AI mit der "Linse der Evolution" ausstatten: KI, die Evolution versteht, mit Anwendungen von der Arzneimittelentwicklung bis zur Paläontologie

AI mit der "Linse der Evolution" ausstatten: KI, die Evolution versteht, mit Anwendungen von der Arzneimittelentwicklung bis zur Paläontologie

Ein Team der Ruhr-Universität Bochum in Deutschland hat eine Methode vorgestellt, bei der einem KI-System bekannte Stammbäume (evolutionäre Verwandtschaftsbeziehungen) als "Vorwissen" gegeben werden, um den Merkmalsraum während des Lernens mit diesen Stammbäumen in Einklang zu bringen. Der Schlüssel liegt im Konzept des "Quartetts" (Vierergruppen), bei dem eine Verlustfunktion so gestaltet wird, dass die Reihenfolge aller Vierergruppen korrekt ist. Wenn alle Vierergruppen übereinstimmen, ergibt sich der gesamte Stammbaum wie ein Puzzle. Diese Methode kann nicht nur auf genetische Sequenzen, sondern auch auf Strukturinformationen und Bilder, also "Phenomics", erweitert werden. Es wird erwartet, dass sie Auswirkungen auf die virtuelle Rekonstruktion von Vorfahrenformen und die Schätzung von Merkmalsevolutionen haben könnte. Auf der anderen Seite gibt es Bedenken, dass bei der Verwendung eines falschen Referenzstammbaums Verzerrungen verstärkt werden könnten, sowie Herausforderungen bei der Validierung der Methode mit nicht-sequenziellen Daten wie Bildern und den Berechnungskosten. Obwohl die öffentliche Aufmerksamkeit in den sozialen Medien bisher begrenzt ist, gibt es auf LinkedIn Stimmen von Fachleuten, die die "Bedeutung der Modalitätsübergreifung" schätzen, und die Pressemitteilungen verbreiten sich ebenfalls. An der Schnittstelle von Evolutionsforschung und maschinellem Lernen zeigt sich der Keim einer neuen Standardsetzung.