Kaiserschnitte erreichen Höchststand im Vereinigten Königreich – Der Wendepunkt von 45% spiegelt die aktuelle Situation von Geburten und dem NHS wider

Kaiserschnitte erreichen Höchststand im Vereinigten Königreich – Der Wendepunkt von 45% spiegelt die aktuelle Situation von Geburten und dem NHS wider

Der Wendepunkt von 45% - Kaiserschnitte erreichen in Großbritannien ein Rekordhoch

Die Aussage, dass "Kaiserschnitte zur Norm geworden sind", wurde schon oft gehört. Doch in England ist dies nun auch statistisch eine "Tatsache" geworden. Laut den von NHS Digital veröffentlichten jährlichen Statistiken gab es von April 2024 bis März 2025 542.235 Geburten. Davon waren 45% Kaiserschnitte. NHS England Digital


Diese Zahl ist nicht nur symbolisch, weil die Anzahl der Kaiserschnitte gestiegen ist. In den Berichten wird hervorgehoben, dass vaginale Geburten 44% und instrumentelle Geburten wie Zangen- oder Saugglockengeburten **11%** ausmachten, und dass Kaiserschnitte erstmals die sogenannten "natürlichen" vaginalen Geburten übertrafen. The Guardian


Der "Mainstream" wechselt ab 30 Jahren

Eine Betrachtung nach Altersgruppen zeigt ein noch klareres Bild. Laut NHS Digital sind bei Frauen unter 29 Jahren spontane Geburten am häufigsten, während bei Frauen über 30 Jahren Kaiserschnitte am häufigsten sind. Bei Frauen über 40 Jahren erreichen Kaiserschnitte sogar **59%**. NHS England Digital


Diese "30-Jahre-Grenze" spiegelt weniger eine Frage des Geschmacks wider, sondern vielmehr die Realität, dass Schwangerschaften in den Bereich "komplexerer medizinischer Versorgung" rücken. Die Zunahme von Schwangerschaften im höheren Alter, Risikofaktoren wie Fettleibigkeit und die Zunahme von Schwangeren mit Komplikationen führen eher zu einer Entscheidung für operative Geburten als für natürliche Geburten, wie mehrere Berichte hervorheben. The Guardian


Der Anstieg der "Wahlkaiserschnitte" und der "Sicherheitsfokus" vor Ort

Bemerkenswert ist die Aufschlüsselung. Laut Berichten waren von den Geburten 2024-25 20% geplante (wahlweise) Kaiserschnitte und **25,1% Notkaiserschnitte**, beide auf einem Rekordhoch. The Guardian


Die Diskussion dreht sich hier um die Frage: "Hat die Zahl zugenommen, weil es 'bequemer' ist?" In einem boulevardesken Kontext wird der Spott "Too posh to push" (zu vornehm, um zu drücken) wiederholt, während die Gegenargumente klar sind. In einigen Fällen wird die Wahl nicht aus "Bequemlichkeit", sondern als Management von Ängsten getroffen. Ein Artikel beschreibt, dass das Misstrauen gegenüber der geburtshilflichen Versorgung und die Angst vor überlasteten Stationen und Personalmangel die Neigung zu "planbaren Operationen" verstärkt haben. The Sun


Tatsächlich wird in Großbritannien darauf hingewiesen, dass bei Wunschkaiserschnitten nicht nur medizinische Indikationen, sondern auch persönliche Umstände und Wünsche berücksichtigt werden können (zumindest ist es nicht nur für Personen mit medizinischen Gründen). rcog.org.uk


Die "Kapazität des NHS" hinter den Zahlen - Wie sehr hat die Überlastung der Geburtshilfe Einfluss genommen?

Natürlich ist es riskant, den Anstieg der Kaiserschnitte nur mit "individuellen Entscheidungen" zu erklären. Berichten zufolge könnten systemische Faktoren wie der Abbau von Hebammenstrukturen, Personalmangel und ungleiche Serviceverteilung die Wahlmöglichkeiten der Frauen einschränken. The Guardian


Darüber hinaus weist die NHS Digital-Statistikseite selbst darauf hin, dass einige MSDS-Daten (auf Anbieter- und regionaler Ebene) aufgrund von Datenverarbeitungsproblemen zurückgezogen wurden, was darauf hindeutet, dass es bei der Bewertung der Situation vor Ort zu Unklarheiten kommen kann. NHS England Digital


Vor diesem Hintergrund ist es naheliegend, dass eine "Sicherheitsorientierung" zu einer Präferenz für Kaiserschnitte führt. Beispielsweise zeigt die Erklärung von NHS Digital, dass bei natürlichen Geburten 75% am selben Tag oder am nächsten Tag entlassen werden, während es bei **Kaiserschnitten nur 45%** sind. Wenn medizinische Ressourcen knapp sind, könnte ein Anreiz bestehen, planbare Operationen mit vorhersehbaren Aufenthaltsdauern zu bevorzugen, was in sozialen Medien oft diskutiert wird. NHS England Digital


Auf sozialen Medien fiel die Reaktion mehr auf "Worte" als auf "Zahlen"

In der aktuellen Diskussion auf sozialen Medien erhitzte sich die Debatte weniger über die Statistik an sich, sondern mehr über das Wort "natürlich". Die Reaktionen lassen sich grob in vier Typen einteilen.


1) "Ein Kaiserschnitt ist auch eine Geburt. Bitte nicht in natürlich/unnatürlich unterteilen"
Die Formulierung "natürliche Geburt" wird oft als problematisch angesehen, da sie Kaiserschnitte oder schmerzfreie Geburten als "unnatürlich = minderwertig" erscheinen lässt. Tatsächlich gab es nach der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen kritische Kommentare, die darauf hinwiesen, dass das Vokabular "natürlich" Scham erzeugen kann. Glamour UK


Auf sozialen Medien wurde dies in kurzen Phrasen zusammengefasst

  • "Wofür steht eigentlich 'natürlich'?"

  • "Auch bei einer Operation hat man 'geboren'"
    und verbreitete sich in dieser Form leicht.


2) "Ein geplanter Kaiserschnitt ist keine 'Flucht', sondern Risikomanagement"
Personen, die traumatische Geburten oder starke Ängste erlebt haben, neigen eher dazu, zu sagen: "Beim nächsten Mal möchte ich planen und beruhigt sein." In Berichten wird auch beschrieben, dass wahlweise Kaiserschnitte nicht als "Luxus", sondern als ernsthafte Sicherheitsmaßnahme betrachtet werden. The Sun


3) "Der Anstieg ist das Ergebnis der Alterung und Komplikation der Mütter"
Gleichzeitig gibt es starke Stimmen, die medizinische Faktoren mehr als "persönliche Vorlieben" betonen. Die Tatsache, dass Kaiserschnitte bei Frauen über 30 die Mehrheit bilden und bei Frauen über 40 59% erreichen, ist auch ein Ergebnis von Veränderungen im Lebensstil. NHS England Digital


4) "Letztendlich verzerrt der Personalmangel im NHS die 'Wahl'?"
Dies ist der politischste Punkt. Auf sozialen Medien wird oft die Frage gestellt, ob "die Geburtshilfe zu beschäftigt ist, um 'natürlich' zu sein" oder ob "Kaiserschnitte aus Krankenhausgründen zunehmen". Berichten zufolge wird auch die Möglichkeit diskutiert, dass der Druck auf die Dienstleister die Wahlmöglichkeiten der Frauen beeinflusst. The Guardian


Ist diese "Umkehrung" also eine schlechte Nachricht?

Kurz gesagt, es ist nicht einfach gut oder schlecht. Kaiserschnitte sind chirurgische Eingriffe, die mit einer längeren Erholungszeit verbunden sind, aber in bestimmten Situationen direkt mit der Sicherheit von Mutter und Kind zusammenhängen. Wichtig ist nicht, "Kaiserschnitte zu reduzieren/erhöhen", sondern dass diejenigen, die sie benötigen, sie sicher erhalten können, und dass diejenigen, die sie wünschen, ausreichend informiert wählen können. rcog.org.uk


In diesem Sinne zeigt die aktuelle Statistik, dass die Geburt in Großbritannien über die binäre Opposition von "natürlich oder operativ" hinausgeht und wie der Geburtsplan mit der medizinischen Versorgung geteilt werden kann und wie die Kapazitäten vor Ort wiederhergestellt werden können, was größere Herausforderungen darstellt.


Tatsächlich werden in Großbritannien kontinuierlich Umfragen zu Erfahrungen in der Geburtshilfe durchgeführt (wie die CQC-Mutterschaftsumfrage), und es gibt Bestrebungen, das System nicht nur anhand von Zahlen, sondern auch aus der Perspektive der "Erfahrungen" zu überprüfen. Care Quality Commission


Abschließend - Was uns soziale Medien über die "wahren Streitpunkte" gelehrt haben

Die Zahl von 45% ist auffällig. Doch auf sozialen Medien entbrannte die Diskussion weniger über die Größe der Zahl als vielmehr über die "Struktur, in der Worte Menschen verletzen".
Das Label "natürlich" beschuldigt diejenigen, die keine andere Wahl hatten.
Die Annahme von "Luxus" macht Angst und Trauma unsichtbar.


Und vor allem ist bei jeder Methode die "Ergebnisorientierung" bei der Geburt am wichtigsten.
Sicher, zufriedenstellend und respektvoll gebären zu können - diese Selbstverständlichkeit sollte durch Statistiken geschützt werden. Glamour UK


Referenzartikel

Kaiserschnitte übertreffen erstmals natürliche Geburten
Quelle: https://www.bbc.com/news/articles/c5yqjezrnj4o?at_medium=RSS&at_campaign=rss