In der Nacht des Feuerwerks klingt es für Hunde wie ein "Schlachtfeld" - Ein Tierarzt erklärt sechs Vorkehrungen, um Ihre Haustiere zu schützen

In der Nacht des Feuerwerks klingt es für Hunde wie ein "Schlachtfeld" - Ein Tierarzt erklärt sechs Vorkehrungen, um Ihre Haustiere zu schützen

Was passiert mit Hunden in der Nacht der Feuerwerke? – Überlegungen zum Schutz von Haustieren basierend auf tierärztlichen Ratschlägen und Stimmen aus den sozialen Medien

Wenn sich in den USA der 4. Juli, der Unabhängigkeitstag, nähert, richten sich die Interessen der Menschen auf Grillpartys, Familientreffen und Feuerwerke, die den Nachthimmel erleuchten. Doch hinter diesen festlichen Feierlichkeiten gibt es Wesen, die still leiden: Haustiere wie Hunde und Katzen.

Für Menschen mag ein Feuerwerk ein Ereignis sein, das den Sommerabend mit Geräuschen und Lichtern belebt. Doch für viele Hunde sind die plötzlich aufkommenden Explosionsgeräusche kein "lustiges Signal". Es ist eine bedrohliche und unverständliche Gefahr ohne Fluchtmöglichkeit. In einem Artikel von The Independent beschreibt die Tierärztin Christine Calder die Reaktionen von Hunden, die sich vor Feuerwerken fürchten, und stellt praktische Methoden zur Linderung dieser Ängste vor.

Hunde sind von Natur aus darauf programmiert, auf plötzliche laute Geräusche zu reagieren. In freier Wildbahn könnten unvorhersehbare Geräusche ein Zeichen für Gefahr sein. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass Hunde empfindlich auf Geräusche reagieren. Problematisch wird es, wenn diese Angst übermäßig wird und das Wohlbefinden und die Sicherheit des Hundes beeinträchtigt.

Ein Hund, der sich vor Feuerwerken fürchtet, kann hecheln, jaulen, im Raum umherlaufen, zittern, sich unter Möbeln oder im Badezimmer verstecken oder sich nicht von seinem Besitzer trennen. In schwereren Fällen kann er versuchen, durch Fenster oder Türen zu entkommen, sich selbst zu verletzen oder in Panik zu entlaufen.

Menschen verstehen, dass Feuerwerke ein zeitlich begrenztes Ereignis sind. Doch für Hunde ist diese Erklärung nicht nachvollziehbar. Sie können nicht einschätzen, ob das Geräusch aus der Ferne kommt oder ob es eine unmittelbare Gefahr in ihrer Nähe darstellt. Der Artikel erklärt, dass Hunde Feuerwerke möglicherweise so verarbeiten, als würde ihre Welt angegriffen. Dies ist keine bloße Metapher, sondern ein wichtiger Aspekt, um das Verhalten von Hunden zu verstehen.


"Gewöhnung" ist ein gefährlicher Irrglaube

Die Reaktionen auf Feuerwerke variieren stark von Hund zu Hund. Während einige Hunde völlig unbeeindruckt bleiben, zeigen andere jedes Jahr zur gleichen Zeit starke Ängste. Es gibt auch Hinweise auf rassespezifische Tendenzen: Deutsche Schäferhunde neigen dazu, umherzulaufen, während Border Collies und Australian Cattle Dogs sich eher verstecken, um ihre Angst zu zeigen.

Allerdings wird dies nicht nur durch die Rasse bestimmt. Frühere Erfahrungen, Alter, Gesundheitszustand, Haltung und Reaktionen auf andere Geräusche spielen ebenfalls eine Rolle. Hunde, die auf ein lautes Geräusch wie Donner, Schüsse, Baulärm oder Motorräder reagieren, können auch auf andere plötzliche Geräusche reagieren.

Ein oft übersehener Aspekt ist der Zusammenhang mit Schmerzen. Der Artikel von The Independent erwähnt eine Studie aus dem Jahr 2018, die den Zusammenhang zwischen Lärmempfindlichkeit und Schmerzen bei älteren Hunden untersucht. Wenn ein Hund durch ein lautes Geräusch erschrickt, kann er seine Muskeln anspannen oder sich plötzlich bewegen, was schmerzhafte Stellen stimulieren und eine Assoziation zwischen Geräusch und Schmerz schaffen kann.

Wenn ein Hund plötzlich anfängt, sich vor Feuerwerken zu fürchten oder stärker darauf zu reagieren, sollte dies nicht einfach als "altersbedingte Nervosität" abgetan werden. Gelenkschmerzen, Muskelkater, Ohrprobleme oder andere gesundheitliche Probleme könnten im Hintergrund stehen. Ein Tierarztbesuch ist nicht nur eine Maßnahme gegen Angst, sondern auch eine Gesundheitsüberprüfung.


Die erste Maßnahme ist, einen "sicheren Rückzugsort" zu schaffen

Das Wichtigste in der Nacht der Feuerwerke ist, den Hund nicht nach draußen zu bringen. Für Menschen mag es ein Familienereignis sein, aber für Hunde ist es zu viel Aufregung. Menschenmengen, unbekannte Gerüche, Essen, Hitze, Explosionsgeräusche, flackernde Lichter. Diese Kombination kann selbst bei normalerweise ruhigen Hunden Panik auslösen.

Im Haus sollte ein "sicherer Rückzugsort" fernab von Fenstern und Türen geschaffen werden. Ideal sind Räume im Inneren des Hauses mit wenigen Fenstern, eine Kiste, ein Badezimmer oder ein ruhiger Platz in der Nähe eines Schranks. Dort sollten das gewohnte Bett, Decken, Stoffe mit dem Geruch des Besitzers und das Lieblingsspielzeug des Hundes platziert werden. Der Hund sollte selbstständig hineingehen können, ohne eingesperrt zu werden, und den Ort als sicher empfinden.

Das Schließen von Vorhängen oder Jalousien ist ebenfalls hilfreich. Feuerwerke sind nicht nur akustisch, sondern auch visuell stimulierend. Wenn der Hund nicht nach draußen sehen kann, kann dies seine Anspannung etwas lindern. Außerdem kann das Abspielen von klassischer Musik, weißem Rauschen, Ventilatorgeräuschen oder Fernsehton helfen, die Explosionsgeräusche zu überdecken.

Die ASPCA empfiehlt ebenfalls, Haustiere, die empfindlich auf laute Geräusche reagieren, in einen fensterlosen Raum zu bringen, beruhigende Musik abzuspielen und eine entspannende Umgebung zu schaffen. Dies ist die grundlegendste und effektivste Vorbereitung, die man treffen kann, bevor man spezielle Ausrüstung kauft.


Leckerlis lenken nicht nur ab, sondern verändern auch die Erinnerung

Als Maßnahme gegen Feuerwerke empfiehlt Calder auch, das Lieblingsfutter des Hundes bereitzuhalten. Gekochtes Hühnerfleisch, Käse, pastenartige Leckerlis oder Futter in Intelligenzspielzeug sind wertvolle Optionen. Jedes Mal, wenn ein Feuerwerksgeräusch ertönt, wird dem Hund ein Leckerli gegeben. Dies ist nicht nur eine Ablenkung.

Das Ziel ist, das Geräusch der Feuerwerke mit positiven Erfahrungen zu verknüpfen. Natürlich kann ein Hund, der sich bereits in einem starken Angstzustand befindet, das Futter ablehnen. In solchen Fällen ist es nicht notwendig, ihn zum Fressen zu zwingen. Wenn die Reaktion jedoch noch mild ist oder das Feuerwerk in der Ferne beginnt, kann der Hund möglicherweise lernen, dass "nach dem Geräusch etwas Gutes passiert".

Auch in der Reddit-Community für Hunde gibt es Erfahrungsberichte mit ähnlichen Ansätzen. Ein Beitrag beschreibt, wie man ein Feuerwerksvideo mit sehr geringer Lautstärke abspielt und den Hund lobt oder belohnt, wenn er ruhig bleibt. Dies ähnelt der Desensibilisierung oder Gegenkonditionierung.

Allerdings kann das Abspielen von Feuerwerksvideos in hoher Lautstärke kurz vor dem Ereignis kontraproduktiv sein. Das Training sollte mit schwachen Reizen beginnen, die den Hund nicht erschrecken. Es ist besser, einige Wochen im Voraus mit der Vorbereitung zu beginnen, anstatt in der Nacht des Feuerwerks in Eile zu handeln.


Angstwesten, Pheromone und Ohrenschützer sind keine Allheilmittel

Als Hilfsmittel gegen Feuerwerke werden manchmal angstlindernde Westen, eng anliegende T-Shirts, Pheromonprodukte und schalldämpfende Ohrenschützer für Hunde empfohlen. Auch im Artikel von The Independent wird auf druckausübende Westen und schalldämpfende Ohrenschützer eingegangen.

Solche Hilfsmittel können für einige Hunde nützlich sein. Manche Hunde beruhigen sich, wenn sie eingehüllt sind, während andere weniger auf Geräusche reagieren, wenn diese gedämpft werden. Doch es gibt kein magisches Mittel, das bei allen Hunden wirkt. Wenn ein Hund nicht daran gewöhnt ist, solche Hilfsmittel zu tragen, kann es am Tag des Feuerwerks selbst stressig sein.

Wichtig ist, die Hilfsmittel im Voraus auszuprobieren. Man sollte überprüfen, ob der Hund sie ohne Widerwillen tragen kann, ob er sich beim Tragen nicht unwohl fühlt und ob Atmung und Temperaturregulierung nicht beeinträchtigt werden. Besonders im Sommer ist auf die Hitze zu achten.

Bei Hunden mit starker Angst können Umweltgestaltung und Hilfsmittel allein nicht ausreichen. Die ASPCA empfiehlt, in Absprache mit einem Tierarzt Beruhigungsmittel zu verwenden, diese vorher auszuprobieren und darauf zu achten, dass sie nicht an andere Tiere weitergegeben oder in höheren Dosen als empfohlen verabreicht werden. Medikamente sind keine "letzte Maßnahme", sondern eine Option, um das Leiden des Hundes zu lindern, erfordern jedoch immer die Beurteilung durch einen Tierarzt.


Darf man ängstliche Hunde streicheln?

Unter Hundebesitzern wird oft diskutiert, ob das Streicheln eines ängstlichen Hundes dessen ängstliches Verhalten verstärken könnte. Der Artikel von The Independent erklärt, dass es zu diesem Punkt noch keine endgültige Antwort gibt, aber dass es kein Problem darstellt, den Hund zu streicheln oder in seiner Nähe zu bleiben, wenn er dadurch beruhigt wird.

Es ist wichtig, zwischen Emotionen und Verhalten zu unterscheiden. Angst als Emotion wird nicht einfach dadurch verstärkt, dass sie belohnt wird. Wenn ein Hund in der Nähe seines Besitzers beruhigt wird, könnte dies eine Rolle als sichere Basis spielen.

Natürlich sollte man Abstand halten, wenn der Hund durch Berührungen noch aufgeregter wird, zu fliehen versucht oder knurrt. Wichtig ist, die Methode zu wählen, die den Hund tatsächlich beruhigt, nicht die, die der Mensch für beruhigend hält. Manche Hunde fühlen sich schon beruhigt, wenn man einfach neben ihnen sitzt. Andere wollen auf den Schoß. Wieder andere ziehen sich in einen dunklen Raum zurück.

Wenn der Besitzer in Panik gerät, kann der Hund diese Anspannung leicht aufnehmen. Ein ruhiges Verhalten ohne laute Stimme trägt zur Beruhigung des Hundes bei.


In den sozialen Medien gibt es mehr Ärger über die "Unvorhersehbarkeit" als über die "Feuerwerke selbst"

 

In den sozialen Medien nehmen die Stimmen zu Feuerwerken und Haustieren jedes Jahr zu. Besonders auf X posten Tierschutzorganisationen, Gemeinden und Katastrophenschutzbehörden vor dem Unabhängigkeitstag Warnungen wie "Haustiere ins Haus holen", "ID-Tags und Mikrochip-Informationen überprüfen" und "nicht in die Nähe von Feuerwerken bringen". Beagle Freedom Project, Iowa HSEM und Sacramento County riefen ebenfalls zur Sicherheit von Haustieren auf.

In der Reddit-Community für Hunde werden hingegen alltäglichere Probleme geteilt. Ein Besitzer schrieb, dass sein Hund sich bei Feuerwerksbeginn flach auf den Boden legt und sich nicht mehr bewegt, nicht einmal zur Toilette geht. Diese Familie plant, für ein paar Tage in die Berge zu flüchten. Ein anderer Beitrag äußerte, dass "das eigentliche Problem nicht die Feuerwerke am Tag selbst sind, sondern die zufälligen Explosionen in den Wochen davor und danach".

Diese "Zufälligkeit" ist sowohl für Hunde als auch für ihre Besitzer eine große Belastung. Bei offiziellen Feuerwerken kann man die Uhrzeit vorhersagen und sich vorbereiten. Doch bei plötzlichen Feuerwerken in der Nachbarschaft weiß man nicht, wann sie beginnen und wann sie enden. Die Angst der Hunde und die Anspannung der Besitzer können sich dadurch verlängern.

In den sozialen Medien werden als Gegenmaßnahmen Tipps wie "frühzeitig spazieren gehen", "tagsüber durch Bewegung oder Training Energie abbauen", "Fernseher oder weißes Rauschen abspielen", "hochwertige Leckerlis bereithalten", "einen Rückzugsort im Keller oder Badezimmer schaffen" und "wenn möglich in ruhigere Gegenden ziehen" geteilt. Einige berichten auch, dass man den Einsatz von Medikamenten mit einem Tierarzt besprechen sollte.

Allerdings sind die Erfahrungsberichte in den sozialen Medien individuelle Fälle. Was bei einem Hund funktioniert, muss nicht bei einem anderen funktionieren. Bei Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln, CBD oder starkem Druckgeschirr sollte immer ein Fachmann konsultiert werden.


Vorsichtsmaßnahmen gegen das Entlaufen sollten "vor der Angst" abgeschlossen sein

Besonders wichtig in der Feuerwerkszeit sind Vorsichtsmaßnahmen gegen das Entlaufen. Die AVMA warnt, dass Feuerwerke und Festlärm Tiere erschrecken und zur Flucht führen können. Auch American Humane empfiehlt, Haustiere nicht zu Feuerwerksveranstaltungen mitzunehmen und sicherzustellen, dass ID-Tags ordnungsgemäß am Halsband befestigt sind.

Hunde können im Panikzustand unvorstellbare Verhaltensweisen zeigen: über hohe Zäune springen, durch Türspalten entkommen, sich von der Leine losreißen, Fliegengitter durchbrechen. Daher ist es wichtig, Fenster, Türen, Tore und Gartenzäune vor Beginn der Feuerwerke zu überprüfen.

Am Halsband sollte ein ID-Tag mit der aktuellen Telefonnummer angebracht sein. Wenn der Hund gechippt ist, sollte überprüft werden, ob die Registrierungsinformationen aktuell sind. Nach einem Umzug oder einer Telefonnummernänderung bleiben die Informationen oft veraltet. Diese Vorbereitungen sollten in ruhigen Zeiten abgeschlossen werden, nicht erst, wenn die Feuerwerke beginnen.

Auch der abendliche Spaziergang sollte frühzeitig beendet werden. Wenn man nach Beginn der Feuerwerke nach draußen geht, besteht das Risiko, dass der Hund durch plötzliche Geräusche erschrickt und entläuft. Wenn es unbedingt notwendig ist, nach draußen zu gehen, sollte man überlegen, Halsband und Geschirr zu kombinieren, um ein Entkommen zu erschweren.


Feuerwerke bergen auch Vergiftungs- und Verletzungsrisiken

Die Gefahr von Feuerwerken liegt nicht nur in den Geräuschen. Die ASPCA warnt auch vor der Gefahr, dass Haustiere Feuerwerkskörper verschlucken. Unbenutzte Feuerwerke oder deren Rückstände können Chemikalien und Schwermetalle enthalten. Neugierige Hunde könnten die duftenden Überreste fressen.

Wenn benutzte Feuerwerkskörper im Garten oder auf der Straße liegen, ist auch beim morgendlichen Spaziergang Vorsicht geboten. Hunde könnten sich an den Überresten verletzen oder verbrannte Rückstände verschlucken. Wenn man zu Hause Feuerwerke abbrennt, sollte man die Überreste vollständig beseitigen, bevor man den Hund in den Bereich lässt.

Die ASPCA rät, bei Verdacht auf die Aufnahme von giftigen Substanzen durch das Haustier den Tierarzt oder das Toxikologische Zentrum für Tiere zu kontaktieren. Bei Symptomen wie Erbrechen, Speichelfluss, Durchfall, Lethargie oder Atemproblemen sollte man nicht auf eigene Faust abwarten.


Auch Katzen und Kleintiere dürfen nicht vergessen werden

Feuerwerksmaßnahmen betreffen nicht nur Hunde. Auch Katzen können sich vor Lärm fürchten. Sie reagieren jedoch eher, indem sie sich verstecken, anstatt wie Hunde umherzulaufen oder zu bellen. Daher könnten Besitzer denken, dass ihre Katze unbeeindruckt ist, obwohl sie sich in Wirklichkeit nur versteckt.

Auch bei Katzen ist es wichtig, sie im Haus zu halten, einen Rückzugsort zu schaffen und Fenster und Türen nicht offen zu lassen. An Tagen mit vielen