Wird die Kreativität durch KI befreit? Licht und Schatten von YouTubes Vorstoß in "Avatare, automatische Synchronisation und Spielgenerierung"

Wird die Kreativität durch KI befreit? Licht und Schatten von YouTubes Vorstoß in "Avatare, automatische Synchronisation und Spielgenerierung"

„AI-Schlamm ist beängstigend. Aber wir werden die AI-Funktionen erweitern“ – Das Ziel einer scheinbar widersprüchlichen Erklärung

Das Schlüsselwort, das YouTube für 2026 ausgegeben hat, lautet grob gesagt: „Die Kreativität durch AI beschleunigen, während die von AI stammende ‚Minderwertigkeit‘ ausgeschlossen wird.“ Engadget hat eine neue Funktion hervorgehoben, die dies symbolisiert – die Ankündigung, dass Kreatoren Shorts mit ihrem „AI-generierten Ebenbild“ erstellen können. Die konkreten Mechanismen und der Startzeitpunkt wurden noch nicht bekannt gegeben, aber inmitten der Verschiebung des Plattformschwerpunkts hin zu kürzeren Inhalten wird dies ein weiterer Schritt sein, um die Hürde für das Posten weiter zu senken.


In derselben Ankündigung sprach CEO Mohan jedoch auch das „ernsthafte“ Problem der Deepfakes an und betonte die Notwendigkeit des Schutzes von Rechten und der Verstärkung von Gegenmaßnahmen. Das bedeutet, dass YouTube in eine Phase eingetreten ist, in der es einerseits die Möglichkeiten dessen, was mit AI erstellt werden kann, erweitert, andererseits aber auch die Risiken des Missbrauchs durch AI in den Vordergrund rücken muss.


Highlight: „AI-Ebenbild für Shorts“ – Was wird sich ändern?

Der am meisten diskutierte Aspekt ist die Möglichkeit, „sein eigenes Ebenbild durch AI zu generieren und Shorts zu erstellen“. YouTube hat bereits AI-gestützte Funktionen für Shorts (z.B. generierte Hintergründe) eingeführt, aber wenn es um das „menschliche Selbst“ geht, wird der Spannungsbogen zwischen Bequemlichkeit und Gefahr erheblich größer.

Die erwarteten Einsatzmöglichkeiten sind klar.

  • Selbst in Situationen, in denen es schwierig ist, das Gesicht zu zeigen, kann die „persönliche Erzählweise“ beibehalten werden

  • Der Aufwand für Aufnahme und Bearbeitung kann reduziert werden, was die Posting-Frequenz und die Menge an Experimenten erhöht

  • In Kombination mit mehrsprachigen Angeboten (z.B. automatische Synchronisation) ist es einfacher, ein internationales Publikum zu erreichen


Auf der anderen Seite ist es eine Grundvoraussetzung, dass das Ebenbild „mit Zustimmung und unter Kontrolle der Person“ steht und die Zuschauer dies verstehen können. Auch YouTube hat die Absicht geäußert, „eine Kennzeichnung für AI-generierte Inhalte“ und „die Offenlegung realistischer Veränderungen und zusammengesetzter Inhalte“ zu verlangen, und es ist wahrscheinlich, dass die Ebenbild-Shorts in diesem Kontext betrieben werden.


Warum gleichzeitig über „AI-Schlamm“ sprechen?

Mit der Zunahme von AI-erstellten Videos wird natürlich auch die „Massenproduktion von minderwertigen Inhalten“ zunehmen. YouTube selbst hat die Verbreitung von „AI-Schlamm (minderwertigen AI-generierten Inhalten)“ als Besorgnis benannt und erklärt, dass es Maßnahmen gegen Spam, Clickbait und sich wiederholende, minderwertige Inhalte verstärken wird. Auch im Artikel von Engadget wird auf die Verstärkung bestehender Abwehrsysteme eingegangen.


Der entscheidende Punkt hier ist, dass YouTube klarstellt, dass „AI-Generierung ≠ sofortiges Verbot“ ist, sondern eine Linie bei ‚Qualität und Schaden‘ zieht. Der Guardian berichtet unter Bezugnahme auf eine andere Untersuchung, dass ein erheblicher Anteil der Empfehlungen für neue Nutzer „AI-Schlamm“ enthalten könnte, was die Algorithmen und die Einkommensstruktur der Plattform in Frage stellt. Deshalb trägt YouTube die Verantwortung, je mehr AI-Funktionen es vorantreibt, „ein Erlebnis zu schützen, bei dem die Zuschauer ihre Zeit beruhigt investieren können“.


Bereits fortschreitende AI-Integration: Automatische Synchronisation, Ask, „Gigantisierung“ von Shorts

Die Diskussion über 2026 ist nicht nur eine „Ankündigung“. YouTube hat begonnen, AI auch in das Seherlebnis zu integrieren. Zum Beispiel wird in Bezug auf die automatische AI-Synchronisation erwähnt, dass „im Dezember durchschnittlich 6 Millionen Menschen täglich ‚mehr als 10 Minuten‘ geschaut haben“ (es werden auch Beispiele für Konkurrenzfunktionen angeführt, die in Bezug auf die Qualität umstritten sind).


Darüber hinaus gibt es Zahlen, die zeigen, dass die Nutzung von „Ask“, bei der man während des Sehens Fragen stellen kann, allein im Dezember über 20 Millionen Nutzer erreichte. Auch die Shorts selbst werden mit „durchschnittlich 200 Milliarden Aufrufen pro Tag“ beschrieben, und es wurde eine Strategie angekündigt, andere Formate wie Bildpostings in den Shorts-Feed zu integrieren. Das Erlebnis, das sich auf kurze Inhalte konzentriert, bewegt sich immer mehr von einer „Video-App“ zu einem „umfassenden Feed“.


Ein weiteres AI-Element: Text zu Spiel, Musikgenerierungstools

Das AI-Ebenbild ist nicht das einzige Highlight. YouTube experimentiert auch in Richtung „Spiele aus Text-Prompts erstellen“, und Engadget berichtet über den Playables Builder, der mit Gemini 3 „kleine Spiele ohne Code erstellen“ kann. Wenn dies auf allgemeine Kreatoren ausgeweitet wird, könnte eine Verbindung entstehen, bei der Shorts, Streaming und Spiele „innerhalb derselben App zirkulieren“.


Auch im Musikbereich wird auf „experimentierbare Tools“ hingewiesen, und es entsteht das Bild, dass Videos, Spiele und Musik durch AI verbunden werden.


Regulierung und Rechte: Die Unterstützung des NO FAKES Act als „politischer Schachzug“

Der größte Grund, warum die Ebenbild-Funktion leicht in Brand geraten kann, ist, dass sie direkt mit der „Persönlichkeit“ des Gesichts und der Stimme der Person verbunden ist. YouTube hat seine Unterstützung für gesetzliche Regelungen, einschließlich des „NO FAKES Act“, gezeigt und Maßnahmen gegen unautorisierte digitale Replikationen (Imitation von Stimme und Aussehen) angekündigt. Im YouTube-Blog wird die Unterstützung des 2025 eingereichten NO FAKES Act und die Besorgnis über die Schäden unautorisierter digitaler Replikate deutlich gemacht.


Gleichzeitig erklärt YouTube, dass es ein neues Tool bereitstellen wird, mit dem Kreatoren die unautorisierte Nutzung ihres Ebenbilds erkennen und verwalten können, ähnlich wie bei „Content ID“. Wenn dies nicht funktioniert, könnten die Ebenbild-Shorts eher „Brennstoff für Kontroversen“ als „praktisch“ werden.


Reaktionen in den sozialen Medien: Begrüßung und Ablehnung koexistieren, „Wird es letztendlich nicht mehr Schlamm geben?“

Die Reaktionen in den sozialen Medien sind kurz gesagt gespalten zwischen **„scheint praktisch“ und „bitte nicht mehr“**.

1) Erwartung: Je mehr YouTube als „Arbeit“ betrieben wird, desto positiver

Auf LinkedIn gibt es Stimmen, die die Sicherheit von Familien und Minderjährigen sowie die Anzeige von AI-Generierung begrüßen, und solche, die auf eine stärkere Marken-Kreatoren-Zusammenarbeit hoffen. Aus der Perspektive der sogenannten „geschäftlichen Nutzung“ werden Funktionserweiterungen oft als Rückenwind wahrgenommen.

2) Besorgnis: AI-Ebenbilder könnten „Zerstörungsmaschinen der Persönlichkeit“ werden

In der Anti-AI-Community auf Reddit ist die Ablehnung der Ankündigung stark. In Threads gibt es beispielsweise kurze Klagen wie „We are so cooked“ (wir sind erledigt) und Hinweise darauf, dass die Ebenbild-Shorts wie eine Neuauflage bestehender Dienste wirken.

„We are so cooked“
„‚Shorts using their own likeness‘ … So just Viggle AI-like videos?“


Es gibt auch Bedenken, dass der Einsatz von AI „die Aufgabe von Anstrengungen“ oder „das Verschwinden des Charmes von Low-Budget-Produktionen“ zur Folge haben könnte, und es gibt die Sichtweise, dass AI-Ebenbilder nicht als „Demokratisierung der Kreativität“, sondern als „Homogenisierung und Aushöhlung“ wahrgenommen werden.


3) Misstrauen: Sind die Zahlen „nur aufgebläht“?

Je mehr YouTube Zahlen wie „Kanäle, die AI-Tools nutzen, überschreiten im Dezember täglich 1 Million“ herausgibt, desto mehr Zweifel gibt es in den sozialen Medien, ob diese Zählung angemessen ist. Auf Reddit gibt es auch sarkastische Bemerkungen, dass sogar „nicht deaktivierbare Elemente“ wie AI-generierte Kommentarantworten mitgezählt werden könnten.


„How much do you want to be they’re looping in the ai generated comment responses…“


Wie können sich die Zuschauer selbst schützen? Die „Shorts-Vermeidung“ als praktische Lösung

Interessant ist, dass es, während das Thema AI-Ebenbild-Shorts an Fahrt gewinnt, auch eine signifikante Anzahl von Menschen gibt, die „Shorts überhaupt vermeiden möchten“. Engadget berichtet auch, dass ein Filter hinzugefügt wurde, um Shorts aus den YouTube-Suchergebnissen auszuschließen. Wenn die Ebenbild-Shorts starten, könnte die Nachfrage nach solchen Vermeidungsstrategien weiter steigen.


Fazit: YouTube im Jahr 2026 – „Mehr AI“ oder „Vertrauen gestalten können“

YouTube plant, AI-Ebenbilder, automatische Synchronisation, Fragefunktionen, Spielgenerierung und Musikexperimente sowohl für Kreatoren als auch für Zuschauer zu „selbstverständlichen Werkzeugen“ zu machen.

 
Gleichzeitig muss die Plattform, je mehr die Ängste vor AI-Schlamm und Deepfakes zunehmen, „Transparenz“, „Rechtsschutz“ und „Qualitätssicherung“ durch konkrete Maßnahmen demonstrieren. Die Unterstützung des NO FAKES Act und das System zur Erkennung von Ebenbildern sind die Grundlage dafür, aber letztendlich wird die Bewertung auf die Frage hinauslaufen, ob „die Nutzer beruhigt zuschauen und die Kreatoren beruhigt arbeiten können“.



Quellen-URL