Studiengebühren, Arbeit, Lebenslauf. Die Realität der "Zirkusgeneration", die alles jongliert: Bevor die Akrobatik von Arbeit und Lernen ihre Grenzen überschreitet

Studiengebühren, Arbeit, Lebenslauf. Die Realität der "Zirkusgeneration", die alles jongliert: Bevor die Akrobatik von Arbeit und Lernen ihre Grenzen überschreitet

Die kanadische Forscherin Alison Taylor beschreibt die Überlebensstrategien von Universitätsstudenten als „Zirkuskunststücke“. Dazu gehören das Jonglieren von Studium und Arbeit, das Balancieren auf dem Seil, um nicht abzustürzen, die akrobatische Flexibilität des Kontorsionismus und das Energiezehrende des Schwertschluckens. In einer Untersuchung von 2018 bis 2023 wurde deutlich, dass viele Studenten auch während des Semesters arbeiten und dass die Belastung je nach Merkmalen wie Behinderung, Internationalität oder erster Generation ungleich verteilt ist. Die Lösung liegt nicht im Streben nach „sofort einsatzbereiten“ Absolventen, sondern darin, dass Universitäten das Lernen über einen längeren Zeitraum hinweg schützen, Unternehmen die Verantwortung für die Ausbildung übernehmen und die Gesellschaft die Studiengebühren und Lebenshaltungskosten stärker unterstützt. Auch in den sozialen Medien äußern sich viele mit dringenden Stimmen wie „Die Vereinbarkeit ist nahezu unmöglich“ und „50 Stunden Arbeit plus Unterricht führen zum Ausbrennen“.