„Die Falle des Konsenses“ — Warum der globale Plastikvertrag nicht zur Abstimmung kam: Hohe Ambitionen vs. Allianz der Erdöl exportierenden Länder

„Die Falle des Konsenses“ — Warum der globale Plastikvertrag nicht zur Abstimmung kam: Hohe Ambitionen vs. Allianz der Erdöl exportierenden Länder

Am 15. August (Ortszeit) endeten die Verhandlungen der Vereinten Nationen über ein globales Abkommen zur "Beendigung der Plastikverschmutzung" (INC-5.2) in Genf ohne Einigung. Der Vorsitzende schloss die Sitzung nach nächtlichen Abschlussberatungen, wobei Datum und Ort des nächsten Treffens noch unklar sind. Im Hintergrund des Scheiterns stehen: ① Der Entwurf des Vorsitzenden wurde als "schwaches Abkommen" wahrgenommen, da er Kernpunkte wie Produktionsobergrenzen, Regulierung schädlicher Chemikalien und finanzielle Aspekte ausklammerte. ② Die Kluft zwischen Ländern mit hohen und niedrigen Ambitionen konnte nicht überbrückt werden. ③ Man hielt am Konsensprinzip fest und konnte sich nicht zu einer Abstimmung durchringen. Die Verhandlungen wurden von einem Konflikt zwischen Europa, Lateinamerika und der Allianz der Inselstaaten, die "Produktionsreduktion" fordern, und den erdöl- und petrochemischen Ländern, die sich auf "Abfallmanagement" konzentrieren, dominiert. Weltweit werden jährlich etwa 400 Millionen Tonnen Plastik produziert, die Recyclingrate liegt im einstelligen Bereich. Die OECD prognostiziert, dass die Produktion bis 2060 fast dreimal so hoch sein wird. In den sozialen Medien gab es Stimmen, die "No-Deal" einem schwachen Abkommen vorziehen, Forderungen nach einer Überprüfung der demokratischen Verfahren und Fragen zur Rolle der Industrie. In Zukunft werden der Wiederaufbau politischer Allianzen, die Gestaltung von Finanzierungs- und Überwachungsrahmen sowie, falls erforderlich, die "Neustart" der Verfahren einschließlich Abstimmungen entscheidend sein.