Haben Frauen ein höheres genetisches Risiko für Depressionen? Häufigere depressionbezogene Gene bei Frauen und eine Zukunft mit veränderter Behandlung

Haben Frauen ein höheres genetisches Risiko für Depressionen? Häufigere depressionbezogene Gene bei Frauen und eine Zukunft mit veränderter Behandlung

Ein am 7. Oktober 2025 (britische Zeit) veröffentlichter Artikel im Guardian stellt eine von der australischen QIMR Berghofer Medical Research Institute geleitete Studie vor, die in Nature Communications veröffentlicht wurde. Diese Studie ist die größte jemals durchgeführte GWAS-Metaanalyse, die sich auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei Depressionen konzentriert und umfasst 130.000 weibliche und 65.000 männliche Patienten. Dabei wurden 16 genomweite signifikante Varianten bei Frauen und 8 bei Männern identifiziert. Zudem zeigte sich, dass Frauen eine stärkere "Polygenizität" aufweisen, wobei schätzungsweise 13.244 "kausale Varianten", die mit MDD in Verbindung stehen, bei Frauen und 7.111 bei Männern gefunden wurden. Es wurde auch festgestellt, dass Frauen eine stärkere genetische Korrelation mit BMI und metabolischem Syndrom aufweisen, was teilweise Unterschiede in den Symptomen (wie Gewichtsveränderungen und Müdigkeit) erklären könnte. Die Studie weist auch auf Einschränkungen hin, wie die Verzerrung der Stichprobe zugunsten europäischer Abstammung. In den sozialen Medien gab es sowohl Erwartungen, dass biologische Unterschiede in der Behandlung genutzt werden sollten, als auch Bedenken hinsichtlich "genetischem Determinismus" und der "Extrapolation auf nicht-europäische Gruppen". Zukünftig wird es eine Herausforderung sein, Diagnosen, Medikamentenentwicklung und Prävention unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede umzusetzen.