Tee oder Kaffee, welches ist besser für die Knochen? Die Wissenschaft enthüllt die Wahrheit

Tee oder Kaffee, welches ist besser für die Knochen? Die Wissenschaft enthüllt die Wahrheit

Eine Tasse am Morgen: "Kaffee oder Tee?" Zu diesem "ewigen Dilemma" gesellt sich nun ein neuer Aspekt: die Knochengesundheit. Ein Gesundheitsartikel der Washington Post verweist auf neueste Studien und berichtet, dass Tee in Bezug auf die Knochen "leicht" im Vorteil sein könnte. Doch in den sozialen Medien kursieren vereinfachte Zusammenfassungen wie "Ist Kaffee der Bösewicht?" oder "Tee ist der Beste!", was die Diskussion etwas aufheizt. Daher möchte ich diesmal die Kernaussagen des Originalartikels zusammenfassen, die "Highlights" und "Fallstricke" der Forschung erläutern und schließlich eine realistische Lösung für die Knochengesundheit bieten. The Washington Post


Die Studie untersuchte nicht "Frakturen", sondern "Knochendichte"

Im Mittelpunkt steht eine Analyse eines Forscherteams der Flinders University in Australien, die 9704 Frauen im Alter von 65 Jahren und älter über einen Zeitraum von etwa 10 Jahren wiederholt auf Veränderungen der Knochendichte (BMD) im Hüftbereich (total hip) und im Oberschenkelhals (femoral neck) in Bezug auf Kaffee- und Teekonsum untersuchten. Wichtig ist dabei, dass sie Bereiche verfolgten, die eng mit dem Frakturrisiko verbunden sind, und dass die Studie nicht auf eine einmalige Umfrage, sondern auf mehrere Messungen basiert, was ihre Stärke ausmacht. MDPI


Um es vorwegzunehmen: Die 10-jährige Nachverfolgung zeigte, dass Teetrinker eine statistisch leicht höhere BMD im Hüftbereich aufwiesen. Andererseits bedeutet Kaffeekonsum nicht gleich negative Auswirkungen, und insgesamt sind die Zusammenhänge weniger klar. Allerdings deutet die Analyse darauf hin, dass bei einem Konsum von mehr als fünf Tassen pro Tag die BMD sinken könnte, was zu einem etwas komplexen Ergebnis führt. MDPI


"Der Unterschied ist gering" in Zahlen

Der in der Studie gezeigte Vorteil von Tee zeigt sich im Durchschnitt als 0,718 vs. 0,715 g/cm² (Differenz 0,003). Der p-Wert beträgt 0,026, was statistisch darauf hindeutet, dass es sich nicht um einen Zufall handelt. Doch im Alltag werden viele denken: "0,003... ist das nicht ein Messfehler?" Tatsächlich bezeichnet die Flinders University in ihrer Veröffentlichung den Unterschied als "modest" (bescheiden) und weist darauf hin, dass auf Bevölkerungsebene die Frakturen möglicherweise reduziert werden könnten. Es handelt sich also eher um eine Veränderung auf Bevölkerungsebene als um eine dramatische Veränderung für den Einzelnen. News


Kaffee verändert sich mit der "Menge": 2-3 Tassen sind eher sicher, mehr als 5 Tassen sind bedenklich

Die Lesbarkeit des Washington-Post-Artikels liegt darin, dass er dies als "Schwellenwert" erklärt. Auch die Studie zeigt, dass bei einem moderaten Konsum von 2-3 Tassen pro Tag keine großen negativen Auswirkungen zu sehen sind, während ein Konsum von mehr als 5 Tassen mit einem Rückgang der BMD in Verbindung gebracht werden könnte. The Washington Post


Besonders interessant ist die "Wechselwirkung". Bei Kaffee zeigt sich, dass bei Gruppen mit hohem lebenslangem Alkoholkonsum eine negative Korrelation mit der BMD des Oberschenkelhalses (Wechselwirkung p=0,0147) leichter zu erkennen ist. Das bedeutet, dass die Kombination von Lebensgewohnheiten die Knochen stärker beeinflussen könnte als "Kaffee allein". MDPI


Warum ist Tee im Vorteil? "Katechin-Hypothese" und "Koffein-Hypothese"

Der Mechanismus kann nicht definitiv bestimmt werden, aber das Forschungsteam hebt die Möglichkeit hervor, dass Bestandteile wie Katechine, die im Tee reichlich vorhanden sind, die Funktion der knochenbildenden Zellen (Osteoblasten) unterstützen und die knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) hemmen könnten. News


Auf der anderen Seite wird bei Kaffee oft das Argument von Koffein und Kalzium angeführt. In der Veröffentlichung der Flinders University wird erwähnt, dass Koffein die Kalziumaufnahme und den Knochenstoffwechsel beeinflussen könnte, jedoch seien die Auswirkungen gering und könnten durch die Zugabe von Milch ausgeglichen werden. Dies ist der Hintergrund, warum in den sozialen Medien "Milch ist der Beste" oder "Latte gewinnt?" als Scherz kursiert. News


"Selbstbericht" und "unbekannte Sorten" als Einschränkungen: Grüner Tee? Schwarzer Tee? Stärke?

Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Die vorliegende Studie ist eine Beobachtungsstudie, und der Konsum von Kaffee und Tee basiert im Wesentlichen auf Selbstberichten. Auch im Artikel der Washington Post wird darauf hingewiesen, dass zwar die Anzahl der Tassen erfragt wurde, aber die Teesorte, die Zubereitungsmethode des Kaffees, die Größe und Stärke der Tassen nicht im Detail erfasst wurden. Mit anderen Worten, "fünf starke Espressi" und "fünf schwache Americanos" könnten als dieselben "fünf Tassen" behandelt werden. The Washington Post


Zudem sind die Probanden hauptsächlich ältere Frauen, und es gibt eine rassische Voreingenommenheit (die SOF-Kohorte besteht hauptsächlich aus weißen Frauen). Es sollte mit Vorsicht betrachtet werden, dies direkt auf Männer oder jüngere Menschen zu übertragen. MDPI


Was sollte man also letztendlich für die Knochengesundheit tun?—Es gibt effektivere Maßnahmen als "Getränke"

Die Frage, ob Tee oder Kaffee, ist interessant. Aber in der Welt der Knochen gibt es wichtigere Faktoren. Organisationen, die Informationen über Osteoporose verbreiten, betonen als grundlegende Strategien immer wieder "Ernährung (Kalzium, Vitamin D usw.)", "Bewegung (Belastung, Muskelkraft)", "Rauchen aufgeben", "Alkoholkonsum einschränken" und "Sturzprävention". Bone Health & Osteoporosis Foundation


Auch die vorliegende Studie empfiehlt nicht, "Kaffee zu meiden", sondern betont, dass ein moderater Konsum möglich ist und es wichtiger ist, den gesamten Lebensstil zu optimieren. The Washington Post


Die daraus ableitbaren praktischen Regeln sind einfach.

  • Kaffee: Konsum von mehr als fünf Tassen nicht zur Gewohnheit werden lassen (besonders bei hohem Alkoholkonsum). PubMed

  • Tee: Eher als "Ersatz" denn als "Umstellung" sehen: Zuckerhaltige Getränke oder süße Kaffeespezialitäten durch Tee ersetzen, was auch außerhalb der Knochengesundheit Vorteile bringt.

  • Milch oder Joghurt nicht als "Feind" betrachten: Wenn die Auswirkungen von Koffein gering sind, ist es sinnvoller, die Grundlage mit Kalzium und Proteinen zu stärken. News

  • Bewegung nicht nur auf "Spaziergänge" beschränken: Krafttraining (Unterkörper, Rumpf) plus Balanceelemente wie Einbeinstand als Sturzprävention einbauen. Bone Health & Osteoporosis Foundation

Reaktionen in den sozialen Medien: "Entweder-oder" ist populär, aber die Realität ist "bedingungsabhängig"

Auf X (ehemals Twitter) hat der offizielle Account der Washington Post den Artikel geteilt, was zu einer sekundären Verbreitung führte. X (formerly Twitter)

 



Die auffälligsten Reaktionen lassen sich in vier Hauptkategorien einteilen (Hinweis: Zusammenfassung der "Themen" öffentlicher Beiträge. Keine umfassende Analyse aller Beiträge).

  1. "Tee gewinnt!"
    "Teatime ist doch das Beste", "Die britische Tradition hat die Wissenschaft eingeholt" - eine leichte Freudenstimmung. Viele Beiträge zitieren die Ergebnisse der Flinders University und fassen sie mit "Tee erhöht die Knochendichte im Hüftbereich" zusammen. X (formerly Twitter)

  2. "Macht Kaffee nicht zum Bösewicht"
    "Es steht doch, dass moderater Konsum kein Problem ist", "Das Thema sind mehr als fünf Tassen, nicht 'Kaffee ist schlecht für die Knochen'" - kritische Anmerkungen. Tatsächlich verurteilt die Studie Kaffee nicht generell. X (formerly Twitter)

  3. "Lebensstil-Spiel"
    "Wenn es sich mit Alkohol verschlechtert, kann man nicht einfach 'Kaffee ist schuld' sagen", "Krafttraining ist wichtiger als das Getränk" - Reaktionen, die sich gegen eine Vereinfachung in eine Entweder-oder-Frage wehren. Auch Zusammenfassungen, die auf die "Wechselwirkung" der Studie eingehen, sind zu finden. PubMed

  4. "Das Problem des kleinen Unterschieds"##HTML_TAG_397