Der einstige Inbegriff der Freiheit, das Cabriolet, verschwindet - Hat das SUV das Symbol der Freiheit übernommen? Der Niedergang des Cabriolets und das "Zeitgefühl"

Der einstige Inbegriff der Freiheit, das Cabriolet, verschwindet - Hat das SUV das Symbol der Freiheit übernommen? Der Niedergang des Cabriolets und das "Zeitgefühl"

1) Autos ohne Dach sind nicht mehr selbstverständlich

Einst war das Cabriolet kein besonderer Traum, sondern ein „greifbarer Luxus“. Einfach das Dach an einem schönen Tag öffnen und die gleiche Straße sieht anders aus. Freiheit, ein Gefühl der Befreiung, ein kleines bisschen Übermut. Solche Werte waren in die Struktur des Fahrzeugs selbst eingraviert.


Doch auf dem deutschen Markt zeigt sich diese „Selbstverständlichkeit“ deutlich in den Zahlen. Im Jahr 2025 wurden 33.924 Cabrios neu zugelassen. Ein Rückgang von 17% gegenüber dem Vorjahr, das selbst ein langfristiger Tiefpunkt war. Von den in Deutschland verkauften Neuwagen ist nur noch „einer von 84“ ein Cabrio, was ihre Seltenheit unterstreicht. Geht man weiter zurück, so wurden 2009 noch 102.938 Fahrzeuge registriert, was den klaren Absturz von einer „Hauptkategorie“ zu einer „Nische“ innerhalb von etwas mehr als einem Jahrzehnt verdeutlicht.


2) Warum der Rückgang: Stimmungswandel und die Theorie, dass „SUVs die Freiheit ersetzt haben“

Es ist schwierig, die Gründe für den Abwärtstrend in einem Satz zusammenzufassen. Dennoch gibt es mehrere Faktoren, die zusammenkommen.


Zunächst wird von einem „Wandel im Lebensgefühl“ gesprochen. Der Reiz des Cabrios ist eng mit Wetter, Jahreszeiten und Freizeitgestaltung verbunden. Doch der moderne Konsum verlangt nicht nur emotionale Werte, sondern auch eine „Erklärbarkeit des Nutzens“. Familien, Gepäck, Pendeln, Reisen – Fahrzeuge, deren Nutzung sich leicht erklären lässt, werden oft bevorzugt.


Hier kommen die SUVs ins Spiel. Die gute Übersicht, die imposante Höhe und das Gefühl der Sicherheit auch bei schlechtem Wetter. Die Position, die einst „Freiheit“ und „Außergewöhnlichkeit“ verkörperte, wurde von SUVs als „Verlängerung des Alltags“ übernommen. Tatsächlich wird in Berichten zusammengefasst, dass „das Image der Freiheit, das Cabrios auszeichnete, teilweise durch SUVs ersetzt wurde“.


3) „Auch wenn man kaufen möchte, gibt es keine Auswahl“ – Die Realität der schrumpfenden Modellpalette

Der Nachfragerückgang hat sich auch auf die Angebotsseite ausgewirkt und einen negativen Kreislauf in Gang gesetzt. Die Hersteller haben ihre Cabrio-Modelle reduziert, wodurch die Auswahl von vornherein geringer wurde. Viele Marken bieten keine Cabrios mehr an, und wenn doch, dann meist nur ein bis zwei Modelle.


Das Ergebnis ist, dass der deutsche Markt im Jahr 2025 zu einem „konzentrierten Markt“ geworden ist. Das meistverkaufte Modell ist das VW T-Roc Cabriolet mit 8.179 Einheiten. Es folgen BMW (6.499), Mercedes (4.951), Porsche (4.946) und Mini (4.926), wobei diese fünf Marken etwa 87% des Verkaufs ausmachen. Das bedeutet, dass der „Cabrio-Markt“ fast schon eine „Spezialität (oder ein Stolz) einiger Marken“ darstellt.


4) Technik und Kosten: Ohne Dach wird das Fahrzeug „stärker“ gefordert

Das Cabriolet ist ein Bündel von Romantik, aber das Design kann nicht nur romantisch sein. Da es kein festes Dach gibt, sind Verstärkungen erforderlich, um die Karosseriesteifigkeit zu gewährleisten. Diese Verstärkungen führen direkt zu einem höheren Gewicht, was sich auf Verbrauch, Reichweite und Kosten auswirkt.


Zum Beispiel ist bekannt, dass das T-Roc Cabriolet aufgrund der Verstärkungen und Mechanismen, die das fehlende Dach ausgleichen, schwerer ist. Diese strukturellen Nachteile machen es schwierig, als Massenfahrzeug eine „preisgerechte Erklärung“ zu bieten.


Und jetzt wird dieses Problem durch die Elektrifizierung verstärkt. Elektrofahrzeuge haben schwere Batterien im Unterboden und sind aufgrund der Reichweite empfindlich gegenüber Aerodynamik und Gewicht. Eine Karosserie ohne Dach macht es noch schwieriger, die Steifigkeit zu gewährleisten, was leicht zu einer Kette von Gewichtszunahme → Reichweitenverschlechterung → Kostensteigerung führt. Als Grund, warum es auf dem Markt nur wenige elektrische Cabrios gibt, wird immer wieder erklärt, dass „das Batteriegewicht das Steifigkeitsproblem verschärft und die Entwicklungsrisiken und -kosten erhöht“.


5) Dennoch „verschwinden sie nicht aus der Stadt“ – Die Beständigkeit von 2,2 Millionen Fahrzeugen

Nur weil sich Neuwagen schlecht verkaufen, verschwindet die Cabrio-Kultur nicht sofort. Auf den Straßen Deutschlands fahren immer noch etwa 2,2 Millionen Cabrios (Stand: 1. Januar 2025). Viele Besitzer pflegen ihre alten Fahrzeuge liebevoll, und die „Lebensdauer als Hobby“ ist lang.


Allerdings schrumpft der Bestand (die Anzahl der Fahrzeuge) langsam. Je dünner das Neuwagenangebot wird, desto schwieriger ist es, den natürlichen Rückgang zu stoppen. Die Zahl, dass es im Vergleich zum Vorjahr etwa 24.000 Fahrzeuge weniger gibt, spricht gleichzeitig von „immer noch viel“ und „sicherlich weniger“.


Auch regionale Unterschiede sind symbolisch. Als Region mit einem hohen Cabrio-Anteil wird der Landkreis Starnberg in Bayern (8,6% der Fahrzeuge) genannt, gefolgt von den Landkreisen Hochtaunus und Bad Dürkheim. Diese Regionen lassen sich leicht mit einem Bild von „Freizeit und Luxusgütern“ assoziieren.



6) Auffällige Reaktionen in sozialen Medien und Foren (Punkte, bei denen die Meinungen auseinandergehen)

 

A. Die „Kein Wunder, dass sie weniger werden“-Fraktion: Praktikabilität, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Opportunitätskosten

  • Der Hinweis auf „Opportunitätskosten“, dass es für Hersteller selbstverständlich ist, sich auf SUVs und andere Hauptmodelle zu konzentrieren, anstatt in unbeliebte Derivate zu investieren. Die Meinung, dass Cabrios in kleinen Stückzahlen schwer rentabel sind.

  • Unzufriedenheit mit der Praktikabilität: „Regen, Kälte, Lärm, Sicherheit, Kofferraum, Rücksitze... letztendlich ungeeignet für den Alltag“.

  • Die Stimme, dass „die Preise zu hoch geworden sind und es zu einem luxuriösen Hobby geworden ist“. Auch europäische Medien sprechen von Preissteigerungen und Bedenken hinsichtlich der Praktikabilität als Faktoren für die „Notlage von Softtops“.

B. Die „Traurig“-Fraktion: Die Traurigkeit, dass das Symbol der Freiheit von „versiegeltem Komfort“ übertroffen wird

  • Das Gefühl des Verlustes, dass „das Erlebnis, den Wind, den Geruch und den Wechsel der Jahreszeiten zu spüren, aus den Autos verschwindet“. Auch im amerikanischen Kontext gibt es die Erzählung, dass „der emotionale Wert, den das Offenfahren symbolisierte, durch Technik und Komfort ersetzt wird“, was eine gemeinsame Atmosphäre schafft.

  • Die Diskussion über die Designvielfalt: „Es ist langweilig, dass alles die gleiche Form (hohe Autos) annimmt“.

C. Die Hürden im Zeitalter der E-Mobilität: Aerodynamik, Gewicht, Steifigkeit, Reichweite

  • In der EV-Community gibt es viele Diskussionen über Technik und Geschäft, wie „Cabriolets sind aerodynamisch im Nachteil“ und „Nischenmodelle sind als EV besonders unrentabel“.

  • Der Realismus: „Wenn man es mit EVs macht, sollte man zuerst Reichweite und Preis in den Griff bekommen, bevor man sich um das Dach kümmert“.

D. Es gibt immer noch Leute, die sie wollen: Wenn man kauft, könnte es die „letzte Generation“ sein

  • Die Psychologie des „Last-Chance-Kaufs“, dass „wenn man die aktuellen Modelle verpasst, es keine weiteren gibt, also kauft man sie gerade deshalb“.

  • Artikel wie die von ADAC, die jährlich eine „Liste der verbleibenden Cabriolets“ zusammenstellen, zeigen, dass es bereits eine „Kategorie zum Suchen und Kaufen“ geworden ist.



7) Die Zukunft des Cabriolets: Es verschwindet nicht, sondern seine „Rolle ändert sich“

Auf den ersten Blick scheint das Cabriolet zu „enden“. Doch tatsächlich bewegt es sich von einer „Option für die Massen“ zu einer „Option für den Geschmack“.


Es wird schwer sein, in den Mittelpunkt des Massenmarktes zurückzukehren. SUVs stehlen die Zeit und Aufmerksamkeit des Marktes, und die Elektrifizierung treibt die strukturellen Kosten in die Höhe.
Auf der anderen Seite gibt es sicherlich Menschen, die Wert auf Fahrspaß und Erlebnis legen, die ihr Wochenende besonders gestalten möchten, und die die Kultur alter Fahrzeuge genießen. Auch die „Dichte“ von 2,2 Millionen Fahrzeugen spricht dafür.


Die Zukunft könnte also eine Zweiteilung sein.

  • Oben als „besonderes Erlebnis“ im Hochpreissegment (Schwerpunkt auf Sport/Luxus)

  • Unten als „Kulturgut“, das durch Erhaltung, Reparatur und den Hobbycharakter bestehender Fahrzeuge unterstützt wird


Die Handlung des „Dachöffnens“ selbst liegt außerhalb von Bequemlichkeit und Rationalität. Gerade deshalb wird die Symbolik umso stärker, je weniger es gibt. Das Cabriolet verschwindet nicht, sondern „verändert seine Bedeutung und bleibt“ – ein solcher Ausgang ist realistisch.



Quellen