Das Dilemma der Intimität junger Männer: Vor dem "Ja" gibt es viele Zeichen — Eine Studie nennt dies 'Multi-Faktor-Bestätigung' als Zustimmung

Das Dilemma der Intimität junger Männer: Vor dem "Ja" gibt es viele Zeichen — Eine Studie nennt dies 'Multi-Faktor-Bestätigung' als Zustimmung

1) "Zustimmung ist wichtig" — Warum diese "Richtigkeit" vor Ort schwankt

In den letzten Jahren sind Diskussionen über sexuelle Zustimmung "selbstverständlich" geworden. Sowohl im Schulunterricht als auch im Rechtssystem hat sich die Norm verbreitet, dass Zustimmung "klar, kontinuierlich und aktiv" gezeigt werden sollte. Doch je stärker die Norm wird, desto mehr treten auch die Unsicherheiten vor Ort zutage.


Das Interessante an der hier vorgestellten Forschung ist, dass junge Männer nicht als diejenigen dargestellt werden, die Zustimmung missachten, sondern vielmehr als diejenigen, die "es richtig machen wollen", jedoch in intimen Momenten Schwierigkeiten haben, dies in Worte zu fassen — diese "Verzerrung" wird sorgfältig verfolgt.


Das Forschungsteam präsentiert keine einfachen Schlussfolgerungen. Es geht nicht darum, "Bestätige es mit Worten" oder "Verlass dich auf die Atmosphäre" zu sagen. Vielmehr gibt es dazwischen strukturelle Schwierigkeiten der modernen Intimität.


2) Was die Forschung unternommen hat: Erzählungen von Männern im Alter von 18 bis 32 Jahren

In der Studie wurden 35 Männer im Alter von 18 bis 32 Jahren über Anzeigen an der Universität Melbourne rekrutiert, alle mit sexuellen Erfahrungen, von denen sich 31 als heterosexuell identifizierten. Hauptsächlich durch detaillierte Interviews wurde untersucht, wie sie Zustimmung verstehen und praktizieren (10 von ihnen nahmen auch an einer Umfrage teil).


Der Umfang ist nicht groß. Auch die Autoren sind vorsichtig mit Verallgemeinerungen und weisen auf die Grenzen hin, dass es sich um Selbstberichte handelt, dass weibliche Forscher die Interviews führten und dass der Kontext hauptsächlich auf kontinuierlichen Beziehungen basiert.

 
Trotzdem bietet es einen Einblick in die "gedankliche Verarbeitung" der Beteiligten und kann als Anhaltspunkt für die Weiterentwicklung der Diskussion dienen.


3) Sie schätzten Zustimmung durch "Multi-Faktor-Authentifizierung"

Ein Schlüsselbegriff, den die Forschung benannte, ist "Multi-Faktor-Authentifizierung". Wie eine Metapher für die Identitätsprüfung in der IT versuchten die Teilnehmer, nicht durch ein einzelnes Wort oder Zeichen, sondern durch die Ansammlung mehrerer Hinweise zu beurteilen, ob Zustimmung vorliegt.


Dazu gehören beispielsweise:

  • Ob die Reaktionen gegenseitig sind (ob die Berührung nicht einseitig ist)

  • Ob eine Vertrauensbasis besteht und das Gegenüber sich sicher fühlt

  • Wie der Ort, das Timing und die Atmosphäre sind

  • Gelegentliches "Ist alles in Ordnung?" oder "Ist das okay für dich?" als "Check-in"
    — solche Elemente.


Bemerkenswert ist, dass sie "Zustimmung durch Worte" nicht ablehnen. Wenn nötig, bestätigen sie auch verbal. Viele berichten jedoch, dass sie die schulbuchmäßige "formale Zustimmung" als prozedurale "Kästchenabhakerei" empfinden und nicht das Gefühl haben, dass damit die "wirklichen Wünsche" bestätigt werden.


Hier wird deutlich, dass Zustimmung nicht nur die "Grenze zwischen legal und illegal" betrifft, sondern auch die Frage, ob beide es genießen und ob der andere keine Unbehaglichkeit oder Angst empfindet — ein Problem der "Qualität der Beziehung".


4) "Kleidung ist kein Zeichen der Zustimmung" und Alkohol erhöht eher die Unsicherheit

Ist "sexuell anziehende Kleidung" ein Zeichen der Zustimmung? Gegen dieses alte und hartnäckige Missverständnis waren die Teilnehmer eindeutig. Sie interpretierten freizügige Kleidung oder "verführerische" Outfits nicht als Zeichen der Zustimmung.


Auch in Bezug auf Alkohol gibt es wichtige Hinweise. Betrunken zu sein wird nicht als "Zeichen der Zustimmung" angesehen, sondern vielmehr als Faktor, der die Gewissheit über die Zustimmung schwächt. Je betrunkener die andere Person ist, desto weniger sicher sind sie sich, ob wirklich Zustimmung vorliegt — ein Beweis dafür, dass die Zustimmungserziehung Wirkung zeigt.


Darüber hinaus wurde von den Teilnehmern als bedeutungsvoller Hinweis eher der Prozess des "Entkleidens" in einer sich gegenseitig steigernden Situation genannt als die "Kleidung". Auch hier zeigt sich, dass der Schwerpunkt mehr auf dem "Fluss der Interaktion" als auf "statischen Zeichen" liegt.


5) Was sie wirklich wollten, war mehr als nur "Zustimmung"

Besonders eindrucksvoll in der Forschung ist, dass viele Teilnehmer nach dem Akt sicherstellen wollten, dass es "wirklich das war, was beide wollten".


Mit anderen Worten, sie sind nicht zufrieden mit "solange es Zustimmung gibt, ist es okay". Was sie suchen, ist:

  • Spaß (enjoyable)

  • Gegenseitiges Verlangen (mutually desired)

  • Nicht verurteilt werden (non-judgmental)

  • Eine Verbindung spüren (connects)
    eine Intimität, die die Temperatur der Beziehung einschließt.


Dies zeigt, dass Zustimmung die "Mindestanforderung" ist. Es reicht nicht aus, nur die Mindestanforderung zu erfüllen — junge Männer sind instinktiv besorgt darüber, ob der andere sicher und in der Lage ist, es zu genießen.


Wenn man dies liest, erscheint das Ziel der Zustimmungserziehung in einem etwas anderen Licht. Es geht nicht nur darum, Regeln zu vermitteln, sondern auch darum, die "Technik, wie man bestätigt, ohne die Intimität zu zerstören", zu fördern.


6) Die Natur der Grauzone: "Schwer in Worte zu fassen" verbirgt das Problem

Die Autoren weisen darauf hin, dass es eine "Grauzone" zwischen Zustimmung und Nicht-Zustimmung gibt. Wo genau die Grenze zwischen ungewollter Zustimmung und einer klaren Verletzung der Nicht-Zustimmung liegt, ist selbst für die Beteiligten schwer in Worte zu fassen.


Das in der Schule gelehrte Modell "klar mit Worten" ist als Norm stark, bietet jedoch nicht genügend "Implementierungsschritte" für die Fluidität vor Ort. Daher verlassen sich junge Männer auf körperliche Rückkopplung und kontextuelle Hinweise, wodurch sich das Gefühl "Ich denke, es ist in Ordnung" aufbaut.


Diese Struktur kann Unfälle verursachen, auch ohne böse Absicht. Wenn der andere in einer Situation ist, in der er "nicht nein sagen kann" oder "versucht, Erwartungen zu erfüllen", kann es oberflächlich so aussehen, als ob Zustimmung vorliegt.


7) Wie kann man Brücken bauen? — Die Praxis des "Einbettens von Bestätigung in Gespräche"

Die Forschung selbst gibt keine definitive Lösung vor, aber es gibt eine erkennbare Richtung. Der Schlüssel liegt darin, "Bestätigung" nicht als Verfahren zu behandeln, sondern in Gespräche einzubetten. Zum Beispiel:

  • Vor dem Handeln leicht die Grenzen und No-Gos teilen (im Rahmen des Erhaltens der Atmosphäre)

  • Zwischenbestätigungen nicht als "Verhör", sondern als "Vorschläge" oder "Optionen" präsentieren (Ändern? Pause machen?)

  • Wenn die Reaktion des anderen stoppt, das Tempo verlangsamen, bevor man weitermacht

  • Wenn Alkohol im Spiel ist, sollte "Heute bis hierhin" auch eine Option sein


Kurz gesagt, Zustimmung nicht als "einmaliges Ja", sondern als "Prozess der gegenseitigen Anpassung" behandeln. Diese Denkweise führt die "Multi-Faktor-Authentifizierung", wie sie die Forschung nennt, in eine gesunde Richtung.


8) Reaktionen in den sozialen Medien: Empathie, Widerstand und Lachen über "2FA-Witze"

Themen dieser Art neigen dazu, in sozialen Medien zu polarisieren. Der Grund ist einfach: Sex, Zustimmung, Geschlecht, Recht und persönliche Erfahrungen sind alle miteinander verbunden. Tatsächlich teilt sich die Reaktion auf die Forschung in etwa wie folgt auf:


(1) "So ist die Realität" Fraktion: Worte allein reichen nicht
Das Argument, dass "der Prozess vor Ort allmählich ansteigt und es unnatürlich ist, jedes Mal anzuhalten und zu bestätigen", ist weit verbreitet. Auch auf Reddit gibt es Stimmen, die nach einer Art der Zustimmung suchen, die den "Fluss" der Intimität nicht stört.


(2) "Doch, Bestätigung ist möglich" Fraktion: Rücksichtnahme ist positiv
Andererseits gibt es Stimmen, die sagen: "Es ist als Rücksichtnahme angenehm, wenn man zwischendurch gefragt wird, ob es okay ist, weiterzumachen" und "Kommunikation zerstört nicht die Atmosphäre, sondern schafft Sicherheit". Praktische Meinungen, dass die "Art der Bestätigung" an den anderen angepasst werden sollte, sind ebenfalls auffällig.


(3) Der Begriff "Multi-Faktor-Authentifizierung" kommt gut an: 2FA-Witze
Da der Forschungsbegriff "Multi-Faktor-Authentifizierung" derselbe ist wie der IT-Begriff, entstehen in sozialen Medien leicht Scherze. Beiträge wie "Ich habe dir den PIN geschickt, gib ihn ein" oder "CAPTCHA zur Menschenerkennung" reihen sich aneinander und werden in Lachen umgewandelt. Dies dient weniger der Verspottung als vielmehr als "Puffer, um das schwere Thema zu verarbeiten".


(4) Perspektive der Beteiligten: Die Grauzone verbindet sich mit "eigenen Erfahrungen"
In den Threads gibt es Erzählungen wie: "Ich dachte, nur die 'typischen' gewalttätigen Fälle seien sexuelle Gewalt, aber im Nachhinein war es eine Grauzone". Wenn solche Stimmen laut werden, bewegt sich die Diskussion schnell von der "Abstraktion" zur "Lebensrealität".


(5) Widerstand und Vorsicht: Der Fokus verschiebt sich auf rechtliche und soziale Risiken
Wenn die Diskussion über Zustimmung in die Nähe von "rechtlicher Verantwortung" rückt, werden die Reaktionen plötzlich stärker. Diejenigen, die die "Notwendigkeit der Klarstellung" betonen, und diejenigen, die es als gefährlich empfinden, einen Bereich, der nicht schwarz-weiß ist, rechtlich zu beurteilen, geraten leicht aneinander. Da die Forschung selbst die "Grauzone" als Problem aufzeigt, wird dieser Punkt in den sozialen Medien verstärkt.

9) Fazit: Der nächste Schritt in der "Zustimmungserziehung" ist das Teilen von "Methoden"

Diese Forschung stellt die Herausforderungen der "nächsten Stufe" dar, nachdem sich das Prinzip der Zustimmung verbreitet hat.

  • Die Menschen verstehen das Prinzip "Zustimmung ist notwendig"

  • Aber es fehlt an konkreten "Umsetzungsmethoden"

  • Diese Lücke füllt jeder mit "Multi-Faktor-Authentifizierung"
    — deshalb müssen Bildung und Aufklärung nicht nur "Sag es" behandeln, sondern auch "Wie man es sagt", "Wie man es überprüft", "Wie man aufhört" und "Wie man die Atmosphäre ändert".


Zustimmung ist nicht der Feind der Intimität. Vielmehr ist sie ein Mechanismus, der Intimität schützt.

Um jedoch als Mechanismus zu funktionieren, sind "Gesprächstechniken" erforderlich, die der Fluidität vor Ort standhalten. Die Forschung zeigt, dass junge Männer diese Techniken wünschen, und darin liegt die Hoffnung, dass die Gesellschaft darauf reagieren kann.



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