Werden die "Verbindungen" in Affengesellschaften durch Geschlechtsverkehr gestärkt? Neue Forschung zu gleichgeschlechtlichem Verhalten

Werden die "Verbindungen" in Affengesellschaften durch Geschlechtsverkehr gestärkt? Neue Forschung zu gleichgeschlechtlichem Verhalten

1)Warum bleiben "nutzlose Verhaltensweisen" bestehen?

Wenn wir das Verhalten von Tieren aus evolutionärer Sicht erklären, neigen wir dazu, es anhand der direkten Verbindung zu Überleben und Fortpflanzung zu messen. Essen, Kämpfen, Nachwuchs schützen, sich paaren – solche Verhaltensweisen sind leicht verständlich. Doch in der Natur gibt es viele Verhaltensweisen, bei denen man sich fragt: "Welchen Vorteil bringt das?" Homosexuelles Verhalten bei Primaten wurde lange als ein solches Beispiel betrachtet.


Gleichgeschlechtlicher Geschlechtsverkehr führt zumindest direkt nicht zur Vermehrung. Wenn es genetische Faktoren gibt, die diese Neigung beeinflussen, sollten sie durch Selektion verschwinden. Dies ist das sogenannte "Darwin-Paradoxon". Doch kürzlich ist eine Forschung aufgetaucht, die diese Frage aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und die Ansicht stärkt, dass es möglicherweise einen Grund gibt, warum dieses Verhalten bestehen bleibt.


2)Bedingungen, die sich aus der Betrachtung von etwa 500 Arten ergeben

Im Fokus steht eine Analyse, die eine Vielzahl bestehender Studien und Beobachtungen zu Primaten zusammenfasst und die Tendenzen der Arten im Zusammenhang mit Umwelt- und sozialen Bedingungen statistisch untersucht. Der Punkt ist, dass nicht nur gezählt wird, ob es sie gibt oder nicht, sondern dass mehrere Faktoren wie Klima, Ressourcenknappheit, Prädationsdruck, Lebensdauer, Geschlechtsunterschiede (z.B. Körpergröße), Struktur und Hierarchie der Gruppe gleichzeitig berücksichtigt werden und auch die phylogenetische Nähe (Ähnlichkeiten bei verwandten Arten) in die Untersuchung einbezogen wird.


Als Ergebnis zeigte sich, dass homosexuelles Verhalten nicht "gleichmäßig bei allen Arten" auftritt, sondern mit bestimmten Bedingungen verbunden ist. Grob gesagt,

  • Ressourcenknappheit durch Trockenheit

  • Hoher Prädationsdruck

  • Große Geschlechtsunterschiede (stärkere Konkurrenz)

  • Komplexe Gesellschaften, in denen Hierarchien und Allianzen wichtig sind
    Je mehr diese Faktoren miteinander verknüpft sind, desto häufiger wird homosexuelles Verhalten beobachtet.


Wichtig ist hier, dass es nicht einfach darum geht, dass "es in einer rauen Umgebung als Ablenkung auftritt". Die Analyse deutet darauf hin, dass Umwelt- und Lebensdauerfaktoren "indirekt" Einfluss nehmen und die Komplexität der Gesellschaft "direkt" mit dem Auftreten homosexuellen Verhaltens verbunden sein könnte. Mit anderen Worten, eine raue Umgebung verändert die Struktur der Gruppe, und diese Struktur verändert die Rolle des sexuellen Verhaltens – eine solche Kette wird angenommen.


3)Sexualität ist nicht nur "Fortpflanzung": Ein Werkzeug zur sozialen Interaktion

Die Gesellschaft der Primaten lebt nicht einfach nur zusammen. Wer mit wem gut auskommt, wer wem etwas schuldet, wer viele Verbündete hat – solche "Beziehungen" stehen in direktem Zusammenhang mit der Verteilung von Nahrung, der Sicherheit der Nachkommen und der Zusammenarbeit in Gefahrensituationen. Hier wird diskutiert, dass homosexuelles Verhalten möglicherweise folgende Funktionen erfüllt:

  • Spannungen abbauen/Konflikte vermeiden
    In hierarchischen Gesellschaften können kleine Auseinandersetzungen tödlich enden. Je mehr Mechanismen es gibt, um Beziehungen zu "besänftigen", ohne direkt aufeinander zu stoßen, desto stabiler ist die Gruppe.

  • Allianzen bilden/aufrechterhalten
    Die Bindung zwischen Gleichgeschlechtlichen kann bei Revierkämpfen, Machtkämpfen innerhalb der Gruppe und der Wachsamkeit/Verteidigung gegen Raubtiere von Vorteil sein.

  • Übung und soziales Lernen für junge Individuen
    Es wird auch diskutiert, dass sexuelles Verhalten nicht nur der Fortpflanzung dient, sondern auch als Lernprozess für zukünftige Paarungen und Beziehungsaufbau fungieren könnte.

  • Indirekter Einfluss auf den Fortpflanzungserfolg
    Individuen mit vielen Verbündeten sind sicherer, steigen im Rang und haben mehr Fortpflanzungsmöglichkeiten – dieser Umweg könnte der Schlüssel zur Lösung des Paradoxons sein.


Das bedeutet, dass "es vermehrt sich nicht sofort" nicht unbedingt "evolutionär bedeutungslos" bedeutet. Für Primaten kann sexuelles Verhalten eine der Verhaltensweisen sein, die soziale Reibungen reduzieren, die Zusammenarbeit erhöhen und letztendlich die Grundlage für Überleben und Fortpflanzung schaffen.


4)Um zu vermeiden, dass es zu sehr auf "menschliche Diskussionen" übertragen wird

Je mehr solche Forschungen Beachtung finden, desto häufiger kommt die vereinfachte Frage auf: "Was ist dann mit der Homosexualität bei Menschen?" Forscher sind oft vorsichtig und betonen, dass man aus der Beobachtung von Primaten nicht einfach auf die sexuelle Orientierung oder Identität von Menschen schließen kann. Die menschliche Sexualität ist nicht nur biologisch, sondern auch kulturell, historisch, normativ und durch individuelle Erfahrungen komplex beeinflusst.


Andererseits kann die Tatsache, dass es in der Natur vielfältige sexuelle Verhaltensweisen gibt, nicht völlig unabhängig von sozialen Werturteilen betrachtet werden. Da der Ausdruck "gegen die Natur" in der Geschichte als Brennstoff für Politik und Vorurteile verwendet wurde, beeinflussen wissenschaftliche Entdeckungen auch die gesellschaftliche Sprache. Daher muss die Wissenschaft die "Beobachtungsfakten" und die "Normen der menschlichen Gesellschaft" sorgfältig trennen und gleichzeitig Erklärungen entwickeln, die nicht missbraucht werden können.


5)Reaktionen in den sozialen Medien: Lob, Lernen und die "üblichen" Verzerrungen

Dieses Thema verbreitet sich leicht in den sozialen Medien. Der Grund ist einfach: Es hat einen hohen "Überraschungsfaktor". Primaten, Evolutionstheorie, Sexualität – all diese Themen bewegen die Emotionen und erzeugen Reaktionen, selbst bei kurzen Beiträgen.


Die Reaktionen lassen sich grob in folgende Gruppen einteilen:

A. Wissenschaftliches Erstaunen und intellektuelle Neugier
Viele finden den Aspekt interessant, dass "Sex nicht nur Fortpflanzung ist" und "Sex als soziales Erhaltungsinstrument" dient. Besonders diejenigen, die die Sozialität von Primaten kennen, neigen dazu, es als ein "Konfliktvermeidungssystem" zu verstehen.


B. Stimmen, die die "Vielfalt der Natur" betonen
Es gibt auch mehr Beiträge, die das Vorhandensein von "homosexuellem Verhalten in der Natur" als Gegenargument zu Vorurteilen behandeln. Allerdings gibt es hier auch einen Punkt zu beachten: Das Verhalten von Tieren ist nicht die Grundlage für "menschliche Rechte" (denn Rechte sind ein gesellschaftliches Versprechen). Dennoch kann es helfen, vorurteilsbehaftete Ausdrucksweisen zu entkräften. Die Unterstützer unterscheiden sich in ihrer Meinung, wie sie dieses Gleichgewicht beschreiben.


C. Vorsicht vor Vermenschlichung und Bedenken über Fehlinterpretationen der Forschung
Es gibt auch starke Stimmen, die davor warnen, "Tierverhalten mit menschlicher sexueller Orientierung gleichzusetzen". Dies ist eine gesunde Bremse. Die Forschung diskutiert "Funktionen" und "Bedingungen", nicht die inneren Gedanken oder Identitäten von Individuen. Wenn man das vermischt, wird die Diskussion sowohl in der Wissenschaft als auch in der Gesellschaft oberflächlich.


D. Verzerrungen in Richtung Politik, Religion und Verschwörungstheorien (Zündstoff für Kontroversen)
Auf öffentlichen Foren wird die Forschung manchmal mehr im Kontext eines "Kulturkriegs" als in ihrem eigentlichen Inhalt diskutiert. Beispielsweise gibt es sarkastische Kommentare wie "Wer hat den Primaten eine 'Ideologie' aufgezwungen?" oder spöttische Fragen wie "Wie passt das zur Glaubenslehre?", die als Witze ausgetauscht werden und das Thema vom eigentlichen Inhalt ablenken. Solche Beiträge haben eine starke Verbreitungskraft, was als Nebeneffekt die Sicht auf die eigentliche Forschung erschwert.


E. Reaktionen auf die "Leichtigkeit" der Medienbeiträge
Kurze Einführungstexte von Nachrichtenkonten sind zwar leicht verständlich, werden aber oft als "zu stark vereinfachend" oder "reißerisch" wahrgenommen. Dies führt zu Medienkritik wie "Die Forscher haben keine solchen Schlussfolgerungen gezogen" oder "Übertreibt nicht die Ergebnisse". Tatsächlich zeigen viele Studien "Möglichkeiten" oder "Zusammenhänge" auf, sind aber keine allumfassenden Antworten.


6)Was ändert diese Forschung letztendlich?

Das Interessante an dieser Forschung ist, dass sie den Blickwinkel, homosexuelles Verhalten als "Rätsel" oder "Ausnahme" zu betrachten, allmählich auflöst und versucht, es als Teil des Verhaltens, das die Gesellschaft aufrechterhält, neu zu positionieren. Essen, Kämpfen, Nachwuchs schützen, sich mit dem anderen Geschlecht paaren – und dazu gehören auch "sexuelle Verhaltensweisen einschließlich homosexuellen Verhaltens". Um die Gesellschaft der Primaten zu verstehen, reicht eine Erklärung ohne diesen Aspekt nicht aus.


Und diese Perspektive ist auch eine Lehre, wenn man über die "Evolution des Verhaltens" nachdenkt, nicht nur bei Primaten. Evolution wirkt nicht nur durch sichtbare "sofortige Vorteile". Indirekte Vorteile, Vorteile durch Beziehungen, Vorteile, die durch die Gruppe unterstützt werden – solche komplexen Gewinnbündel können Verhaltensweisen bewahren. Was als Paradoxon erschien, war möglicherweise nur "unsere zu einfache Sichtweise". Diese Forschung zeigt diese Möglichkeit auf.



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