Warum Katzen auch nach einem Sturz auf ihren "Pfoten" landen können – Eine neue Antwort auf ein 300 Jahre altes Rätsel

Warum Katzen auch nach einem Sturz auf ihren "Pfoten" landen können – Eine neue Antwort auf ein 300 Jahre altes Rätsel

Warum können Katzen sich beim Fallen drehen und auf ihren Füßen landen?


Auf den ersten Blick mag es wie eine niedliche Trivia erscheinen, doch diese Frage hat Physiker und Biologen lange beschäftigt. Es widerspricht der Intuition, dass ein Objekt in der Luft, das keinen äußeren Kräften ausgesetzt ist, seine Ausrichtung selbstständig ändern kann. Im 19. Jahrhundert zeichnete Étienne-Jules Marey die Luftdrehung von Katzen in einer Serie von Fotografien auf und zeigte, dass es nicht die Reaktion auf das Loslassen ist. Dennoch blieb die Erklärung dieses Phänomens lange Zeit umstritten.


Im Jahr 2026 sorgte eine Studie, die dieses klassische Thema aus einem neuen Blickwinkel betrachtete, für Aufsehen. Die Aufmerksamkeit richtete sich auf die Brustwirbel im Brustbereich und die Lendenwirbel im Lendenbereich der Katze, die sich in ihren Eigenschaften gegenüber Verdrehungen erheblich unterscheiden. Das Forschungsteam bereitete Wirbelsäulenproben von fünf gespendeten Katzenkörpern vor, trennte die Brust- und Lendenwirbel unter Erhalt der Bänder und Bandscheiben und untersuchte, wie stark sie sich verdrehen lassen und wie viel Kraft dafür erforderlich ist. Zudem analysierten sie die Luftposition von zwei lebenden Katzen.


Die Ergebnisse waren eindeutig. Die Brustwirbel waren viel leichter verdrehbar als die Lendenwirbel und hatten einen relativ großen Bereich mit geringerem Widerstand, ähnlich einem "Spielraum". Die Lendenwirbel hingegen waren weniger frei drehbar und fungierten eher als "Achse". Die Forscher glauben, dass dieser Unterschied für die Haltungskontrolle der Katze in der Luft vorteilhaft ist. Zuerst dreht sich der vordere Körperteil, gefolgt vom hinteren Teil. Mit anderen Worten, es ist wahrscheinlich, dass die Katze nicht den gesamten Körper auf einmal dreht, sondern die Ausrichtung nacheinander mit einer Arbeitsteilung zwischen Vorder- und Hinterkörper ändert.


Diese Erklärung passt gut zu der in den letzten Jahren oft diskutierten Idee des "geteilten Drehens" im sogenannten "fallenden Katzenproblem". Katzen sind keine starren Bretter. Sie haben eine flexible Wirbelsäule und können durch Ein- und Ausklappen der Vorder- und Hinterbeine die Trägheitsbedingungen einzelner Körperteile ändern. Deshalb können sie scheinbar geschickt die Ausrichtung ändern, ohne das Prinzip der Erhaltung des Drehimpulses zu verletzen. Die aktuelle Studie ist interessant, weil sie die "anatomische Grundlage, die das Drehen des Vorderkörpers erleichtert", aufzeigt.


Besonders interessant war, dass bei den beobachteten Katzen eine Vorliebe für eine Drehrichtung festgestellt wurde. Laut Berichten drehte sich eine der beiden beobachteten Katzen alle acht Male nach rechts, während die andere sechsmal von acht Fällen nach rechts drehte. Natürlich ist die Stichprobengröße nicht groß genug, um definitive Schlüsse zu ziehen, aber es reichte aus, um die Vorstellung zu wecken, dass Katzen möglicherweise eine bevorzugte Drehrichtung haben. Solche Details machen die Studie zu einem Thema, über das Menschen gerne sprechen.


Der Grund, warum diese Studie weit verbreitet wurde, liegt nicht nur in der wissenschaftlichen Entdeckung selbst. Katzen sind von Natur aus sehr kompatibel mit dem Internet. In den sozialen Medien verbreitete sich zunächst die Überraschung, dass "das Geheimnis, wie Katzen sich in der Luft drehen, einen weiteren Schritt zur Aufklärung gemacht hat". Besonders die beigefügten Bilder und die Darstellung der Hochgeschwindigkeitsaufnahmen hatten einen starken visuellen Eindruck und führten zu Reaktionen wie "Die körperlichen Fähigkeiten von Katzen sind wirklich außergewöhnlich" und "Obwohl es ein vertrautes Phänomen ist, ist es erstaunlich, wenn es erklärt wird". Auf Bluesky gab es auch Beiträge, die sich auf die Forschungsbilder konzentrierten und sie verbreiteten.


 

Gleichzeitig war der Humor, der typisch für soziale Medien ist, stark vertreten. Auf Reddit gab es als Reaktion auf die Erklärung der Forschungsmethode den scherzhaften Kommentar: "Katzen fallen zu lassen und Fotos zu machen, ist doch der Traumjob eines Doktoranden." Kurz darauf folgte die Klarstellung, dass "es sich um gespendete Proben handelt und nicht um den groben Umgang mit lebenden Tieren", gefolgt von einer Korrektur basierend auf der Zusammenfassung der Studie, dass "allerdings auch die Bewegung lebender Katzen analysiert wurde". Bei besonders aufsehenerregenden Studien gehen Lachen und Überprüfung in den sozialen Medien Hand in Hand. Es war ein typischer Verlauf.


Ein weiterer bemerkenswerter Punkt war, dass sich unter dem Enthusiasmus auch nüchterne fachliche Kommentare mischten. Auf Reddit wies ein Nutzer, der sich als Experte für vergleichende Anatomie ausgab, darauf hin, dass "die Tatsache, dass die Brustwirbel leichter verdrehbar und die Lendenwirbel eher für Beugung geeignet und verdrehungsresistent sind, bei vielen Säugetieren zu beobachten ist und nicht unbedingt eine spezielle Anpassung nur für Katzen darstellt". Mit anderen Worten, die aktuelle Studie liefert wichtige Erkenntnisse zum Verständnis des Mechanismus der Luftdrehung von Katzen, aber es wäre voreilig, dies sofort als "einzigartige Wunderwaffe der Katzen" zu interpretieren. Solche Reaktionen zeigen, dass soziale Medien nicht nur ein Ort für Meinungen sind, sondern auch eine Art vereinfachte Peer-Review-Kultur bieten können.


In der Tat ist diese Vorsicht wichtig. Die aktuelle Studie zeigt die Verdrehungseigenschaften der Katzenwirbelsäule und legt nahe, dass diese Merkmale für die Haltungskontrolle in der Luft geeignet sind. Doch die Bewegungen, die Katzen beim Fallen ausführen, sind nicht nur auf die Wirbelsäule beschränkt. Die Ausrichtung des Kopfes, das Ein- und Ausklappen der Vorder- und Hinterbeine, der Einsatz des Schwanzes, die Muskelreaktionen, das Gleichgewichtsempfinden, die Höhe und Dauer des Falls – all diese Faktoren spielen zusammen. Das klassische "fallende Katzenproblem" blieb lange ein schwieriges Rätsel, weil Katzen nicht als einfache starre Körper behandelt werden können. Katzen nutzen ihren "formveränderbaren Körper" in der Luft, um ihre Bewegungsbedingungen ständig anzupassen.


Dennoch hat die aktuelle Studie einen Wert, weil sie das "Katzen können sich drehen, weil sie flexibel sind" Verständnis einen Schritt weiter bringt. Wo sind sie flexibel und wo sind sie relativ steif? Wie ermöglicht dieser Unterschied die Reihenfolge der Körperdrehung? Wenn man so weit geht, wird das Landen der Katze nicht nur als Wunderwerk betrachtet, sondern als biologischer Mechanismus, bei dem Struktur und Bewegung ineinandergreifen. Die Großartigkeit der Katze liegt nicht in einem "irgendwie geschickten" Verhalten, sondern in einem fein abgestimmten Körperdesign.


Das Thema fasziniert nicht nur, weil es um Katzenforschung geht. Es vereint eine lange Wissenschaftsgeschichte, moderne Messtechnik und die Reaktionskultur des Internetzeitalters hinter einem vertrauten Phänomen. Von den Serienfotos des 19. Jahrhunderts über die mechanischen Modelle des 20. Jahrhunderts bis hin zur 2026er Studie, die sich auf die Verdrehungseigenschaften der Wirbelsäule konzentriert. Und die Ergebnisse verbreiten sich nicht nur in wissenschaftlichen Artikeln und Zeitungsberichten, sondern auch in sozialen Medien, begleitet von Überraschung, Humor, Ergänzungen und Kritik. Wissenschaft endet nicht im Labor, sondern erweitert ihre gesellschaftliche Bedeutung durch die Interpretation und das Gespräch der Empfänger. Diese Mikrokosmos war die erneute Aufmerksamkeit für das "fallende Katzenproblem".


Katzen werden uns auch weiterhin beim Fallen überraschen.


Und die Menschen werden in dieser kurzen Luftdrehung immer wieder die Wunder der Physik, die Evolution der Lebewesen und die Aufregung des Internets erkennen. Zumindest hat die aktuelle Studie dieses "selbstverständliche Wunder" viel konkreter gezeigt als zuvor. Dass Katzen auf ihren Füßen landen, liegt nicht nur daran, dass sie Glück haben oder es sich um eine magische Reflexbewegung handelt. Es ist eine hochentwickelte Bewegung, die durch einen Körper ermöglicht wird, der sich geschmeidig verdrehen kann und an entscheidenden Stellen stabil bleibt.


Quellen-URL

  1. New York Times
    https://www.nytimes.com/2026/03/11/science/falling-cat-problem.html

  2. Die in der Diskussion stehende Forschungsarbeit (The Anatomical Record, 2026). Eine Primärquelle, die sich mit den Verdrehungseigenschaften der Brust- und Lendenwirbel von Katzen und deren Zusammenhang mit der Luftposition befasst
    https://anatomypubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ar.70165

  3. Ein wissenschaftlicher Nachrichtenartikel, der die Forschung für die Allgemeinheit zusammenfasst. Verwendet zur Klärung der Hauptpunkte, dass die Brustwirbel flexibler und die Lendenwirbel relativ steif sind
    https://phys.org/news/2026-03-japanese-scientists-falling-cats.html

  4. Ein erklärender Artikel eines Physikers. Verwendet zur Ergänzung der Forschungsmethoden, der "Verdrehbarkeit" der Brustwirbel und der Tendenz zur Rechtsdrehung
    https://skullsinthestars.com/2026/03/07/new-falling-cat-paper-just-dropped/

  5. Reddit-Thread auf r/science. Verwendet zur Erfassung humorvoller Reaktionen in sozialen Medien und vorsichtiger Kommentare aus vergleichender anatomischer Perspektive
    https://www.reddit.com/r/science/comments/1rpwxz1/flexible_feline_spines_shed_light_on_falling_cat/

  6. Relevante Beiträge auf Bluesky. Verwendet zur Überprüfung der Aufmerksamkeit und Verbreitung der Forschungsbilder sowie der anfänglichen Reaktionen in sozialen Medien
    https://bsky.app/profile/drskyskull.bsky.social/post/3mg6ak42fes2w

  7. Ein Dokument, das die Serienfotografien von Marey aus dem Jahr 1894 als historischen Hintergrund des "fallenden Katzenproblems" vorstellt
    https://publicdomainreview.org/collection/photographs-of-a-falling-cat-1894/