War die Umkehrstrategie für die schwächelnde Biernachfrage Cola? Neue Front im deutschen Brauereigewerbe

War die Umkehrstrategie für die schwächelnde Biernachfrage Cola? Neue Front im deutschen Brauereigewerbe

Die deutschen Brauer beginnen leise, aber sicher, Coca-Cola ins Wanken zu bringen. Die Bühne ist nicht der Biermarkt, sondern der "Cola-Mix"-Markt, eine Mischung aus Cola und Orange. Diese Kategorie mag aus japanischer Sicht etwas nischig erscheinen, doch in Deutschland ist sie derzeit eine aufstrebende Überlebensstrategie der Brauindustrie. Angestoßen durch den Erfolg von Paulaner Spezi, treten Brauer wie Gold Ochsen, Darmstädter, Stauder, Veltins und Flensburger in den Markt ein, um sich direkt mit Coca-Colas Mezzo Mix zu messen.

Warum sind Bierunternehmen so ernsthaft an Cola-Getränken interessiert? Der Hauptgrund ist, dass der Biermarkt selbst in Schwierigkeiten steckt. Laut dem Statistischen Bundesamt wird das Bierverkaufsvolumen im Jahr 2025 um 6,0 % im Vergleich zum Vorjahr auf etwa 7,8 Milliarden Liter sinken, was den größten Rückgang seit Beginn der Statistik darstellt. Die Tatsache, dass es erstmals unter 8 Milliarden Liter gefallen ist, wirft einen nicht unerheblichen Schatten auf das Bild Deutschlands als "Biernation". Auch im Originalartikel wird darauf hingewiesen, dass die Branche für 2025 einen historischen Rückgang erwartet und 2026 ein weiteres schwieriges Jahr wird. Für die Brauer ist Cola-Mix also nicht nur ein "Nebenprodukt", sondern beginnt zu einer realistischen Einnahmequelle zu werden, die das Hauptgeschäft unterstützt.

Zudem sind die Eintrittsbarrieren für Brauer in den Cola-Mix-Markt relativ niedrig. Im Originalartikel wird darauf hingewiesen, dass die bestehenden Abfüllanlagen ohne größere Umbauten leicht für die Produktion genutzt werden können und die Auslastung der Anlagen erhöht werden kann. Während der Bierabsatz sinkt, können die gleichen Fabriken und Vertriebsnetze genutzt werden, um Umsätze in einer anderen Kategorie zu steigern. Dies ist für kostenbewusste Hersteller ein äußerst attraktives Angebot. Darüber hinaus lässt es sich leicht an jüngere Generationen vermarkten, die Alkohol meiden. In einer Zeit, in der der Bierkonsum zurückgeht, wird "alkoholfreie Softdrinks von Brauern" zu einem ganz natürlichen nächsten Schritt.

Paulaner Spezi hat diese Bewegung landesweit vorangetrieben. Im Originalartikel wird aus Sicht von Brancheninsidern berichtet, dass Paulaner Spezi Pepsi's Schwip Schwap und Coca-Colas Mezzo Mix überholt hat und nun an der Spitze des Marktes steht. Auch andere Quellen zeigen, dass Paulaner Spezi Mezzo Mix überholt hat und Marktführer im Cola-Mix-Markt geworden ist. Einst ein Getränk mit starkem lokalen Charakter, ist Spezi heute eine nationale Marke, die mit den Standardprodukten großer Unternehmen konkurriert. Dies ist nicht nur die Geschichte eines beliebten Produkts, sondern ein Ereignis, das mit Zahlen beweist, dass lokale Marken die Bastionen großer Getränkekonzerne brechen können.

Wichtig ist, dass der Erfolg von Spezi nicht nur auf den Geschmack zurückzuführen ist. Im Originalartikel werden neben der Kombination von Cola und Orange auch das retro-inspirierte Design und die hohe Sichtbarkeit als Erfolgsfaktoren genannt. Nostalgisch, aber neu. Lokal, aber modern. Diese "emotionalen Haken" haben die junge Generation angesprochen. Zudem ist es auch in alkoholfreien Situationen leicht zu greifen, und der Hintergrund, dass es von einer Brauerei hergestellt wird, verleiht dem Getränk eine "Geschichte". Es ist etwas kultureller und erzählenswerter als die Standardprodukte großer Unternehmen. Der Wettbewerb im Cola-Mix-Markt ist heute nicht nur ein Geschmackswettbewerb, sondern auch ein Wettbewerb der Weltanschauungen.

 

Wie sehen die Verbraucher diese Veränderung? Wenn man die Reaktionen auf öffentlichen sozialen Netzwerken, insbesondere auf Reddit, verfolgt, wird ein Trend deutlich sichtbar. Am auffälligsten ist die Bewertung, dass "Paulaner Spezi besser schmeckt als Mezzo Mix". In einem Beitrag wird Mezzo Mix als "wie Cola mit Fanta gemischt" beschrieben, während Spezi als geschmacklich harmonischer empfunden wird. In einem anderen Beitrag wird Mezzo Mix als "Coca-Colas Version von Spezi" bezeichnet. Natürlich sind die Stimmen auf sozialen Netzwerken nicht statistisch repräsentativ, aber zumindest in den leidenschaftlichen Verbraucher-Communities ist die Atmosphäre stark, dass man nicht "wegen der großen Marke" wählt, sondern "wegen des Geschmacks und der Atmosphäre".

Allerdings ist die Beliebtheit von Spezi nicht einheitlich. In öffentlichen Beiträgen finden sich auch Stimmen wie "Paulaner Spezi ist zu süß", "Das Original ist Riegele" oder "Die lokale Brauerei ist besser". In Beiträgen, die nach Favoriten fragen, werden nicht Paulaner, sondern das "Original Spezi" oder lokale Marken bevorzugt, und in einem anderen Beitrag wird erwähnt, dass man seit der Einführung der lokalen Gold Ochsen-Version kein Paulaner mehr kauft, was eine starke lokale Reaktion zeigt. Auf sozialen Netzwerken hat also nicht nur ein einfacher Gegensatz "Mezzo Mix gegen Spezi" begonnen, sondern auch eine zweite Runde, in der es darum geht, "welches Spezi wirklich am besten ist". Je mehr sich der Markt ausweitet, desto mehr wird deutlich, dass nicht der Gewinner alles bekommt, sondern dass Regionalität und Markenindividualität eher zu Waffen werden.

Dies ist für Coca-Cola problematisch. Obwohl sie immer noch über eine landesweite Vertriebskraft und Markenbekanntheit verfügen, spielen im Cola-Mix-Markt schwer quantifizierbare Werte wie "Lokalität", "Nostalgie" und "das Gefühl, unterstützen zu wollen" eine starke Rolle. Die im Originalartikel vorgestellte Sichtweise von Coca-Cola ist relativ gelassen und besagt, dass neue Marktteilnehmer zum Wachstum der gesamten Kategorie beitragen. Tatsächlich könnte es kurzfristig positive Aspekte geben, wenn die Kategorie selbst wächst. Doch wenn die Kategorie wächst und sich die Herzen der Verbraucher mehr "lokal" orientieren, wird es langfristig schwierig, den Marktanteil zu verteidigen. Die Brauer müssen nicht als Einzelunternehmen gewinnen. Es reicht aus, wenn lokale Marken nach und nach Regale erobern, um für große Unternehmen einen erheblichen Druck auszuüben.

Darüber hinaus haben die deutschen Brauer bereits begonnen, sich auf das Leben "außerhalb des Bieres" vorzubereiten. Der deutsche Brauerbund hat die Expansion in alkoholfreie Produkte als wichtigen Wachstumsbereich hervorgehoben und berichtet, dass die Produktion von alkoholfreiem Bier und bierähnlichen Getränken im Jahr 2024 etwa 700 Millionen Liter erreicht hat. Auch im Originalartikel wird erklärt, dass der Verkauf von alkoholfreiem Bier im Jahr 2025 gestiegen ist und seine Präsenz im gesamten Konsum gestärkt hat. Die Brauer sind also zwar "Bierunternehmen", aber tatsächlich entwickeln sie sich zu "umfassenden Getränkeherstellern mit starker Kompetenz in Fermentation, Abfüllung und Markenentwicklung". Der Eintritt in den Cola-Mix-Markt ist das sichtbarste Phänomen dieser Veränderung.

Interessant an diesem Wettbewerb ist, dass er nicht nur ein reiner Preiskampf ist. Im Originalartikel wird auch erwähnt, dass Sonderangebote in letzter Zeit den Verkauf im Cola-Mix-Markt angekurbelt haben und der Durchschnittspreis im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Es ist nicht nur ein Kampf um niedrige Preise, sondern ein umfassender Wettbewerb, der auch Aussehen, Geschichten, Lokalpatriotismus und die "Brauerei-Identität in einer Zeit ohne Bier" umfasst. Auch in den Diskussionen auf sozialen Netzwerken wird ebenso viel über den Geschmack wie über die "Zuneigung zu einer Marke" gesprochen. Obwohl es sich um ein Getränk handelt, wird es auch als Symbol des Lebensstils gewählt.

Die Herausforderung der deutschen Brauer an Coca-Cola ist nicht waghalsig. In einem Markt, in dem ein Rückgang des Bierkonsums schwer zu vermeiden ist, sind sie mit ihrer Ausrüstung, ihren Vertriebswegen und ihrem Wissen im Markenaufbau am realistischsten im Cola-Mix-Markt aufgestellt. Und auch auf der Verbraucherseite gibt es definitiv das Gefühl, lieber ein Getränk mit einer Geschichte als ein Standardprodukt eines großen Unternehmens zu wählen. Der Spezi-Krieg mag wie eine Geschichte über eine Kategorie von kohlensäurehaltigen Getränken erscheinen, aber tatsächlich könnte er ein Mikrokosmos dafür sein, wohin sich die gesamte deutsche Getränkeindustrie bewegt. Was in einem Bierland passiert, ist eine Umstrukturierung, die außerhalb des Bieres beginnt.


Quellen-URL-Liste

Der Eintritt deutscher Brauer in den Cola-Mix-Markt, Paulaner Spezi, Mezzo Mix, jüngere Generationen, Preise, Branchenhintergrund usw.
https://www.op-online.de/wirtschaft/warum-legen-sich-deutsche-brauer-mit-coca-cola-an-zr-94272807.html

Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes (Rückgang des Bierverkaufsvolumens in Deutschland um 6,0 % im Jahr 2025, etwa 7,8 Milliarden Liter, größter Rückgang seit Beginn der Statistik)
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_037_73.html

Veröffentlichung des Deutschen Brauerbundes (Wachstum im alkoholfreien Bereich, Produktionsvolumen im alkoholfreien Bereich 2024, Branchenrichtung)
https://brauer-bund.de/pressemitteilungen/alkoholfreie-biere-weiter-auf-wachstumskurs/

GWA-Dokumentation über den Fall Paulaner Spezi (Referenz, dass Paulaner Spezi Mezzo Mix überholt hat und Marktführer wurde)
https://www.gwa.de/content/files/cases/e-1379-705.pdf

Beispiel für Reaktionen auf öffentlichen sozialen Netzwerken 1 (Geschmacksvergleich zwischen Paulaner Spezi und Mezzo Mix, Stimmen für Spezi)
https://www.reddit.com/r/AskGermany/comments/1qpo47m/i_saw_this_today_in_frankfurt_what_is_this_is_it/

Beispiel für Reaktionen auf öffentlichen sozialen Netzwerken 2 (Debatte über Lieblings-Spezi, Stimmen, dass Paulaner zu süß ist)
https://www.reddit.com/r/germany/comments/1oand5b/which_one_is_your_favorite/

Beispiel für Reaktionen auf öffentlichen sozialen Netzwerken 3 (Ansicht, dass Mezzo Mix "Coca-Colas Version von Spezi" ist)
https://www.reddit.com/r/AskAGerman/comments/1ofccze/mezzo_mix/

Beispiel für Reaktionen auf öffentlichen sozialen Netzwerken 4 (Stimmen für lokale Marken gegenüber Paulaner)
https://www.reddit.com/r/SpeziVerbrechenDE/comments/1luo6wo/der_krieg_geht_weiter/