdeckt störende Geräusche“ verkauft, mit dem Ziel, durch das Maskieren von Alltagsgeräuschen ein Gefühl der Sicherheit zu schaffen.


Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass „schnelles Einschlafen“ und „Schlafqualität“ nicht dasselbe sind. Auch wenn man schnell einschläft, kann das Gefühl der Erholung am nächsten Tag beeinträchtigt sein, wenn der Schlaf unterbrochen wird oder die REM-Phasen, in denen man träumt, reduziert sind. Genau diese „Inhalte“ waren das Problem, das in der aktuellen Studie untersucht wurde.


Was die Studie gemacht hat: 7-Nächte-Experiment mit Fluglärm, Pinkem Rauschen und Ohrstöpseln

Das Forschungsteam untersuchte 25 gesunde Erwachsene über sieben Nächte in einem Schlaflabor, wobei Polysomnographie (EEG, Augenbewegungen, Muskelaktivität usw.) gemessen wurde. Es gab mehrere Bedingungen: (1) ruhige Kontrollnacht, (2) intermittierende Umgebungsgeräusche (Fluglärm), (3) Pinkes Rauschen (40 oder 50 dBA), (4) Umgebungsgeräusche + Pinkes Rauschen, (5) Ohrstöpsel, (6) Umgebungsgeräusche + Ohrstöpsel. Am Morgen wurden auch kognitive Tests, kardiovaskuläre Indikatoren, Hörtests und subjektive Bewertungen durchgeführt.


Der Punkt ist, dass die realistische Annahme „Kann man in einer lauten Umgebung mit Pinkem Rauschen schlafen?“ im Labor sehr genau überprüft wurde. Das bedeutet, dass die Situation, die in App-Werbung beschrieben wird, in einer messbaren Form getestet wurde.


Ergebnisse: Pinkes Rauschen reduziert REM-Schlaf, und die Kombination verschlechtert die Situation weiter

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Pinkes Rauschen keine universelle Lösung war.

  • Umgebungsgeräusche (Fluglärm) reduzierten den Tiefschlaf (N3: der sogenannte „erholsame Schlaf“).

  • Andererseits reduzierte Pinkes Rauschen den REM-Schlaf.

  • Darüber hinaus verschlechterte sich die Schlafstruktur insgesamt, wenn Umgebungsgeräusche mit Pinkem Rauschen kombiniert wurden, und die Maßnahme war als „Lösung“ nicht erfolgreich, so die Bewertung der Autoren.

  • Ohrstöpsel neutralisierten die Auswirkungen von Umgebungsgeräuschen „fast“ vollständig (allerdings ließ die Wirkung in der Nähe des maximalen Pegels nach).


Auch die subjektive Bewertung war interessant. Während sich die kognitiven, kardiovaskulären und Hörfunktionen am Morgen nicht wesentlich veränderten, verschlechterten sich die Schlafzufriedenheit, die Schläfrigkeit und die Stimmung in den Nächten mit Lärm oder Pinkem Rauschen.


Das bedeutet, dass sowohl die Messungen als auch das subjektive Empfinden darauf hindeuten, dass der Schlaf beeinträchtigt ist und die Betroffenen das Gefühl haben, dass „irgendetwas nicht stimmt“.


Warum REM-Schlaf wichtig ist: Die Traumzeit ist auch „Wartung für das Gehirn“

REM-Schlaf ist eine Phase, die mit der Verarbeitung von Erinnerungen und der emotionalen Regulierung in Verbindung gebracht wird. Die Forscher betonten die Besorgnis über die Reduzierung des REM-Schlafs an sich, insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen auf Kinder. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist der Anteil des REM-Schlafs höher als bei Erwachsenen, und die wahllose „regelmäßige Nutzung von Breitbandrauschen“ sollte mit Vorsicht betrachtet werden, so die Botschaft, die aus der Studie hervorgeht.


Wichtig ist hier, dass es nicht darum geht, „ab heute Abend sofort damit aufzuhören“. Die Studie war kurzzeitig und mit einer kleinen Teilnehmerzahl durchgeführt worden und behandelte „kontinuierlich abgespieltes Pinkes Rauschen“. Dennoch ist die Tatsache, dass die beliebte Nutzung (die App die ganze Nacht laufen zu lassen) möglicherweise wichtige Teile des Schlafs beeinträchtigt, von Bedeutung.


Aber „Rauschen = schlecht“ ist keine endgültige Schlussfolgerung: Kontext und Grenzen der Forschung

Auf sozialen Medien verbreitete sich schnell die Sorge: „Ist dann auch Weißes Rauschen schlecht?“, „Ich habe es meinem Baby vorgespielt...“, während gleichzeitig Gegenstimmen laut wurden, die sagten: „Ich wurde durch Rauschen gerettet“, „Es ist unmöglich, in Stille zu schlafen, wenn die Nachbarn laut sind“.


Tatsächlich haben frühere Studien und Erklärungen darauf hingewiesen, dass Rauschen helfen kann, störende Geräusche zu überdecken und den Schlaf zu fördern. Allerdings können die Ergebnisse je nach „Abspielweise“ unterschiedlich sein. Methoden wie „Closed-Loop“, bei denen der Klangreiz in Übereinstimmung mit den Gehirnwellen gegeben wird, sind etwas anderes als das kontinuierliche Abspielen über Nacht.


Die aktuelle Studie warnt vor „kontinuierlich abgespieltem Breitbandrauschen“, was eine klare Abgrenzung darstellt.


Reaktionen in sozialen Medien: Die Kluft zwischen „gefühlter Erfahrung“ und „Messung“

Die Reaktionen auf den Artikel ließen sich in drei Haupttypen einteilen.


1) „Ich wusste es...“ Diejenigen, die die Erklärung für ihre Unzufriedenheit gefunden haben
In der Gesundheits- und Schlafverbesserungsgemeinschaft nahmen die Beiträge zu, die die Hauptpunkte der Studie zitierten und als Warnung vor „gewohnheitsmäßigen Praktiken, die auf Gefühl beruhen“ verstanden wurden.


2) „Aber es hilft mir“ Die Pragmatiker
Andererseits ist das tatsächliche Schlafumfeld für jeden Menschen unterschiedlich, sei es in Mehrfamilienhäusern, in verkehrsreichen Gegenden oder durch die Geräusche der Familie. Stimmen, die auf der gefühlten Basis argumentieren, dass „Stille eher beunruhigend ist“ oder „ohne das Geräusch von Ventilatoren oder Klimaanlagen aufwache“, sind stark. Da die subjektive Zufriedenheit den Schlaf beeinflusst, ist der Widerstand in dieser Gruppe stark.


3) „Ich habe es bei meinem Kind verwendet...“ Die beunruhigten Eltern
Am meisten beunruhigt waren die Eltern, die Rauschen zur Beruhigung ihrer Babys verwendeten (oder verwendet hatten). Die Forscher äußerten Bedenken über den hohen Anteil an REM-Schlaf bei Kindern, was die Sorgen in den sozialen Medien verstärkte.


Deshalb ist es umso wichtiger, ruhig über „Lautstärke“, „Abspielzeit“ und „Alternativen“ nachzudenken. Es geht nicht um ein Alles-oder-Nichts, sondern darum, die Risiken zu minimieren.


Was sollte man ab heute Abend ändern? Ein realistischer Kompromiss

Die Studie zeigte, dass „Ohrstöpsel überraschend effektiv sind“.
Bevor man Apps vollständig ablehnt, sind folgende „Schadensminderungsoptionen“ realistisch:

  • Verwendung eines Timers: Vermeiden Sie das kontinuierliche Abspielen über Nacht und beschränken Sie es auf die Zeit bis zum Einschlafen.

  • Lautstärke reduzieren: Auf das notwendige Minimum. Wenn leise Töne ausreichen, ist das besser.

  • Zweck differenzieren: Geht es um „Beruhigung der Ängste“ oder „Abschirmung von Störgeräuschen“? Im letzteren Fall können Ohrstöpsel, Schalldämmung oder die Verbesserung des Schlafzimmers wirksam sein.

  • Besondere Vorsicht bei Kindern: Vermeiden Sie regelmäßige Nutzung, hohe Lautstärke und lange Abspielzeiten. Bei Bedenken konsultieren Sie einen Kinderarzt oder Schlafspezialisten.


Letztendlich ist die richtige Schlaflösung für jeden Menschen unterschiedlich. Doch die Annahmen „weil es beliebt ist, ist es sicher“ oder „weil es wie natürliche Geräusche klingt, ist es gut für das Gehirn“ wurden durch die aktuellen Daten erschüttert. Rauschen kann „für einige Menschen wirksam sein, aber für andere nicht nur unwirksam, sondern auch schädlich“. Diese Erkenntnis zu nutzen, um die Anwendung neu zu gestalten – das ist der praktischste Nutzen dieser Studie.



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