„Menschen, die von ‚Frieden‘ sprechen und dennoch kämpfen – Warum ein antikes römisches Sprichwort im Jahr 2026 relevant ist: Die Dualität von Krieg und Frieden von der Antike bis zu Trump“

„Menschen, die von ‚Frieden‘ sprechen und dennoch kämpfen – Warum ein antikes römisches Sprichwort im Jahr 2026 relevant ist: Die Dualität von Krieg und Frieden von der Antike bis zu Trump“

Es gibt kaum ein Wort, das so angenehm klingt und gleichzeitig so gefährlich ist wie das Wort "Frieden". Den Konflikt beenden, Leben schützen, den Alltag wieder aufbauen – das ist oft das, was wir uns unter "Frieden" vorstellen. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass "Frieden" häufig als Selbstrechtfertigung derer, die Gewalt anwenden, "verarbeitet" wurde.


Der Artikel, den wir heute vorstellen, beleuchtet diese Gefahr aus der Perspektive des antiken Roms. Der Schlüssel dazu ist ein scharfsinniger Satz, den der römische Historiker Tacitus in seiner "Agricola" angeblich durch den Mund eines Gegners äußerte: "Sie schaffen eine Wüste und nennen es Frieden." Dass dieser Satz fast zweitausend Jahre überlebt hat und immer wieder zitiert wird, wenn es um Imperialismus und Invasion geht, ist kein Zufall. Er verdichtet die Struktur, in der die Macht durch die Kontrolle über die Definition von Worten die Bewertungsmaßstäbe der Realität umschreibt.



Für Rom war "Frieden" ein Synonym für Sieg

Das römische "Pax" entspricht nicht unbedingt dem, was wir uns als "gegenseitiges Niederlegen der Waffen" vorstellen. Der von Rom propagierte Frieden war die Ruhe nach dem Ende des Krieges – allerdings die Ruhe "nachdem Rom gewonnen hatte".


Symbolisch dafür steht der "Ara Pacis" (Altar des Friedens des Augustus), der nach dem Sieg des Augustus errichtet wurde. Obwohl er als Denkmal zur Feier des Friedens gedacht ist, sind die darauf eingravierten Bilder stark von Kriegsbeute und militärischem Geist geprägt. Mit anderen Worten, Frieden war die "durch Sieg erreichte Ordnung" und aus der Sicht der Besiegten bedeutete dies oft erzwungene Unterwerfung und Stille.


Interessant an Tacitus ist, dass er selbst kein einfacher Anti-Imperialist war. Als römischer Politiker nutzte er dennoch die Perspektive des Feindes, um Roms "Umschreibungen" aufzudecken. Diese Struktur, in der ein externer Blick die "schwer zu erkennende Täuschung" der Beteiligten durchdringt, erzählt viel über die Tücken der Propaganda.



"Krieg Frieden nennen" – der Moment, in dem Worte die Realität überschreiben

Der Artikel argumentiert, dass sich diese Struktur des antiken Roms auch in der Gegenwart wiederholt. Der Punkt ist einfach: Je mehr die Machthaber "Frieden" beschwören, desto leichter fühlen wir uns beruhigt. Doch was, wenn der Frieden, auf den sie sich beziehen, in Wirklichkeit ein Zustand ist, in dem "der Gegner sich fügt", "der Widerstand aufhört" oder "die Herrschaft vollendet ist" – also eine Ordnung, die den Siegern gelegen kommt? Diese Frage muss gestellt werden.


In der modernen Politik wird "Frieden" oft nicht nur als Zustandsbeschreibung, sondern als Etikett verwendet. Man erklärt sich selbst zum Friedensbringer, hat den Frieden verwirklicht oder bewahrt den Frieden – solche Erklärungen nehmen die Bewertung der Handlungen vorweg. Denn es wird angenommen: "Wenn Frieden propagiert wird, dann muss das, was getan wird, auch im Namen des Friedens geschehen."


Zudem wird "Frieden" zu einem nützlichen Werkzeug, um den Gegner als Bösewicht festzulegen. "Es gibt diejenigen, die den Frieden stören", daher muss man sie mit Gewalt beseitigen – wenn diese Logik greift, wird der Einsatz von Gewalt als "Mittel des Friedens" verpackt. An diesem Punkt wird Frieden nicht mehr als Wort zur Beendigung von Krieg, sondern zur Durchsetzung von Krieg verwendet.



Warum diese Umschreibung funktioniert: Drei Mechanismen

Auf der Grundlage der im Artikel aufgeworfenen Fragen möchte ich die Mechanismen, warum die "Umschreibung des Friedens" funktioniert, in drei Punkte gliedern.


1) Übernahme der Definition: "Frieden = Ruhe" verkleinern

Wenn Frieden nur auf "das Verstummen der Gewehrschüsse" reduziert wird, wird auch der Zustand, in dem der Sieger den Widerstand mit Gewalt unterdrückt hat, zu Frieden. Eigentlich sollte Frieden vielschichtig sein, einschließlich Sicherheit, Würde, Gerechtigkeit und Lebensgrundlage, doch wenn die Definition vereinfacht wird, wird die "stille Herrschaft" leicht gerechtfertigt.


2) Vorwegnahme der Moral: Die Charakterisierung als "Friedensmensch"

Politik sollte anhand von Maßnahmen bewertet werden, doch wenn das Persönlichkeitslabel "Friedensmensch" im Vordergrund steht, wird die Überprüfung der Handlungen abgeschwächt. Kritik wird leicht als "Friedensstörende Kritik" abgetan, und infolgedessen schrumpft die Debatte.


3) Narrativierung: Die Erzählung des Sieges in "Rettung" umwandeln

"Befreit", "gerettet", "Ordnung wiederhergestellt" – solche Erzählungen drängen den Schmerz von Krieg und Zwang in den Hintergrund. So wie Rom die Eroberung als "Zivilisierung" bezeichnete, wird der Einsatz von Macht, wenn er mit einer "guten Erzählung" verbunden ist, schwerer sichtbar.



Reaktionen in den sozialen Medien: Wenn Zitate viral gehen, worüber sind die Menschen wütend?

Das Thema dieses Artikels hat eine besondere Eigenschaft, sich in sozialen Medien schnell zu verbreiten. Kurze Zitate sind eindringlich und lassen sich leicht auf aktuelle Nachrichten anwenden. Tatsächlich wird im englischsprachigen Internetraum der Satz "They make a desert, and call it peace" (Sie schaffen eine Wüste und nennen es Frieden) immer wieder als "Template" für Situationskritik herangezogen.


Zum Beispiel gibt es in Communitys mit vielen Technikern, Unternehmern und Forschern Beiträge, die sich auf die Täuschung des Begriffs "pacification" (Befriedung) im römischen Kontext konzentrieren. Mit Aussagen wie "‘Pacified’ is a bloodless word" (‚Befriedet‘ ist ein Wort, das den Geruch von Blut entfernt) wird der Widerstand gegen die Verpackung von Eroberung und Massaker in "harmlosen Worten" deutlich. Gleichzeitig gibt es auch nüchterne Anmerkungen wie "Die Authentizität des Zitats ist umstritten, aber als Darstellung trifft es die historische Realität", die zeigen, dass es nicht nur um Emotionen geht, sondern auch um die Untersuchung der "Wirkung von Worten".


In einem anderen sozialen Netzwerk gibt es sensible Reaktionen auf politische Kalküle rund um "Friedenspreise" oder "Waffenstillstandsdeals". Zum Beispiel gibt es Beiträge, die zwar Hoffnung auf Waffenstillstandsvereinbarungen hegen, aber befürchten, dass "Preisverlangen" oder "Erfolgsschaffung" Vorrang haben und die Sicherheit der Betroffenen vernachlässigt wird. Die Wut (oder Angst) hier richtet sich nicht nur gegen den Krieg selbst, sondern auch gegen die Verwandlung des edlen Begriffs "Frieden" in ein "Handelswort".


In Blogkreisen, in denen sich Liebhaber der Antike und der Klassiker versammeln, wird der Artikel als Nachricht aufgegriffen und aus der Perspektive vorgestellt, dass "ein klassischer Satz zum Spiegel der modernen Politik wird". Trotz unterschiedlicher politischer Standpunkte scheint das Gefühl geteilt zu werden, dass Klassiker nützlich sind, um den "Moment, in dem Worte die Realität umschreiben" zu erkennen.


Insgesamt zieht sich durch die Reaktionen in den sozialen Medien die Frage, "wessen Frieden" das Wort "Frieden" tatsächlich meint. Was wird im Namen des Friedens getan, wer wird zum Schweigen gebracht und wer wird zurückgelassen? Diese Fragen ziehen die fast zweitausend Jahre alten Worte in die heutige Timeline.



Um die antiken Warnungen nicht zu modernen Werkzeugen zu machen

Doch Vorsicht ist geboten. Scharfe Zitate haben, weil sie Situationen stark erfassen, die Gefahr, wie ein Universalschlüssel missbraucht zu werden. Ein praktischer Satz kann die komplexe Realität vereinfachen. Deshalb liegt der Wert dieser Warnungen nicht darin, sie als "Hammer des Urteils" zu verwenden, sondern als "Linse der Überprüfung".


Die Fragen zur Überprüfung sind einfach.

  • Wessen Frieden ist dieser "Frieden"?

  • Ist dieser "Frieden" eine Einigung oder Zwang?

  • Ist dieser "Frieden" kurzfristige Ruhe oder langfristige Sicherheit?

  • Begleitet dieser "Frieden" die Erklärung von Schaden und Verantwortung?


Als Rom "Frieden" in Denkmäler eingravierte, wohnte der Erzählung des Sieges bei. Auch wenn wir heute das Wort "Frieden" hören, müssen wir prüfen, welche Realität sich dahinter verbirgt.


Dass ein Satz von vor zweitausend Jahren heute noch einschlägt, liegt vielleicht weniger daran, dass sich die Geschichte wiederholt, sondern daran, dass Menschen anfällig für "angenehme Worte" sind. Deshalb sollten wir, bevor wir uns wohlfühlen, einen Moment innehalten. Diese Pause zu ermöglichen, ist wohl die Aufgabe der Klassiker.



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