Was sagt der Schleim über die Gesundheit aus? Die überraschenden Botschaften des Körpers, die viele nicht kennen - Einblicke in die "anderen Indikatoren", die Ärzte beachten

Was sagt der Schleim über die Gesundheit aus? Die überraschenden Botschaften des Körpers, die viele nicht kennen - Einblicke in die "anderen Indikatoren", die Ärzte beachten

Im Winter wird oft die Frage diskutiert: "Brauche ich Antibiotika, weil mein Nasenschleim (Sputum) grün ist?" In Drogeriemärkten und Familien-Chats auf LINE springt die “Angst” in die Höhe, sobald sich die “Farbe” ändert. Ein Artikel in The Independent (eine Wiederveröffentlichung von The Conversation) entlarvt diesen “Farbmythos” und zeigt auf, worauf man wirklich achten sollte. The Independent



1) Wozu dient eigentlich Schleim (Mucus)?

Der Schleim in Nase und Atemwegen ist nicht nur etwas "Unangenehmes". Er fungiert als **Schutzfilter**, der Staub, Partikel und Krankheitserreger aus der Luft einfängt und nach außen transportiert, um deren Eindringen in den Körper zu verhindern. Normalerweise transportieren die “Zilien” auf der Oberfläche der Atemwege den Schleim, sodass wir uns seiner kaum bewusst sind. Bei Infektionen oder Entzündungen können die Zilien jedoch beschädigt werden oder ihre Funktion nicht mehr erfüllen, was dazu führt, dass sich Schleim ansammelt und durch Husten oder Naseputzen ausgeschieden werden muss. The Independent


Ähnliches kann auch bei Allergien passieren. Das Immunsystem reagiert übermäßig auf Pollen oder Staub, was zu einer Zunahme von Schleim führt, sodass man sich erkältet fühlt, aber kein Fieber hat. Auch bei chronischen Erkrankungen wie Asthma, Mukoviszidose oder COPD kann es zu einer übermäßigen Schleimproduktion kommen. The Independent



2) Warum wird es “dickflüssig”? — Über Wasser und "Mucin"

Gesunder Schleim besteht zu **etwa 90-95% aus Wasser**, der Rest setzt sich aus Mucin (dem Protein, das für die Zähigkeit verantwortlich ist) und Salzen zusammen. Deshalb ist der normale Nasenschleim klar und flüssig. CSIRO


Während der Körper gegen eine Infektion kämpft oder sich erholt, steigt der Mucin-Gehalt, was die Viskosität erhöht und den Schleim “dicker” macht. Dies kann zu stärkerer Nasenverstopfung führen oder zu einem postnasalen Tropf, der Husten verursacht. The Independent



3) Hauptthema: Was bedeutet die “Farbe” von Sputum und Nasenschleim?

Der Artikel ordnet die Farbveränderungen sehr realistisch ein.


Weiß bis trüb (weißlich/trübe Farbe)

Diese Farbe tritt häufig in der Anfangsphase einer Infektion (also zu Beginn einer Erkältung) auf, kann aber auch bei Allergien oder Asthma vorkommen. The Independent


Gelb bis grün bis braun

Diese Farben sind in der späteren Phase einer Infektion häufig. Hier entstehen Missverständnisse.
Die grüne oder gelbgrüne Farbe kann von Myeloperoxidase, einem Enzym, das von Immunzellen freigesetzt wird, stammen. Das bedeutet zwar, dass der Körper kämpft, aber es ist nicht direkt mit “bakteriell gleich grün” gleichzusetzen. The Independent


Braun bis rotbraun (mit Blut vermischt)

Wenn man sich häufig stark die Nase putzt, kann die Schleimhaut verletzt werden, was zu blutigem Nasenschleim führt (dies ist oft kein Grund zur Besorgnis). Wenn jedoch **Blut gehustet wird (Hämoptyse)**, könnte dies auf schwere Lungeninfektionen oder Krebs hindeuten, weshalb eine ärztliche Konsultation empfohlen wird. The Independent


Schwarz

Schwarzer Schleim ist selten und kann durch Pilzinfektionen oder die Exposition gegenüber Schadstoffen wie Staub oder Zigarettenrauch verursacht werden, weshalb ein Arztbesuch empfohlen wird. The Independent



4) "Brauche ich dann Antibiotika?" — Die Antwort lautet: “Nicht nur aufgrund der Farbe”

Dies ist der wichtigste Punkt. Ärzte fragen bei der Diagnose manchmal nach der Farbe und Menge des Sputums, aber die Selbstauskunft des Patienten stimmt nicht immer mit der Beobachtung überein. Auch wenn Farbtabellen als Referenz herangezogen werden, bedeutet gelbgrün nicht unbedingt bakteriell. Der Artikel stellt daher klar, dass die Entscheidung über den Einsatz von Antibiotika nicht allein anhand der Farbe getroffen werden kann. The Independent


Auch Harvard Health erklärt, dass es ein “anerkanntes Wissen” ist, dass man allein anhand der Farbe oder Konsistenz des Nasenschleims nicht zwischen viralen und bakteriellen Infektionen (oder ob überhaupt eine Infektion vorliegt) unterscheiden kann, und dass man nicht erwarten sollte, dass Antibiotika nur wegen der grünen Farbe verschrieben werden. Harvard Health


Auch die Cleveland Clinic betont, dass man anhand der “Farbe” des Schleims allein nicht auf eine bestimmte Art von Infektion schließen kann, und rät bei besorgniserregenden Symptomen zu einem Arztbesuch. Cleveland Clinic



5) Wann sollte man zum Arzt gehen: “Farbe” ist weniger wichtig als “Verlauf und Warnzeichen”

Der Artikel gibt folgende praktische Hinweise:

  • Vorübergehende Erleichterung kann durch Flüssigkeitszufuhr oder Nasensprays erreicht werden The Independent

  • Jedoch, wenn Fieber, starke Müdigkeit oder Appetitlosigkeit länger als 1-2 Wochen anhalten, sollte man einen Arzt konsultieren The Independent

  • Blutiger Auswurf, Atemnot, Brustschmerzen, schwarzer Auswurf sind ernstere Anzeichen (Arztbesuch empfohlen) The Independent


Zusätzlich hat die britische Gesundheitsbehörde (damals PHE, jetzt als Teil von UKHSA auf GOV.UK veröffentlicht) den Irrglauben, dass grüner Auswurf gleich Antibiotika bedeutet, klar widerlegt und eine Liste von Symptomen mit hoher Dringlichkeit, wie Atemnot, Brustschmerzen, blutiger Auswurf, aufgeführt. GOV.UK



6) Reaktionen in den sozialen Medien: Warum dieses Thema jedes Jahr “heiß” wird

Das Thema des Artikels führt in den sozialen Medien oft zu Kommentaren wie "Verstehe ich", "Das hätte man früher sagen sollen" oder "Aber in der Praxis...".


Reaktion ① Die "grün = Antibiotika"-Fraktion und ihre Unsicherheit und “Selbstdiagnose”

  • "Ich bin zum Arzt gegangen, weil es grün wurde und ich dachte, es sei bakteriell"

  • "Ich kann nicht von der Arbeit fernbleiben, also möchte ich ein schnell wirkendes Medikament (Antibiotikum)"
    Diese Art von Hintergrund zeigt das dringende Bedürfnis, “schnell gesund zu werden”. Gleichzeitig zeigt das Material von GOV.UK, dass ein gewisser Prozentsatz der Allgemeinheit glaubt, dass Antibiotika bei Husten mit grünem Auswurf wirksam sind, was auf tief verwurzelte Missverständnisse hinweist. GOV.UK

Reaktion ② Die Reaktion von medizinischen Fachleuten und medizinischen Konten: "Nicht nur anhand der Farbe entscheiden"

In den sozialen Medien gibt es viele Beiträge von Medizinern, die mit recht deutlichen Worten darauf hinweisen. So wird auf Instagram in medizinischen Beiträgen wiederholt gesagt, dass "auch bei grüner oder gelber Farbe nicht automatisch Antibiotika nötig sind". instagram.com


Auch auf Facebook gibt es Aufklärungsposts, die den “Mythos” "grüner Schleim = Antibiotika" widerlegen. Facebook


Reaktion ③ Die Realisten, die sagen: "Aber es gibt Ausnahmen, oder?"

Dies macht die Diskussion komplizierter. Tatsächlich gibt es Studien und klinische Kontexte, in denen die Farbe des Sputums bei chronischen Atemwegserkrankungen Teil der klinischen Beurteilung sein kann (zum Beispiel bei COPD-Exazerbationen). PMC


Auch in den sozialen Medien wird oft der Kompromiss gefunden: "Die Farbe “allein” reicht nicht aus, aber in Kombination mit anderen Symptomen kann sie hilfreich sein."



7) Fazit: Wichtiger als die “Farbe” ist die “Geschichte”

Die Farbe von Nasenschleim und Sputum kann als “Hintergrundinformation” dienen,