Die Kraft der Meditation, das Gehirn zu verändern: Meditation ist nicht nur Entspannung, sondern "fortgeschrittene Informationsverarbeitung" - Die MEG-Messungen von 12 Mönchen zeigten eine "bewegte Stille".

Die Kraft der Meditation, das Gehirn zu verändern: Meditation ist nicht nur Entspannung, sondern "fortgeschrittene Informationsverarbeitung" - Die MEG-Messungen von 12 Mönchen zeigten eine "bewegte Stille".

1) Warum hält sich das Missverständnis „Meditation = an nichts denken“ so hartnäckig?

Wenn die meisten Menschen an Meditation denken, stellen sie sich vor, tief durchzuatmen, störende Gedanken zu vertreiben und das Gehirn zur Ruhe zu bringen. Auch die geführten Anleitungen in Apps betonen oft „Ruhe“ und „Entspannung“. Doch viele Menschen haben tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass während der Meditation das Bewusstsein schärfer wird und sie wiederholt ihre Konzentration zurückgewinnen müssen.


Dieser Bericht liefert wissenschaftliche Beweise für diese Intuition: „Meditation ist keine Ruhe für das Gehirn, sondern ein dynamischer Zustand, der die Aktivitätsmuster des Gehirns erheblich verändert.“



2) Schauplatz der Forschung: „Profis der Praxis“ — 12 Mönche der thailändischen Waldtradition

Das Forschungsteam untersuchte 12 erfahrene Meditierende der Theravada-Buddhismus (thailändische Waldtradition) im Santa Cittarama-Kloster in Italien. Das Durchschnittsalter betrug etwa 39 Jahre, und die durchschnittliche Übungszeit lag bei über 15.000 Stunden. Diese Gruppe praktiziert regelmäßig sowohl Samatha als auch Vipassana in ausgewogener Weise.


Zur Messung wurde MEG (Magnetenzephalographie) verwendet. Im Vergleich zu EEG, das elektrische Spannungen auf der Kopfhaut misst, kann MEG die schwachen Magnetfelder, die durch neuronale Aktivitäten erzeugt werden, mit hoher zeitlicher Auflösung erfassen. Dies ist besonders geeignet, um Phänomene wie Meditation zu verfolgen, bei denen der Zustand ständig schwankt, sich stabilisiert und wieder schwankt.



3) Zwei Meditationen sind nicht „die gleiche Stille“

Die Forschung konzentrierte sich auf zwei klassisch kontrastierte Methoden.

  • Samatha: „Fokussierte Aufmerksamkeit“, bei der die Aufmerksamkeit kontinuierlich auf ein Objekt (wie den Atem) gerichtet wird, um den Geist zu stabilisieren.

  • Vipassana: „Offene Achtsamkeit“, bei der aufkommende Empfindungen, Gedanken und Emotionen beobachtet werden, ohne sie auszuwählen.


Die Forscher vergleichen diesen Unterschied mit dem Licht eines Taschenlampe. Samatha fokussiert den Lichtstrahl, während Vipassana ihn erweitert. Der Punkt ist, dass beide die Aufmerksamkeitsmechanismen „aktiv“ nutzen.



4) Was hat sich verändert? Die Schlüsselwörter sind „Komplexität“ und „Kritikalität“

Das Interessante an dieser Studie ist, dass sie nicht nur untersucht, „welcher Teil des Gehirns leuchtet“, sondern versucht, die Gehirnaktivität als „Dynamik (Art der Zustandsänderung)“ zu erfassen. Die Analyse kombinierte verschiedene Indikatoren wie die Komplexität der Signale (z. B. Lempel-Ziv-Komplexität, Spektralentropie) und Indikatoren, die mit Kritikalität zusammenhängen (DCC: deviation from criticality coefficient), sowie die 1/f-Neigung des Frequenzspektrums und die Langzeitkorrelationen im Gamma-Bereich (LRTC).


Zusammengefasst lassen sich drei Hauptpunkte feststellen.

(1) Bei beiden Meditationen nimmt die „Komplexität“ im Vergleich zur Ruhe zu
Während der Meditation werden die Gehirnsignale nicht einfach ruhig, sondern wechseln in einen informationsreicheren Zustand. Dies widerspricht direkt dem populären Bild, dass „Meditation das Gehirn beruhigt“.


(2) Allerdings nehmen Samatha und Vipassana nicht „auf die gleiche Weise“ zu
Laut DCC-Analyse unterscheiden sich die beiden. Mit anderen Worten, obwohl die Komplexität zunimmt, könnte die Art und Weise, wie der Zustand organisiert ist (computational arrangement), unterschiedlich sein.


(3) „Gamma nimmt zu“ ist nicht immer der Fall — bei Korrektur kann eine Abnahme sichtbar werden
In der Meditationsforschung wird oft von einer Zunahme des Gamma-Bereichs gesprochen, aber in dieser Studie zeigte sich, dass bei Korrektur des 1/f-Anteils die Gamma-Leistung als Oszillationskomponente tatsächlich abnahm. Die Forscher betonen, dass dies „anders als in früheren Berichten“ ist.



5) Was ist „Kritikalität“ — die „genau richtige“ Balance zwischen Ordnung und Chaos

Kritikalität ist grob gesagt die Idee, dass „an der Grenze zwischen Ordnung (Stabilität) und Chaos (Flexibilität) die Informationsverarbeitung am besten optimiert wird“. Zu viel Stabilität kann die Anpassungsfähigkeit verringern, während zu viel Unordnung zum Zusammenbruch führen kann — der Mittelweg ist der „Sweet Spot“.


Der Artikel von WIRED beschreibt, dass Vipassana in Richtung dieses „Balancepunkts“ führt, während Samatha eine stabilere und fokussiertere Haltung einnimmt. Anders ausgedrückt, Vipassana schafft eine „offene Stabilität für Veränderungen“, während Samatha eine „zielgerichtete Stabilität“ schafft — eine solche Interpretation scheint sinnvoll.



6) Reaktionen in den sozialen Medien: Erwartungen und Kritik laufen gleichzeitig

Dieses Thema hat auch in den sozialen Medien für „verständlichen Schock“ gesorgt. Der starke Einstieg ist „Meditation ist doch zum Ausruhen da, oder?“ und „Ist das Gehirn von Mönchen wirklich anders?“.


Reaktion 1: Das Vergnügen, dass die Geschichte von „Meditation = Entspannung“ aktualisiert wird
Auf LinkedIn gibt es positive Reaktionen wie „Es ist eine Geschichte, die über ‚nur Entspannen‘ hinausgeht“ und „Die Erklärung, dass es sich um hochgradig adaptive Gehirnaktivität handelt, ist nachvollziehbar“. Auch in den Kommentaren wird ein ähnlicher Ton fortgesetzt, z. B. „Das Gleiche gilt für viele Konzentrations- und Meditationspraktiken“ und „Eine faszinierende Studie“.


Reaktion 2: Auch die „Betriebsweise“ der Community wird sichtbar
Auf der anderen Seite wurde auf Reddit im Meditations-Community ein WIRED-Link-Post von einem Moderator aufgrund der Regel „Selbstpromotion verboten“ entfernt. Unabhängig von der Zustimmung oder Ablehnung des Inhalts zeigt dies die Realität, dass „wer aus welcher Position teilt“ bei der Verbreitung in sozialen Medien wichtig ist.


Reaktion 3: Am Ende kommt immer die „Kritik an der wissenschaftlichen Kompetenz“
Diese Studie untersuchte 12 Probanden, alle männlich und „Profis der Profis“. Die Frage, ob „normale Menschen denselben Gehirnzustand schnell erreichen können“ oder ob „die Wirkung von Anfänger-Meditations-Apps direkt damit verbunden ist“, ist eine andere Angelegenheit. Der Artikel erwähnt auch, dass Anfänger nicht sofort den Zustand von Experten erreichen. Je mehr das Thema in den sozialen Medien diskutiert wird, desto mehr wird dieser Punkt immer diskutiert.



7) Was können wir daraus lernen? — Die Unterscheidung als „zwei Übungen“

Die praktischste Erkenntnis aus dieser Studie ist die Sichtweise, dass „Meditation kein einzelnes Wunder ist, sondern ein ‚Übungsrepertoire‘, um die Modi des Gehirns zu wechseln“.

  • Samatha vor der Arbeit oder dem Lernen: Übung, um den Aufmerksamkeitsstrahl zu fokussieren.
    Beispiel: Verfolgen Sie das Gefühl des Atems (Nasenrücken, Auf- und Abbewegung von Brust und Bauch) als „einen Punkt“ und kehren Sie zurück, wenn Sie abgelenkt werden.

  • Vipassana bei Stress oder emotionaler Aufruhr: Übung, um mit einem breiten Strahl zu beobachten.
    Beispiel: Kennzeichnen Sie „Unruhe“, „Anspannung“ und „Gedankenkreisel“ als „Phänomene“, ohne sie zu bewerten, und lassen Sie sie vorbeiziehen.


Obwohl man „sitzt und die Augen schließt“, tut man etwas anderes. Daher ist auch die Wirkung unterschiedlich — wenn man dies als eine sorgfältige Unterstützung durch Gehirnmessungen versteht, wird das Verständnis vertieft.



8) Grenzen und Zukunft: Drei Dinge, die wir als nächstes wissen möchten

Wissenschaftlich gesehen beginnt hier der eigentliche Teil.

  1. Treten bei Anfängern bis Fortgeschrittenen die gleichen Veränderungen der Indikatoren auf? (Quantitätsproblem? Qualitätsproblem?)

  2. **Bleibt es als langfristige „Trait-Veränderung“** bestehen (oder ist es nur eine Zustandsänderung während der Meditation)?

  3. Brücke zur klinischen und pädagogischen Anwendung: Wie hängen die Reduzierung von Angst, Depression und Grübeln mit Kritikalität und Komplexität zusammen?


Diese Studie hat die Grundlage für Messungen und Sprache geschaffen, um Meditation nicht als „Mysterium“, sondern als „trainierbaren Gehirnzustand“ zu behandeln. Der nächste Schritt ist, wie dies auf den Alltag der Menschen angewendet werden kann.



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