Pferde können die "Angst der Menschen" riechen – Eine Studie zeigt, dass der Geruch von Schweiß ihr Verhalten verändert

Pferde können die "Angst der Menschen" riechen – Eine Studie zeigt, dass der Geruch von Schweiß ihr Verhalten verändert

„Beruhige dich“ – reicht das nicht nur für Pferde?

Wenn man mit Pferden umgeht, wird einem oft gesagt, man solle ruhig bleiben, um das Tier nicht zu erschrecken. Doch in der Praxis ist es schwer, die eigene Anspannung abzulegen. Die Hände, die die Zügel halten, verkrampfen sich, die Atmung wird flach, und diese kleine Unsicherheit überträgt sich auf das Pferd, das dann unruhig wird – solche Erfahrungen hört man oft in Reitclubs.


Es könnte eine unerwartete Verbindung in dieser „Kette“ geben. Nicht durch Blickkontakt, Stimme oder Haltung, sondern durch den Geruch von Schweiß. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass „Pferde die Angst des Menschen als Schweißgeruch wahrnehmen und daraufhin ihr Verhalten und ihre physiologischen Reaktionen ändern“.



Wie die Studie durchgeführt wurde: Schweiß von Horrorfilmen vs. Schweiß von lustigen Clips

Das Forschungsteam führte ein einfaches und etwas amüsantes Experiment durch. 30 Freiwillige sahen den Horrorfilm „Sinister“, währenddessen Schweiß unter den Achseln auf Baumwollpads gesammelt wurde. Dieselben Personen sahen später lustige Clips, um einen „fröhlichen und entspannten“ Zustand zu erzeugen, und es wurde erneut Schweiß gesammelt.


Diese Schweißpads wurden in die Nähe der Nasen von **43 weiblichen Welsh-Ponys** gebracht. Die Pads wurden in spezielle Lycra-Masken gesteckt, sodass die Pferde nur den „Geruch“ wahrnehmen konnten. Die Pferde wurden zufällig in drei Gruppen aufgeteilt.

  • Gruppe Angstgeruch (nur Schweiß von Horrorfilmen)

  • Gruppe Freudengeruch (nur Schweiß von lustigen Clips)

  • Kontrollgruppe (unbenutzte Pads ohne menschlichen Schweiß)


Anschließend wurden die Pferde vier Tests unterzogen.

  1. Pflege (Grooming)

  2. Reaktion auf plötzliche Ereignisse (z. B. ein plötzlich öffnender Regenschirm)

  3. Reaktion auf Annäherung von Menschen (Annäherung und Berührung durch Menschen)

  4. Erkundung neuer Objekte (Reaktion auf unbekannte Objekte)


Der entscheidende Punkt ist, dass die Pferde nur den „Schweiß“ riechen und nicht die Mimik oder Bewegungen der Freiwilligen sehen konnten. Das bedeutet, dass die Pferde wahrscheinlich nicht auf Körpersprache, sondern auf chemische Signale im Schweiß reagieren.chemische Signale.



Ergebnis: Pferde, die Angstgeruch riechen, neigen dazu, „schreckhaft zu sein und sich von Menschen zu distanzieren“

Die Ergebnisse waren eindeutig. Pferde, die Angstgeruch wahrgenommen hatten, zeigten eine höhere Schreckhaftigkeit, eine erhöhte Herzfrequenz, weniger Kontakt zu Menschen und eine längere Betrachtung unbekannter Objekte.


In der Zusammenfassung der wissenschaftlichen Arbeit wird dies quantifiziert, zum Beispiel:

  • Weniger Berührungen mit Menschen (Kontakt im Annäherungstest: RR=0,60)

  • Längere Betrachtung neuer Objekte (RR=1,32)

  • Stärkere Schreckreaktion auf plötzliche Reize, höhere maximale Herzfrequenz (Cohen’s d als Effektgröße)


Das bedeutet, dass der Angstgeruch wahrscheinlich nicht „beruhigend“ auf die Pferde wirkte, sondern ihre Wachsamkeit erhöhte und die Distanz zu Menschen vergrößerte.



Ein Update zu „Pferde lesen menschliche Emotionen“: Nicht nur visuell und akustisch

Die Idee, dass Pferde auf menschliche Emotionen reagieren, ist nicht neu. Es wird gesagt, dass Pferde den Tonfall der Stimme, Gesichtsausdrücke, körperliche Anspannung und die Feinheit im Umgang sensibel wahrnehmen.


Interessant an dieser Studie ist, dass sie stark auf den Kanal des „Geruchssinns“ hinweist. Es gibt bereits viele Studien, die zeigen, dass Hunde auf stress- und angstbezogene Gerüche von Menschen reagieren. Die Möglichkeit, dass dies auch bei Pferden der Fall ist, vertieft unser Verständnis der Mensch-Pferd-Beziehung.


Andererseits wurde in dem Artikel auf Phys.org darauf hingewiesen, dass diese Studie die chemischen Bestandteile des Schweißes nicht im Detail analysiert hat. Das bedeutet, dass „welche Substanz der Schlüssel ist“ noch unklar ist und als zukünftige Aufgabe bleibt.



Implikationen für die Praxis: Training und Pflege erfordern möglicherweise auch emotionale Rücksichtnahme

Die Bedeutung dieser Ergebnisse für die Praxis liegt darin, dass, wenn Pferde „menschliche Angst“ als Geruch wahrnehmen, die mentale Verfassung der Person direkt mit Sicherheitsmanagement und Wohlbefinden verbunden sein könnte.


Zum Beispiel bei der ersten Reitstunde, wenn Anfänger oft nervös sind, bei Behandlungen oder Hufpflege, die Pferde ängstigen können, oder wenn jemand mit Sturz- oder Unfallerfahrungen einen neuen Versuch unternimmt. Auch wenn die Person „so tut, als wäre sie ruhig“, könnten die chemischen Signale im Schweiß nicht verborgen bleiben. Die Forscher selbst heben hervor, dass der emotionale Zustand des Handlers als Geruch übertragen werden kann, was eine „praktische Implikation“ darstellt.


Die daraus abgeleitete Praxis ist keine Frage der Willenskraft.

  • Atemübungen und Routinen vor dem Reiten (um die Anspannung zu reduzieren)

  • An Tagen, an denen das Pferd besonders ängstlich ist, auf weniger belastende Programme umschalten

  • In Anfängerkursen nicht nur Technik, sondern auch „Beruhigungsprozeduren“ lehren

  • Pflegearbeiten mit mehreren Personen durchführen und nervöse Personen unterstützen


„Wenn Menschen sich beruhigen“, wirkt sich das auch auf die Beruhigung der Pferde aus. Vielleicht befinden wir uns in einer Zeit, in der wir dies nicht nur durch Blickkontakt und Stimme, sondern auch durch „Geruch“ berücksichtigen müssen.



Reaktionen in sozialen Medien: Empathie, Überraschung und „Das habe ich auch erlebt“-Kommentare

Diese Studie wurde auch online verbreitet und auf Altmetric wird gezeigt, dass sie von 35 Nutzern auf X (ehemals Twitter) und 11 Nutzern auf Bluesky erwähnt wurde (zum Zeitpunkt der Erhebung).


Hier fassen wir die auffälligen Reaktionen in den sozialen Medien zusammen, basierend auf den tatsächlich beobachteten Beiträgen (im von Altmetric angezeigten Bereich).


1) „Das erklärt einiges…“: Übereinstimmung mit eigenen Erfahrungen

Es gibt viele kurze, prägnante Reaktionen. Zum Beispiel wurde auf X der Beitrag **„Explains a lot actually. (Erklärt tatsächlich einiges.)“** geteilt.
Menschen mit Erfahrung im Umgang mit Pferden verbinden oft „Tage, an denen das Pferd plötzlich angespannt war“ mit „Tagen, an denen sie selbst nervös waren“.


2) „Gruselig, aber interessant“: Wissenschaftliche Fakten, die man gerne teilt

Der offizielle Beitrag von Phys.org fasst die wichtigsten Punkte der Studie zusammen und verbreitet sie.
Es gibt auch Beiträge, die den Satz aus der Studienzusammenfassung zitieren: **„They can literally smell the fear! (Sie können buchstäblich die Angst riechen!)“**.
Der starke Ausdruck „Angst riechen“ war zweifellos für soziale Medien geeignet.


3) Reaktionen aus dem japanischen Raum: Beiträge zur Vorstellung und Zusammenfassung der Studie

Auch auf Japanisch gibt es Beiträge, die den Inhalt der Studie zusammenfassen und teilen. Zum Beispiel Beiträge, die darauf hinweisen, dass der „Kontakt zu Menschen durch Angstgeruch reduziert wurde“.
Es gab auch Aktivitäten von wissenschaftlichen Konten, die auf die Originalarbeit verwiesen, mit dem Hinweis „Hier ist die Originalarbeit“.


4) „Tiere sind erstaunlich“: Verallgemeinerung und Assoziation – nach Hunden nun Pferde und dann…?

Auf Bluesky gab es Beiträge, die einfach zusammenfassten: **„Wie Hunde könnten auch Pferde Angst riechen.“**
Andererseits gab es auch Beiträge, die vorsichtiger erklärten: „In dem Sinne, dass sie unterschiedlich auf Angstschweiß-Pads reagierten“, um Missverständnisse zu vermeiden.


5) Kritik und Warnungen: Nicht zu sehr aus menschlicher Sicht interpretieren

Einige Beiträge erwähnten die Möglichkeit, dass Pferde Menschen als Raubtiere wahrnehmen oder Schmerzen verbergen, und warnten vor einer zu einfachen Vermenschlichung.

 
Das Gefühl, „die Pferde sind diejenigen, die Angst haben, und es ist nicht nur eine einseitige Übertragung menschlicher Emotionen“, wird umso wichtiger, je weiter sich die Forschung verbreitet.



Fazit: Bevor wir von Pferden „starke Nerven“ verlangen, sollten wir die Art und Weise, wie wir uns selbst vorbereiten, aktualisieren

Diese Studie hat die Idee, „Pferde sind sensibel, also sollten wir sie sorgfältig behandeln“, ein wenig konkreter gemacht.Emotionen können nicht nur durch Stimme und Gesichtsausdruck, sondern auch als Geruch übertragen werden.


Deshalb könnte nicht nur das Training für Pferde, sondern auch das „Training zur Beruhigung“ für Menschen als Teil des Wohlbefindens und der Sicherheit angesehen werden.


Es ist schwierig, die Angst vollständig zu eliminieren. Aber selbst wenn man Angst hat, können wir uns darauf vorbereiten, sicher mit Pferden umzugehen. Pferde könnten diese Vorbereitung auf „Geruchsebene“ wahrnehmen.



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