Sojabohnen, Weizen und Mais: Erneutes Risiko durch die Beziehungen zwischen den USA und China – Wie werden sich die Lebensmittelpreise in Japan entwickeln?

Sojabohnen, Weizen und Mais: Erneutes Risiko durch die Beziehungen zwischen den USA und China – Wie werden sich die Lebensmittelpreise in Japan entwickeln?

US-China "Agrarabkommen im Wert von 2,7 Billionen Yen" lässt Getreidepreise steigen: Auswirkungen auf japanische Haushalte?

Der US-amerikanische Getreidemarkt hat nach langer Zeit wieder stark auf das Schlagwort "China-Kauf" reagiert.

Der Auslöser war das Ergebnis des US-chinesischen Gipfeltreffens, das vom Weißen Haus veröffentlicht wurde. China wird in den Jahren 2026, 2027 und 2028 mindestens landwirtschaftliche Erzeugnisse aus den USA im Wert von 17 Milliarden Dollar pro Jahr kaufen. In japanischen Yen entspricht dies einem großen Engagement im Bereich von etwa 2,7 Billionen Yen. Zudem wird dies als separate Vereinbarung von dem im Herbst 2025 angekündigten Sojabohnenkauf betrachtet.

Nach dieser Ankündigung stiegen die Getreide-Futures an der Chicagoer Warenterminbörse. Sojabohnen, Weizen und Mais wurden alle im Hinblick auf die Erholung der chinesischen Nachfrage gekauft. Für Marktteilnehmer ist China nicht nur ein Großkunde. Es ist einer der weltweit größten Importeure von Getreide und Ölsaaten, und allein eine Veränderung seiner Kaufhaltung kann die Exportstrategien von Ländern wie den USA, Brasilien, Australien, Kanada und Argentinien beeinflussen.

Diese Nachricht scheint eine klare gute Nachricht für US-amerikanische Landwirte zu sein. Während des US-chinesischen Handelskonflikts sind die Exporte nach China stark zurückgegangen, was insbesondere Sojabohnenbauern getroffen hat. Wenn China wieder in großem Umfang landwirtschaftliche Erzeugnisse aus den USA kauft, hat dies sowohl politisch als auch wirtschaftlich eine große Bedeutung für die US-amerikanischen Agrarstaaten.

Aus japanischer Sicht endet diese Nachricht jedoch nicht nur mit einer "Verbesserung der US-chinesischen Beziehungen". Japans Lebensmittelversorgung ist stark von Importen von Weizen, Sojabohnen und Futtermittelmais abhängig. Wenn die internationalen Preise durch das große Abkommen zwischen den USA und China steigen, könnte dies zeitverzögert die Kosten für eine Vielzahl von Produkten wie Brot, Nudeln, Speiseöl, Tofu, Miso, Sojasauce, Viehprodukte, Milchprodukte und Eier beeinflussen.


Was kauft China und warum hat der Markt reagiert?

Das Wichtige an diesem Abkommen ist nicht nur der Betrag von "17 Milliarden Dollar". Das Weiße Haus erklärt, dass China landwirtschaftliche Erzeugnisse aus den USA im Wert von über 17 Milliarden Dollar pro Jahr kaufen wird, aber die Details der betroffenen Produkte sind noch nicht vollständig bekannt. Laut Berichten und Marktbeobachtern könnten neben Sojabohnen auch Weizen, Mais, Sorghum, Viehprodukte, Baumwolle und Holz betroffen sein.

Der Grund, warum der Markt stark reagierte, liegt darin, dass China in den letzten Jahren seine Abhängigkeit von den USA verringert hat. Seit dem US-chinesischen Handelskonflikt hat China seine Beschaffungsquellen für Sojabohnen und Mais auf Länder wie Brasilien und Argentinien verteilt. Der weltweite Agrarhandel bewegte sich in Richtung einer Abkehr von der "US-Zentrierung", indem es australischen Weizen und Sorghum, brasilianische Sojabohnen und Mais sowie kanadischen und französischen Weizen einbezog.

Diese Entwicklung könnte China aus politischen Gründen teilweise rückgängig machen. Das war die Überraschung für den Markt.

Auf dem Agrarmarkt können selbst kleine Veränderungen von Angebot und Nachfrage die Preise stark beeinflussen. Wetterunregelmäßigkeiten, Hafenstörungen, Kriege, Zölle, Wechselkurse, Treibstoffpreise und Düngemittelpreise. Wenn sich inmitten dieser Faktoren ein großer Käufer wie China entscheidet, "mehr US-Produkte zu kaufen", reagiert der Futures-Markt, indem er eine zukünftige Angebotsverknappung vorwegnimmt.

Insbesondere Mais und Weizen betreffen nicht nur die Ernährung, sondern auch Futtermittel, Verarbeitung und Biokraftstoffe. Sojabohnen sind auch ein Rohstoff für Speiseöl, Futtermittel und Biokraftstoffe. Das bedeutet, dass der Preisanstieg nicht nur das Getreide selbst betrifft, sondern sich leicht auf Viehzucht, Lebensmittelverarbeitung, Gastronomie und den Haushaltstisch ausbreiten kann.


Auswirkungen auf Japan 1: Aufwärtsdruck auf Weizenpreise

Der offensichtlichste Einfluss auf Japan ist der Weizen.

Japan ist stark auf Weizenimporte angewiesen. Der Großteil des Inlandsbedarfs wird aus den USA, Kanada und Australien gedeckt, und um eine stabile Versorgung mit Weizen von geeigneter Qualität für verschiedene Verwendungszwecke sicherzustellen, ist die Abhängigkeit von bestimmten Importländern hoch. Brot, Udon, Ramen, Pasta, Gebäck und gewerbliche Mehlprodukte – Weizen ist tief in die japanische Esskultur eingebettet.

Wenn China den Kauf von US-Weizen erhöht, wird der internationale Preis für US-Weizen unter Aufwärtsdruck geraten. Da die Importweizenpreise Japans schrittweise über die staatlichen Verkaufspreise widergespiegelt werden, bedeutet dies nicht unbedingt, dass sich die Veränderungen der internationalen Preise sofort auf die Ladenpreise auswirken. Wenn die hohen Preise jedoch anhalten, können Mehlunternehmen, Lebensmittelhersteller und Gastronomiebetriebe die steigenden Kosten nicht ignorieren.

In den letzten Jahren gab es in Japan eine Reihe von Preiserhöhungen bei Brot, Nudeln und Gebäck. Im Hintergrund stehen mehrere Faktoren wie der schwache Yen, hohe Energiekosten, Logistikkosten, Arbeitskosten und Verpackungskosten. Wenn der Getreidemarkt steigt, gibt es noch mehr Gründe für Preisänderungen.

Wichtig ist, dass dieses Abkommen kein einmaliger Kauf ist, sondern sich über mehrere Jahre bis 2028 erstreckt. Wenn Chinas Käufe kontinuierlich erfolgen, wird der Markt leichter Preise auf der Annahme bilden, dass die chinesische Nachfrage eine Unterstützung bietet. Für japanische Lebensmittelunternehmen könnte dies nicht nur kurzfristige Marktveränderungen bedeuten, sondern auch eine Überprüfung der mittelfristigen Beschaffungskosten.


Auswirkungen auf Japan 2: Futtermittelmais und Viehhaltungskosten

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Mais.

Japans Maisimporte werden hauptsächlich als Futtermittel verwendet. Die Preise für Rinder-, Schweine- und Hühnerfutter stehen in direktem Zusammenhang mit der Viehwirtschaft. Wenn die Futterpreise steigen, wirkt sich das auf die Kosten für Rindfleisch, Schweinefleisch, Huhn, Eier, Milch und Milchprodukte aus.

Wenn China im Rahmen des neuen US-chinesischen Abkommens den Kauf von US-Mais und Futtermittelgetreide erhöht, wird der indirekte Wettbewerb für Japans Viehwirtschaft zunehmen. Es wird zur Frage, wer wie viel US-Mais sichern kann, und wenn die internationalen Preise steigen, steigen auch die Importkosten Japans.

Natürlich wird der Weltmaismarkt nicht nur von den USA bestimmt. Brasilien, Argentinien und die Ukraine sind ebenfalls wichtige Lieferländer. Dennoch bleibt die USA ein bedeutender Exporteur, und die Preise auf dem Chicagoer Markt fungieren als internationaler Indikator. Preiserhöhungen bei US-Produkten wirken sich leicht auf die Preise anderer Herkunftsländer aus.

Die Preise für Viehprodukte sind eines der sensibelsten Bereiche für Verbraucher. Eier, Hühnerfleisch und Milch sind direkt mit den täglichen Ausgaben verbunden. In Japan sind Maßnahmen gegen steigende Futterpreise bereits ein politisches Thema, und der Anstieg der Getreidepreise durch das US-chinesische Abkommen ist ein nicht zu übersehender Unsicherheitsfaktor für die Viehwirtschaftskosten.


Auswirkungen auf Japan 3: Sojabohnen, Speiseöl, Tofu, Miso, Sojasauce

Auch Sojabohnen sind für Japan nicht irrelevant.

Sojabohnen werden in traditionellen japanischen Lebensmitteln wie Tofu, Natto, Miso und Sojasauce verwendet. Betrachtet man jedoch die gesamte Nachfrage, ist der Anteil für Öl und Futtermittel ebenfalls groß. Japans Selbstversorgungsrate für Sojabohnen ist niedrig, und es ist schwierig, den Bedarf nur durch inländische Produktion zu decken.

Im Rahmen des neuen Abkommens wird der Sojabohnenkauf als separate Vereinbarung von den 17 Milliarden Dollar betrachtet, aber eine Ausweitung der US-Sojabohnenkäufe durch China wird das weltweite Angebot und die Nachfrage nach Sojabohnen stark beeinflussen. Wenn China mehr US-Produkte kauft, könnte ein Teil der brasilianischen Produkte auf andere Märkte umgeleitet werden. Dies könnte auf den ersten Blick den Eindruck erwecken, dass Japan mehr Alternativen für die Beschaffung hat.

Die Angelegenheit ist jedoch nicht einfach. Wenn Chinas Käufe die internationalen Preise insgesamt in die Höhe treiben, steigen die Beschaffungskosten für Japan unabhängig davon, woher es kauft. Wenn der schwache Yen anhält, wird der Anstieg der Dollarpreise für Getreide in Yen noch schwerer wiegen.

Speiseöl ist bereits ein Artikel, der stark von internationalen Preisen beeinflusst wird. Sojaöl, Rapsöl und Palmöl neigen dazu, sich gegenseitig in ihren Preisen zu beeinflussen und werden in einer Vielzahl von Produkten wie Gastronomie, Fertiggerichten, verarbeiteten Lebensmitteln, Gebäck und Tiefkühlkost verwendet. Ein Anstieg der Sojabohnenpreise könnte sich nicht nur auf Haushaltsöl auswirken, sondern auch in weniger sichtbarer Form auf die gesamten Lebensmittelpreise ausbreiten.


Auswirkungen auf Japan 4: Kommen die "überschüssigen Mengen" aus Brasilien, Australien und Kanada nach Japan?

Wenn man das US-chinesische Abkommen aus japanischer Sicht positiv betrachtet, könnte das Szenario lauten: "Da China US-Produkte kauft, werden landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Brasilien, Australien und Kanada auf andere Länder umgeleitet, was die Beschaffung für Japan erleichtert."

Tatsächlich, wenn China mehr US-Sojabohnen kauft, müssen brasilianische Sojabohnen andere Käufer finden. Wenn die Nachfrage nach australischem Weizen und Sorghum aus China sinkt, könnten diese Länder ihre Verkäufe auf andere Märkte verstärken. Dasselbe könnte auch für kanadischen und französischen Weizen gelten.

Allerdings bedeutet das nicht unbedingt, dass Japan sofort davon profitiert. Die japanische Lebensmittelindustrie legt großen Wert auf Qualität, Verwendungszweck, Logistik, Verträge, Quarantäne und Verarbeitungsfähigkeit. Nur weil irgendwo auf der Welt landwirtschaftliche Erzeugnisse übrig sind, heißt das nicht, dass sie sofort in die japanischen Verarbeitungs- und Lebensmittelproduktionslinien integriert werden können.

Selbst wenn Chinas Käufe als "politische Umstellung auf US-Produkte" betrachtet werden, bedeutet das nicht, dass die weltweite Nachfrage insgesamt sinkt. Wenn China seine Käufe zu Lagerzwecken erhöht, könnte die Gesamtnachfrage sogar steigen. In diesem Fall könnte es nicht zu einem Überschuss kommen, sondern die Käufer weltweit könnten in einen Preiskampf geraten.

Für Japan ist es notwendig, die Abhängigkeit von bestimmten Ländern zu vermeiden und mehrere Beschaffungsquellen mit der passenden Qualität zu sichern. Dieses Abkommen zeigt erneut, dass die Diversifizierung der Beschaffungsquellen nicht nur ein idealistisches Konzept, sondern ein praktisches Risikomanagement ist.


Auswirkungen auf Japan 5: Die Diskussion über Ernährungssicherheit wird intensiviert

In Japan wächst das Interesse an Ernährungssicherheit in den letzten Jahren. Der Ukraine-Krieg, der Klimawandel, der schwache Yen, logistische Störungen und steigende Düngemittelpreise haben das bisherige Paradigma "Wir können es einfach aus dem Ausland kaufen" ins Wanken gebracht.

Das US-chinesische Abkommen ist ein Beispiel dafür, dass sich die Lebensmittelströme nicht durch Krieg oder Katastrophen, sondern durch diplomatische Verhandlungen ändern können. Das bedeutet, dass der Lebensmittelmarkt nicht nur vom Wetter, sondern auch von der Politik beeinflusst wird. Wenn sich die US- und chinesischen Staatsoberhäupter einigen, ändert sich Chinas Einkaufsquelle. Wenn sich Zölle ändern, ändert sich die Rentabilität von Exporten und Importen. Selbst Änderungen bei Importquoten, Quarantäne oder der Aktualisierung von Registrierungseinrichtungen können den Fluss von Rind- und Hühnerfleisch verändern.

Japan ist bei vielen wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen stark von wenigen Ländern abhängig. Die Abhängigkeit von den USA, Kanada und Australien ist bei Weizen extrem hoch. Auch bei Mais und Sojabohnen ist die Konzentration der Importquellen ein Problem. In dieser Struktur wird Japan, obwohl es ein Dritter ist, von einem großen US-chinesischen Agrarabkommen beeinflusst.

Was von der Regierung und den Unternehmen gefordert wird, ist nicht nur die Ausweitung der inländischen Produktion. Es geht darum, eine Kombination aus Vorratshaltung, langfristigen Verträgen, Diversifizierung der Importquellen, Investitionen in lokale Infrastrukturen, Risikostreuung bei Häfen, Mühlen und Futtermittelfabriken, Entwicklung alternativer Rohstoffe und Nutzung von Reismehl, heimischem Weizen und heimischen Sojabohnen zu schaffen.

Auch für Verbraucher ist diese Nachricht nicht nur eine landwirtschaftliche Nachricht aus einem fernen Land. Wenn man darüber nachdenkt, warum die Preise für Brot, Nudeln, Fleisch, Eier und Öl steigen, liegt der Hintergrund in solchen internationalen Transaktionen.


Reaktionen in sozialen Medien: Begrüßung, Zweifel und Vorsicht

 

Die Reaktionen in den sozialen Medien lassen sich grob in drei Kategorien einteilen.

Erstens gibt es Stimmen, die dies als Sieg für US-amerikanische Landwirte begrüßen. In Beiträgen von US-Regierungsvertretern und landwirtschaftsnahen Konten wird das neue 17-Milliarden-Dollar-Kaufabkommen, das bestehende Sojabohnen-Engagement und die Wiederherstellung des Marktzugangs für Rind- und Hühnerfleisch als "Erfolg für US-Landwirte" hervorgehoben. In den Agrarstaaten der USA wird die Erholung der Exporte nach China positiv aufgenommen, da sie direkt mit Beschäftigung und Einkommen der Landwirte verbunden ist.

Zweitens gibt es eine vorsichtige Sichtweise von Marktteilnehmern. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass Kaufversprechen auf Basis von Geldbeträgen aufgrund von Preisschwankungen die tatsächliche Menge verändern können, was es schwierig macht, die tatsächliche Nachfrage zu messen. Bei Sojabohnen, wo es Mengenverpflichtungen gibt, ist klar, wie viele Tonnen gekauft werden, aber bei einem Betrag von 17 Milliarden Dollar ist die Aufteilung auf Weizen, Mais, Fleisch, Baumwolle, Holz usw. unklar. Wenn die Preise steigen, verringert sich die Kaufmenge bei gleichem Betrag. Daher gibt es auch eine nüchterne Sichtweise, dass "der Markt voreilig ist".

Drittens gibt es Misstrauen gegenüber früheren US-chinesischen Abkommen. Im Phase-1-Handelsabkommen von 2020 wurde ein Plan für erhebliche zusätzliche Käufe von US-Produkten durch China vorgestellt, aber die Ziele wurden nicht erreicht. Obwohl es spezielle Faktoren wie die COVID-19-Pandemie gab, wurde von Anfang an kritisiert, dass die Ziele zu hoch gesteckt waren. Auch diesmal bleiben Zweifel an der Wirksamkeit des Abkommens bestehen, solange nicht klar ist, welche Produkte China zu welchem Zeitpunkt und zu welchem Preis kau