„Seltene Erden Krieg“: Ist Australien der nächste Hauptakteur? Die Trump-Regierung zielt auf die „Schwachstelle der Abhängigkeit von China“ ab.

„Seltene Erden Krieg“: Ist Australien der nächste Hauptakteur? Die Trump-Regierung zielt auf die „Schwachstelle der Abhängigkeit von China“ ab.

„Seltene Erden sind eher ein ‚Kontrollinstrument‘ als eine ‚Ressource‘“ – diese Sichtweise bringt Washington und Canberra (die australische Regierung) näher zusammen.


Der wahre Engpass bei Seltenen Erden liegt nicht im „Abbau“, sondern in der „Raffination und Verarbeitung“

Seltene Erden unterstützen im Verborgenen die Leistungsfähigkeit von Elektrofahrzeugen (EV), Windkraftanlagen, Robotern, Smartphones und Verteidigungsausrüstungen. Das Problem liegt jedoch weniger darin, „wo sie abgebaut werden“, sondern vielmehr darin, „wo sie getrennt, raffiniert und in Komponenten wie Magnete umgewandelt werden können“.


Das Bewusstsein auf amerikanischer Seite ist klar. China hat nicht nur im Abbau, sondern auch in den nachgelagerten Prozessen der Raffination und Verarbeitung eine überwältigende Präsenz und könnte dies als „Hebel“ in diplomatischen und handelsbezogenen Situationen nutzen – eine besorgniserregende Vorstellung.


In diesem Kontext beschleunigte die Trump-Administration ihre Bemühungen, die „Abhängigkeit von China zu verringern“, und positionierte Australien unter der Albanese-Regierung als wichtigen Partner in diesem Vorhaben.


Eine „verbindliche Vereinbarung“ innerhalb von 180 Tagen – falls keine Einigung erzielt wird, könnten Zölle oder Mengenbeschränkungen folgen

Die USA haben einen Rahmen für Verhandlungen mit Handelspartnern über den Import von verarbeiteten kritischen Mineralien und deren Derivaten aufgestellt. In einem Faktenblatt des Weißen Hauses wird darauf hingewiesen, dass im Rahmen der Verhandlungen die Einführung von „Preisuntergrenzen“ mit den Alliierten gefördert werden soll und dass bei Nichterreichung oder Nichterfüllung einer Einigung innerhalb von 180 Tagen weitere Maßnahmen ergriffen werden könnten.


Auch in Kommentaren wird darauf hingewiesen, dass bei einem Scheitern der Einigung Zölle, Mengenbeschränkungen oder Mindestimportpreise schnell umgesetzt werden könnten, um Investoren und Alliierten die „Ernsthaftigkeit“ der USA zu demonstrieren.


Der Punkt ist, dass man mit der Logik des freien Handels allein nicht gegen Chinas staatlich unterstützte Lieferketten im Preiswettbewerb gewinnen kann. Lässt man den Markt „seinen Lauf“, könnte die chinesische Seite das Angebot erhöhen und die Preise senken, um Konkurrenten zu verdrängen – diese „Waffenisierung der Preise“ soll durch die Einführung eines gewissen Schutzes als System entgegengewirkt werden.


Die konkreten Pläne der USA und Australien: Gallium und Seltene Erden, Projektpipeline im Wert von bis zu 8,5 Milliarden Dollar

Die Zusammenarbeit zwischen den USA und Australien ist nicht nur ein Lippenbekenntnis. Berichten zufolge sollen in den kommenden Jahren Projekte im Wert von bis zu 8,5 Milliarden Dollar geschaffen werden, wobei in den letzten sechs Monaten Investitionen in Höhe von 3 Milliarden Dollar gestartet wurden (einschließlich US-amerikanischer und australischer Investitionen sowie fortschrittlicher Galliumraffination in Australien).


Im Hintergrund stehen Exportbeschränkungen und Konflikte um bestimmte Mineralien wie Gallium, was die „Realität“ des Risikos gegenüber China verstärkt.


Auch für Australien stellt dies eine Chance dar, sich von einem „Rohstoffexporteur“ zu einem „Verarbeiter und zentralen Akteur in der Lieferkette“ zu entwickeln. Ein Beispiel für ein australisches Projekt, das Aufmerksamkeit erregt, ist das Gallium-Projekt in Westaustralien, ein weiteres ist das Seltene Erden-Projekt im Northern Territory.


Allerdings gibt es „reale Hürden“: Die Vorzeigebergwerke sind noch nicht in Betrieb

Ein Dämpfer in diesem Zusammenhang ist die „Zeit“. Das „Nolans“-Projekt von Arafura Rare Earths im Northern Territory Australiens, das als Symbol für die Verringerung der Abhängigkeit von China gilt, hat seine endgültige Investitionsentscheidung (FID) verschoben. Trotz öffentlicher Mittel ist der Fortschritt unklar.


Die Preise sind volatil, die Verhandlungen über Finanzierungskonditionen komplex. Zudem gibt es die Annahme, dass Preise absichtlich niedrig gehalten werden, um Wettbewerber auszuschließen, was die Realität verdeutlicht, dass allein der Start eines Projekts eine Herausforderung darstellt.


Mit anderen Worten, selbst wenn politische Vereinbarungen voranschreiten, bedeutet das nicht, dass Bergwerke, Raffinerien, Personal und Genehmigungen folgen. Während optimistische Aussagen wie „in einem Jahr wird das Angebot überfluten“ kursieren, wird auch berichtet, dass der Aufbau von Abbaulizenzen und Raffinerieanlagen Jahre in Anspruch nehmen kann, was von Experten als besorgniserregend angesehen wird.


Der Markt reagiert vorab: Aktienkurse fallen aufgrund von „Rückzug“ bei der Preisunterstützung

Politische Entscheidungen beeinflussen den Markt. Ende Januar fielen australische Aktien im Bereich Seltene Erden stark, nachdem Berichte aufkamen, dass die USA sich von der „Mindestpreisgarantie“ für kritische Mineralien zurückziehen könnten. Auch Lynas verzeichnete Verluste, während die australische Regierung betonte, dass sie ihre „strategische Reserve (A$1,2 Milliarden) nicht verzögern“ werde. Zu den Reserven gehören Antimon, Gallium und Seltene Erden, die bis Ende 2026 in Betrieb genommen werden sollen.


„Preisunterstützung“ beeinflusst Investitionsentscheidungen. Wird die Unterstützung vage, wird die Kapitalbeschaffung noch schwieriger, während eine zu starke Unterstützung die „staatliche Preisgestaltung“ verstärken könnte. Wo das Gleichgewicht liegt, ist der Kern der aktuellen politischen Debatte.


Reaktionen in sozialen Medien: Erwartungen, Ironie und Umweltbedenken

In den sozialen Medien gibt es sowohl Zustimmung zur Notwendigkeit, die Abhängigkeit von China zu verringern, als auch Zweifel an der Umsetzbarkeit und Bedenken, dass Australiens Beziehungen zu China geschädigt werden könnten.


(1) Vorsicht vor „fehlenden Details“
Auf Reddit gibt es Beiträge, die ironisch auf die unklaren Details der Vereinbarung hinweisen und das Gefühl teilen, dass „niemand wirklich weiß, welche Bedingungen gelten“.


(2) Das „Drahtseilakt“-Gefühl der australischen Diplomatie
Kommentare wie „Australiens Premierminister muss die Balance halten, die USA nicht zu verärgern und gleichzeitig China nicht zu verärgern“ zeigen, dass Ressourcendiplomatie sensibler als die Innenpolitik ist.


(3) Bedenken hinsichtlich der Umweltbelastung durch Raffinationsprozesse
Es gibt auch Hinweise darauf, dass „Raffination hochgiftig ist und deshalb in China konzentriert ist. Wo und wie werden die Umweltkosten getragen?“ Diese Frage stellt sich, ob Produktions- und Verbrauchsländer bereit sind, die nicht so sauberen Prozesse zu übernehmen.


(4) Realismus: „Wird es wirklich umgesetzt?“
Großprojekte können erst in Gang kommen, wenn Genehmigungen, Finanzierung und Ausrüstung vorhanden sind. Angesichts der Verzögerungen bei lokalen Bergbauprojekten und der Marktvolatilität aufgrund politischer Aussagen bleibt die Meinung stark, dass „politische Rahmenbedingungen“ und „industrielle Zeitpläne“ unterschiedliche Dinge sind.

Was entscheidet über „Sieg oder Niederlage“: Der Schlüssel liegt in „nachgelagerten Prozessen“, „Preisen“ und „Allianzen“

Diese Entwicklungen verdeutlichen erneut, dass der Wettbewerb um Ressourcen sich von „Abbaumengen“ zu „Verarbeitung, Raffination, Magneten und Komponenten“ verlagert hat.


Die USA wollen mit ihren Alliierten ein „Preisstabilitätsinstrument“ schaffen. Australien strebt an, durch Investitionen und Reserven zum „Hub der Lieferkette“ zu werden. Doch wenn sich Projekte verzögern, laufen politische Vereinbarungen ins Leere, während Aktienkurse und öffentliche Meinung bereits schwanken.


Die 180-Tage-Frist ist sowohl eine „Deadline“ zur Förderung der Zusammenarbeit als auch ein „Sprungbrett“ für Zölle und Mengenbeschränkungen im Falle eines Scheiterns.


Diese Strategie für Seltene Erden (kritische Mineralien) geht über die bloße Erhöhung von Ressourcen hinaus. In einer Ära, in der Lieferketten als Waffe eingesetzt werden, geht es darum, wie Allianzen, Investitionen, Regulierung und Umweltbelastungen verteilt werden – ein Kampf um die Blaupause dieser Verteilung.



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