Abschaffung der Vermögenssteuer in Schweden: Was hat sich in einem Land verändert, in dem es „selbstverständlich“ war, Steuern zu zahlen?

Abschaffung der Vermögenssteuer in Schweden: Was hat sich in einem Land verändert, in dem es „selbstverständlich“ war, Steuern zu zahlen?

1) "Der Wohlfahrtsstaat ist eine vollendete Form" – Eine Geschichte, die mit dem Bedauern der Rentnergeneration beginnt

"Wir waren faul und sorglos." So äußerte sich ein Mann in seinen 70ern, der in einem Vorort von Stockholm lebt, als er auf die letzten 20 Jahre zurückblickte. Als Schweden 2006 die Vermögenssteuer (Vermögensbesteuerung) abschaffte, hätten viele Menschen nicht gedacht, dass "das Rückgrat der Gesellschaft erschüttert" würde. Der Wohlfahrtsstaat war stark und würde durch geringfügige Steueränderungen nicht zusammenbrechen – dieses Gefühl war bei einem Teil der Rentnergeneration sicherlich vorhanden.


Das Interessante an diesem Artikel ist, dass er nicht einfach die Diskussion über den "Nutzen und Schaden" der Vermögenssteuer behandelt, sondern durch das Lebensgefühl der Betroffenen darauf eingeht, "wie Steuern die gesellschaftliche Atmosphäre verändern". Steuern sind nicht nur eine Finanzierungsquelle, sondern auch ein Mittel, um das Gemeinschaftsgefühl zu schaffen, dass "wir alle im selben Boot sitzen". Umgekehrt kann es passieren, dass, wenn die Steuern gesenkt werden, die Menschen mehr auf ihren "eigenen Anteil" achten – dieses Gefühl wird in den Worten der Rentnergeneration beschrieben.


2) Schweden: Vom "Land der Gleichheit" zum "Paradies der Reichen"?

Im Großteil des 20. Jahrhunderts war Schweden als eines der egalitärsten Länder Europas bekannt. In den letzten 20 Jahren jedoch, so wird behauptet, hat sich das Land zu einem Ort entwickelt, in dem Superreiche auffallen. Der Artikel erwähnt, dass Schweden zu einem der Länder mit dem höchsten Anteil an Milliardären geworden ist und geht auch auf das Vorhandensein von Einhorn-Unternehmen wie Klarna und Spotify ein.


Auch in den Daten spiegelt sich die Bewegung der Ungleichheit wider. Laut dem Gini-Koeffizienten der Weltbank (ein Maß für Ungleichheit) ist Schweden von etwa 0,2 in den 1980er Jahren auf in jüngster Zeit etwa 0,3 gestiegen (je näher bei 0, desto gleichmäßiger). Dies nähert sich dem Niveau der gesamten EU an, und das Bild von "niedriger Ungleichheit in den nordischen Ländern" ist nicht mehr selbstverständlich.


3) Die Abschaffung der Vermögenssteuer war nicht der "Hauptakteur", sondern mehrere politische Maßnahmen wirkten zusammen

Wichtig ist hier, dass die aktuelle Situation nicht nur durch die Abschaffung der Vermögenssteuer erklärt werden kann. Der Artikel erwähnt, dass im selben Jahr großzügige Steuervergünstigungen für Hausarbeit und Wohnungsrenovierungen (sogenannte Haushalts- und Renovierungssteuervergünstigungen) eingeführt wurden. Dies führte dazu, dass mehr Haushalte Reinigungskräfte einstellten, was als Phänomen angesehen wird, das die Zweiteilung in "Arbeitgeber/Arbeitnehmer" symbolisiert.


Zudem wurde im Jahr zuvor die Erbschaftssteuer abgeschafft. Die Hürden für den Generationenwechsel von Vermögen wurden gesenkt, und das System neigte sich in Richtung einer "leichteren Anhäufung" von Vermögen, was zumindest symbolisch bedeutend ist.


4) Warum gab es damals keinen großen Widerstand?

In den Erinnerungen der Rentner, die im Artikel sprechen, gibt es einen gemeinsamen Punkt. Die Vermögens- und Erbschaftssteuer wurden nicht als "Robin-Hood-Politik, die den Reichen nimmt und den Armen gibt", sondern als selbstverständliche "gemeinsame Last" zur Schaffung einer Gesellschaft angesehen. Daher war es schwer, den Moment der Abschaffung als "Geschenk an die Reichen" zu betrachten.


Symbolisch ist das Wort "Folkhemmet" (das Haus der Menschen). Im Gegensatz zum "American Dream", der besonderen Erfolg feiert, ist es die Idee, dass "alle" ein einigermaßen gutes Leben und universelle Dienstleistungen teilen. Steuern waren in diesem Denken "selbstverständliche Lebensinfrastruktur". Aber sobald das Selbstverständliche nicht mehr selbstverständlich ist, neigen die Menschen dazu, in eine Handelsperspektive zu verfallen, in der sie "zurückhaben wollen, was sie bezahlt haben". In Interviews wird genau dieser Wandel auch in den eigenen Gefühlen wahrgenommen.


5) Die Kontroversen um die Vermögenssteuer: Erhebungskosten, Kapitalflucht und Symbolik

Natürlich gibt es auch starke Kritik an der Vermögenssteuer. Historisch gesehen haben viele europäische Länder die Vermögenssteuer abgeschafft, wobei häufig "Kapitalflucht" und "Verzerrungen bei der Besteuerung" als Gründe genannt werden. Wenn die Vermögenssteuer international heraussticht, entsteht ein Anreiz für Reiche und Unternehmer, das Land zu wechseln, so das Argument. Tatsächlich wurde die Abschaffung der Vermögenssteuer in Schweden als Politik zur "Bindung von Kapital im Inland" erklärt.


Der Artikel betont jedoch die Perspektive, dass "die Wirkung von Steuern nicht nur am Steueraufkommen gemessen werden kann". Eine Gesellschaft mit Vermögenssteuer unterscheidet sich nicht nur im Grad der Umverteilung, sondern auch in der "Geschichte darüber, was fair ist und wer wem gegenüber verantwortlich ist". Steuersysteme schaffen menschliche Beziehungen – dies ist ein Punkt, der in Lehrbüchern zur Finanzwissenschaft oft eine Nebenrolle spielt, aber als Erzählung aus der Praxis eine seltsame Überzeugungskraft entfaltet.


6) "In welchen Ländern gibt es noch Vermögenssteuern?" – Ein internationaler Vergleich heizt die Diskussion weiter an

Die Vermögenssteuer ist in Europa zur "Minderheit" geworden. In der Übersicht über Steuervergleiche wird häufig darauf verwiesen, dass die "Nettovermögenssteuer", die jährlich auf das gesamte Nettovermögen einer Person erhoben wird, hauptsächlich in Norwegen, Spanien und der Schweiz verbleibt.


Diese Tatsache der "Minderheit" spaltet die Diskussion in zwei Richtungen.

  • Die Gegner sagen: "Es gibt einen Grund, warum viele Länder damit aufgehört haben (es ist eine schwierige Steuer)."

  • Die Befürworter sagen: "Gerade deshalb lohnt es sich, sie als 'Symbol' mit einem durchdachten Design wieder einzuführen" (es zeigt die 'Richtung der Gesellschaft' mehr als das Steueraufkommen).

7) Reaktionen in den sozialen Medien: Die Diskussion neigt dazu, sich eher um "welche Art von Gesellschaft wir wollen" als um "Steuersätze" zu drehen

※ Die hier dargestellten Reaktionen in den sozialen Medien sind keine direkten Zitate einzelner Beiträge auf bestimmten Plattformen, sondern "Tendenzen", die als "Diskussionspunkte in den sozialen Medien" aus wiederkehrenden Themen in veröffentlichten Artikeln und Kommentaren zusammengefasst wurden (es handelt sich nicht um die Tatsachenfeststellung einzelner Aussagen).


Reaktion ①: Stimmen, die sich mit der "Übernahme der Eigenverantwortung" der Rentnergeneration identifizieren
"Das System fällt nicht vom Himmel. Wenn wir es nicht schützen, verlieren wir es." Der Abschnitt, in dem die Rentnergeneration sagt, sie habe "nicht protestiert" und es nicht als "politisch" empfunden, ist als Generationsthema leicht nachvollziehbar. Die Gefahr, den Wohlfahrtsstaat als "selbstverständlich" zu betrachten, ist ein gemeinsames Thema in jedem Land.


Reaktion ②: Unbehagen über die "Verwandlung in ein Paradies für Reiche" (aber ist die Vermögenssteuer allein der Grund?)
Auch die BBC hat über das Phänomen der Zunahme von Superreichen in Schweden berichtet. In den sozialen Medien gibt es sowohl Überraschung darüber, dass "sogar Schweden so wird", als auch nüchterne Hinweise darauf, dass es sich um "eine Kombination von Faktoren wie Startup-Erfolg, Finanzliberalisierung und Wohnpolitik" handelt.


Reaktion ③: Die Fraktion, die sagt, dass die Vermögenssteuer "verständlich, aber in der Umsetzung ein Albtraum" ist
Aus der Sicht der Steuerpraxis sind "schwierige Vermögensbewertungen", "Schlupflöcher" und "leichte Übertragbarkeit" die Standardgegenargumente. Dass nur wenige Länder die Vermögenssteuer beibehalten, wird in den sozialen Medien oft als Argument gegen sie angeführt.


Reaktion ④: Die Gegenreaktion – Die Erzählung, dass die Vermögenssteuer "die Lebenskraft der Gesellschaft tötet"
In einigen Kommentaren wird die Vermögenssteuer als "Politik des Neides" angesehen, und es wird argumentiert, dass die Bevorzugung der Reichen zur Lebenskraft der gesamten Gesellschaft beiträgt. Solche starken Aussagen werden in den sozialen Medien leicht verbreitet, aber es ist wichtig zu beachten, dass die Begründungen oft stark ideologisch gefärbt sind.


8) Letztendlich geht es in dieser Geschichte nicht um die "Optimierung der Steuersätze", sondern um den "Bauplan der Gemeinschaft"

Der Kern, den dieser Artikel aufzeigt, ist einfach.


Es geht nicht um die Frage, ob die Vermögenssteuer "richtig oder falsch" ist, sondern darum, dass das Steuersystem die Vorstellungskraft der Gesellschaft (welches Land wir sein wollen) prägt. Die Worte der Rentnergeneration bringen diese Frage auf die emotionale Ebene.


"Steuern waren selbstverständlich", "Seit der zweiten Klasse fühlte ich mich immer geschützt." Diese Erinnerungen wanken jetzt. Wenn man es in Bezug auf Kosten und Nutzen betrachtet, werden Steuern zu "Ausgaben". Aber wenn man sie als gesellschaftliche Erzählung betrachtet, werden Steuern zu "Teilnahmegebühren". Der Wandel in Schweden stellt uns leise die Frage: "In welcher Art von Gesellschaft möchten Sie leben?"



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