Stärke und Sanftmut können koexistieren: Die Welt hat männliche Herrscher als "Mutter" betrachtet - Der Schock von "König = Mutter": Von der Bibel über Franz I. bis zur modernen Politik

Stärke und Sanftmut können koexistieren: Die Welt hat männliche Herrscher als "Mutter" betrachtet - Der Schock von "König = Mutter": Von der Bibel über Franz I. bis zur modernen Politik

Die Historiker Luis Corteguera und Irene Olivares von der University of Kansas haben diskutiert, dass die Metapher, männliche Monarchen als "Mütter" darzustellen, in der frühen Neuzeit Europas weit verbreitet war. Sie verweisen auf biblische Ausdrücke wie "der König ist eine Amme", das androgyn wirkende Porträt von König Franz I. von Frankreich und das Bild des Nils in Ägypten, der oft als männliche Figur mit Brüsten personifiziert wird, um die Vorstellung der Fürsorge zu vermitteln. Diese kulturellen Mechanismen wurden mobilisiert, um die königliche Macht als eine Kraft der "Erziehung und des Schutzes" sichtbar zu machen. Die Forschung wurde im 'Journal of Women’s History' veröffentlicht. Seit der Veröffentlichung der Nachrichten hat sich die Studie in internationalen Medien verbreitet und in sozialen Netzwerken eine Debatte ausgelöst. Einige Stimmen betonen, dass nicht nur Stärke, sondern auch Fürsorge eine Bedingung für gute Regierungsführung ist, während andere kritisieren, dass die Vergangenheit zu sehr aus der Perspektive moderner Werte interpretiert wird. Diese Ergebnisse zeigen die Wirksamkeit eines geschlechterübergreifenden Ansatzes bei der Betrachtung moderner Führungsbilder.