„Ist Ingwer wirklich das stärkste Mittel?“ – Wirksamkeit bei Übelkeit, nach Operationen, Chemotherapie und Reisekrankheit… Wo zieht man die Grenze?

„Ist Ingwer wirklich das stärkste Mittel?“ – Wirksamkeit bei Übelkeit, nach Operationen, Chemotherapie und Reisekrankheit… Wo zieht man die Grenze?

In der Well-Rubrik der New York Times (23. September 2025) wurde erneut die Frage aufgeworfen: "Hilft Ingwer bei Magenbeschwerden und Übelkeit?" Bei genauerer Betrachtung der wissenschaftlichen Beweise zeigt sich, dass Ingwer besonders wirksam bei Schwangerschaftsübelkeit, postoperativer Übelkeit und akuter Übelkeit infolge einer Chemotherapie sein kann. Hingegen gibt es bei Reisekrankheit keine konsistenten Belege für seine Wirksamkeit. Die empfohlene Menge liegt bei maximal 4 g pro Tag (während der Schwangerschaft oft etwa 1 g), und die Form spielt keine Rolle – ob als Bonbon, Tee, Pulver oder Nahrungsergänzungsmittel. Allerdings sollte auf Wechselwirkungen mit Medikamenten (insbesondere Antikoagulanzien) geachtet werden. In den sozialen Medien gibt es zahlreiche Erfahrungsberichte wie "Bonbon-Form hat geholfen", "immer im Tee dabei" oder "wirkt wie Dramamine". Dennoch gibt es erhebliche individuelle Unterschiede, und es gibt auch Fälle, in denen Ingwer nicht wirkt. Insgesamt lautet der Konsens: **"Es ist durchaus einen Versuch wert, aber kein Allheilmittel."** Es ist ratsam, die Beweise und Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen und Ingwer klug in Übereinstimmung mit den Symptomen, der Konstitution und der Medikamentengeschichte zu verwenden.