Warum Onkologen aufmerksam werden? Der wahre Grund, warum Racketsportarten als förderlich für die "gesunde Lebensspanne" gelten

Warum Onkologen aufmerksam werden? Der wahre Grund, warum Racketsportarten als förderlich für die "gesunde Lebensspanne" gelten

„Der Sport des langen Lebens“ war überraschenderweise das Halten eines Schlägers?

Wenn viele Menschen daran denken, mit dem Sport für ihre Gesundheit zu beginnen, kommen ihnen zuerst Aktivitäten wie Gehen, Joggen, Krafttraining, ins Fitnessstudio gehen oder Schwimmen in den Sinn. Doch derzeit erregt eine etwas unerwartete Sportart in den internationalen Medien und sozialen Netzwerken erneut Aufmerksamkeit.

Es handelt sich um Schlägersportarten wie Tennis.

Die französische Ausgabe von Grazia stellte Tennis und andere Schlägersportarten als potenziell lebensverlängernde Gewohnheiten vor, die von einem Onkologen hervorgehoben wurden. Im Mittelpunkt des Artikels steht die beeindruckende Zahl, dass Menschen, die Tennis spielen, im Durchschnitt 9,7 Jahre länger leben könnten als Menschen, die viel sitzen.

Etwa 10 Jahre.

Diese Zahl klingt fast wie ein Wundermittel. Doch wenn man diese Information als Gesundheitsfaktum betrachtet, sollte man innehalten. Es handelt sich nicht um die einfache Aussage, dass jeder, der mit Tennis beginnt, seine Lebensdauer um 10 Jahre verlängern kann. Die Forschung zeigt vielmehr, dass Menschen, die Tennis als Hauptsportart betreiben, eine starke Verbindung zur Langlebigkeit aufweisen.

Wichtig ist also nicht, sich von der Wirkung der Zahl mitreißen zu lassen, sondern darüber nachzudenken, warum Sportarten wie Tennis mit Langlebigkeit in Verbindung gebracht werden.


Die Grundlage war eine umfassende 25-jährige Langzeitstudie

Der Ursprung des Themas liegt in der sogenannten „Copenhagen City Heart Study“, einer Langzeituntersuchung. In der Studie wurden 8.577 gesunde Erwachsene untersucht, um die Verbindung zwischen verschiedenen Freizeit-Sportgewohnheiten, Sterberisiko und durchschnittlicher Lebenserwartung zu analysieren.

Die Teilnehmer wurden bis zu 25 Jahre lang verfolgt, um zu analysieren, welche Sportarten dazu neigen, Menschen länger leben zu lassen als solche, die viel sitzen.

Das Ergebnis zeigte, dass Tennis am stärksten mit einer erhöhten Lebenserwartung verbunden war. Im Vergleich zu sitzenden Menschen betrug die durchschnittliche Lebensverlängerung durch Tennis 9,7 Jahre, durch Badminton 6,2 Jahre, durch Fußball 4,7 Jahre, durch Radfahren 3,7 Jahre, durch Schwimmen 3,4 Jahre, durch Joggen 3,2 Jahre, durch gymnastische Übungen 3,1 Jahre und durch Fitnessstudio-Training 1,5 Jahre.

Natürlich gibt es hier einige Punkte zu beachten. Diese Studie ist eine Beobachtungsstudie und behauptet nicht, dass „Tennis selbst die Lebensdauer verlängert“. Menschen, die Tennis spielen, könnten von Natur aus gesundheitsbewusster, wirtschaftlich und sozial besser gestellt, reich an Freundschaften und mit einem geregelten Lebensrhythmus sein.

Dennoch konzentrieren sich die Forscher auf einen interessanten Punkt. Die Sportarten, die stark mit Langlebigkeit verbunden waren, hatten eine Gemeinsamkeit: Sie fördern eher die Interaktion mit anderen als das einsame Ausüben von Sport.


Warum wird Tennis als gesundheitsfördernd angesehen?

Tennis ist ein Sport, der den ganzen Körper mehr beansprucht, als es auf den ersten Blick scheint. Den Ball verfolgen, stoppen, umdrehen, schlagen, zurückkehren. In dieser Abfolge von Bewegungen werden Herz-Kreislauf-Funktion, Muskelkraft, Gleichgewichtssinn, Reflexe und Urteilsvermögen gleichzeitig stimuliert.

Im Gegensatz zu kontinuierlichem Laufen wie beim Joggen, beinhaltet Tennis kurze Sprints und Pausen. Dies hat eine Ähnlichkeit mit Intervalltraining. Der Herzschlag steigt, beruhigt sich etwas und steigt wieder. Dieser Rhythmus könnte eine positive Stimulation für die Herz-Kreislauf-Funktion bieten.

Darüber hinaus bewegt man sich beim Tennis vorwärts, rückwärts und seitwärts. Seitlich eintreten, nach hinten gehen, diagonal laufen, den Körper drehen und schlagen. Da viele dieser Bewegungen im Alltag selten genutzt werden, ist es leicht, die Stabilität der Knöchel, Knie, Hüften und des Rumpfes zu trainieren. Mit zunehmendem Alter beeinflusst das Sturzrisiko die gesunde Lebensdauer erheblich, und Sportarten wie Tennis, die Gleichgewicht und Reaktion erfordern, sind in dieser Hinsicht sinnvoll.

Um den Ball mit dem Schläger zu schlagen, muss man den Ball mit den Augen verfolgen, das Timing beurteilen und den Körper bewegen. Dies ist nicht nur ein einfaches Krafttraining, sondern eine Übung, die gleichzeitig Gehirn und Körper beansprucht. Die Geschwindigkeit des Balls, die Position des Gegners, die eigene Position, der nächste Zug. Solche wiederholten Entscheidungen können auch eine Stimulation der kognitiven Funktionen darstellen.


Der wahre Schlüssel liegt nicht nur im „Sport“, sondern in der „Verbindung mit Menschen“

Das Interessanteste an diesem Thema ist, dass es nicht nur durch die Intensität des Tennisspiels erklärt werden kann.

Wenn einfach nur die Menge an Bewegung oder die Herzfrequenz die Lebensdauer beeinflussen würden, wäre es nicht verwunderlich, wenn Joggen oder hochintensives Training im Fitnessstudio an der Spitze stünden. Doch in der Studie fielen Sportarten wie Tennis, Badminton und Fußball auf, die Interaktion mit anderen fördern.

Hier tritt die Kraft der sozialen Verbindung hervor.

Weil man mit jemandem verabredet ist, kann man weitermachen. Weil es jemanden gibt, macht es Spaß. Es geht nicht nur um Gewinnen oder Verlieren, sondern um Gespräche und Lachen. Einmal pro Woche Tennis zu spielen, wird zu einem Grund, sich mit Menschen zu treffen, nicht nur zu einer Übung.

Beim Nachdenken über die gesunde Lebensdauer können Einsamkeit und soziale Isolation nicht ignoriert werden. Besonders in der Mitte des Lebens und darüber hinaus verändern sich die Beziehungen durch Arbeit und Kindererziehung, und wenn man nicht bewusst Gelegenheiten schafft, nach draußen zu gehen, nehmen die täglichen Kontakte ab. In einem solchen Umfeld kann die Existenz von Sportfreunden nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Gesundheit beeinflussen.

Der Grund, warum Tennis mit Langlebigkeit verbunden ist, könnte nicht nur im Sport selbst liegen, sondern auch in der Beziehung, die dazu führt, dass man denkt: „Lass uns nächste Woche wieder treffen.“


Auf sozialen Netzwerken gibt es Überraschung über „Tennis statt Fitnessstudio?“

Dieses Thema zieht auch auf sozialen Netzwerken Reaktionen auf sich.

Besonders häufig ist die Überraschung darüber, dass Tennis mehr mit der Lebensdauer zu tun hat als der Gang ins Fitnessstudio. Krafttraining und Laufen werden oft als der Königsweg der Gesundheitsgewohnheiten angesehen. Deshalb empfinden viele Menschen es als erfrischend, dass Freizeit-Sportarten wie Tennis oder Badminton an der Spitze stehen.

Auf LinkedIn gab es Beiträge, die darauf hinwiesen, dass eine Wohlfühlstrategie nicht in teuren Wearables oder Apps liegt, sondern in einem Schläger, Freunden und einem wöchentlichen Spiel, auf das man sich freuen kann. Auch im Kontext des Gesundheitsmanagements von Berufstätigen gibt es einen Trend, nicht nur „effizient zu trainieren“, sondern auch „in Verbindung mit anderen weiterzumachen“.

 

Auch in der Tennis-Community auf Reddit wurde das Thema „Tennis wird als die Aktivität vorgestellt, die die Lebensdauer am meisten verlängert“ schon diskutiert. Dort gab es nicht nur freudige Reaktionen, sondern auch nüchterne Ansichten wie „Vielleicht führen Menschen, die Tennis spielen, ohnehin einen gesunden Lebensstil“ oder „Vielleicht gibt es auch Einflüsse durch Einkommen und Lebensumfeld“.

Auf Instagram und Facebook gibt es ebenfalls Beiträge, die Schlägersportarten wie Tennis, Pickleball oder Badminton als Gesundheitsgewohnheiten fördern. Andererseits gibt es unter medizinischen Konten Warnungen, dass Informationen über Krebs und Langlebigkeit leicht übertrieben werden können und man aufpassen sollte, nur die Zahlen herauszugreifen.

Die Reaktionen auf sozialen Netzwerken lassen sich grob in drei Kategorien einteilen.

Die erste ist eine positive Reaktion: „Ich möchte mit Tennis anfangen.“
Die zweite ist eine skeptische Reaktion: „Ist es wirklich nur der Effekt von Tennis?“
Die dritte ist eine praktische Sichtweise: „Ist es nicht wichtiger, eine Übung zu finden, die man gerne macht und bei der man soziale Kontakte pflegt?“

Diese dritte Reaktion ist wohl die wichtigste, um das Thema in den Alltag zu integrieren.


Statt „10 Jahre länger leben“ zu glauben, sollte man es als Hinweis zur Lebensveränderung sehen

In Gesundheitsartikeln werden oft Überschriften wie „Das verlängert die Lebensdauer“ oder „Mit diesem Essen Krankheiten vorbeugen“ verwendet. Sie sind effektiv, um das Interesse der Leser zu wecken, aber bei medizinischen oder gesundheitlichen Themen kann eine zu starke Ausdrucksweise leicht zu Missverständnissen führen.

Das Gleiche gilt für das Thema Tennis.

„Mit Tennis 10 Jahre länger leben“ klingt, als hätte Tennis selbst eine magische Wirkung. Doch der Kern der Forschung liegt nicht darin. Wichtig ist, dass Menschen, die über einen langen Zeitraum hinweg mit Freude soziale Kontakte pflegen und dabei moderat Herz-Kreislauf- und Muskelkraft beanspruchen, gesundheitliche Vorteile haben.

Es muss nicht Tennis sein. Es kann auch Badminton, Tischtennis, Pickleball, leichter Fußball, Tanzen oder eine Gewohnheit sein, mit Freunden spazieren zu gehen. Wichtig ist, eine Übung zu finden, die man nicht „machen muss“, sondern „machen möchte“.

Viele Menschen treten einem Fitnessstudio bei, halten aber nicht durch. Auch beim Laufen beginnen viele, fühlen sich jedoch einsam und verlieren die Lust. Andererseits ist es einfacher, an einem Sport teilzunehmen, den man mit jemandem vereinbart hat, selbst wenn man etwas müde ist. Denn das Ziel ist nicht die Übung selbst, sondern das Treffen, das Lachen, das Verbessern und das Genießen des Spiels.

Ob eine Gesundheitsgewohnheit fortgesetzt wird, hängt nicht nur von der Willensstärke ab. Es hängt davon ab, ob man eine Umgebung schaffen kann, in der man weitermachen möchte.


Für Anfänger und ältere Menschen ist es am wichtigsten, sich nicht zu überfordern

Auch wenn Tennis und Schlägersportarten potenziell gesundheitsfördernd sein können, ist es gefährlich, sofort intensiv zu trainieren. Besonders Menschen mittleren Alters und älter, die nach langer Zeit wieder mit dem Sport beginnen, Menschen mit Knie- oder Rückenproblemen oder Menschen mit Herz- oder Blutdruckerkrankungen sollten vorsichtig beginnen.

Am Anfang muss man sich nicht auf das Spiel konzentrieren. Kurze Ballwechsel, gegen die Wand spielen, leichtes Ballwerfen oder langsames Doppelspiel reichen aus. Wichtig ist, in einem Intensitätsbereich zu beginnen, der nicht zu stark außer Atem bringt und keine starken Schmerzen am nächsten Tag verursacht.

Aufwärmen ist ebenfalls unerlässlich. Tennis beinhaltet viele plötzliche Richtungswechsel, die Waden, Achillessehnen, Knie und Hüften belasten. Vor dem Start sollten die Knöchel, Hüften und Schultern gut bewegt werden, und die ersten 10 Minuten sollten langsam zum Aufwärmen genutzt werden. Nach dem Spiel sollte man sich dehnen und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Was die Häufigkeit betrifft, muss man nicht sofort dreimal pro Woche anstreben. Einmal pro Woche für 30 bis 60 Minuten ist ein guter Anfang. Wenn man sich daran gewöhnt hat, kann man die Zeit oder Häufigkeit je nach körperlicher Verfassung erhöhen.

Es ist auch wichtig, nicht zu versuchen, alles nur mit Schlägersportarten zu kompensieren. Die Grundlage der Gesundheit umfasst tägliches Gehen, ausreichenden Schlaf, ausgewogene Ernährung, Muskelkraft-Erhaltung und Stressmanagement. Tennis sollte als eine der „unterhaltsamen Gewohnheiten“ betrachtet werden, die in diesen Rahmen integriert werden.


Für Menschen, die Sport nicht mögen, könnte es helfen, es in „freudige Termine“ zu verwandeln

Menschen, die mit Sport nicht weitermachen können, denken oft, dass ihr Wille schwach ist. Doch das eigentliche Problem könnte darin liegen, dass sie Sport zur „Pflicht“ gemacht haben.

Laufen, um Gewicht zu verlieren. Ins Fitnessstudio gehen, um die Werte des Gesundheitschecks zu senken. Gehen, weil der Arzt es gesagt hat. Natürlich sind das wichtige Motivationen, aber nur Pflicht ist schwer langfristig durchzuhalten.

Der Grund, warum Tennis Aufmerksamkeit erregt, liegt darin, dass es ein spielerisches Element enthält. Der Ball wurde gut zurückgegeben. Der Ballwechsel dauerte an. Man lachte mit Freunden. Man machte Fortschritte. Diese kleinen Erfolgserlebnisse führen zur nächsten Teilnahme.

Auch auf sozialen Netzwerken gibt es Stimmen, die sich mit der Sichtweise identifizieren, dass es nicht darum geht, „Sport für die Gesundheit machen zu müssen“, sondern dass „ein Termin, auf den man sich freut, zufällig Sport ist“. Dies ist ein praktischer Hinweis, der über die Zahlen der Langlebigkeitsforschung hinausgeht.

Gesundheitsgewohnheiten werden nicht durch Willenskraft, sondern durch Planung fortgesetzt. Man trägt sie in den Kalender ein. Man findet Freunde. Man legt die Ausrüstung in greifbare Nähe. Man sucht nach örtlichen Schulen oder öffentlichen Plätzen. Man nimmt an Kursen für Anfänger teil. Solche kleinen Strukturen unterstützen die zukünftige Gesundheit.


Fazit: Das Geheimnis der Langlebigkeit könnte eher „freudige Kontinuität“ als „einsame Anstrengung“ sein

Die Forschungsergebnisse, dass Tennis mit einer durchschnittlichen Lebensverlängerung von 9,7 Jahren verbunden ist, sind in der Tat beeindruckend. Doch wenn man nur diese Zahl herausgreift, verliert man den Kern aus den Augen.

Wirklich bemerkenswert ist die komplexe Kraft, die Tennis besitzt. Es stimuliert die Herz-Kreislauf-Funktion. Es nutzt Muskelkraft und Gleichgewicht. Es fordert das Gehirn. Es fördert die Interaktion mit anderen. Es bringt zum Lachen. Es ermöglicht Verabredungen. Es gibt mehr Gründe, weiterzumachen.

Was dem modernen Menschen fehlt, ist nicht nur die Menge an Bewegung. Es ist die Freude an der Bewegung, die lockere Verbindung zu anderen, der Anlass, nach draußen zu gehen, und die Gewohnheit, die man jede Woche wiederholen möchte.

Für ein langes Leben braucht man vielleicht nicht die neuesten Gesundheits-Gadgets oder einen perfekten Trainingsplan.

Es reicht, einen Schläger zu nehmen und mit jemandem Bälle zu schlagen.
Eine so einfache Gewohnheit kann den Körper und Geist der Zukunft allmählich verändern.

Die Überschrift „Ein Sport, der die Lebensdauer um 10 Jahre verlängert“ ist etwas reißerisch. Doch die Botschaft dahinter ist sehr einfach, realistisch und freundlich.##HTML_TAG_150