Wenn es kälter wird, steigt der Appetit!? Das wissenschaftliche Rätsel des "Wintermagens" und Gegenmaßnahmen

Wenn es kälter wird, steigt der Appetit!? Das wissenschaftliche Rätsel des "Wintermagens" und Gegenmaßnahmen

1. Einleitung ― “Im Winter knurrt der Magen” ist ein weltweites Phänomen

„Sobald die Temperatur unter 10 °C fällt, kann man dem Kakao-Duft aus der Küche nicht widerstehen“ – hast du das schon einmal erlebt? Ein Artikel im brasilianischen Wirtschaftsmagazin InfoMoney untersucht dieses „Winterhunger“-Phänomen wissenschaftlichinfomoney.com.br.


2. Der Überlebensinstinkt der Körpertemperaturregulation

Der Körper von Säugetieren investiert viel Energie, um die Homöostase aufrechtzuerhalten. Wenn die Außentemperatur sinkt, werden das Zittern der Skelettmuskulatur und die Wärmeproduktion des braunen Fettgewebes (BAT) aktiviert, was zu einem Anstieg des Grundumsatzes um durchschnittlich 10–15 % führtcatracalivre.com.br. Um diesen Brennstoff zu sichern, fördert der Hypothalamus die Ausschüttung von Ghrelin und hemmt Leptin, was einen starken Drang zu essen erzeugt.


3. Die Kette von Hormonen und Neurotransmittern

  • Ghrelin: Wird vom Magen ausgeschüttet und löst Hunger aus.

  • Leptin: Wird von Fettzellen ausgeschüttet und signalisiert Sättigung.

  • Melatonin: Erhöht sich bei Lichtmangel und verringert Aktivität und Wärmeproduktion.

  • Serotonin: Sinkt bei Kälte und Lichtmangel, was zu einem Verlangen nach Kohlenhydraten führtnsctotal.com.br.

4. Der Hype um den „Winterhunger“ in den sozialen Medien

In Brasilien wurde der Hashtag #fomeDeInverno (Winterhunger) Ende Juni zum Twitter-Trend. Über 20.000 Beiträge wie „Ich kann nur an Snacks denken, nicht an Arbeit“ oder „Kälte = Signal für Pizza“ wurden geteilttwitter.com. Auch in Japan wurden ähnliche Reaktionen wie „Bei Kälte kann ich mit Chips nicht aufhören“ oder „Nachtkochen ist gerecht“ beobachtet.


5. Expertenmeinung: „Nur weil man es fühlt, muss man nicht essen“

Der Endokrinologe Antonio Carlos, der im Artikel interviewt wurde, betont: „Es ist normal, dass der Appetit bei Kälte zunimmt, aber der Kalorienbedarf steigt nicht“. Da gespeichertes Fett zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur verbrannt werden kann, rät er, „mit warmen Getränken oder Suppen ein Sättigungsgefühl zu erzeugen“.infomoney.com.br.


6. „Wärmeaktivierende Lebensmittel“ und kluge Menügestaltung

KategorieBeispieleErwartete Wirkung
Warme Speisen und GetränkeHeiße Schokolade, Misosuppe, HaferflockenReduzierung der Hungersignale durch Aufrechterhaltung der Körpertemperatur
BallaststoffeVollkornbrot, Wurzelgemüse, PilzeErhöhte Kauanzahl und verlängerte Magenverweildauer für Sättigungsgefühl
Wärmeerzeugende GewürzeCapsaicin (Chili), Ingwer, ZimtStimulation des sympathischen Nervensystems→Erhöhter Energieverbrauch
Hochwertiges EiweißHühnerbrust, Hülsenfrüchte, EierStabiler Grundumsatz durch Erhalt der Muskelmasse

7. Verhaltensgewohnheiten zur Vermeidung von „Wintergewichtszunahme“

  1. 15 Minuten Sonnenbaden/Tag: Verhindert Melatoninüberschuss und fördert Aktivitätsmodus.

  2. Leichte Bewegung drinnen: Aktiviert braunes Fettgewebe durch Kniebeugen oder HIIT.

  3. Ausreichender Schlaf: Weniger als 7 Stunden erhöhen Ghrelin und senken Leptin, was das Risiko von Überessen erhöht.

  4. „Temperaturmanagement“ bei Mahlzeiten: Warme Suppen zuerst konsumieren.

8. Berücksichtigung der psychischen Gesundheit

Die Ernährungsberaterin Ana Gottardi von CNN Brasil warnt: „Im Winter nehmen Stimmungsstörungen zu und die Abhängigkeit von Kohlenhydraten verschlechtert sich leicht“cnnbrasil.com.br. Statt zu viel Süßes zu konsumieren, sollte man auf Serotonin durch tryptophanreiche Nüsse und Bananen setzen.

9. Vergleich verschiedener Kulturen

  • Extrem kalte Regionen (Skandinavien): Regelmäßiger Verzehr von Vitamin-D-angereicherten Milchprodukten zur Bekämpfung von Lichtmangel.

  • Warme Regionen (Nordbrasilien): Da Kälte selten ist, wird „Winteressen“ zu einem beliebten Event.

  • Japan: Die Nabe-Kultur wird als ideales Modell für fettarme und gemüsereiche Ernährung angesehen.

10. Fazit ― Wärme erzeugen, aber nicht zu viel essen

Wenn man nicht dem Mythos „Kälte = viel essen“ verfällt und das Verständnis für Körpertemperaturmanagement und Stoffwechselmechanismen vertieft, wird der Wintertisch intelligenter. Mit Wärmeaktivierenden Lebensmitteln und einer Überprüfung der Lebensgewohnheiten kann man das Energiebalance halten und gleichzeitig die saisonalen Geschmäcker genießen.


Referenzartikel

Benötigt der Körper bei Kälte mehr Nahrung? Die Wissenschaft hat die Antwort
Quelle: https://www.infomoney.com.br/saude/o-corpo-precisa-de-mais-comida-no-frio-a-ciencia-tem-a-resposta/