„Behandeln Sie es nicht wie öffentliches Material“ – Disney fordert ByteDance zur Einstellung auf, wo liegt die Grenze des AI-Lernens?

„Behandeln Sie es nicht wie öffentliches Material“ – Disney fordert ByteDance zur Einstellung auf, wo liegt die Grenze des AI-Lernens?

1) Was passiert ist: Eine Kriegserklärung als "virtueller Smash & Grab"

Disney, einer der größten IP-Inhaber in Hollywood, hat gegenüber ByteDance (der Muttergesellschaft von TikTok) eine harte Haltung eingenommen. Im Fokus steht das von ByteDance eingesetzte KI-Video-Generierungstool "Seedance 2.0". Disney hat eine Unterlassungsaufforderung gesendet und behauptet, dass beliebte Charaktere und Elemente ihrer Werke "unerlaubt gelernt, erzeugt und verbreitet werden".


Symbolisch ist der Ausdruck, der im Schreiben verwendet wurde: "ByteDances 'virtueller Smash-and-Grab' gegen Disneys IP ist vorsätzlich, weit verbreitet und absolut inakzeptabel." Indem es nicht als bloße "Besorgnis", sondern als "Diebstahl" formuliert wird, ändert sich die Grundlage der Verhandlungen.


2) Der Kern von Disneys Behauptung: "Behandeln Sie es nicht wie öffentliches Material"

Laut Berichten sieht Disney ein Problem darin, dass Seedance Disneys Charaktere so einbindet, als ob sie "wie Cliparts aus dem öffentlichen Bereich" genutzt werden könnten.


Als konkrete Beispiele werden Disneys Vermögenswerte wie Spider-Man, Darth Vader, Grogu (Baby Yoda) und Peter Griffin aus "Family Guy" genannt. Es geht nicht um eine Diskussion auf der Ebene von "Ähnlichkeiten", sondern darum, "IP, die jeder erkennt", aufzulisten und die Diskussion auf die "Rechtmäßigkeit des Lernens" und die "Verletzung durch das Erzeugnis" zu fokussieren.


Besonders problematisch ist, dass "die Verletzungen bereits in sozialen Netzwerken verteilt und als Demo verbreitet werden". Generative KI endet nicht "innerhalb der Box", sondern durch Benutzer, die es aus Gründen des Buzz posten, steigt das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Verletzungen sprunghaft an. Disney beschreibt dies als "umfassende Verletzung".


3) "Nur die Spitze des Eisbergs in wenigen Tagen" – Die Realität, die Seedance 2.0 aufzeigt

Im Schreiben gibt es einen Satz, der sinngemäß lautet: "Es ist erst seit wenigen Tagen veröffentlicht, und das ist nur die Spitze des Eisbergs."
Dieser Satz verdeutlicht das doppelte Skalierungsproblem, das mit der KI-Generierung einhergeht.

  • Skalierung der Lerndaten: Wenn man zig Millionen oder Milliarden von Daten füttert, ist es schwer, alles vollständig zu verfolgen, was darin enthalten ist.

  • Skalierung der Verbreitung: Die generierten Verletzungsprodukte verbreiten sich exponentiell durch Posten, Reposten, Ausschneiden und Neuverarbeitung.


Selbst wenn ByteDance "gutwillige Anpassungen" vornimmt, bleibt es ein anderes Problem, die "bereits verbreiteten Erzeugnisse" und die "Prompt-Kultur, die ähnliche Erzeugnisse hervorruft", zu stoppen.

4) Die Umzingelung durch Hollywood: Die Bedeutung des gleichzeitigen Handelns von MPA und SAG-AFTRA

Es ist auch wichtig, dass dieser Fall nicht nur ein "Kampf von Disney" ist. Der Branchenverband MPA (Motion Picture Association) kritisiert, dass Seedance "ohne bedeutende Schutzmaßnahmen" veröffentlicht wurde und fordert, die Verletzungshandlungen sofort zu stoppen.


Zusätzlich hat die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA eine starke offizielle Erklärung abgegeben und beklagt, dass "Stimmen und Bilder ohne Erlaubnis verwendet werden", was "inakzeptabel" sei. Dies entzündet nicht nur das Thema Urheberrecht, sondern auch die Fragen des **Rechts auf Öffentlichkeit, Bildrechte und Zustimmung (consent)**.


5) Reaktionen in den sozialen Medien: Gespaltene Meinungen zu "Kreativität" und "Ausbeutung"

Die Reaktionen in den sozialen Medien lassen sich in vier Hauptkategorien einteilen.

 


A. Befürworter der Kreativen: "Das ist kein 'Lernen', sondern 'Ausbeutung'"

Die Meinung, dass es die Kultur zerstört, wenn menschliche Werke ohne Erlaubnis aufgenommen und ersetzt werden – eine Richtung, die von Organisationen vertreten wird, die verantwortungsvolle KI fordern. Auch in deren Erklärungen fallen starke Worte wie "wholesale theft (vollständiger Diebstahl)" und die Forderung, dies mit allen rechtlichen Mitteln zu stoppen.


B. Tech-Optimisten: "Generative KI ist nicht aufzuhalten. Also sollten schnell Regeln geschaffen werden"

Die Haltung, dass man, wenn es ohnehin nicht aufzuhalten ist, umfassende Lizenzen und Verteilungsmodelle schaffen und "legalisieren" sollte. Man sucht nach realistischen Lösungen, die den technologischen Fortschritt voraussetzen. Auch in Berichten des Guardian wird die Notwendigkeit von Verhandlungen zwischen KI-Unternehmen und der Kreativbranche thematisiert.


C. Verfechter der "Meinungsfreiheit": "Wird das auch Fan-Art und Parodien einschränken?"

Es gibt auch Widerstand mit der Meinung, dass "Disney zu mächtig ist" und die Kultur der Zweitverwertung eingeschränkt wird. Hier vermischen sich leicht die Diskussionen über die "Rechtmäßigkeit des Lernens" und die "Verbreitung der Erzeugnisse", was zu hitzigen Debatten führen kann.


D. Beobachter von Recht und Regulierung: "Als nächstes wird es mit TikTok-Regulierung und China-Konflikten verknüpft"

Da der Gegner ByteDance ist, gibt es zunehmend Beiträge, die in einem geopolitischen und regulatorischen Kontext diskutiert werden. Die Urheberrechtsdebatte lässt sich leicht mit Diskussionen über grenzüberschreitende Daten und Plattform-Governance verbinden.


Engadgets Beitrag als Quelle für die Nachrichtenverbreitung wird geteilt, und die Diskussion wird durch zitierte Reposts verlängert.
Auf der anderen Seite ist im entsprechenden Reddit-Thread zumindest zum Zeitpunkt der Erstellung wenig Reaktion zu sehen (im Zustand "wartet auf den ersten Kommentar").


6) Wohin bewegt sich der Streitpunkt? Die drei Phasen "Lernen", "Generieren" und "Verbreiten"

Die Komplexität dieses Problems liegt darin, dass es nicht nur einen Streitpunkt gibt.

  1. Lernphase: Ist es legal, urheberrechtlich geschützte Werke als Lerndaten zu verwenden (Diskussionen über Fair Use etc.)?

  2. Generierungsphase: Fällt das Ergebnis der Generierung unter "Reproduktion oder Adaption von Charakteren"?

  3. Verbreitungsphase: Wenn es in sozialen Netzwerken verbreitet wird, wer trägt dann welche Verantwortung (Benutzer/Plattform/Anbieter)?


Disneys Strategie besteht darin, diese drei Phasen zusammenzufassen und als "geschäftliche Verletzung" darzustellen. Zudem verstärkt die Behauptung "in wenigen Tagen in diesem Zustand" den Eindruck, dass es "ohne ausreichende Sicherheitsmaßnahmen auf den Markt gebracht wurde".

7) Ein ironischer Punkt: Disney schließt die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit KI nicht aus

Wichtig ist, dass Disney nicht die KI an sich ablehnt. Laut einem Bericht von Axios kann man daraus schließen, dass Disney bereit ist, unter bestimmten Bedingungen mit KI-Unternehmen zusammenzuarbeiten.


Der Streitpunkt konzentriert sich also nicht auf "KI oder Anti-KI", sondern auf **"unerlaubt oder erlaubt (und die damit verbundenen Gegenleistungen und Kontrollen)"**.



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