Corona-Gewichtszunahme ist kein "Zufall" - Die Auswirkungen und Maßnahmen der zunehmenden Fettleibigkeit während der Pandemie: Gesundheitsprobleme der modernen Zeit laut medizinischer Forschung

Corona-Gewichtszunahme ist kein "Zufall" - Die Auswirkungen und Maßnahmen der zunehmenden Fettleibigkeit während der Pandemie: Gesundheitsprobleme der modernen Zeit laut medizinischer Forschung

1. Einführung

Im Frühjahr 2020 füllten Tweets wie „Ich habe das Gefühl, während der Pandemie zugenommen zu haben“ die Timelines weltweit. Doch dieses „Gefühl“ wurde durch umfangreiche Daten aus 15 Jahren bestätigt. Eine neue Studie im Canadian Medical Association Journal (CMAJ), die von CollingwoodToday und anderen Medien berichtet wurde, zeigt einen **„beschleunigten Anstieg“ der Adipositasrate** und schockierte die Gesundheitsbehörden.


2. Überblick über die Studie und Hauptzahlen

  • Teilnehmer: Canadian Community Health Survey von 2009 bis 2023 (746.250 Erwachsene).

  • Ergebnisse: Adipositasrate von 25 % auf 33 % (absolut +8 %), nach der Pandemie jährlich über +1 Punkt, fast das Doppelte der letzten 11 Jahre.

  • Subgruppen: Frauen +9 %, Männer +7 %, Geschlechterunterschiede verringert. Höchste Werte bei Weißen und Schwarzen.News-Medical

Associate Professor Laura Anderson analysiert, dass „Verhaltensbeschränkungen die körperliche Aktivität verringerten und die Ernährungsumgebung sowie den Stress verschlechterten“.Global News

3. Vier Treiber der Adipositas durch die Pandemie

  1. Verlust von Bewegungsmöglichkeiten: Fitnessstudios, Sportvereine und Pendeln wurden gestoppt, was den Kalorienverbrauch erheblich reduzierte.

  2. Veränderung der Ernährungsumgebung: Ein Anstieg der Lieferdienste und Hamsterkäufe erleichterte den Zugang zu kalorienreichen Lebensmitteln.

  3. Verschlechterung der psychischen Gesundheit: „Stressessen“ durch Arbeitslosigkeit, Isolation und Angst.

  4. Erhöhte Bildschirmzeit und schlechtere Schlafqualität: Spätes Aufbleiben und mehr sitzende Tätigkeiten behinderten den Stoffwechsel.

4. Spezifische Auswirkungen auf junge Menschen und Frauen

Die Studie zeigt, dass die Adipositasrate bei Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren um 4,7 % anstieg. Dies wird darauf zurückgeführt, dass die auf Social Media getriebene Fitnesskultur verschwand und stattdessen **„Nebenbei-Essen“ zu Hause** zur Norm wurde.Global News

5. Stimmen aus den sozialen Medien – Polarisierte Ansichten zur „Pandemie-Gewichtszunahme“

5.1 Negative Stigma-Fraktion

  • Kritische Beiträge wie „Mangelnde Selbstkontrolle“ und „Belastung der Gesundheitskosten“ machten etwa 35 % aus.

  • Eine Twitter-Analyse von MDPI zeigte, dass negative Emotionen mehr als doppelt so häufig waren wie positive.PMC


5.2 Body-Positive-Fraktion

  • Hashtags wie #BodyPosi und #PandemicPounds betonen die Akzeptanz des Körpers mit Aussagen wie „Es ist schon eine Leistung, die Pandemie überlebt zu haben“.

  • Unter jungen Frauen verbreiteten sich Retweets, und die Studie identifizierte „Selbstakzeptanz“ als eines der Hauptthemen.MDPI


5.3 Öffentliche Gesundheit und Experten

  • Ärzte und Forscher fordern, „Gewichtszunahme nicht zu verurteilen, sondern Verhaltensänderungen zu unterstützen“.

  • Threads, die „Ernährungsbildung stärken“ und „gehfreundliche Städte schaffen“ vorschlagen, erzielten hohe Engagement-Raten.

6. Verwandte Themen – Essstörungen und Gewichtsdiskriminierung

Neben der Adipositas-Debatte wurde auch berichtet, dass die Krankenhausaufenthalte wegen Essstörungen sich verdoppelt haben, was die Besorgnis über extremen Diätdruck verstärkt.Verywell Health
Gewichtsdiskriminierung wirkt sich auch auf Beschäftigung und Löhne aus, und in New York wurde 2023 ein „Gesetz gegen Gewichtsdiskriminierung“ eingeführt.Wikipedia

7. Implikationen für Politik und Wirtschaft

  • Gesundheitskosten: Zunahme von Adipositas-bedingten Krankheiten führt zu zusätzlichen Kosten in Milliardenhöhe pro Jahr.

  • Lebensmittelservice: Der Markt für kohlenhydratarme und proteinreiche Produkte wächst.

  • Fitnessbranche: Online-Personal-Training wird zum Mainstream.

  • Verwaltung: Ausbau von Parks, Fußgängerzonen und Stärkung der Ernährungsstandards in Schulmahlzeiten.

8. Fazit und Ausblick

Die Pandemie hat die „sozialen Determinanten von Adipositas“ sichtbar gemacht und gezeigt, dass individuelle Verantwortung allein das Problem nicht lösen kann.
In Zukunft wird es entscheidend sein,

  1. eine Gesellschaft zu gestalten, die auch bei Bewegungseinschränkungen „aktiv“ bleibt

  2. integrierte Politik zur Unterstützung der psychischen Gesundheit und Verbesserung der Ernährungsumgebung

  3. positive Gesundheitsaufklärung durch soziale Medien
    zu fördern. Unser Körper ist ein Spiegel der Krise. Jetzt, da die Krise vorbei ist, müssen wir die reflektierten Schatten konfrontieren und Licht darauf werfen.

Referenzartikel

Laut medizinischer Forschung stieg die Adipositas während der Pandemie - CollingwoodToday.ca
Quelle: https://www.collingwoodtoday.ca/local-news/obesity-climbed-during-the-pandemic-says-medical-study-10985371