Ist ein Smartphone am Esstisch in Ordnung oder nicht? Überlegungen zu einem angemessenen Abstand basierend auf internationalen Studien und sozialen Netzwerken

Ist ein Smartphone am Esstisch in Ordnung oder nicht? Überlegungen zu einem angemessenen Abstand basierend auf internationalen Studien und sozialen Netzwerken

Wie fühlt sich der andere, wenn man während des Essens „kurz das Handy“ benutzt? Laut einer Umfrage in Deutschland empfinden 63 % dies als „unhöflich“

Ein Foto, sobald das Essen serviert wird. Dann die Benachrichtigungen checken und auf eingegangene Nachrichten antworten. Plötzlich bemerkt man, dass der Gegenüber still zu essen begonnen hat.

Für die Person, die das Handy benutzt, mag es nur ein kurzer Check sein, aber für den Wartenden vergeht die Zeit anders. „Ist jemand auf der anderen Seite des Bildschirms wichtiger als das gemeinsame Essen mit mir?“ Solche kleinen Missverständnisse treten leichter auf, weil Smartphones in unser Leben integriert sind.

Eine in Deutschland veröffentlichte Umfrage zeigt die Abneigung gegen die Nutzung von Smartphones am Esstisch in Zahlen. Dies ist nicht nur auf die Nutzung der Geräte beschränkt, sondern auch eine Frage, wie man der Person gegenüber Aufmerksamkeit schenkt, was auch auf japanische Haushalte und das Essen mit Freunden zutrifft.


63 % empfinden die Nutzung während des Essens als „unhöflich“

Laut einem Artikel von dpa-AFX, veröffentlicht am 25. Oktober 2026 von Aktiencheck, ergab eine Umfrage von Civey im Auftrag des Telekommunikationsunternehmens Vodafone unter etwa 2.500 Personen, dass 63 % es als unhöflich empfinden, wenn der Gegenüber während des gemeinsamen Essens sein Smartphone benutzt.

Bei der Nutzung während eines persönlichen Gesprächs lag der Anteil sogar bei 71 %. Bei einem ersten Date waren es 40 %, und wenn Begleiter im Kino oder Theater ihr Handy benutzen, waren es 34 %. In Besprechungen oder am Arbeitsplatz sowie im Bett mit dem Partner lag der Anteil jeweils bei 21 %.

Allerdings bedeutet „die Nutzung während des Essens als unhöflich empfinden“ nicht dasselbe wie „ein vollständiges Verbot von Smartphones am Esstisch“. Die Zahl von 63 % als Zustimmung zu einem Verbot zu interpretieren, wäre nicht korrekt.

Auch aus dem Ergebnis von 34 % bezüglich Kinos oder Theatern kann man nicht schließen, dass der Rest die Nutzung während der Vorführung erlaubt. Der Artikel zeigt nicht die gesamte Fragestellung oder die Antwortmöglichkeiten, sodass man allein aus dieser Zahl nicht auf den genauen Toleranzbereich schließen kann.


Zwischen „Ich mag es nicht, wenn der andere es benutzt“ und „Ich benutze es auch mal kurz“

17 % der Befragten gaben an, dass sie zumindest gelegentlich ihr Smartphone während des Essens benutzen. Bei Gesprächen von Angesicht zu Angesicht waren es 9 %, im Kino oder Theater 6 % und bei einem ersten Date 2 %.

Hier gibt es Raum, über den Unterschied zwischen der Bewertung des Verhaltens anderer und der Erklärung des eigenen Verhaltens nachzudenken.

Wenn man selbst aufs Handy schaut, gibt es Gründe wie „es ist ein Arbeitsanruf“, „es ist eine Nachricht an die Familie“ oder „es dauert nur kurz“. Doch die gegenüber sitzende Person sieht diese Umstände nicht. Was sie sieht, ist, dass der Blick während des Gesprächs auf den Bildschirm wandert und die Antwort verzögert wird.

Allerdings kann man aus den in diesem Artikel enthaltenen Zahlen nicht schließen, dass dieselbe Person anderen gegenüber streng und sich selbst gegenüber nachsichtig ist. Denn es ist unklar, inwieweit sich die Personen überschneiden, die „unhöflich“ antworteten und die, die „ich benutze es auch“ sagten.

Zudem basiert die Häufigkeit der Nutzung auf Selbstauskunft und nicht auf einer Beobachtung und Zählung am tatsächlichen Esstisch. Die Zahlen sollten als Hinweis auf das Bewusstsein und die Selbstwahrnehmung verstanden werden.


Auch in sozialen Netzwerken wird diskutiert – „Der Sinn des Zusammenseins“ und „kurze Pausen“

Die Nutzung von Smartphones am Esstisch wird auch in internationalen sozialen Netzwerken seit langem diskutiert.

 

Die folgenden Zusammenfassungen stammen nicht aus direkten Reaktionen auf die deutsche Umfrage, sondern aus öffentlichen Beiträgen und Kommentaren auf Reddit zum gleichen Thema. Sie spiegeln nicht die allgemeine Tendenz der japanischen öffentlichen Meinung oder der sozialen Netzwerke wider.

In einem Beitrag wurde der Esstisch als Ort beschrieben, an dem man die Ereignisse und Freuden sowie Sorgen des Tages teilt. Das Essen wird nicht nur als Handlung des gemeinsamen Essens am selben Ort betrachtet, sondern als Zeit, um die Beziehung zu pflegen.

In einer anderen Diskussion wurde zwischen kurzen Checks, wenn das Gespräch stockt, und dem endlosen Scrollen durch soziale Netzwerke, während der andere spricht, unterschieden. Bei langen Interaktionen ist es schwierig, die Konzentration aufrechtzuerhalten, und es kann in Ordnung sein, eine kurze Pause einzulegen.

Andererseits wurde argumentiert, dass das Herausnehmen des Handys in dem Moment, in dem das Gespräch stockt, den Eindruck erweckt, dass man nicht mehr weiterreden möchte. Wenn man auf wichtige Nachrichten wartet, sollte man dies im Voraus erklären, so ein Kommentar.

Der Konflikt besteht nicht unbedingt darin, ob man Smartphones mag oder nicht. Es zeigt sich ein Unterschied darin, was man von der gemeinsamen Zeit erwartet und wie man Stille wahrnimmt.


Am japanischen Esstisch sollte auch der Zweck der Nutzung nicht übersehen werden

Diese Umfrage wurde in Deutschland durchgeführt, und die Zahl von 63 % kann nicht direkt als Bewusstsein der Japaner dargestellt werden.

Dennoch gibt es Perspektiven, die auch beim Nachdenken über den japanischen Esstisch hilfreich sein können.

Zum Beispiel das Öffnen des Bestellbildschirms in einem Restaurant. Die Rückfahrt mit dem Zug überprüfen. Eine Nachricht von der Familie über die Abholung bestätigen. Fotos vom gemeinsamen Reiseziel zeigen. All dies sind Handlungen, bei denen das Smartphone genutzt wird, aber sie unterscheiden sich im Zweck davon, den Begleiter zu ignorieren und weiterhin Videos anzusehen.

Ein Anhaltspunkt für die Beurteilung ist, wie diese Nutzung mit der „Zeit, die man jetzt mit der Person verbringt“ zusammenhängt.

Wenn man gemeinsam die Fotos ansieht, die im Gespräch erwähnt wurden, könnte das Gespräch sich ausweiten. Im Gegensatz dazu, wenn man den Bildschirm öffnet, um Fotos zu zeigen, und dann zu einer anderen Benachrichtigung wechselt und mit dem Antworten beginnt, muss der andere warten.

Es geht nicht nur darum, ob man das Smartphone in die Hand nimmt, sondern auch darum, wofür man es benutzt und wie schnell man zurückkehrt. Diese Unterschiede sollte man bewusst wahrnehmen.


Bevor man ein vollständiges Verbot ausspricht, sollten Zweck und Ausnahmen geteilt werden

Wenn man die Nutzung von Smartphones am Esstisch reduzieren möchte, kann ein sofortiges „Verbot“ dazu führen, dass der Umgang mit den Geräten selbst zum Streitpunkt wird.

Zunächst sollte man die Gefühle ausdrücken, warum man möchte, dass das Handy weggelegt wird.

„Ich möchte während des Essens über das sprechen, was heute passiert ist.“
„Wenn du während des Gesprächs auf den Bildschirm schaust, habe ich das Gefühl, dass du mir nicht zuhörst.“

Wenn man dies so ausdrückt, wird das Thema der Diskussion nicht das Gute oder Schlechte von Smartphones, sondern wie man die gemeinsame Zeit verbringt.

Als konkrete Maßnahmen könnten kleine Vereinbarungen wie die folgenden getroffen werden.

  • Nachdem die Bestellung oder notwendige Bestätigungen abgeschlossen sind, wird das Smartphone weggelegt.
  • Wenn man auf dringende Nachrichten wartet, sollte man dies vor dem Essen mitteilen.
  • Fotos vom Essen werden kurz gemacht, und das Posten erfolgt nach dem Essen.
  • Familienregeln gelten gleichermaßen für Kinder und Erwachsene.
  • Für notwendige Nutzungen wie die Beantwortung von Nachrichten oder Unterstützung im Alltag werden Ausnahmen gemacht.

Dies ist keine Methode, deren Wirksamkeit durch die Umfrage überprüft wurde, sondern ein Vorschlag zur Umsetzung am Esstisch. Es ist wichtiger, eine Form zu finden, mit der beide zufrieden sind, als jedes Mal perfekt zu sein.


„Alleine essen“ und „mit jemandem essen“ sollten unterschiedlich betrachtet werden

Ein weiterer Punkt, den man nicht übersehen sollte, ist, dass der Schwerpunkt diesmal auf der „Smartphone-Nutzung des Gegenübers“ liegt.

Alleine beim Mittagessen einen Artikel zu lesen und während ein Freund Rat sucht, durch soziale Netzwerke zu scrollen, sind unterschiedliche Situationen. Es gibt keinen Grund, alle Handlungen des Bildschirmsehens während des Essens aufgrund dieser Zahlen gleichermaßen zu kritisieren.

Selbst bei einem Essen zu zweit ändern sich die Erwartungen, je nachdem, ob es ein lang erwartetes Wiedersehen oder ein alltägliches kurzes Essen ist. Wenn beide einverstanden sind und ihre jeweilige Zeit genießen, kann man von außen nicht einfach die Qualität der Beziehung beurteilen.

Problematisch wird es, wenn der eine das Gespräch genießen möchte, während der andere diese Erwartung nicht bemerkt und sich dem Bildschirm zuwendet.


Das Ablegen des Smartphones ist eine kleine Antwort an den Gegenüber

Die Diskussion über Smartphones am Esstisch zielt nicht darauf ab, ein nützliches Werkzeug aus dem Leben zu verbannen.

Die Umfrage zeigt, dass nicht wenige Menschen die Smartphone-Nutzung während des Essens oder in Gesprächssituationen als unhöflich empfinden. Auch wenn es für den Benutzer nur eine kleine Überprüfung ist, kann es für den Begleiter als Signal erscheinen, dass „jetzt dies wichtiger ist als du“.

Deshalb sollte man, wenn nötig, eine kurze Erklärung geben und den Bildschirm schließen, sobald die Angelegenheit erledigt ist. Schon das kann die Bedeutung, die beim Gegenüber ankommt, verändern.

Was man beim nächsten Essen ausprobieren könnte, ist nicht eine strenge Verbotsregel, sondern den Blick vom Smartphone zu heben und dem Gespräch weiter zu folgen. Diese kleine Geste, die Aufmerksamkeit auf die Person vor einem zurückzulenken, wird zu einer Antwort, die sagt: „Ich schätze die Zeit, die ich mit dir verbringe.“


Quellen

  1. Aktiencheck/dpa-AFX „Umfrage: Zwei Drittel wollen keine Handys am Esstisch“
    Veröffentlicht am 25. Oktober 2026. Quelle für die Anzahl der Befragten, das Bewusstsein in verschiedenen Situationen und die selbstberichtete Nutzungshäufigkeit in der Civey-Umfrage im Auftrag von Vodafone.
    https://www.aktiencheck.de/news/Artikel-Umfrage_Zwei_Drittel_wollen_keine_Handys_am_Esstisch-20198147

  2. Reddit/r/GenX „Do you feel that cell phones at the dinner table are acceptable, and why please?“
    Ein öffentlicher Beitrag, der den Esstisch als Ort betrachtet, um die Ereignisse und Gefühle des Tages zu teilen. Nicht als direkte Reaktion auf die aktuelle Umfrage, sondern als verwandte Meinung in sozialen Netzwerken referenziert.
    https://www.reddit.com/r/GenX/comments/14hxjzp/do_you_feel_that_cell_phones_at_the_dinner_table/reddit.com

  3. Reddit/r/unpopularopinion „It's not rude to use the phone during going out dinner“
    Referenzierte Meinungen, die die Nutzung während Gesprächspausen erlauben, die Aufmerksamkeit auf den Begleiter betonen und wichtige Nachrichten im Voraus erklären. Der Hauptinhalt wurde zusammengefasst.
    https://www.reddit.com/r/unpopularopinion/comments/zv21kf/its_not_rude_to_use_the_phone_during_going_out/