Die Zukunft des Datings durch Sprach-AI: Wird AI die Anzahl der Dates erhöhen? Eine neue Generation des Matchings, die durch "nur Sprechen" die Kompatibilität entdeckt, erhält Finanzierung.

Die Zukunft des Datings durch Sprach-AI: Wird AI die Anzahl der Dates erhöhen? Eine neue Generation des Matchings, die durch "nur Sprechen" die Kompatibilität entdeckt, erhält Finanzierung.

AI als Rezept für die Ära des „Ich möchte dich treffen, aber ich kann nicht“

Dating-Apps haben es ermöglicht, weltweit nach Begegnungen zu „suchen“. Gleichzeitig empfinden viele Menschen ein Überangebot an Begegnungen und die daraus resultierende Erschöpfung.

Es gibt unendlich viele Kandidaten. Die Gespräche gehen weiter. Doch es kommt nicht zum tatsächlichen Treffen. „Swipe-Müdigkeit“, „endlose Chats“ und „Ghosting“ sind mittlerweile gängige Begriffe in der modernen Liebe.


Ein Startup aus San Francisco namens Known versucht, diese „Reibung bis zum Treffen“ mithilfe von KI zu verringern. Ihre Aussage ist einfach und provokant.

KI ersetzt nicht zwischenmenschliche Beziehungen, sondern wird genutzt, um „persönliche Begegnungen“ zu fördern.


Was Known tut: Auf das Swipen verzichten und die „Persönlichkeit“ durch Sprache erkunden

Der Kern von Known liegt vor dem Matching. Während herkömmliche Apps den Nutzer mit „Foto + Kurzprofil + Interessenliste“ auswählen lassen, beginnt Known mit einem Gespräch mit einer Sprach-KI.


Anstatt ein Formular auszufüllen, spricht man wie bei einem Telefonat. Die KI stellt Fragen, vertieft die Antworten und fügt bei Bedarf Nachfragen hinzu. Das Onboarding dauert im Durchschnitt 26 Minuten, bei manchen sogar 1 Stunde und 38 Minuten.


Interessant ist, dass die Länge der Zeit nicht der „Grund für den Ausstieg“ ist, sondern vielmehr den Erlebniswert darstellt. Bei Texteingaben neigen wir unbewusst dazu, „schön klingende Formulierungen“ zu bearbeiten. Bei Sprache kommen Wortwahl, Pausen, Tempo und Intensität zum Ausdruck. „Nuancen“, die im Profil nicht geschrieben werden können, kommen zum Vorschein.

Known nutzt diese „Nuancen“ als Material, um den nächsten Schritt zu gehen.


Design für das „Treffen“: 24-Stunden-Regel, um die „Temperatur“ zu halten

Der Ablauf von Known ist so gestaltet, dass Chats nicht in die Länge gezogen werden.

  1. Nach Abschluss des Sprach-Onboardings schlägt die KI Kandidaten vor

  2. Benutzer können der KI Fragen zum Profil stellen (Hintergrund, Gründe für die Kompatibilität usw.)

  3. Wenn es gefällt, tippt man auf „Interessiert“

  4. Wenn beide übereinstimmen, kommt es zur Vorstellung

  5. Innerhalb von 24 Stunden die Vorstellung annehmen und innerhalb von 24 Stunden einem Date zustimmen

Diese „Zeitbegrenzung“ zielt auf die größten Feinde der Liebe ab – Aufschub und Abkühlung der Gefühle.


Nachrichtenwechsel sind zwar unterhaltsam, neigen jedoch dazu, die Beziehung „im Text“ einzuschließen. Verabredungen werden aufgeschoben, und bevor man es merkt, verwandeln sie sich in ungelesene Nachrichten oder ein Fade-out. Known verhindert dies durch Design und lässt schnell entscheiden, „ob man sich trifft oder nicht“.


In der Beta-Phase „führten 80 % der Vorstellungen zu persönlichen Dates“ – Zahlen, die den „Unterschied im Erlebnis“ zeigen

Known erklärt, dass in San Francisco getestet wurde und etwa 80 % der Vorstellungen zu persönlichen Dates führten.


Wie groß die Basis dieser Zahl ist, über welchen Zeitraum sie erzielt wurde und wie streng die Definition von „Date“ ist – all das muss noch überprüft werden. Dennoch, angesichts der Herausforderungen, die Swipe-Apps mit sich bringen, ist es verständlich, dass Investoren zumindest auf die „Richtung des Produkts“ reagiert haben.


Einnahmemodell tendiert zu „Erfolgsprämien“: In der Beta-Phase „30 Dollar pro erfolgreichem Date“

Known begann ursprünglich mit der Idee, „Restaurantreservierungen von KI erledigen zu lassen“. Diese Überbleibsel sind immer noch vorhanden, und Known bietet auch Unterstützung bei der Auswahl von Restaurants. Basierend auf den im Gespräch ermittelten Vorlieben schlägt es Restaurants für das erste Date vor.


Darüber hinaus unterstützt es durch KI-Chat und Kalenderintegration auch die gemeinsame Nutzung freier Zeiten.


Interessant ist die Überlegung zur Bezahlung. In der Beta-Phase wurde ein Modell getestet, bei dem **„30 Dollar fällig werden, wenn ein Date zustande kommt“**. Dies steht im Gegensatz zu einem Abonnementmodell, bei dem „je länger man in der App bleibt, desto mehr verdient man“. Known zielt darauf ab, ein Design zu schaffen, bei dem „ein Treffen oder das Finden eines Partners und das Verlassen der App“ als Erfolg gewertet wird.

Allerdings sind die Gebühren nicht festgelegt, und es wird erwartet, dass in Zukunft verschiedene Modelle getestet werden.


Finanzierung: Forerunners „erste Investition in eine Dating-App“ ist symbolisch

Known hat insgesamt 9,7 Millionen Dollar aufgebracht. Zu den Investoren gehören neben Forerunner und NFX auch Pear VC, Coelius Capital und andere.

Besonders symbolisch ist, dass dies für Forerunner als „erste Investition in eine Dating-App“ gilt. Der Kommentar der Investoren, dass „die unausgesprochenen Bedürfnisse weiblicher Nutzer durch Gespräche herausgeholt werden können“, unterstützt die „Sprachstrategie“ von Known.


Reaktionen in den sozialen Medien: Auf LinkedIn überwiegt die Erwartung, dass „KI die Liebe wieder in die ‚Realität‘ zurückbringt“

Auf öffentlichen sozialen Netzwerken gibt es zumindest derzeit keine großen Kontroversen oder Kritik, und die Reaktionen in der Investoren- und Gründer-Community (insbesondere auf LinkedIn) sind überwiegend positiv.


1) Aus Sicht der VC-Unterstützer: Nach dem Swipen kommt das „Zeitalter der Kuratierung“

In einem Beitrag eines Pear VC-Mitglieds wird die Geschichte erzählt, wie sich Dating-Produkte von „Suche→Swipe→KI“ entwickeln und von unendlichen Kandidaten zu „gezielten Vorstellungen“ übergehen. Die Merkmale von Known, wie das 26-minütige Sprach-Onboarding, die 24-Stunden-Regel und die hohe Rate an persönlichen Dates, werden hervorgehoben, und es taucht die Metapher des „10.000-Dollar-Kupplers in der Tasche“ auf.


2) Aus Sicht der Gründer: Erklärung zur Umkehrung des „Zwecks der App“

Der Beitrag der Gründerin Celeste Amadon fasst die Philosophie von Known prägnant zusammen. Der Kern ist: „Herkömmliche Apps waren darauf ausgelegt, die ‚Verweildauer‘ zu erhöhen, anstatt die Anzahl der Dates zu steigern. Known kehrt dies um, verzichtet auf das Swipen, versteht die Persönlichkeit durch Sprache und kuratiert reale Dates.“


3) Aus Sicht der Investoren: Diskussion über den sozialen Einfluss auf die „Einsamkeit“

Im offiziellen Beitrag von Forerunner wird die Mission von Known als Förderung „reicherer Beziehungen“ beschrieben und das Produkt eher als Auseinandersetzung mit Einsamkeit und der Verwässerung von Beziehungen positioniert, anstatt als bloße Dating-Plattform.


4) Dennoch verbleibende Diskussionspunkte: Sprachdaten, Algorithmen und Sicherheit

Trotz der positiven Stimmung gibt es aufgrund der Natur des Produkts auch unvermeidliche Diskussionspunkte.

  • Sprachdaten und Privatsphäre: Stimme ist persönlicher als Text. Known hat in seinen Nutzungsbedingungen Rechte zur Offenlegung, Löschung und zum Opt-out der Nutzung von Sprachaufnahmen und AI-Transkriptionsdaten festgelegt, aber es ist wichtig, wie gut die Nutzer dies verstehen und ob sie sich sicher fühlen, diese Daten anzuvertrauen.

  • Bias und Rechenschaftspflicht: Es ist von Vorteil, dass die KI erklären kann, „warum dieser Partner“, aber wenn die zugrunde liegenden Entscheidungskriterien eine Blackbox sind, kann dies Misstrauen hervorrufen.

  • Sicherheit: Je schneller man sich aufgrund von Zeitbeschränkungen trifft, desto wichtiger wird das Design für Identitätsprüfung, Maßnahmen gegen böswillige Nutzer und die Bewältigung von Problemen.


Optimiert Known die Liebe oder bringt es die Liebe zurück in die Realität?

Wenn man von AI-Liebe hört, denkt man leicht an Chat-Partner, die AI sind, oder an virtuelle Liebesbeziehungen. Doch Known legt Wert darauf, die Liebe vom Bildschirm zurück an den realen Tisch zu bringen.


Die Mittel dazu sind:

  • Langes Sprach-Onboarding (Tiefe des Verständnisses)

  • Zeitbeschränkung (Beseitigung von Aufschub)

  • Unterstützung bei Dates (Erleichterung der Durchführung)

  • Erfolgsabhängige Gebühren (Anreizharmonisierung), was einem „Kuppler“ ähnelt.


Zukunft: Die „Skalierungsherausforderung“ beim geplanten Start Anfang nächsten Jahres

Known testet derzeit in San Francisco und plant den Start Anfang nächsten Jahres.


Die Frage, die sich stellt, ist, inwieweit das Erlebnis, das einer Kupplerin ähnelt, skaliert werden kann. Je tiefer das Verständnis durch Sprache, desto höher sind die Kosten für Verarbeitung, Sicherheit und Support. Umgekehrt wird die Differenzierung geringer, wenn es oberflächlicher wird.


Kann AI, die „Treffen ermöglicht“, zum „nächsten Standard“ für Dating-Apps werden? Die Herausforderung von Known könnte ein Prüfstein für das Ende der Swipe-Ära sein.


Ursprüngliche Artikelnotizen (Referenzinformationen)

  • TechCrunch (veröffentlicht am 19. Dezember 2025): Known erhöht persönliche Dates durch Sprach-KI-Onboarding, 80 % der Vorstellungen führten in Tests zu Dates, 9,7 Millionen Dollar Finanzierung, Beta in San Francisco, geplanter Start Anfang nächsten Jahres usw.

  • Zusätzliche Referenz: LinkedIn-Beiträge von Investoren und Beteiligten (Pear VC-Mitglieder, Forerunner, Gründer selbst usw.), die die Designphilosophie und die Erwartungen an das „Nächste nach dem Swipen“ diskutieren.


Referenzartikel

Known nutzt Sprach-KI, um mehr persönliche Dates zu ermöglichen.
Quelle: https://techcrunch.com/2025/12/19/known-uses-voice-ai-to-help-you-go-on-more-in-person-dates/