Hilft „jeden Tag Kimchi“ in der Erkältungssaison? — Neue Forschung zur „Regulierung“ des Immunsystems anstelle der „Stärkung“

Hilft „jeden Tag Kimchi“ in der Erkältungssaison? — Neue Forschung zur „Regulierung“ des Immunsystems anstelle der „Stärkung“

„Das Immunsystem zu stärken“ ist schwieriger, als es „nicht außer Kontrolle geraten zu lassen“

Im Winter, wenn Erkältungen und Grippewellen Thema sind, wird jedes Jahr über „Lebensmittel, die das Immunsystem stärken“ gesprochen. Im Dezember 2025 stellte ScienceDaily eine Studie vor, die besagt, dass Kimchi nicht nur das Immunsystem boostert, sondern auch übermäßige Reaktionen unter Kontrolle hält, was große Aufmerksamkeit erregte. ScienceDaily


Der entscheidende Punkt diesmal ist jedoch nicht nur das „Immunsystem zu stärken“. Ein starkes Immunsystem ist nicht immer besser, da es bei Überaktivität zu Entzündungen oder Autoimmunproblemen führen kann. Das Ideal ist, dass es nur dann schnell und stark reagiert, wenn ein Feind kommt, und ansonsten ruhig bleibt — mit anderen Worten, das „Gleichgewicht des Immunsystems (Homöostase)“. Die Forscher wollten mit modernster „Einzelzell-Analyse“ untersuchen, ob Kimchi dieses Gleichgewicht beeinflussen könnte. Nature



Inhalt der Studie: Verändert sich die „Kommunikation“ der Immunzellen, wenn man Kimchi isst?

Die Originalstudie wurde in npj Science of Food veröffentlicht und bewertet Immunzellen im Blut (PBMC) mittels Einzelzell-RNA-Sequenzierung (scRNA-seq). Es handelt sich um eine Methode, bei der man auf Zellebene liest, welche Art von Immunzellen in demselben Blut welche Gene in welchem Ausmaß aktiviert. Im Gegensatz zur herkömmlichen „Bulk-Analyse“, bei der feine Veränderungen und Bewegungen von Minderheitszellpopulationen im Durchschnitt untergehen, werden diese hier sichtbar. Nature


Laut der Zusammenfassung der Studie wurde nach einer 12-wöchigen Intervention eine verstärkte Zell-Zell-Signalübertragung über Zellen, die an der Antigenpräsentation beteiligt sind (z.B. dendritische Zellen), sowie eine erhöhte Expression von Genen im Zusammenhang mit der Antigenaufnahme und MHC-Klasse-II (JAK/STAT1–CIITA-Weg) beobachtet. Zudem wurde festgestellt, dass CD4-positive T-Zellen sowohl in Richtung „Effektoren“ zur Verteidigung als auch in Richtung „regulatorische Systeme“ zur Unterdrückung ausgewogen differenzierten, während CD8-positive T-Zellen, B-Zellen und NK-Zellen stabil blieben, was auf eine Erhaltung der Immunhomöostase hindeutet. Nature



Achtung: Unterschiedliche Darstellung der Teilnehmerzahl in Artikel und Studie

In den sozialen Medien wird häufig die Frage gestellt: „Wie viele Teilnehmer waren es denn nun?“ In der Beschreibung von ScienceDaily wird erwähnt, dass übergewichtige Erwachsene in drei Gruppen aufgeteilt wurden (jeweils n=13). ScienceDaily


In der Zusammenfassung und den Ergebnisteilen der Originalstudie wird hingegen beschrieben, dass die Einzelzell-Analyse an **13 Personen (Placebo 4, natürlich fermentiertes Kimchi 5, Starter-fermentiertes Kimchi 4)** durchgeführt wurde, die aus einem ursprünglichen randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Versuch (90 Personen) für eine detaillierte Analyse ausgewählt wurden. Nature


Hier ist es sicherer, als Leser zu verstehen, dass „es eine separate klinische Studie mit einer größeren Population gibt, von der ein Teil für eine sehr präzise Analyse ausgewählt wurde“. Einzelzell-Analysen sind kostspielig und aufwendig. Daher können sie zwar tiefgehende Einblicke auch bei wenigen Proben bieten, sollten aber aufgrund der geringen Anzahl nicht überbewertet werden. Nature



Unterschiede durch die „Art der Fermentation“? — Warum „Starter-Fermentation“ im Fokus steht

Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Fermentationsmethode von Kimchi. Es wird zwischen natürlicher Fermentation (spontan) und Fermentation mit Starterkulturen verglichen, wobei beide zur Immunbalance beitragen können, aber die Starter-Fermentation eine stärkere Wirkung zu haben scheint. ScienceDaily


Je mehr sich die Lebensmittelwissenschaft auf „Funktionalität“ konzentriert, desto wichtiger werden Reproduzierbarkeit und Qualitätskontrolle. Die Starter-Fermentation kann nicht nur Geschmack und Qualität stabilisieren, sondern auch gezielt gesundheitliche Funktionen anvisieren. Umgekehrt könnte es in Zukunft nicht mehr heißen „Jedes Kimchi ist gleich“, sondern „Verschiedene Stämme und Prozesse ergeben unterschiedliche Produkte“. Nature



Also, Fazit: Wird man nicht krank, wenn man Kimchi isst?

Man möchte schnell sagen: „Jeden Tag Kimchi und man ist unbesiegbar!“ Aber die Studie zeigt hauptsächlich Veränderungen in der Genexpression von Immunzellen und Zell-Zell-Signalen und beweist nicht direkt die tatsächliche Prävention von Infektionskrankheiten (z.B. weniger Erkältungen). Zudem wurde die Intervention in Pulver- oder Kapselform durchgeführt, was nicht vollständig mit dem täglichen Konsum von Kimchi übereinstimmt. Nature


Dennoch ist es wertvoll, dass der Effekt von „fermentierten Lebensmitteln“ nicht nur als „vages Gefühl“ betrachtet wird, sondern konkret auf zellulärer Ebene gezeigt wird, welche Teile des Immunsystems wie beeinflusst werden. Gerade in Zeiten, in denen Gesundheitsinformationen oft übertrieben werden, ist es wichtig, nicht nur zwischen „wirkt“ und „wirkt nicht“ zu unterscheiden, sondern auch die Zwischentöne zu verstehen, wie „welche Zelle in welche Richtung und wie stark“. Nature



Reaktionen in den sozialen Medien: Begeisterung und kritische Kommentare gleichzeitig

1) Verbreitung durch Experten: Als „#clinicaltrial“ vorgestellt

In den sozialen Medien gab es auch Beiträge, die die klinische Studie betonten. So wurde beispielsweise von einer Person aus dem Bereich Impfstoffe und Infektionskrankheiten gepostet, dass Kimchi in einer 12-wöchigen klinischen Studie als „präziser Regulator“ des Immunsystems fungiert, und dieser Beitrag wurde mit Link weiterverbreitet (Veröffentlichungsdatum: 26. November 2025). SinEmbargo MX


2) Skepsis: Typische Zweifel bei Lebensmittelstudien

Auf Reddit war die Diskussion in der Food-Community sehr direkt. In einem Thread wurde darauf hingewiesen, dass die Forschung von einem Kimchi-Institut durchgeführt wurde, was zu der Frage führte: „Ist es nicht üblich, dass Organisationen für ihre eigenen Produkte positive Studien veröffentlichen?“ Dieser Kommentar erhielt viele Zustimmungen. Reddit


Solche Reaktionen spiegeln auch das „Misstrauen“ wider, das in Gesundheitsstudien oft aufkommt.


3) Dennoch Anerkennung: „Peer-Review“, „doppelblind“, „placebokontrolliert“ als Argumente

Im selben Thread hob ein anderer Nutzer die Aspekte „npj Science of Food ist peer-reviewed und die Studie war randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert“ hervor und bewertete die Studie positiv. Reddit


Auch in der Studie selbst wird angegeben, dass es „keine konkurrierenden Interessen“ gibt. PubMed


4) In der japanischen Community kam der Ausdruck „präziser Regulator“ gut an

Auch in der japanischen Community wurden Artikel veröffentlicht, die die Studie als „präzisen Regulator des Immunsystems“ beschreiben, was als eingängiger „Catch“ gut ankommt. note(ノート)



Zusammenfassung: Die „nächsten Schritte“ in der Kimchi-Forschung

Interessant an dieser Studie ist, dass sie versucht, das qualitative Image von „Kimchi = gesund“ durch Daten auf Einzelzellebene zu „dekonstruieren“. Während Veränderungen in der Antigenpräsentation und CD4-positiven T-Zellen angedeutet werden, ist die Anzahl der analysierten Personen begrenzt und es gibt keinen direkten klinischen Outcome (wie Infektionsraten). Nature


Zukünftige Schwerpunkte werden wahrscheinlich drei Aspekte umfassen:
(1) Ob ähnliche Veränderungen des Immunsystems bei einer größeren Anzahl von Personen reproduziert werden können.
(2) Ob diese Veränderungen tatsächlich mit gesundheitlichen und infektiologischen Indikatoren korrelieren.
(3) Ob die Fermentationsmethode, der Bakterienstamm und der Herstellungsprozess klären können, „welches Kimchi welche Wirkung hat“. Nature


Dass soziale Medien zwischen „Kimchi ist das Beste!“ und „Übertreibung!“ gespalten sind, ist das Schicksal von Gesundheitsthemen. Aber gerade deshalb lohnt es sich, zur Substanz der Studie zurückzukehren und sie aus der Perspektive des „Immunsystems ausbalancieren“ statt „Immunsystem stärken“ zu betrachten. Nature


Referenzartikel

Neue Studie zeigt, wie Kimchi das Immunsystem stärkt
Quelle: https://www.sciencedaily.com/releases/2025/12/251216081945.htm