Schmerzmittel verschlimmern Kopfschmerzen!? Das Paradox "Je mehr man nimmt, desto schlimmer wird es" - Die Wahrheit über medikamenteninduzierte Kopfschmerzen, die Sie kennen sollten

Schmerzmittel verschlimmern Kopfschmerzen!? Das Paradox "Je mehr man nimmt, desto schlimmer wird es" - Die Wahrheit über medikamenteninduzierte Kopfschmerzen, die Sie kennen sollten

Es ist natürlich, "Schmerzmittel zu nehmen, weil man Kopfschmerzen hat". In den letzten Jahren hat jedoch das Paradoxon, dass "je mehr Medikamente man nimmt, desto mehr Kopfschmerzen bekommt man", Aufmerksamkeit erregt. Ein Erklärungsartikel, der am 10. November 2025 im britischen 'The Independent' veröffentlicht wurde, betont erneut, dass dieses Phänomen als **Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (Medication-Overuse Headache: MOH)** bezeichnet wird, eine sekundäre Kopfschmerzform, die reversibel ist, wenn eine angemessene Diagnose und Unterstützung erfolgt. Der Artikel ist ein Beitrag von Forschern der Psychologie und Neurowissenschaften und behandelt allgemeine Ängste ("Habe ich einen Gehirntumor?") sowie häufige Muster, die in der Kopfschmerzbehandlungspraxis auftreten.



Was ist MOH: Definition, Häufigkeit, beteiligte Medikamente

  • Definition: Ein Zustand, bei dem bestehende primäre Kopfschmerzen (wie Migräne oder Spannungskopfschmerzen) bei Personen, die Akutmedikamente über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten häufig einnehmen, an mehr als 15 Tagen im Monat (chronisch) anhalten oder sich verschlimmern.

  • Häufigkeit: In der Allgemeinbevölkerung etwa **0,5 bis 2,6 %**. In spezialisierten Kliniken werden noch höhere Raten berichtet.

  • Beteiligte Medikamente:

    • Einfache Analgetika (wie Paracetamol, Ibuprofen, Naproxen): Langfristige und häufige Verwendung kann MOH begünstigen.

    • Kombinationsanalgetika (wie Koffein-Butalbital-Kombinationen): Mittleres bis hohes Risiko.

    • Triptane: Hochrisikogruppe. Bei mehr als 10 Tagen im Monat kann MOH problematisch werden.

    • Opioide (wie Codein, Oxycodon): Hohes Risiko. Bei mehr als 10 Tagen im Monat gefährlich.

    • Zusatz: Gepant-Klasse (wie Ubrogepant, Rimegepant, Zavegepant) wird derzeit als weniger wahrscheinlich angesehen, MOH zu verursachen.

Richtlinie: Einfache Analgetika sollten nicht mehr als "15 Tage im Monat" verwendet werden, **Triptane/Kombinationsanalgetika/Opioide nicht mehr als "10 Tage im Monat"**. Vermeiden Sie eigenmächtiges Absetzen oder Erhöhen der Dosis und konsultieren Sie einen Arzt.



Hypothese zum Mechanismus: Warum wird ein "wirksames Medikament" zum Auslöser?

Der genaue Mechanismus von MOH ist noch nicht geklärt, aber es wird angenommen, dass durch wiederholte Einnahme von Medikamenten zur Unterdrückung der Schmerzbahnen das Schmerzverarbeitungsnetzwerk des Gehirns überempfindlich wird und

  • bei Nachlassen der Medikamentenwirkungentzugähnliche Kopfschmerzen ausgelöst

  • Die Häufigkeit der Kopfschmerzen nimmt zu, was zu weiterem Konsum führt→Chronifizierung in einem Teufelskreis... Besonders gefährdet sind Personen mit Migräneanfälligkeit und solche, die Kombinationsanalgetika oder Opioide verwenden.



Häufige Szenarien in der Praxis

  1. "Tägliche Einnahme von rezeptfreien Medikamenten": Durch den Glauben, dass Paracetamol oder NSAIDs "sicher" sind, wird die Hälfte des Monats zu Kopfschmerztagen. Schließlich lässt die Wirkung nach, und die Dosis oder die Art der Medikamente wird erhöht.

  2. "Häufige Triptan-Einnahme bei Migräne": Bei mehr als 2-3 Tagen pro Woche führen die ursprünglichen Anfälle zu **wiederkehrendem Rebound** und die Anzahl der Kopfschmerztage nimmt zu.

  3. "Regelmäßiger Gebrauch von Schmerzmitteln bei anderen Erkrankungen": Bei gleichzeitigen Erkrankungen wie Rückenschmerzen oder Gelenkschmerzen wird der Gebrauch von Schmerzmitteln zur Gewohnheit, was auch Kopfschmerzen betrifft.



Reaktionen in sozialen Medien: Das "Dilemma" der Betroffenen

  • "Prävention oder Übergebrauch vermeiden": In Online-Communities von Betroffenen wird das Dilemma, **"frühzeitig Medikamente zur Verhinderung von Anfällen zu verwenden, aber gleichzeitig nicht zu viel zu verwenden"**, immer wieder diskutiert. Erfahrungen, bei denen keine Verbesserung nach dreimonatigem Verzicht auf Triptane eintrat, oder Fälle, in denen ein Rebound bei fünf Tagen pro Woche spürbar war, zeigen die Schwierigkeit der Selbstoptimierung.

  • "Die Härte des Absetzens (Detox)": Einige berichten von Verbesserungen nach einem **"kalten Entzug"** innerhalb von Wochen bis Monaten, während andere die Notwendigkeit einer Brückenbehandlung betonen.

  • "Kommunikation von der medizinischen Seite": In Beiträgen der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft und von Fachärzten auf X (ehemals Twitter) wird darauf hingewiesen, dass MOH 1-2 % der Bevölkerung betrifft und eine Hauptursache für Chronifizierung ist, sowie auf systematische Übersichten zu Kindern und Jugendlichen und die Vorstellung neuester Forschungsergebnisse.

  • "Vorsicht vor der Verbreitung von Fehlinformationen": Auf sozialen Medien werden manchmal unbegründete Maßnahmen wie "die Hand in kaltes Wasser tauchen, um Kopfschmerzen zu lindern" populär. Es ist wichtig, sich auf verlässliche medizinische Informationen zu stützen.

(Die obigen Informationen basieren auf öffentlichen Beiträgen von 2024 bis 2025. Individuelle Erfahrungen garantieren keine Wirksamkeit.)



Kriterien für den Arztbesuch und Selbstcheck

  • Haben Sie mehr als 15 Kopfschmerztage im Monat?

  • Haben Sie an mehr als 15 Tagen im Monat einfache Analgetika oder an mehr als 9-10 Tagen im Monat Triptane/Kombinationsanalgetika/Opioide eingenommen?

  • Hat die Wirksamkeit nachgelassen und haben Sie die Dosis oder die Art der Medikamente erhöht?

  • Können Sie ein Kopfschmerztagebuch (Zeitpunkt des Auftretens, Auslöser, eingenommene Medikamente/Dosis, Wirkung, Schlaf, Ernährung, Stress) für 2-4 Wochen

    führen und Ihrem Arzt vorlegen?

Warnzeichen (sofortiger Arztbesuch): Plötzliche starke Schmerzen, Fieber, Nackensteifigkeit, Lähmungen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, nach einem Trauma, neu auftretende anhaltende Kopfschmerzen nach dem 50. Lebensjahr, Verschlimmerung nur bei Anstrengung usw.



Behandlung und Auswege: Drei Säulen

  1. Stufenweises Absetzen der übermäßigen Medikamente (oder vorübergehender Entzug): Unter ärztlicher Aufsicht, beginnend mit den risikoreichsten Medikamenten. Bei Bedarf Brückentherapie (kurzfristige NSAIDs, Antiemetika, ggf. Steroide) oder Infusionstherapie in Betracht ziehen.

  2. Einführung und Optimierung der vorbeugenden Behandlung: Bei starker Migränehintergrund CGRP-verwandte Medikamente, Botulinumtherapie, Antiepileptika, β-Blocker individuell einsetzen. In letzter Zeit wird auch die Rolle der Gepant-Klasse zunehmend beachtet.

  3. Anpassung der Lebensstilfaktoren: Schlaf, Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, Bewegung, Stressbewältigung, Koffeinregulierung, Rauchstopp—Trigger-Management und Rückfallprävention parallel verfolgen.

Punkt: Nicht nur "aufhören", sondern "ersetzen/vorbeugen". Zur Verbesserung von MOH ist eine Exit-Strategie erforderlich, um die Abhängigkeit von Akutmedikamenten zu verringern.



Häufig gestellte Fragen Q&A

F1: Kann MOH auch durch rezeptfreie Medikamente verursacht werden?A: Ja. Auch Paracetamol oder NSAIDs können bei mehr als 15 Tagen im Monat MOH verursachen. Vermeiden Sie unüberlegten Dauerkonsum.


F2: Wie viele Tage sind sicher?A: Es gibt große individuelle Unterschiede, sodass es keine "einheitliche sichere Anzahl von Tagen" gibt. Als Richtlinie wird oft vorgeschlagen, einfache Analgetika auf maximal 14 Tage im Monat und Triptane usw. auf maximal 9 Tage im Monat zu beschränken, aber eigenmächtige Einschränkungen oder Absetzen sind verboten. Planen Sie immer mit einem Gesundheitsdienstleister.


F3: Wird es sofort besser, wenn man aufhört?A: Bei vielen zeigt sich eine Verbesserung innerhalb von Wochen bis 2 Monaten, während es bei schweren Fällen mehrere Monate dauern kann. Zur Vorbeugung von Rückfällen ist die Fortsetzung der vorbeugenden Behandlung und Anpassung des Lebensstils wichtig.


F4: Was sollte in ein Kopfschmerztagebuch geschrieben werden?A: Datum und Uhrzeit, Schwere der Symptome, Auslöser, eingenommene Medikamente (Name, Dosis, Zeitpunkt), Wirkung, Schlaf, Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, Stress usw. Die Nutzung von Apps kann ebenfalls hilfreich sein.



Praktische Checkliste

  • □ Die Anzahl der Kopfschmerztage in diesem Monat liegt unter 15 Tagen

  • □ Die Anzahl der Einnahmetage liegt bei einfachen Analgetika <15 Tage/Monat, Triptane usw. <9 Tage/Monat

  • □ Die Eignung der vorbeugenden Behandlung wurde mit einem Arzt besprochen

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