Mit einem Sotoba herumfuchteln und Opfergaben in den Mund nehmen – ein ausländischer Mann wird in einem Interview über sein störendes Verhalten auf einem „japanischen Friedhof“ befragt. Ein Lächeln und eine Entschuldigung werfen die Frage nach der „kulturellen Grenze“ auf.

Mit einem Sotoba herumfuchteln und Opfergaben in den Mund nehmen – ein ausländischer Mann wird in einem Interview über sein störendes Verhalten auf einem „japanischen Friedhof“ befragt. Ein Lächeln und eine Entschuldigung werfen die Frage nach der „kulturellen Grenze“ auf.

In einem Friedhof in der Nähe der Stadt Fujikawaguchiko in der Präfektur Yamanashi wurde ein Video verbreitet, das einen ausländischen Mann zeigt, der während seines Aufenthalts in Japan eine Opfergabe in Form einer Dose Chuhai trinkt und eine Sotoba (Gedenktafel) herauszieht und damit herumfuchtelt. Dieses Video hat starke Kritik hervorgerufen. Ein Fernsehbericht konfrontierte den Mann vor Ort. Obwohl er sich entschuldigte, zeigte er ein Lächeln, was Zweifel an seinem Reuegrad aufkommen ließ. Die Polizei hat das Video im Internet zur Kenntnis genommen und überprüft die Fakten. Die australische Botschaft in Japan hat eine ungewöhnliche Warnung herausgegeben. Dieser Vorfall macht die japanische Praxis, die Toten und Grabstätten zu respektieren, erneut sichtbar und bietet eine Gelegenheit, über die Etikette auf Friedhöfen für Besucher und ausländische Einwohner, die rechtlichen Risiken wie das Vergehen der Respektlosigkeit gegenüber Kultstätten (Artikel 188 des Strafgesetzbuches) und die Art und Weise der Informationsverbreitung zur Aufrechterhaltung des Vertrauens im regionalen Tourismus nachzudenken. Dieser Artikel erklärt ausländischen Lesern umfassend den Hintergrund, die Kultur, die Gesetze und praktische Leitlinien auf Japanisch.