Der neueste Trend! Sind „Pilzgummis“ das neue Vitaminpräparat oder die nächste Gesundheitsblase? — Was ein NYT-Reporter nach einem Monat des Konsums entdeckte

Der neueste Trend! Sind „Pilzgummis“ das neue Vitaminpräparat oder die nächste Gesundheitsblase? — Was ein NYT-Reporter nach einem Monat des Konsums entdeckte

1. "Pilze" übernehmen die Regale mit einem Gummigesicht

In den Wellness-Abteilungen der USA fällt derzeit etwas besonders ins Auge. Bunte Verpackungen, die Leichtigkeit von Süßigkeiten und Slogans, die versprechen, alle Lebensprobleme wie "Stimmung, Stress, Konzentration, Immunität" zu lösen – das sind die Pilz-Gummis (funktionale Pilze).


Laut einem Beitrag der NYT hat die Journalistin Amy X. Wang diese Art von Gummis (einschließlich "WonderDay") in den USA ausprobiert, indem sie sie einen Monat lang, manchmal in der doppelten bis dreifachen empfohlenen Menge, konsumierte.

 
Dieser "Selbstversuch"-Stil passt gut zur Supplement-Kultur. Wenn man eine Wirkung spürt, verbreitet sich das, und selbst wenn nicht, könnte man denken, dass sich bei fortgesetzter Einnahme etwas ändern könnte, was zur Gewohnheit wird. Gummis sind im Vergleich zu Kapseln oder Pulvern leichter fortzusetzen.


Wichtig ist hier, dass das Wort "Pilz" auf demselben Regal völlig unterschiedliche Erwartungen vereint.
Zum einen gibt es das Gesundheitsimage von "funktionalen Pilzen" wie Reishi, Chaga, Igelstachelbart und Cordyceps. Zum anderen gibt es die Assoziation mit "Magic Mushrooms" (halluzinogen). Je mehr dieser Trend wächst, desto verschwommener wird die Grenze zwischen diesen beiden, und Missverständnisse und übertriebene Erwartungen nehmen zu.



2. Was verspricht WonderDay?

Ein Blick auf die Produktbeschreibung von WonderDay (Plant People) zeigt, dass die Kombination mehrerer Pilzextrakte im Vordergrund steht, um umfassend "Stimmung, Stress, Energie, Immunität" zu unterstützen.

 
Die Grundstrategie ist, sowohl Gesundheit als auch Genuss zu vereinen, mit Attributen wie "fruchtig und leicht zu essen", "zuckerfrei" und "x Arten von funktionalen Pilzen".

Allerdings fallen solche Produkte meist in die Kategorie "Nahrungsergänzungsmittel" und nicht "Arzneimittel". In den USA liegt die Verantwortung für die Sicherheit und Kennzeichnung von Supplements grundsätzlich bei den Unternehmen, und es gibt kein System wie bei Arzneimitteln, bei dem die Wirksamkeit vor dem Verkauf von staatlicher Seite geprüft und "genehmigt" wird. Auch die FDA stellt klar, dass die Unternehmen die Verantwortung für die Sicherheit und Kennzeichnung vor dem Verkauf tragen.


Das bedeutet, dass Verbraucher die auf der Verpackung angegebenen "Erwartungen" kaufen, während die Wirksamkeit nicht so sicher wie bei Arzneimitteln gewährleistet ist.



3. Wie stark sind die Beweise für "funktionale Pilze" überhaupt?

Zu den häufig in sozialen Medien und Werbung gesehenen Vertretern gehören **Igelstachelbart (Lion’s Mane) und Cordyceps**.
Die Forschung nimmt zu, aber es ist auch gefährlich, voreilige Schlüsse zu ziehen.

  • Igelstachelbart: Eine Überprüfung aus dem Jahr 2023 zeigt zwar Potenzial für Kognition und Stimmung, stellt aber auch fest, dass die Studien in Umfang und Design variieren und es an Doppelblindstudien mangelt, weshalb es als "noch in Entwicklung" eingestuft wird.

  • Cordyceps: Es gibt Studien zur sportlichen Leistung und Ermüdung, wobei einige Meta-Analysen gewisse Verbesserungen zeigen (abhängig von Zielgruppe und Bedingungen), während andere Kurzzeitstudien keine klaren Unterschiede feststellen.


Ein realistischer Diskussionspunkt ist hier die "Dosis und Darreichungsform". Gummis sind zwar "lecker", aber es ist schwierig, genügend Wirkstoffe darin zu integrieren, wie von Brancheninsidern und in Liebhabergemeinschaften wiederholt angemerkt wird.

 
Kurz gesagt, es entsteht leicht eine Lücke zwischen dem Potenzial der Inhaltsstoffe (Forschung) und der Umsetzung als Produkt (Gummizusammensetzung, Gehalt, Aufnahme, Fortsetzung).



4. Ist "Stimmungsaufhellung" wirklich wahr? – Die Analyse der Wahrnehmung

Der "1-Monat-Experiment" der NYT-Journalistin ist so einprägsam, weil die Bewertung von Supplements oft auf "Wahrnehmung" basiert.
Doch die Wahrnehmung setzt sich aus folgenden Elementen zusammen.

  1. Erwartungseffekt (Placebo)

  2. Lebensstilveränderungen (Schlaf, Koffeinmenge, Bewegung, Stressfaktoren)

  3. Wechselwirkungen der Zusammensetzung (wenn andere Inhaltsstoffe als Pilze enthalten sind)

  4. Einfach der Effekt, dass "Zwischenmahlzeiten ersetzt werden" (Verlangen nach Süßem wird gestillt)


Diese Analyse ist notwendig, weil auf dem Supplement-Markt "es hat gewirkt/es hat nicht gewirkt" leicht aneinander vorbeigehen. Wer eine Wirkung spürt, spricht von "Wahrheit", während diejenigen, die keine Wirkung spüren, von "Betrug" sprechen. Beides kann gleichzeitig vorkommen.



5. Reaktionen in sozialen Medien: Lob, Skepsis und Besorgnis über die "Sicherheit"

Hier werden auf Basis von Nutzerbewertungen und Community-Beiträgen im Internet die Reaktionen kategorisiert und vorgestellt (nicht als definitive Aussagen einzelner Personen, sondern als typische Ausdrucksweisen zusammengefasst).


A) "Eigentlich ganz gut"-Fraktion: Erwartungen an Stimmung, Stress und "Gehirnnebel"

In den Bewertungsbereichen des Einzelhandels finden sich Kommentare wie "Ich fühle mich ruhiger" oder "Ich fühle mich in Stresssituationen stärker".
Besonders die Erzählung, dass das Gefühl von "Gehirnnebel bei Unwohlsein" leichter wird, verbreitet sich leicht bei Supplements. Obwohl es schwer zu beweisen ist, ist es für die Betroffenen ein starkes Lebensgefühl.


B) "Ist das nicht einfach nur ein Gummi?"-Fraktion: Zweifel an Gehalt und Qualität

In Pilz-Supplement-Communities fallen hingegen skeptische Beiträge über die Darreichungsform Gummi auf. Es gibt Hinweise wie "Es ist schwierig, genügend Wirkstoffe hineinzubekommen" oder "Es wird oft zu einem Haufen Süßstoffe", sowie Beiträge, die mit starken Worten davon abraten, es zu kaufen.

 
Diese Gruppe neigt dazu, nach "Expertenkriterien" wie Pulver- oder Extraktstandards, dem Teil der Rohstoffe (z.B. Fruchtkörper) und dem Vorhandensein von Drittanbietertests zu bewerten, was mit den Wertvorstellungen der "Einfachheit bevorzugenden" Leichtkonsumenten kollidiert.


C) Die tiefste Besorgnis: "Was ist eigentlich in diesen 'Pilz-Gummis' drin?"

Dies steht in direktem Zusammenhang mit der Stimmung im Jahr 2026.
Ein CDC-Bericht zeigt, dass bei der Untersuchung von A. muscaria (Fliegenpilz) basierten "nootropic/mushroom" Gummis nicht deklarierte Schedule I Substanzen (Psilocybin/Psilocin) gefunden wurden und es auch Berichte über gesundheitliche Beschwerden gab.

 
Zusätzlich verbreiten sich Diskussionen in Forschungsbereichen, dass bei der Analyse sogenannter "Magic Mushroom"-Lebensmittelprodukte nicht deklarierte Inhaltsstoffe (wie Koffein) oder Psilocin gefunden wurden.


Wichtig ist, dass hier hauptsächlich "Produkte, die Halluzinationen andeuten" ins Visier genommen werden und nicht funktionale Pilz-Supplements wie WonderDay.


Dennoch sehen Verbraucher auf dem Regal alles als "Pilz-Gummis".


Wenn auf sozialen Medien die Frage aufkommt, ob "die Pilz-Gummis an der Tankstelle sicher sind", wird auch auf ernsthaft hergestellte Produkte mit Misstrauen geschaut. Je größer der Boom, desto mehr steht das **"Vertrauen in die gesamte Kategorie"** auf dem Spiel.



6. Wie kann man damit realistisch umgehen?

Abschließend, bevor man dem Trend folgt oder nicht, sollte man eine Grundlage für die Entscheidungsfindung schaffen.

  • Ziele fokussieren: Je mehr ein Produkt "für alles" wirkt, desto weniger kann es tatsächlich überprüft werden. Konzentrieren Sie sich zunächst auf einen Punkt wie Schlaf, Stress oder Konzentration.

  • Kennzeichnung und Drittanbietertests: Wenn möglich, prüfen, ob Chargenuntersuchungen und Inhaltsstoffnachweise (COA) vorliegen.

  • Pilzarten nicht verwechseln: Funktionale Pilze (Gesundheitsprodukte) und Produkte, die Halluzinationen andeuten, sind unterschiedliche Dinge.

  • Wahrnehmung dokumentieren: Schlafzeiten, Koffein, Bewegung und Stimmung einfach notieren und nicht nur auf Selbstsuggestion verlassen.

  • Bei gesundheitlichen Problemen oder Medikamenteneinnahme vorsichtig sein: Die Möglichkeit von Wechselwirkungen ist nicht ausgeschlossen. Die FDA warnt allgemein vor Supplements.


Das "1-Monat-Experiment" der NYT symbolisiert letztlich die Realität, dass modernes Wellness eher als "Lebensgestaltung" denn als "Medizin" konsumiert wird.


Gummis sind der stärkste Einstieg in die "einfache Gestaltung", aber je breiter der Einstieg, desto mehr beschleunigt sich die Mischung aus Gut und Schlecht. Hinter der Süße verbirgt sich der Traum der Selbstoptimierung, Lücken in der Regulierung und die Verstärkungsmaschine der sozialen Medien.



Quellen-URL (am Ende des Textes zusammengefasst)