AI-Musik: Von der "Erzeugung" zur "Produktion" ― Was sich mit Google×ProducerAI ändert

AI-Musik: Von der "Erzeugung" zur "Produktion" ― Was sich mit Google×ProducerAI ändert

1. Google übernimmt die "AI-Musikproduktionsplattform"

Am 24. Februar 2026 gab Google bekannt, dass es die AI-Musikproduktionsplattform ProducerAI übernommen hat und das gesamte Team in Google Labs integriert. ProducerAI ist ein Dienst, der seinen Ursprung in dem einst auf sozialen Netzwerken viralen Riffusion hat. Im Gegensatz zu einfachen "Ein-Klick-Musikgeneratoren" zeichnet sich ProducerAI dadurch aus, dass Benutzer und AI gemeinsam an der Musikproduktion arbeiten. Die Übernahme wurde in den Medien der Musikindustrie als "Gegenmaßnahme zu Suno" interpretiert und als Zeichen dafür gesehen, dass Google ernsthaft in den Wettbewerb um generative Musik einsteigt.


Der entscheidende Punkt ist, dass Google nicht nur Apps oder Modelle entwickelt, sondern ein Produkt mit einem Produktionsworkflow erworben hat. Die Leistungsunterschiede bei Musikgenerierung werden zunehmend geringer, weshalb der Fokus darauf liegt, wer den benutzerfreundlichsten Produktionsprozess bietet. Durch die Integration von ProducerAI hat Google schnell die Kontrolle über dieses Hauptfeld übernommen.


2. Was ist ProducerAI: Der "konversationsbasierte Produzent" nach Riffusion

ProducerAI wurde von Mitbegründer Seth Forsgren und anderen gegründet und setzt den Trend fort, der im Dezember 2022 mit der viralen Verbreitung von Riffusion begann. Riffusion verbreitete sich als Open-Source-"Hobbyprojekt" und wurde später kommerzialisiert. Im Jahr 2023 sicherte sich das Unternehmen eine Seed-Finanzierung, und es wurde berichtet, dass The Chainsmokers als Berater auf Künstlerseite beteiligt waren.


ProducerAI zielt nicht darauf ab, massenhaft fertige Produkte zu generieren, wie es oft mit dem Begriff "AI-Musik" assoziiert wird, sondern darauf, ein "Partner im menschlichen Produktionsprozess" zu sein. Auch Google beschreibt es nicht als Werkzeug, das wie ein Glücksspielautomat Ergebnisse liefert, sondern als Produktion, die auf einem Austausch (back-and-forth) basiert.


3. Googles Engagement in der "AI-Produktions-Stack": Lyria 3×Gemini×Veo×Nano Banana

Ein Grund, warum diese Übernahme Aufmerksamkeit erregt, ist, dass der von ProducerAI unter Google verwendete Technologiestack nicht auf Musik beschränkt ist.

  • Lyria 3: Das Herzstück der Musikgenerierung. Das neueste Modell von Google DeepMind, das sich durch ein tiefes Verständnis von "Musikalität" wie Rhythmus und Arrangement sowie durch eine präzise Kontrolle von Tempo und Textzeitabgleich auszeichnet.

  • Gemini: Funktioniert als Gesprächsschnittstelle, um Produktionsabsichten und Verbesserungsvorschläge im "Dialog" voranzutreiben.

  • Veo: Erweiterung in den Bereich AI-generierter Musikvideos, mit dem Ziel, nicht nur Audio, sondern auch Video nahtlos zu integrieren.

  • Nano Banana: Verbindet sich auch mit der Bildgenerierung für Albumcover und zielt darauf ab, den Prozess der Erstellung von Veröffentlichungen abzudecken.

  • SynthID: Eingebettetes unsichtbares Wasserzeichen in den Ausgaben, um Inhalte als von Google generiert identifizierbar zu machen.


Zusammengefasst versucht Google, nicht nur eine "Musik erzeugende AI" zu schaffen, sondern eine komplette Produktionspipeline von der Erstellung über die Verpackung bis zur Veröffentlichung als einheitliches Erlebnis zu bündeln. Wenn YouTube einbezogen wird, könnte die Verbindung von Produktion zu Verbreitung und Entdeckung erheblich gestärkt werden.


4. "Spaces" als nächstes Schlachtfeld: Mehr als nur Generierung, es geht um "Werkzeugentwicklung"

Interessant an Googles Ankündigung ist die Positionierung der Funktion Spaces. Sie ermöglicht es, neue Instrumente und Effekte in natürlicher Sprache zu erstellen und als Mini-Apps zu teilen und zu remixen – das heißt, es geht nicht nur darum, "Musik zu machen", sondern auch darum, die Produktionswerkzeuge selbst zu entwickeln und zu verteilen.


Dies ist der "zweite Wettbewerb", der nach der Reifung der generativen AI kommt.

  • Erste Stufe: Gute Klänge erzeugen (Modellqualität)

  • Zweite Stufe: Gute Klänge gestalten können (Editierbarkeit, Reproduzierbarkeit, Zusammenarbeit)

  • Dritte Stufe: Diese Produktionsmethoden als Vorlagen verbreiten (Teilen von Workflows)


Spaces zielt auf die dritte Stufe ab. Wenn sich dies verbreitet, wird nicht mehr der "Sound, der wie ein bestimmter Song klingt", sondern das "Produktionsrezept, das wie ein bestimmter Produzent klingt" zum wertvollen Gut. Die "Preset-Kultur" im AI-Zeitalter könnte sich auf App-Ebene enorm ausweiten.


5. Das Tauziehen zwischen "Recht und öffentlicher Meinung" im Schatten von Suno

Der Hintergrund, warum ProducerAI als "Gegenmaßnahme zu Suno" bezeichnet wird, liegt nicht nur in der Marktgröße, sondern auch in den rechtlichen Risiken und den Zündstoffen der öffentlichen Meinung. MBW berichtete zur gleichen Zeit, dass Künstlervertreter einen offenen Brief mit dem Titel "Say No to Suno" veröffentlichten. Der Brief argumentiert, dass generative AI, die auf unautorisierter Lernbasis arbeitet, Plattformen mit "AI-Schrott" füllt und die Einnahmemöglichkeiten legitimer Künstler schmälert.


Der Bericht erwähnt auch, dass es auf Deezer zu einer Flut von AI-generierten Musikeinreichungen kommt und dass der Anteil an betrügerischen Wiedergaben (fraud) hoch ist.

 
In diesem Kontext betont Google seine Haltung zur "verantwortungsvollen Entwicklung" und "rechtebewussten Schulung". MBW deutet an, dass Google bei der Schulung von Lyria 3 Inhalte innerhalb des von YouTube/Google kontrollierten Rechtebereichs verwendet hat, obwohl keine Details offengelegt wurden.


Wichtig ist hier, dass YouTube für Google eine "riesige Musikvertriebsplattform" darstellt. Für Unternehmen mit einer Vertriebsplattform ist die Beziehung zu Rechteinhabern lebenswichtig. Daher ist es notwendig, bei generativer Musik die Geschichten von "Transparenz", "Identifikation (SynthID)" und "Partnerkooperation" in den Vordergrund zu stellen.


6. Reaktionen in sozialen Medien: Erwartung und Vorsicht, "Letztlich steht das Thema Rechte im Fokus"

 

Die Reaktionen auf die Übernahme in sozialen Medien sind im Wesentlichen ein Gleichgewicht zwischen **"Erwartung auf Demokratisierung der Produktion" und "Vorsicht vor Rechten, Schrott und Qualitätsverschlechterung"**.


(1) "Wettbewerb ist gut" Fraktion: Begrüßung der Gegenmaßnahme zu Suno/Udio
Auf LinkedIn verbreitete sich ein Beitrag von Experten aus dem Musik- und Technologiebereich, der darauf hinwies, dass es für Suno und Udio kein "roter Tag" sei (kein schwerer Schlag), aber dass das Thema "IP-Gepäck" ein Diskussionspunkt sein wird. In den Kommentaren gab es auch Reaktionen wie "Wettbewerb ist gut für alle. Er verbessert die Plattformen", was eine Stimmung von "Wettbewerb statt Monopol" zeigt.


(2) "AI-Schrott wird beschleunigt" Fraktion: Je einfacher die Produktion, desto schwerwiegender das Überangebot
In technik- und kulturorientierten Medien gibt es starke Kritik, dass generative Musik die "Schrottproduktion" verstärkt. Anders ausgedrückt, der technische Fortschritt führt nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung des Musikerlebnisses, sondern könnte eher das "Rauschen" erhöhen.


(3) Aus der Sicht der Kreativen: Praktisch, aber "Erklärung der Lerndaten" und "kommerzielle Nutzung" sind von Interesse
Aus der Perspektive der Produktionspraxis besteht eine starke Erwartung, dass es nützlich wäre, wenn "Bearbeitung, Zusammenarbeit und Wiederholung" möglich sind. Andererseits, egal wie gut die Benutzeroberfläche ist, wenn die Lerndaten und die Rechteverarbeitung unklar sind, kann keine Entscheidung über die kommerzielle Nutzung getroffen werden. Dass ProducerAI SynthID voraussetzt, ist wahrscheinlich ein Design, um die "Unsicherheit der Benutzer" zu verringern.


(4) Unterschiedliche Temperaturen in der Community: Begeisterung, aber die Diskussion wird sich erst noch vertiefen
Auch in der AI-Musik-Community auf Reddit wurde das Thema Übernahme angesprochen, aber zumindest in dem betreffenden Thread gab es unmittelbar nach der Veröffentlichung nur wenige Kommentare, was auf eine abwartende Haltung hindeutet. Auch bei großen Nachrichten bewerten die Nutzer vor Ort erst, "was tatsächlich möglich ist und was sich ändert", bevor sie ein Urteil fällen – eine solche Realität wird sichtbar.


7. Zukünftige Schwerpunkte: Kann Google sowohl "die Schöpfer" als auch "die Rechteinhaber" gleichzeitig zufriedenstellen?

Diese Übernahme ist nicht nur eine Geschichte darüber, dass ein weiterer Herausforderer zu Suno hinzugekommen ist. Die Streitpunkte werden sich auf die folgenden drei konzentrieren.

  1. Überlegenheit der Produktionserfahrung: Inwieweit kann die konversations- und wiederholungsbasierte Produktion das Gefühl des "wirklichen Musikmachens" bieten?

  2. Rechte und Transparenz: Wird das Training und die Nutzung von Lyria 3, der Umgang mit generierten Inhalten und die Identifikation (SynthID) als vertrauenswürdig angesehen?

  3. Verbindung zur Verbreitung: Kann ein nahtloser Prozess geschaffen werden, der auch die "Verwendungsorte" wie YouTube, Kurzvideos, Werbung und BGM umfasst?


Die gespaltene Meinung in sozialen Medien resultiert genau daraus, dass diese drei Punkte gleichzeitig in Frage gestellt werden. Je mehr Bequemlichkeit zunimmt, desto mehr wächst das Angebot, und die Kritik an Schrott wird lauter. Wenn die Rechteinhaber ihre Vorsicht verstärken, werden die Nutzungsregeln strenger. Dann könnten sich die Kreativen abwenden – wie Google dieses Tauziehen durch Produktdesign und Verhandlungsgeschick löst, wird der "entscheidende Punkt" für AI in der Musik im Jahr 2026 sein.



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