Vor dem Zähneputzen? Danach? Eine kleine Studie liefert eine überraschende Antwort auf die "Reihenfolge der Zahnzwischenraumpflege".

Vor dem Zähneputzen? Danach? Eine kleine Studie liefert eine überraschende Antwort auf die "Reihenfolge der Zahnzwischenraumpflege".

Die Reihenfolge beim Zähneputzen: Bestimmen Sie sie wirklich nur "irgendwie"?

Morgens nach dem Aufstehen oder abends vor dem Schlafengehen putzen sich viele Menschen die Zähne. Für viele ist das Zähneputzen eine tägliche Gewohnheit, aber nur wenige denken bewusst darüber nach, ob sie die Zahnzwischenraumpflege vor oder nach dem Zähneputzen durchführen. Einige verwenden Zahnseide oder Interdentalbürsten als Abschluss nach dem Zähneputzen, während andere zuerst die Zwischenräume reinigen und dann die Zahnbürste benutzen.

Auf diese einfache Frage gibt eine von der deutschen Gesundheitsinformationsseite aponet.de vorgestellte Studie eine ziemlich klare Antwort. Zusammengefasst lautet das Ergebnis: "Zuerst die Zahnzwischenraumpflege, dann das Zähneputzen" war unter den Studienbedingungen vorteilhafter.

Natürlich wird sich dadurch nicht über Nacht die zahnärztliche Beratung weltweit ändern. Die Studie war klein und umfasste 25 Zahnmedizinstudenten, deren Alter, Interesse an Zahnpflege und Genauigkeit der Technik möglicherweise von der Allgemeinheit abweichen. Dennoch ist es ein interessanter Ansatzpunkt, um die tägliche Mundpflege zu überdenken.


Mit der Zahnbürste allein erreicht man schwer die Zahnzwischenräume

Warum ist Zahnzwischenraumpflege überhaupt notwendig? Der Grund ist einfach: Mit der Zahnbürste allein erreicht man die Zwischenräume zwischen den Zähnen, insbesondere die hinteren Backenzähne und den Bereich nahe dem Zahnfleisch, nicht ausreichend.

Der Zahnbelag, der sich auf der Zahnoberfläche ansammelt, ist nicht nur Essensreste. Es handelt sich um einen Biofilm, der Bakterien enthält und unbehandelt Karies, Parodontitis und Mundgeruch verursachen kann. Die Außenseite der Zähne und die Kauflächen sind mit der Zahnbürste relativ leicht zu reinigen, aber die Bereiche, in denen die Zähne aneinanderstoßen, und die Zwischenräume nahe dem Zahnfleischrand sind schwer zu erreichen.

Hier kommen Zahnseide und Interdentalbürsten ins Spiel. Für Menschen mit engen Zahnzwischenräumen ist Zahnseide oft geeignet, während für Menschen mit größeren Lücken oder nach einer Parodontalbehandlung Interdentalbürsten besser geeignet sein können. Welche Methode besser ist, hängt von der Zahnstellung und dem Zustand des Zahnfleisches ab, weshalb es ideal ist, in einer Zahnarztpraxis die passenden Werkzeuge und Größen zu bestimmen.


Die Vorteile der "Zahnseide zuerst"-Methode laut Studie

In der von aponet.de vorgestellten Studie wurden 25 Zahnmedizinstudenten in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe putzte zuerst die Zähne und benutzte dann Zahnseide, die andere Gruppe benutzte zuerst Zahnseide und putzte dann die Zähne. Die Studie verglich den Zustand der Plaqueentfernung und die Fluoridverteilung bei den jeweiligen Reihenfolgen.

Das Ergebnis zeigte, dass die Gruppe, die zuerst Zahnseide verwendete, eine bessere Plaqueentfernung sowohl in den Zahnzwischenräumen als auch im gesamten Mundraum erreichte. Zudem war die Fluoridkonzentration im Biofilm der Zahnzwischenräume höher, wenn zuerst Zahnseide verwendet wurde.

Dieses Ergebnis ist auch intuitiv nachvollziehbar. Wenn man zuerst mit Zahnseide die Zwischenräume reinigt und lockert, können die Inhaltsstoffe der Zahnpasta beim anschließenden Zähneputzen besser wirken. Bei der Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta kann das Fluorid auch die Zahnzwischenräume besser erreichen. Umgekehrt, wenn man zuerst die Zähne putzt und dann Zahnseide benutzt, bewegt man den Schmutz in den Zwischenräumen nachträglich.

Um es mit einem häufig in sozialen Medien verwendeten Ausdruck zu sagen: Es ist, als würde man den Boden wischen und dann mit einem Besen kehren. Es ist eine etwas extreme Metapher, aber die Idee, zuerst die Zwischenräume zu reinigen und dann den gesamten Mundraum zu putzen, klingt durchaus vernünftig.


Allerdings ist die Studie klein. Es ist nicht die "absolute Wahrheit"

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Studie allein nicht bedeutet, dass jeder diese Reihenfolge einhalten muss.

Erstens war die Teilnehmerzahl mit 25 Personen gering. Zudem waren es Zahnmedizinstudenten, die möglicherweise geübter im Umgang mit Zahnbürste und Zahnseide waren als die Allgemeinheit. Die Ergebnisse könnten unterschiedlich ausfallen, je nachdem, ob die Person geübt im Umgang mit Zahnseide ist oder nicht.

Außerdem gibt es nicht nur ein Werkzeug für die Zahnzwischenraumpflege. Es gibt Faden-Zahnseide, Halter-Zahnseide, Interdentalbürsten, Gummipicks, Wasserflosser und viele andere Werkzeuge, die zu Hause verwendet werden können. Je nach Zahnstellung, Zahnersatz oder kieferorthopädischen Geräten variieren die geeigneten Werkzeuge.

Daher ist die Studie ein wertvoller Hinweis darauf, dass es vorteilhaft sein könnte, zuerst Zahnseide zu verwenden, aber es ist kein endgültiges Urteil für alle. Viel wichtiger ist es, die Zahnzwischenraumpflege als tägliche Gewohnheit zu etablieren und die richtigen Werkzeuge für den eigenen Mund zu verwenden.


Was sagen Fachorganisationen dazu?

Auch zahnmedizinische Fachorganisationen erkennen die Bedeutung der Zahnzwischenraumpflege an. Die American Dental Association empfiehlt, zweimal täglich die Zähne zu putzen und einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder ähnlichen Hilfsmitteln zu reinigen. Hinsichtlich der Reihenfolge vertreten sie die Ansicht, dass es egal ist, solange gründlich gereinigt wird. Es ist wichtiger, die Pflege zu einem leicht fortsetzbaren Teil der Routine zu machen, als sich zu sehr auf die Reihenfolge zu versteifen.

Die britische NHS empfiehlt hingegen, vor dem Zähneputzen Zahnseide zu verwenden. Auch in britischen Präventionsmaterialien wird erklärt, dass die Zahnzwischenraumpflege vor dem Zähneputzen aus Gewohnheitsperspektive wünschenswert ist.

Die Bundeszahnärztekammer in Deutschland erklärt ebenfalls, dass die Reinigung der Zahnzwischenräume wichtig für die Vorbeugung von Karies und Parodontitis ist. Bei engen Zwischenräumen ist Zahnseide geeignet, bei größeren Lücken oder Parodontitis Interdentalbürsten.

Zusammengefasst ergibt sich daraus eine praktische Antwort: Idealerweise sollte man zuerst die Zahnzwischenräume reinigen und dann mit fluoridhaltiger Zahnpasta die Zähne putzen. Wenn jedoch die Reihenfolge zu einem Hindernis wird, ist es wichtiger, die Pflege zu einem leicht fortsetzbaren Teil der täglichen Routine zu machen.


Sind auf sozialen Medien die "Zahnseide zuerst"-Befürworter in der Überzahl?

 

Dieses Thema wird auch in sozialen Medien und Foren häufig diskutiert. Besonders auf der internationalen Plattform Reddit wird die Frage "Zahnseide vor oder nach dem Zähneputzen?" immer wieder gestellt.

Auffällig ist, dass die "Zahnseide zuerst"-Befürworter dominieren. Häufig genannte Gründe sind: "Wenn man zuerst die Zwischenräume reinigt, können Zahnbürste und Zahnpasta besser wirken", "Auch in Zahnarztpraxen wird vor der Reinigung oft die Zahnzwischenraumpflege durchgeführt" und "Mit Zahnseide entfernte Essensreste können beim anschließenden Zähneputzen weggespült werden".

Andererseits gibt es auch viele, die "nach dem Zähneputzen Zahnseide verwenden". Sie empfinden es als "Abschluss" und haben das Gefühl, nach dem Putzen die Zahnzwischenräume kontrollieren zu können. Einige sind sogar so gründlich, dass sie "Zähneputzen, Zahnseide, und dann noch einmal leicht Zähneputzen" praktizieren.

Häufiger sieht man jedoch die pragmatische Reaktion: "Wichtiger als die Reihenfolge ist, dass man überhaupt Zahnseide verwendet". Tatsächlich haben viele Menschen keine tägliche Routine mit Zahnseide oder Interdentalbürsten. In diesem Licht betrachtet, ist es besser, eine unvollkommene Reihenfolge beizubehalten, als nach der perfekten Reihenfolge zu suchen und dann aufzugeben.

Typische Reaktionen auf sozialen Medien sind: "Ich habe es bisher immer anders gemacht", "Das widerspricht dem, was mein Zahnarzt gesagt hat", "Nach der Zahnseide fühlt sich der Mund frischer an" und "Seit ich es abends mache, wurde ich bei der Zahnkontrolle gelobt". Gesundheitsinformationen neigen dazu, in sozialen Medien extreme Schlussfolgerungen zu ziehen, aber bei diesem Thema scheint der Konsens zu sein: "Es scheint besser zu sein, es zuerst zu tun. Aber das Wichtigste ist, es fortzusetzen".


"Nach dem Zähneputzen gründlich mit Wasser spülen" kann kontraproduktiv sein

Zusammen mit der Reihenfolge der Zahnzwischenraumpflege sollte man auch die Art des Spülens nach dem Zähneputzen überdenken. In Japan spülen viele Menschen nach dem Zähneputzen mehrmals mit Wasser. Wenn jedoch fluoridhaltige Zahnpasta verwendet wird, kann zu starkes Spülen das verbleibende Fluorid aus dem Mund spülen.

Der NHS empfiehlt, nach dem Zähneputzen überschüssige Zahnpasta auszuspucken und nicht sofort gründlich mit Wasser zu spülen. Dies soll das Fluorid länger auf der Zahnoberfläche halten. Fluorid hilft bei der Remineralisierung der Zähne und erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Säuren.

Wenn man also mehr Wert auf Effektivität legt, sollte der Ablauf folgendermaßen sein:

Zuerst die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten reinigen. Dann die Zahnoberflächen etwa zwei Minuten lang sorgfältig mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen. Schließlich den Schaum und die überschüssige Zahnpasta ausspucken. Wenn man spült, dann nicht zu oft und nicht zu stark.

Dieser Ablauf sorgt nicht nur für ein Gefühl der Sauberkeit, sondern nutzt auch die Inhaltsstoffe der Zahnpasta optimal.


Sollte man Zahnseide oder Interdentalbürsten verwenden?

Wenn es um Zahnzwischenraumpflege geht, denken viele zuerst an Zahnseide. Aber Zahnseide ist nicht für jeden die beste Wahl.

Bei engen Zahnzwischenräumen, in die keine Interdentalbürste passt, ist Zahnseide geeignet. Der Faden sollte in einer C-Form um den Zahn gelegt und vorsichtig auf und ab bewegt werden, ohne das Zahnfleisch zu stark zu belasten. Ein zu starkes Einführen kann das Zahnfleisch verletzen, daher sollte man es langsam machen.

Für Menschen mit größeren Zahnzwischenräumen, zurückgegangenem Zahnfleisch aufgrund von Parodontitis oder für die Reinigung um Brücken und Implantate können Interdentalbürsten geeignet sein. Die Wahl der richtigen Größe ist entscheidend: Zu groß kann das Zahnfleisch verletzen, zu klein entfernt nicht ausreichend Schmutz.

In sozialen Medien gibt es auch Diskussionen zwischen "Zahnseide-Befürwortern" und "Interdentalbürsten-Befürwortern", aber es geht nicht um richtig oder falsch. Die richtige Wahl hängt vom Zustand des Mundes ab. Manche Menschen haben auf beiden Seiten unterschiedliche Zahnzwischenräume, daher ist es nicht ungewöhnlich, Zahnseide und Interdentalbürsten je nach Bereich zu kombinieren.


Sollte man aufhören, wenn es blutet?

Ein häufiges Erlebnis für Anfänger bei der Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürsten ist das Bluten des Zahnfleisches. Wenn Blut austritt, denken viele, sie hätten das Zahnfleisch verletzt, und hören auf.

Natürlich sollte man die Technik überprüfen, wenn man zu stark drückt und das Zahnfleisch verletzt. Aber wenn das Zahnfleisch entzündet ist, kann es auch bei sanfter Reinigung bluten. Wenn Plaque in den Zahnzwischenräumen verbleibt und eine Gingivitis verursacht, kann es in der Anfangsphase der Reinigung zu Blutungen kommen.

In manchen Fällen beruhigt sich das Zahnfleisch nach einigen Tagen bis ein bis zwei Wochen sanfter und sorgfältiger Pflege. Wenn die Blutung jedoch lange anhält, Schmerzen auftreten, das Zahnfleisch geschwollen ist, Mundgeruch stark ist oder die Zähne wackeln, sollte man einen Zahnarzt aufsuchen. Es ist sicherer, die Größe und Anwendung der Werkzeuge von einem Fachmann überprüfen zu lassen, als selbst zu stark zu reiben.


Wenn Sie etwas ändern möchten, beginnen Sie "vor dem abendlichen Zähneputzen"

Wann sollte man es in den Alltag integrieren? Am einfachsten ist es, vor dem abendlichen Zähneputzen zu beginnen.

Abends ist der Zeitpunkt, um die über den Tag angesammelten Verschmutzungen zu entfernen. Während des Schlafens nimmt der Speichelfluss ab und der Mund trocknet aus. Speichel spült den Mund aus und neutralisiert Säuren, daher ist es sinnvoll, die Zahnzwischenräume vor dem Schlafengehen zu reinigen.

Der Ablauf ist nicht kompliziert. Zuerst Zahnseide oder Interdentalbürsten verwenden. Die dabei entfernten Essensreste oder Plaque ignorieren und anschließend die Zähne putzen. Mit fluoridhaltiger Zahnpasta etwa zwei Minuten lang putzen und schließlich leicht ausspucken. Nicht zu oft mit Wasser spülen. Das ist alles.

Es ist nicht notwendig, von Anfang an perfekt zu sein. Wenn es schwierig ist, es täglich zu tun, dann beginnen Sie mit ein paar Mal pro Woche. Wenn Sie sich daran gewöhnt haben, machen Sie es zur nächtlichen Routine. Legen Sie Zahnseide auf das Waschbecken, stellen Sie Interdentalbürsten neben die Zahnbürste oder machen Sie es, bevor Sie Ihr Smartphone benutzen, um die Hürde zu senken.


Fazit: "Zuerst Zahnzwischenraumpflege" ist ideal. Aber "dranbleiben" ist am wichtigsten

Die Studie zeigt einen sehr einfachen Punkt: Wenn man zuerst die Zahnzwischenraumpflege durchführt, lässt sich Plaque zwischen den Zähnen leichter entfernen, und das anschließende Zähneputzen kann das Fluorid besser verteilen. Die Logik ist nachvollziehbar, und es ist verständlich, dass die "Zahnseide zuerst"-Befürworter in sozialen Medien Unterstützung finden.

Allerdings ist die Studie klein, und die optimale Lösung hängt von den verwendeten Werkzeugen und dem individuellen Mundzustand ab. Auch Fachorganisationen betonen eher die Kontinuität als die Reihenfolge.

Daher lautet die Antwort, wenn Sie es ab heute umsetzen möchten, wie folgt:

Wenn möglich, verwenden Sie Zahnseide oder Interdentalbürsten vor dem Zähneputzen. Danach putzen Sie gründlich mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Am Ende nicht zu stark spülen. Und vor