Kinder, Mitbewohner, Haushalt... Die Wissenschaft der kurzen Realitätsflucht, die im "Haus, das keine Pause kennt" wirkt

Kinder, Mitbewohner, Haushalt... Die Wissenschaft der kurzen Realitätsflucht, die im "Haus, das keine Pause kennt" wirkt

Ist es wirklich richtig, "Schau nicht auf den Bildschirm, wenn du müde bist"?

"Es war ein langer Tag… mein Gehirn funktioniert nicht mehr." An solchen Abenden sinkt man in das Sofa, schaltet den Fernseher ein, scrollt durch das Smartphone oder vergisst für ein paar Minuten die Realität beim Spielen. Gleichzeitig sind wir jedoch auch dem Blick ausgesetzt, dass "Bildschirme schlecht sind".


Eine kürzlich diskutierte Studie stellt dieses Schuldgefühl in Frage. Sie besagt: "An einem anstrengenden Tag darfst du fernsehen. Es könnte dir bei der Erholung helfen." Phys.org


Forschungsschwerpunkt: Möglicherweise effektiver für Menschen, die zu Hause nicht entspannen können

Die Studie wurde von Soo Min Toh, einer Forscherin für Organisationsverhalten an der University of Toronto Mississauga, geleitet. Die Botschaft ist klar.
Wir neigen dazu, "Zuhause = Ort der Erholung" zu denken, aber sobald wir nach Hause kommen, prasseln andere Anforderungen auf uns ein, wie Kinderbetreuung, Hausarbeit und Abstimmungen mit Mitbewohnern. Die Anzahl der Personen im Haushalt (insbesondere die Anzahl der Kinder) kann direkt die Menge der Anforderungen nach der Rückkehr nach Hause bedeuten. Phys.org


Hierbei wurde der Fokus auf Bildschirmzeit wie Fernsehen, Smartphone-Nutzung und Spiele gelegt. Das Forschungsteam zeigte, dass Bildschirmzeit möglicherweise den Stress, der durch "häusliches Chaos" verursacht wird, **abfedern** und Entspannung und Erholung fördern kann. Phys.org


Wie wurde das überprüft? – Drei Ansätze

1) Großdatensatz von über 61.000 Personen: "Fernsehen × Kinder × Müdigkeitsgefühl"

Zuerst nutzte das Forschungsteam Daten aus einer groß angelegten US-Umfrage (American Time Use Survey) und analysierte die Fernsehnutzungszeit, die Anzahl der Kinder und die Selbsteinschätzung von Müdigkeit und Stress von über 61.000 verheirateten Erwachsenen. Phys.org


ATUS ist eine Regierungsumfrage, die misst, wie viele Stunden Menschen für Arbeit, Kinderbetreuung, Freizeit usw. aufwenden. Bureau of Labor Statistics

Wie erwartet, ist das Müdigkeits- und Stressniveau in Haushalten mit Kindern höher. Gleichzeitig gab es jedoch eine interessante "Wendung".Es wurde berichtet, dass Menschen mit Kindern, die häufig fernsehen, tendenziell weniger Stress und Müdigkeit empfinden. Phys.org


2) Kanadische Studentenbefragung: Je chaotischer das Zuhause, desto schlechter die Stimmung. Aber das Smartphone puffert

Als nächstes wurden über 100 kanadische Studenten zu ihrem "Chaosgrad zu Hause" befragt (z. B. "Ich kann meine eigenen Gedanken zu Hause nicht hören") und anschließend gebeten, ihre nächtliche Smartphone-Nutzung und tägliche Stimmung zu protokollieren. Phys.org


Je höher der Chaosgrad, desto mehr negative Stimmung, aber an Tagen mit hoher Smartphone-Nutzung wurde ein Trend zur "Abmilderung" dieser Niedergeschlagenheit beobachtet. Phys.org


3) Spielstudie: "Je mehr Mitbewohner, desto schwieriger die Rückkehr zur Arbeit am nächsten Tag"… aber Spiele puffern

Zuletzt wurden über 100 weitere Studenten zu "Anzahl der Mitbewohner", "nächtliche Spielzeit" und "Leichtigkeit der Rückkehr zur Arbeit (Studium) am nächsten Morgen" befragt.
Je mehr Mitbewohner, desto schwieriger die Umstellung am nächsten Tag, aberMenschen, die spielen, haben weniger Schwierigkeiten bei der Rückkehr, so das Ergebnis. Phys.org


Warum funktioniert es? – Bildschirme aus der Perspektive der "Erholung"

Die Studie betont nicht die einfache Dichotomie von "Bildschirme verderben das Gehirn", sondern deren Funktion als **Erholungswerkzeug**.
Eine "psychologische Flucht", die es ermöglicht, sich von den Anforderungen zu Hause oder am Arbeitsplatz zu distanzieren, könnte zur Wiederherstellung der körperlichen und geistigen Ressourcen beitragen. Toh erklärt, dass Bildschirme einen Raum schaffen können, um "eine Pause von der Verantwortung zu nehmen". University of Toronto Mississauga


Der Schlüssel liegt weniger darin, "was man tut", sondern ob Menschen in einer stressigen Umgebung eine kurze Auszeit nehmen können. Für Menschen, die ein ruhiges Zuhause und ein eigenes Zimmer haben, könnten Spaziergänge, Lesen oder ein Bad zur Erholung beitragen. Doch für diejenigen, deren Zuhause einem Schlachtfeld gleicht, kann der Bildschirm ein "Zufluchtsort mit Kopfhörern" sein.


Aber es ist kein Freibrief: "Übermaß" ist ein anderes Problem

Natürlich empfehlen die Forscher nicht "endloses Faulenzen". Die Studie behandelt nicht direktdigitale Abhängigkeitund warnt, dass übermäßige Nutzung die Erholung beeinträchtigen könnte. University of Toronto Mississauga


Popular Science ergänzt, dass man dies nicht als Ausrede für "ungezügeltes Faulenzen" nutzen sollte und dass es möglicherweise eine "Goldlöckchen-Zone (optimale Menge)" gibt. Popular Science


Reaktionen in sozialen Medien (Hinweis: nicht unbedingt direkte Antworten auf diesen Artikel, sondern typische Stimmen zu diesem Thema im Internet)

Dieses Thema entzündet seit jeher Diskussionen in sozialen Medien und Foren. Es ist ein Aufeinandertreffen der Werte "Bildschirme sind schlecht" und "Bildschirme sind eine Rettung". Hier werden **tatsächlich im Internet beobachtete "ähnliche Stimmen"** gesammelt und die Reaktionsmuster geordnet (es wird nicht behauptet, dass ein bestimmter Beitrag auf diesen Artikel reagiert hat).


1) "Ich verstehe es… ohne das würde ich zusammenbrechen" – Empathietyp

Besonders Menschen, die durch Kinderbetreuung und Hausarbeit ständig gefordert sind, sagen: "Ein bis zwei Stunden Fernsehen sind notwendig, um sich selbst zu erhalten."
Auf Reddit gibt es Beiträge mit dem Tenor, dass man ohne "ununterbrochene Pausen" von ein bis zwei Stunden Fernsehen nicht funktionieren kann. Reddit

2) "Ist das nicht eine Ausrede für Abhängigkeit?" – Vorsichtiger Typ

In Gemeinschaften, die sich mit Bildschirmgewohnheiten auseinandersetzen, ist die Besorgnis groß: "Am Ende wird es ein 12-Stunden-Marathon" oder "Das Gehirn wird mitgenommen". Es gibt viele lange Beiträge von Menschen, die mit Bildschirm- oder Social-Media-Abhängigkeit kämpfen. Reddit

3) "Fernsehen, soziale Medien und Spiele sind nicht dasselbe" – Differenzierungstyp

Viele Menschen unterscheiden zwischen "passiv (Fernsehen)" und "aktiv (Spiele)". Spiele, die Konzentration und ein Gefühl der Erfüllung bieten, können Stress abbauen, während endloses Scrollen in sozialen Medien ein schlechtes Nachgefühl hinterlässt. Der breite Ansatz der Studie zu Fernsehen, Smartphones und Spielen könnte genau diese Diskussion anheizen. Phys.org


4) "Geht es in der Studie nur um 'bessere Laune'?" – Kritischer Typ

In sozialen Medien wird oft gefragt: "Ist das nicht nur eine Korrelation?" oder "Haben Menschen mit weniger Stress nicht einfach mehr Zeit zum Fernsehen?" Auch dieser Artikel betont "Maß" und "Abhängigkeit ist ein anderes Thema" und ist kein Allheilmittel. University of Toronto Mississauga


Wie sollten wir es nutzen? – Gestaltung des "Bildschirms zur Erholung"

Wenn man die Implikationen der Studie auf das tägliche Leben anwendet, ist der Schlüssel einfach: "Gestaltung" statt "Schuldgefühl".

  • Legen Sie die Zeit im Voraus fest (z. B. 20–40 Minuten): Ein festgelegtes Ende erleichtert die Erholung.

  • Ziel sollte "Erholung" statt "Flucht" sein: Wählen Sie Programme oder Spiele, die beruhigen, statt Nachrichtenflut oder Skandalbeobachtung.

  • Vermeiden Sie Stimulation direkt vor dem Schlafengehen: Erholung, die den Schlaf stört, ist kontraproduktiv.

  • Für Menschen in chaotischen Haushalten ist "Sicherung" entscheidend: Schaffen Sie einen Ort, an den Sie für einige Minuten zurückkehren können.


Zusammenfassung: "Erholung steigern" statt "Bildschirmzeit reduzieren"

Diese Studie stellt nicht die Frage nach dem Gut oder Böse von Bildschirmen, sondern die Realität, dass "Menschen ohne Erholung zusammenbrechen". Für Menschen, die zu Hause nicht entspannen können, kann der Bildschirm kein Symbol der Faulheit, sondern einWerkzeug sein, um sich von Anforderungen zu distanzieren. Phys.org


Wichtig sind "Maß" und "die passende Form für sich selbst". Vielleicht können wir uns heute einmal erlauben, auf dem Sofa zu versinken.



Referenzartikel

Hatten Sie einen langen Arbeitstag? Laut einer Studie ist es in Ordnung, fernzusehen.
Quelle: https://phys.org/news/2026-01-day-tv.html