Das Geheimnis der violetten Schnecken, die Südkaliforniens Strände färbten: Was ist ihre Identität und wie stehen sie im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung?

Das Geheimnis der violetten Schnecken, die Südkaliforniens Strände färbten: Was ist ihre Identität und wie stehen sie im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung?

1. Ein "lila Punkt" erscheint in der Abenddämmerung von La Jolla

Am 23. Juli entdeckte die Meereswissenschaftlerin Anja Steiner, die im fünften Jahr ihres Doktoratsstudiums ist, am Strand von La Jolla Shores eine etwa 4 cm große, tiefviolette Muschel. "In dem Moment, als die Welle, die meine Füße umspülte, heiß erschien, leuchtete die Muschel auf" – ihre Erinnerungen sind von Aufregung geprägt. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Schneckenhaus um die Janthina janthina, auch bekannt als Violette Schnecke. Normalerweise treibt sie "kopfüber" an der Oberfläche des Pazifiks, weshalb Sichtungen an der Küste äußerst selten sind.


2. Die ultimative energiesparende Fortbewegungsmethode: "Schwimmfloß"

Die Violette Schnecke schließt Luft in Blasen ein, die sie mit Schleim verbindet, um ein Floß zu bilden. Dort hängt sie mit ihrem Gehäuse kopfüber, wobei die obere Seite ihres violetten Gehäuses dunkler ist und die untere Seite heller, um sich vor intensiver UV-Strahlung zu schützen – eine "umgekehrte Gegenbeschattung". Sie lauert an der Oberfläche und ist auch ein "Jäger", der Velella velella und die Portugiesische Galeere frisst.spokesman.com


3. Der Schlüssel zur Strandung: die "30 °C Meeresoberflächentemperaturlinie"

Am Tag der Entdeckung war die Meeresoberflächentemperatur vor La Jolla mehr als 2 °C über dem Durchschnitt. Ein warmer Wasserstrom, der dem Kuroshio-Abzweigstrom entspricht, erstreckte sich entlang der Küste Südkaliforniens und brachte die Muschel mit sich. Auch während des Höhepunkts von El Niño 2015 wurden ähnliche kleinere Strandungen gemeldet, und es gibt eine Tendenz, dass die Häufigkeit in Jahren zunimmt, in denen sich Erwärmung und ENSO-Ereignisse überschneiden. Steiner erklärt: "Wir können die Ursache nicht sicher bestimmen, aber kontinuierliche Beobachtungen sind notwendig."


4. Der "lila Schock", der sich über soziale Medien verbreitete

Kurz nach der Entdeckung postete das Scripps Institution of Oceanography auf X (ehemals Twitter): "Super-seltenes Janthina an den Stränden von SD gesichtet!" Als FOX 5 San Diego in einem Video berichtete: "Noch nie etwas in dieser Farbe Lila gesehen", stieg der Hashtag #VioletSnail auch auf TikTok rasant an. In den Kommentaren finden sich

"Wie ein Amethyst des Meeres💜"
"Ist das nicht ein Barometer für die Erwärmung..."
, was sowohl Überraschung als auch Besorgnis zeigt.YouTubeYouTube

5. Synergie mit Bürgerwissenschaft

Das Forschungsteam betont, dass "nur Fotos ausreichend sind" und macht auf das "Mitnahmeverbot" in Schutzgebieten aufmerksam. Die auf iNaturalist und Instagram geposteten Daten visualisieren die Strandungsgebiete, und am nächsten Tag wurden mehr als zehn neue Aufzeichnungen hinzugefügt. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie Bürgerwissenschaft Verbreitungsdaten ergänzt.

6. Die violetten Besucher als Spiegel der Zukunft

Die an der Meeresoberfläche treibende Nekton-Plankton-Gemeinschaft (Neuston) ist an vorderster Front vielfältigen Belastungen wie Hitzewellen, Mikroplastik und Versauerung ausgesetzt. Die Strandung der Violetten Schnecke könnte ein Lackmustest dafür sein, dass sich das Oberflächenökosystem nach Norden und Süden verschiebt.

"Die Farbe der kleinen Muschel ist ein Signal, das das Meer aussendet."


Diese lebendige Lila nicht nur als "schön" abzutun, sondern als Ausgangspunkt für Gespräche über den marinen Klimawandel zu nutzen, wird die nächsten zehn Jahre entscheidend beeinflussen.


Referenzartikel

Seltene violette Meereskreatur an den Stränden Südkaliforniens entdeckt: Ist die Erwärmung der Meere der Grund?
Quelle: https://phys.org/news/2025-07-rare-purple-sea-creature-socal.html