"Je nördlicher man geht, desto gesünder wird man" - Ist das wahr? Eine Diskussion über nordische Ernährung, Fettleber und HbA1c

"Je nördlicher man geht, desto gesünder wird man" - Ist das wahr? Eine Diskussion über nordische Ernährung, Fettleber und HbA1c

„Die mediterrane Diät ist gesund“ ist mittlerweile eine allgemein anerkannte Tatsache. Doch nun wird diese „Tatsache“ von Norden herausgefordert. Fisch, Beeren, Vollkorngetreide, Wurzelgemüse, fermentierte Milch... Die typisch nordischen Zutaten der **„gesunden nordischen Diät (Healthy Nordic Diet)“** haben laut einer Studie positive Auswirkungen auf sowohl **Typ-2-Diabetes (und Prädiabetes) als auch Fettleber (MASLD)** gezeigt. Nature


Im Mittelpunkt der Diskussion steht eine 12-monatige randomisierte kontrollierte Studie (NAFLDiet-Studie), die von einer Gruppe der Universität Uppsala in Schweden durchgeführt wurde. Die Teilnehmer waren 150 Erwachsene mit Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes (davon 55% mit Typ-2-Diabetes). Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt, wobei das Hauptergebnis der Fettgehalt in der Leber (Leberfett) war. Die Ergebnisse zeigten, dass zwei der Interventionsdiäten das Leberfett im Vergleich zur „üblichen Pflege“ reduzierten, wobei insbesondere die **gesunde nordische Diät (HND)** auch bei Blutzucker und Gewicht positive Effekte zeigte. Nature



Zunächst einmal die Beziehung zwischen „MASLD“ und Diabetes verstehen

Die in der Studie behandelte Fettleber wird zunehmend als MASLD (metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease) bezeichnet, was „stoffwechselbedingte Fettlebererkrankung“ bedeutet. Diese Fettleber wird nicht hauptsächlich durch Alkohol verursacht, sondern wird im Zusammenhang mit „Stoffwechselproblemen“ wie Fettleibigkeit, Dyslipidämie und Insulinresistenz diskutiert. In der aktuellen Studie wurde untersucht, wie sich die Leberfettwerte und Stoffwechselindikatoren bei Menschen mit Diabetes/Prädiabetes durch die Ernährung verändern. Nature



Die Studie verglich „drei Diäten“

Die NAFLDiet-Studie verglich im Wesentlichen die folgenden drei Diäten. Ein wichtiger Punkt ist, dass keine der Gruppen zu einer „bewussten Kalorienrestriktion (Energieeinschränkung)“ gezwungen wurde (das Design war nahe an „ad libitum“, was bedeutet, dass man von den erlaubten Lebensmitteln so viel essen kann, wie man möchte). Nature


  1. Anti-lipogene LCPUFA-Diät
    Eine Diät mit niedrigem Kohlenhydratanteil, die tierische Produkte reduziert und pflanzliche **mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA)** erhöht. Sie basiert auf Sonnenblumenöl, Nüssen, Samen und Hülsenfrüchten. Universität Uppsala

  2. Gesunde nordische Diät (HND)
    Ein Stil, der als „nordische Version der mediterranen Diät“ bezeichnet werden kann. **Reduzierung gesättigter Fette, Betonung von Vollkorngetreide (Hafer, Roggen), Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch, Beeren und Rapsöl**. Universität Uppsala

  3. Übliche Pflege (UC)
    Allgemeine Ernährungsrichtlinien gemäß den nordischen Ernährungsempfehlungen (Kontrollgruppe). Universität Uppsala


Zusätzlich wurde allen drei Gruppen empfohlen, rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch, zuckerhaltige Getränke, Süßigkeiten und zuckerhaltige Snacks zu reduzieren. Universität Uppsala



Was ist passiert?——Die wichtigsten Ergebnisse in Zahlen

Die wichtigsten Punkte der Forschungsarbeit sind wie folgt.

  • Leberfett (Hauptergebnis): Sowohl die LCPUFA-Diät als auch die HND reduzierten das Leberfett im Vergleich zur üblichen Pflege. Der geschätzte Unterschied betrug LCPUFA: -1,46% (95% CI -2,42 bis -0,51) / HND: -1,76% (-2,96 bis -0,57). Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen LCPUFA und HND. Nature

  • HbA1c (Blutzuckerkontrolle) und Gewicht: Bei der HND sanken HbA1c und Gewicht stärker als bei den anderen Diäten. Nature

  • LDL-Cholesterin: Sowohl HND als auch LCPUFA verbesserten sich im Vergleich zur üblichen Pflege in ähnlichem Maße. Nature

  • Triglyceride, Entzündungen und Leberenzyme: Hier zeigt sich die „Stärke der nordischen Diät“. Nur die HND senkte Triglyceride, Entzündungen und Leberenzyme (Leberfunktionsmarker). Nature

  • Schwere unerwünschte Ereignisse: Insgesamt 4 Fälle (auf die Gruppen verteilt). Nature


Laut der Universität Uppsala zeigte sich bei den Teilnehmern mit Diabetes eine **Reduktion des Leberfetts um über 20% und bei mehr als der Hälfte eine Remission der Fettleber** (die Veröffentlichung erklärt den Inhalt der Studie in einfachen Worten). Universität Uppsala


Besonders interessant ist die Frage „Warum hat es gewirkt?“. Die Universität erklärt, dass der Gewichtsverlust etwa 56% des Effekts der Leberfettreduktion erklärt, der Rest scheint auf den Beitrag der Ernährung selbst zurückzuführen zu sein. Universität Uppsala



Was sollte man bei der „nordischen Diät“ eigentlich essen?

Wenn man an „nordische Diät“ denkt, haben manche vielleicht das Bild von Wurst und viel Butter im Kopf. Aber die HND in dieser Studie wird von den Forschern selbst als „nordische Version der mediterranen Diät, nicht traditionell fleisch- und butterzentriert“ beschrieben. Universität Uppsala


Die in der Studie genannten Lebensmittel sind ziemlich praktisch. Universität Uppsala

  • Getreide: Hafer, Roggenflocken, Haferkleie, Roggenbrot, Knäckebrot

  • Öl:Rapsöl

  • Nüsse: Mandeln

  • Obst: Äpfel, Birnen

  • Beeren: Blaubeeren, Himbeeren

  • Gemüse: Kohl, Bohnen (auch Wurzelgemüse passt gut)

  • Fisch: Makrele, Lachs

  • Milchprodukte: Fettarmer Joghurt, fermentierte Milchprodukte

  • Und „reduzieren“: Rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch, zuckerhaltige Getränke, Süßigkeiten, zuckerhaltige Snacks



Was unterscheidet die mediterrane Diät von der nordischen Diät?——„Öl“ und „Lokalisierung“

In Berichten wird betont, dass die nordische Diät der mediterranen Diät ähnelt, aber „an lokale Zutaten angepasst“ ist. Während bei der mediterranen Diät oft Olivenöl im Mittelpunkt steht, wird bei der nordischen Diät Rapsöl bevorzugt. The Independent


Diese „Lokalisierung“ kann auch ein Hinweis darauf sein, wie man es in Japan umsetzen kann. Es geht nicht darum, die nordischen Zutaten eins zu eins zu kopieren, sondern das Konzept auf die japanische Küche zu übertragen.



Wenn man es in Japan umsetzen möchte: Tipps zum Ersetzen nordischer Zutaten durch „japanische Zutaten“

Nicht viele Menschen können täglich nordische Beeren oder Roggenbrot bekommen. Daher ist es realistisch, die Forschungsideen (hoher Ballaststoffgehalt, niedriger gesättigter Fettgehalt, Fokus auf Fisch und pflanzliche Produkte) durch folgende Ersetzungen zu adaptieren. Universität Uppsala


  • Hauptnahrungsmittel: Nur weißer Reis→ „Mischkornreis“, „Gerste“, „Haferflocken“, „Vollkornbrot“, „Soba (Anteil erhöhen)“

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