Wird KI letztendlich durch Werbung finanziert? Die Einführung von Werbung in ChatGPT zeigt die "Realität der Verbraucher-KI".

Wird KI letztendlich durch Werbung finanziert? Die Einführung von Werbung in ChatGPT zeigt die "Realität der Verbraucher-KI".

1. Schließlich ist die Ära der "Werbung in ChatGPT" angebrochen

Chatbots sind die "nächste Stufe der Suche" – seit einigen Jahren gewinnt diese Aussage an Glaubwürdigkeit, und nun steuert ChatGPT in Richtung der Akzeptanz von Werbung. OpenAI hat in den USA mit dem Testbetrieb der Werbeanzeigen für kostenlose Nutzer von ChatGPT und den neuen Plan begonnen. Das Ziel ist einfach: Während ChatGPT zu einem der weltweit meistgenutzten KI-Dienste geworden ist, steigen die Kosten für Rechenressourcen, Datenzentren und Modellentwicklung ins Unermessliche. Um das Wachstum weiter voranzutreiben, wurde eine zusätzliche Einnahmequelle neben Abonnements notwendig.


Bisher war die Verbreitung von ChatGPT dadurch begünstigt, dass es "nützlich, aber auch kostenlos ausreichend nutzbar" war. Doch die Verbreitung bedeutet gleichzeitig eine Ausweitung der Betriebskosten. Je mehr Nutzer es gibt, desto mehr GPUs werden benötigt. Hier kommt die Werbung ins Spiel. Das Internet ist das stärkste Mittel, um "kostenlos" zu ermöglichen.


2. Der neue Plan "ChatGPT Go" und die "Segmentierung der Werbung"

Das Wichtige an dieser Nachricht ist, dass die Einführung von Werbung nicht isoliert betrachtet wird. OpenAI hat das kostengünstige neue Abonnement "ChatGPT Go" eingeführt, um die Lücke zwischen der kostenlosen und der hochpreisigen Version zu schließen. Der Preis beträgt in den USA 8 Dollar pro Monat. Es ist günstiger als das bestehende "Plus (20 Dollar pro Monat)" oder "Pro (200 Dollar pro Monat)" und zielt auf die Mittelklasse, die mehr Nutzungslimits und Funktionen als die kostenlose Version bietet.


Die Werbepolitik sieht vor, dass Werbung in der kostenlosen und der Go-Version angezeigt wird, während die oberen Pläne vorerst werbefrei bleiben. Der Preisunterschied fungiert somit direkt als Gegenleistung für die "Werbefreiheit". Dies zeigt, dass das "klassische Einnahmemodell", das bei Netflix und YouTube zu sehen ist, auch auf die KI übertragen wird.


3. Wo wird die Werbung erscheinen: Design, um das Erlebnis nicht zu stören

Die Art und Weise, wie Werbung geschaltet wird, ist äußerst vorsichtig, um den Unmut der Nutzer zu minimieren. Laut OpenAI wird die Werbung klar als "gesponsert" gekennzeichnet und ist von der Antwort selbst getrennt. Sie wird nicht als Pop-up angezeigt, das den Gesprächsfluss unterbricht, sondern eher als "Box" oberhalb oder um die Antwort herum platziert.


Andererseits gibt es Berichte, die besagen, dass die Anzeigen nach dem Senden des Prompts oben erscheinen könnten, was darauf hindeutet, dass die Benutzeroberfläche des frühen Tests möglicherweise schwankt. In jedem Fall betont OpenAI am meisten, dass "Werbung die Antworten nicht beeinflusst". Im Gegensatz zu Suchanzeigen berühren KI-Antworten direkt die Entscheidungsfindung der Nutzer durch den "Text selbst". Sobald der Verdacht entsteht, dass Werbetreibende die Antworten verzerren könnten, würde ChatGPT vom "nützlichen Begleiter" zum "unglaubwürdigen Verkäufer" absteigen.


4. "Wir verkaufen keine Gesprächsdaten", dennoch bleibt die Unsicherheit

OpenAI hat bei der Einführung von Werbung Grundsätze aufgestellt, wie z.B. keine Bereitstellung von Gesprächsinhalten an Werbetreibende und kein Verkauf von Nutzerdaten. Darüber hinaus werden in sensiblen Bereichen wie Gesundheit, psychische Gesundheit und Politik keine Anzeigen geschaltet, und sie werden nicht an Personen unter 18 Jahren angezeigt (basierend auf Angaben oder Schätzmodellen).


Doch wenn man die Reaktionen in den sozialen Medien betrachtet, gibt es viele Stimmen, die sagen, dass sie "es rational verstehen, aber emotional bleibt die Unsicherheit". Warum? Konversationelle KI neigt dazu, lebendigere Kontexte als die Suche zu enthalten, wie z.B. die Probleme, Pläne, Lerninhalte und Kaufabsichten der Nutzer. Auch wenn Gesprächsprotokolle nicht an Werbetreibende weitergegeben werden, bleibt das Gefühl, dass "Gespräche der Treibstoff für Werbung sind", sobald Anzeigen basierend auf Gesprächsthemen geschaltet werden. Darüber hinaus hat ChatGPT eine Speicherfunktion, die Antworten basierend auf vergangenen Gesprächen optimieren kann. Wenn hier Werbeoptimierung ins Spiel kommt, kann der Verdacht ohne Transparenz leicht zunehmen.


5. Warum jetzt: Der Druck zur "Profitabilität" in der KI-Industrie

Der aktuelle Werbetest ist nicht nur eine Richtungsänderung von OpenAI. Mit der Vergrößerung der verbraucherorientierten KI wird die gesamte Branche mit der Frage konfrontiert, "wie man letztendlich Geld verdienen kann". Abonnements sind verständlich, aber bei einer Struktur, in der die Mehrheit der Nutzer kostenlos ist, sind die Grenzen sichtbar. Berichten zufolge wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass die Zahlungsrate im Verhältnis zur Nutzerbasis von ChatGPT nicht hoch ist und die Betriebs- und Entwicklungskosten hoch sind.


Werbung ist eine starke Option, um auch von der "kostenlosen Schicht" Einnahmen zu erzielen. Außerdem sind Gespräche, ähnlich wie Suchanfragen, mit einer hohen Absicht verbunden. Anzeigen, die in Situationen wie "Ich plane eine Reise", "Ich möchte meinen PC einstellen" oder "Ich suche einen guten Stuhl" erscheinen, haben das Potenzial, "sofort nützlich" zu sein, mehr als Anzeigen in sozialen Medien. OpenAI betont die "nützliche Werbeerfahrung", um Werbung nicht als Störfaktor, sondern als funktionales Element zu rechtfertigen.


6. Reaktionen in sozialen Medien: Die Meinungen sind durch "Preis und Vertrauen" gespalten

Im Folgenden sind die Reaktionen in sozialen Medien (hauptsächlich Reddit usw.) nach Tendenzen zusammengefasst.


(1) "Wenn es kostenlos ist, ist es unvermeidlich" – die Realisten
Die Meinung, dass es an sich schon ungewöhnlich war, eine leistungsstarke KI kostenlos nutzen zu können. Werbung wird als "Stromkosten" betrachtet, und einige sehen darin sogar eine gewisse Begrenzung der Ressourcenverschwendung.


(2) "Auch kostenpflichtige Pläne werden irgendwann Werbung enthalten" – die Misstrauischen
Auch wenn es heißt, "die oberen Pläne sind werbefrei", sind viele Reaktionen "nur jetzt, oder?". Viele erinnern sich an frühere Dienste, die wiederholt Preise erhöhten, Funktionen aufteilten und Werbung ausweiteten. Auf Reddit gab es auch ironische Beiträge, die darauf hinwiesen, dass Plus in Zukunft weiter unterteilt werden könnte, z.B. in ein "Plus mit Werbung".


(3) Die Klage über "Enshittification" (Beschleunigung des Verfalls)
Der Pessimismus, dass das Phänomen, bei dem "gute Dienste nach der Nutzergewinnung durch Werbung und Gebühren verschlechtert werden", auch auf KI zutreffen könnte. Da KI schnell in das Zentrum des Lebens eindringt, wird befürchtet, dass auch der Verfall schnell sein könnte.


(4) Wechselerklärung: "Ich bin zu Claude gewechselt", "Lokale Modelle sind die richtige Wahl"
Es gibt auch eine gewisse Anzahl von Reaktionen, die besagen, dass man, wenn man Werbung nicht mag, zu einem anderen Chatbot oder zu einem lokalen Modell auf dem Gerät wechseln sollte. Besonders bei Produkten, bei denen "Vertrauen" im Mittelpunkt steht, kann die Einführung von Werbung leicht ein Auslöser für den Wechsel sein.


(5) Interesse am Go-Plan: "Plus brauche ich nicht, aber kostenlos ist nicht genug"
Andererseits gibt es auch Stimmen, die den Go-Plan als solchen begrüßen. Für diejenigen, die die Grenzen der kostenlosen Version als streng empfinden, aber nicht so intensiv wie Plus nutzen, könnten 8 Dollar im Monat "genau richtig" sein. Auch wenn Werbung dabei ist, hängt die Akzeptanz davon ab, wie oft man es nutzt.


(6) Stimmen, die mehr ethische Fragen als Werbung aufwerfen
Es gibt auch Beiträge, die Fragen aufwerfen wie "Wie war die Konstruktion der Lern- und früheren 'nicht-kommerziellen' Daten?" und die Einführung von Werbung als "Endstadium der Kommerzialisierung" kritisieren. Werbung ist nicht nur ein Mittel zur Einnahmenerzielung, sondern hängt auch direkt mit der Bewertung der Unternehmenshaltung und -geschichte zusammen.

7. Chancen und Fallstricke für Werbetreibende und kleine Unternehmen

OpenAI deutet an, dass "Werbung eine große Chance für kleine Unternehmen und aufstrebende Marken" darstellt. Tatsächlich ist der Wettbewerb bei Suchanzeigen bereits intensiv und die Kosten sind hoch. Wenn auf ChatGPT eine "vergleichende Bewertung durch Gespräche" möglich wird, kann Werbung nicht nur zur Klicklenkung, sondern auch in den Prozess der Beantwortung von Fragen und der Bedingungsabklärung eingebunden werden.


Es gibt jedoch auch Fallstricke. Erstens das Risiko der Markenschädigung. Wenn der Inhalt des Gesprächs und die Werbung leicht abweichen, kann die Werbung als "unpassend" empfunden werden und starken Widerstand hervorrufen. Zweitens, sobald der Verdacht besteht, dass die Grenze zwischen Werbung und Antwort verschwimmt, kann auch der Werbetreibende in einen Skandal verwickelt werden. Drittens, Regulierung und Transparenz. Die klare Kennzeichnung als Werbung, die Erklärbarkeit des Targetings und der Umgang mit sensiblen Bereichen erfordern eine strengere Gestaltung als bisher.


8. Letztendlich ist der entscheidende Punkt bei KI, "ob man verdienen kann, ohne das Vertrauen zu zerstören"

Die Einführung von Werbung ist kurzfristig eine Maßnahme zur Einnahmensteigerung. Langfristig könnte sie jedoch die "Definition von ChatGPT" selbst verändern. Die Nutzer haben ChatGPT als "neutrales und nützliches Werkzeug" vertraut. Kann dieses Vertrauen auch mit Werbung aufrechterhalten werden? Oder wird durch die Einführung von Werbung die Sichtweise gestärkt, dass "es letztendlich nur ein Gefäß für das Werbegeschäft ist", und die Nutzungsmotivation schwächt sich ab?


OpenAI stellt Prinzipien auf wie "Antworten werden nicht durch Werbung beeinflusst", "Gespräche werden nicht Werbetreibenden gezeigt", "sensible Bereiche werden vermieden" und "Minderjährige werden ausgeschlossen" und stellt die Vertrauenswahrung an erste Stelle. Doch die Stimmen in den sozialen Medien sind kritisch. "Prinzipien" sind nur der Ausgangspunkt, und die Bewertung hängt von den Details der Umsetzung und der Behandlung von Ausnahmen ab.


Kann Werbung durch Erfahrung als "nützlich" und nicht als "störend" empfunden werden? Oder wird sie als "Beginn des Verfalls" angesehen? Da verbraucherorientierte KI nun in die nächste Phase eintritt, ist dieser Wendepunkt näher als gedacht.



Referenzen

  1. Business Matters (Der spezifizierte Artikel: Übersicht über den Werbetest und den Go-Plan)
    https://bmmagazine.co.uk/in-business/chatgpt-adverts-openai-new-subscription/

  2. Offizieller Blog von OpenAI (Prinzipien zur Werbung: Unabhängigkeit der Antworten, Gesprächsprivatsphäre, Ausschluss sensibler Bereiche, Ausschluss von Minderjährigen usw.)
    https://openai.com/index/our-approach-to-advertising-and-expanding-access/

  3. Reuters (Umfang des Werbetests, Risiko des Abflusses zu Konkurrenten, Berücksichtigung sensibler Bereiche und von Personen unter 18 Jahren usw.)
    https://www.reuters.com/business/openai-begin-testing-ads-chatgpts-free-go-tiers-2026-01-16/

  4. WIRED (Darstellung der Werbung, Erklärung von Fidji Simo, Ergänzung zur Funktionsweise der Werbung und zur Datenpolitik)
    https://www.wired.com/story/openai-testing-ads-us

  5. The Verge (Positionierung des Go-Plans, Ziel der Schließung der Lücke zwischen kostenlos und Plus)
    https://www.theverge.com/news/863466/openai-chatgpt-go-global-release

  6. Reddit (Konkrete Beispiele für Nutzerreaktionen: "Jetzt werbefrei, aber in Zukunft?", "Schneller Verfall" usw.)
    https://www.reddit.com/r/OpenAI/comments/1qenaux/ads_are_coming_to_chatgpt_heres_how_theyll_work/

  7. NDTV (Vorfall Ende 2025 mit "anzeigenähnlichen Darstellungen", die zu Gegenreaktionen führten: Vorgeschichte des Vertrauensproblems)
    https://www.ndtv.com/feature/openai-faces-backlash-over-ads-appearing-in-chatgpt-users-advise-dont-do-it-9754275