Wird Treber aus Bier zu Fleisch? Eine neue Idee, um kultiviertes Fleisch günstiger zu machen: "Vom Pint auf den Teller"

Wird Treber aus Bier zu Fleisch? Eine neue Idee, um kultiviertes Fleisch günstiger zu machen: "Vom Pint auf den Teller"

„Fleisch aus Bierabfällen züchten“——„Vom Pint zum Teller“ zeigt die nächste reale Lösung für kultiviertes Fleisch

Bier und Burger. Eine perfekte Kombination——sollte es sein, aber im Labor wird gerade an einer „direkteren Beziehung“ gearbeitet. Ein Forscherteam vom University College London (UCL) in Großbritannien hat eine neue Methode entwickelt, um aus „verbrauchter Brauhefe“ nach dem Bierbrauen eine „Basis“ für die Züchtung von kultiviertem Fleisch (sogenanntes Laborfleisch) zu schaffen. Das Konzept lautet „Vom Pint zum Teller“——die Idee ist, die Nebenprodukte eines Biers in die Materialien für das Fleisch der Zukunft zu verwandeln. Phys.org



Die „Skalierungsbarriere“ von kultiviertem Fleisch liegt eher im „Gerüst“ als im Fleisch selbst

Kultiviertes Fleisch ist eine Technologie, die tierische Zellen kultiviert, um Fleisch zu erzeugen. Doch um echtes „Fleischgefühl“ zu erreichen, reicht es nicht aus, die Zellen einfach nur zu vermehren. Es wird ein „essbares Gerüst“ benötigt, auf dem sich die Zellen anheften, vermehren und dreidimensional organisieren können. Dieses Gerüst stellt sowohl in Bezug auf Kosten als auch auf Textur oft einen Engpass dar.


Die UCL-Studie, veröffentlicht in Frontiers in Nutrition, schlägt vor, „bakterielle Zellulose“ als Gerüst zu verwenden. Zellulose ist ein robustes Material, das die Zellwände von Pflanzen bildet, und Mikroorganismen produzieren manchmal Zellulose als Schutzschicht. In Lebensmitteln ist es als „essbares Strukturmaterial“ bekannt, das auch im philippinischen Dessert „Nata de Coco“ verwendet wird. Phys.org



Der Kern der Forschung: „Zellulose aus Abfallhefe als Medium herstellen“

Der Schwerpunkt liegt weniger auf der Neuartigkeit der Zellulose selbst, sondern darauf, „wie man sie kostengünstig und in großen Mengen herstellen kann“.


Das Forschungsteam sammelte verbrauchte Hefe von der Craft-Brauerei Big Smoke Brewing Company in Surrey und nutzte sie als „Material“ zur Kultivierung des Bakteriums Komagataeibacter xylinus, das für die Produktion von hochwertiger Zellulose bekannt ist. Das bedeutet, dass anstelle eines speziellen Nährmediums (Nährlösung) für die Bakterien die Abfälle aus der Bierherstellung als Ersatz verwendet wurden. Phys.org


Das Ergebnis war, dass die aus Abfällen hergestellte Zellulose „gleichwertige Qualität“ aufwies und zudem mechanische Eigenschaften zeigte, die „näher an der Textur von natürlichem Fleisch“ lagen als standardmäßige Zellulose. In der Studie wurde ein „Kau-Simulator“ verwendet, um Härte, Bissfestigkeit und Klebrigkeit durch wiederholtes Komprimieren zu messen, und es wurde gezeigt, dass die Härte und Bissfestigkeit geringer waren als bei Standardzellulose (was auf eine größere Ähnlichkeit mit Fleisch hinweisen könnte). Phys.org



„Ob sich Zellen anheften“ ist die erste Hürde——Anhaftung von Fibroblasten bestätigt

Bei Gerüstmaterialien ist nicht nur die Textur wichtig. Wenn sich die Zellen nicht an das Gerüst anheften und vermehren können, ist das Projekt zum Scheitern verurteilt.


In dieser Studie wurden tierische Zellen (eine Zellart, die im Fleisch vorkommt, nämlich Fibroblasten) auf das aus Abfällen stammende Zellulosegerüst gesetzt, und es wurde „Anhaftung festgestellt“. Dies deutet darauf hin, dass es „als Gerüst für kultiviertes Fleisch funktionieren könnte“. Die Forscher betonen jedoch, dass dies noch ein frühes Stadium ist und weitere Untersuchungen erforderlich sind. Phys.org


Der nächste Schritt besteht darin, Zelltypen wie Fett- und Muskelzellen einzubeziehen, die mehr „Fleischähnlichkeit“ verleihen, und zu bewerten, wie sich Unterschiede in den Rohstoffen auf die Ausbeute und Qualität der Zellulose auswirken, da sich die Eigenschaften der Abfallhefe je nach Biersorte ändern können. Phys.org



Wenn es gelingt, könnte es zur „Kreislaufwirtschaft der Food-Tech“ werden

Das Interessante an „Vom Pint zum Teller“ ist, dass es die Herausforderungen von kultiviertem Fleisch (Kosten, Textur, Skalierung) mit den Nebenprodukten einer anderen Industrie (Bierbrauen) angeht.


Kultiviertes Fleisch wird oft als „sauber“ und „nachhaltig“ beschrieben, aber die für die Herstellung erforderlichen Materialien und Prozesse sind teuer und komplex, was die Senkung der Produktionskosten erschwert. Wenn man bereits in großen Mengen vorhandene „günstige Rohstoffe“ einbringen kann, ist das theoretisch sehr vielversprechend. Die Forscher weisen darauf hin, dass Brauabfälle oft entsorgt werden, aber einen wertvollen Nutzen haben könnten. Phys.org



Dennoch gibt es viele reale Hürden (hier beginnt der Ernst)

Von hier an stehen jedoch „Wände anderer Art“ zwischen dem „Erfolg im Labor“ und dem „Erfolg als Lebensmittel“.


  • Regulierung und Sicherheit: Um als Lebensmittel in den Handel zu gelangen, sind Sicherheit, Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit unerlässlich.

  • Reproduzierbarkeit in der Massenproduktion: Abfälle weisen große Chargenunterschiede auf. Wenn sich die Zusammensetzung der Nebenprodukte je nach Biersorte und Produktionsbedingungen ändert, kann dies auch die Eigenschaften der Zellulose beeinflussen. Das Forschungsteam plant Tests mit „verbrauchten Hefen aus verschiedenen Bieren“, um diesem Punkt Rechnung zu tragen. Phys.org

  • Verbraucherakzeptanz: Kultiviertes Fleisch kann nicht allein durch technische Rationalität gewinnen. Es gibt emotionale Hürden wie „es sieht lecker aus“, „es ist nicht unangenehm“ und „es hat einen akzeptablen Preis“.


Deshalb ist die aktuelle Forschung so interessant. Sie versucht, die letztendliche Frage der „Realität im Mund“ bei kultiviertem Fleisch anzugehen, indem sie sich von der Basis (dem Gerüst) der Textur annähert, was über eine bloße Kostenreduzierung hinausgeht.



Reaktionen in sozialen Medien (sichtbare „echte“ Stimmen + Tendenzen)

Der Artikel selbst hat auf der Phys.org-Seite zumindest zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Kommentare (0 angezeigt), aber der Link wurde in Gemeinschaften im Kontext von Investitionen und Food-Tech geteilt und hat kurze Reaktionen hervorgerufen. Phys.org


1) Die „Günstige Rohstoffe sind gerecht“ Fraktion

Auf Reddit gibt es symbolische Stimmen, die den Einsatz von Brauereinebenprodukten positiv bewerten.

„I don’t think anything could get much cheaper than a byproduct of the brewing industry, good news“
(Ich glaube nicht, dass es etwas Billigeres als ein Nebenprodukt der Brauindustrie gibt. Gute Nachrichten) Reddit


Je mehr Menschen verstehen, dass die größte Schwäche von kultiviertem Fleisch die „Kosten“ sind, desto mehr hoffen sie auf Konzepte wie „Abfälle aus bestehenden Industrien nutzen“.


2) Die „Bitte zuerst den Link posten“ Fraktion (= die Informationsverbreitung hat begonnen)

Im selben Thread gibt es auch Diskussionen darüber, den Beitrag als Link neu zu posten, um die Informationsverteilung zu verbessern. Reddit
Dies ist weniger ein Zeichen dafür, dass das Thema heiß diskutiert wird, sondern eher, dass es sich um die „Anfangsphase“ handelt, in der das Thema gerade erst aufkommt.


3) (Zusatz) Beobachtbare Social-Media-Posts sind begrenzt

Es gibt Hinweise auf offizielle Posts von Phys.org auf Threads, aber da der Inhalt von außen nicht ausreichend überprüft werden konnte, wurde er in diesem Artikel nicht als Reaktionsquelle herangezogen (Prinzip: nur das schreiben, was sichtbar ist). Threads



Zusammenfassung: Biernebenprodukte erschüttern gleichzeitig die „Textur“ und „Kosten“ von kultiviertem Fleisch

Die aktuelle Forschung ist weniger ein „Durchbruch im kultivierten Fleisch selbst“, sondern eher ein Ansatz, die „peripheren Komponenten (Gerüst)“, die der Massenproduktion und Kommerzialisierung im Wege stehen, durch reale Industrieabfälle zu ersetzen.


Im Labormaßstab zeigte die aus Abfällen gewonnene Zellulose fleischähnliche Eigenschaften in Bezug auf die Textur und die Anhaftung von Zellen wurde bestätigt. Die nächste Frage ist, ob es möglich ist, mit komplexen Geweben, die Fett und Muskeln enthalten, „wirklich fleischähnliche Bissfestigkeit“ zu erreichen und ob die Qualität mit „variablen Rohstoffen“ wie Abfällen standardisiert werden kann. Phys.org


Ob „Vom Pint zum Teller“ wirklich auf unseren Tisch kommt, bleibt abzuwarten. Zumindest ist es ein aufregendes Signal dafür, dass die Zukunft des kultivierten Fleisches nicht nur eine „Geschichte aus dem Labor“ ist, sondern beginnt, sich mit den Lieferketten bestehender Industrien zu verbinden.



Referenzartikel

„Vom Bier zum Tisch: Wissenschaftler entwickeln neue Methode zur Fleischzucht“
Quelle: https://phys.org/news/2026-01-pint-plate-scientists-brew-meat.html