Das Traumland wird zum Albtraum – Verfolgung der 48 Stunden vom kritischen Zustand bis zum Tod eines Mannes beim "Drum and Bass Festival" in Margate

Das Traumland wird zum Albtraum – Verfolgung der 48 Stunden vom kritischen Zustand bis zum Tod eines Mannes beim "Drum and Bass Festival" in Margate

© Nigel Chadwick / CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons


Einleitung: Plötzlicher Schluss

Am Samstag, den 28. Juni, gegen 18:30 Uhr, wurde das große Musikfestival "Margate Drum and Bass Festival", das im Vergnügungspark Dreamland in Margate, Kent, stattfand, auf dem offiziellen X-Konto (ehemals Twitter) der Veranstalter mit der kurzen Nachricht "Sorry guys, it was just too hot today so we had to close early. Get home safely" (Es war heute einfach zu heiß, also mussten wir früher schließen. Kommt sicher nach Hause) angekündigt und der Veranstaltungsort geschlossen.independent.co.uk
Am Eingangstor standen Sicherheitskräfte und Polizisten, und über 10.000 Zuschauer strömten hinaus, ohne die Basslinie des Titeltracks gehört zu haben. Da im Vorjahr an demselben Ort ein 17-jähriges Mädchen im Zusammenhang mit Drogen ums Leben kam, kochten in den sozialen Medien Wut und Besorgnis über: "Schon wieder" und "Was hat die Organisation gelernt?".

Kapitel 1: Notfalltransport und Berichte über "kritischen Zustand"

Kurz vor der Schließung verlor ein Mann in den Zwanzigern im medizinischen Zelt hinter dem Veranstaltungsort das Bewusstsein, und Rettungssanitäter führten eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durch. Der South East Coast Ambulance Service (SECAmb) gab bekannt, dass der Zustand des Mannes "sehr ernst" sei, und er wurde mit einem Krankenwagen mit Blaulicht ins QEQM-Krankenhaus gebracht. Die BBC berichtete zunächst "Person seriously ill in hospital after festival" (Person nach Festival im Krankenhaus in kritischem Zustand) und entfachte damit erneut Diskussionen über die Sicherheit.independent.co.uk
Doch etwa 24 Stunden nach dem Transport, am 29. Juni um 13:43 Uhr, erhielt die Lokalzeitung KentOnline eine exklusive Mitteilung an Abgeordnete und berichtete: "21-jähriger Mann gestorben".kentonline.co.uk

Kapitel 2: Hitzewelle oder Drogen? Das Rätsel um die Todesursache

Am Tag des Festivals lag die Temperatur in Margate bei 29°C, die Luftfeuchtigkeit über 70%. Der britische Wetterdienst hatte für die folgende Woche Temperaturen von bis zu 34°C vorhergesagt, und das Risiko eines Hitzschlags erreichte das "gelbe" Niveau. Die Independent berichtete über die Schließung aufgrund der Hitze, zitierte jedoch auch Zeugenaussagen, wonach einige Zuschauer unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen benommen waren.independent.co.uk
Die Polizei erklärte, dass es wenig Anzeichen für ein Verbrechen gebe, ordnete jedoch Drogentests und eine Autopsie an. Die Ermittlung der Todesursache wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern.

Kapitel 3: Die Realität vor Ort durch die Augen der sozialen Medien

  • Klagen auf X
    Kurz nach der Schließung häuften sich unter den Hashtags #Dreamland und #DNBfest Beiträge wie "Es gibt nicht genug medizinische Zelte", "Wasser war für 5 Pfund pro Flasche ausverkauft" und "Die Sicherheitskräfte waren in Panik".

  • Krisenmanagement der Veranstalter
    Dreamland veröffentlichte nach der Entschuldigung eine Erklärung, dass die Sicherheitsmaßnahmen den Richtlinien der Gesundheitsbehörden entsprächen, doch in den Kommentaren hagelte es Kritik: "Seit dem Vorfall mit Emily Stokes im letzten Jahr habt ihr nichts gelernt." Auch in einem Artikel der Independent wurden ähnliche Stimmen zitiert.independent.co.uk

  • Unterstützung der Bürger
    Eine lokale Freiwilligenorganisation richtete einen X-Space ein und sammelte per Crowdfunding Taxigeld für über 30 junge Menschen, die nicht nach Hause kamen. Innerhalb von nur zwei Stunden wurde das Ziel von 200 Pfund erreicht.

Kapitel 4: Die Tragödie des Vorjahres—Emily Stokes (17)

Im Juni 2024 starb die 17-jährige Emily bei einer Drum-and-Bass-Aufführung im selben Dreamland an einer Überdosis MDMA. Bei einer Voranhörung im April dieses Jahres wurde bekannt, dass Drogen von 82 Besuchern beschlagnahmt wurden, und die Veranstalter versprachen, die Sicherheit bei Hochrisikoveranstaltungen zu verstärken.82 Personenkentonline.co.uk
Auch dieses Mal wurden Drogentests durchgeführt, aber KentOnline wies darauf hin, dass das medizinische Personal im Verhältnis zur Anzahl der Besucher unzureichend war. Es besteht die Möglichkeit, dass es sich wie im letzten Jahr um einen "vorhersehbaren medizinischen Vorfall" handelte.kentonline.co.uk

Kapitel 5: Experten sprechen über neue Standards für Festivalsicherheit

  • Hitzschlag-Expertin Dr. Samira
    "Britische Outdoor-Festivals sind oft auf 'Regenschutz' ausgerichtet, während die Reaktion auf hohe Temperaturen und Feuchtigkeit hinterherhinkt. Bei fast 30°C kann man auch ohne Alkohol oder Aufputschmittel durch langes Tanzen einen tödlichen Hitzschlag erleiden."

  • Drogenpolitik-NGO "Transform" Direktor Mr. Miller
    "Anstelle von Beschlagnahmungen beim Eintritt wäre die dauerhafte Einrichtung von Testeinrichtungen ein wirksames Abschreckungsmittel. Das Boom Festival in Portugal ist ein gutes Beispiel, bei dem durch die Veröffentlichung von Drogentests die Notfalltransportrate halbiert wurde."

  • Event-Management-Beraterin Naoko Sakai
    "Die Krisenkommunikation der Veranstalter mit der kurzen Aussage 'Too hot' ist fatal. Ein Mangel an Transparenz kann die Marke langfristig schädigen."

Kapitel 6: Unterschiedliche Ansichten von Gemeinde und Veranstaltern

Der Thanet District Council erklärte, dass die Durchführung von Hochrisiko-Musikveranstaltungen überdacht werde, bis Maßnahmen zur Verhinderung von Wiederholungen vorgelegt werden. Dreamland hingegen betonte, dass die Sicherheitsstandards erfüllt wurden und dass andere geplante Festivals in diesem Jahr nicht abgesagt werden sollen.kentonline.co.uk

Kapitel 7: Stimmen von Fans und Künstlern

Der DJ Dimension, der auftreten sollte, schrieb auf X: "Die Sicherheit von Publikum und Personal hat oberste Priorität. Aber um die Clubkultur zu bewahren, ist Dialog notwendig." Er berät sich mit den Veranstaltern über einen Ersatzauftritt und die Rückerstattung der Ticketpreise.
Eine der Besucherinnen, die Studentin Millie, sagte gegenüber KentOnline: "Nach dem Unfall im letzten Jahr wurde uns gesagt, dass es 'jetzt sicher' sei, also bin ich gekommen. Ich habe gesehen, wie Freunde die zusammengebrochenen Personen filmten und auf sozialen Medien posteten, und das hat mir Angst gemacht."kentonline.co.uk

Kapitel 8: Zukünftige Schwerpunkte

  1. Ermittlung der Todesursache: Hitzschlag, Drogen oder eine Kombination von Faktoren.

  2. Event-Lizenzen: Inwieweit die Gemeinde die Bedingungen verschärfen wird.

  3. Hitzewellenmaßnahmen in ganz Großbritannien: Eine Überarbeitung der Richtlinien für Outdoor-Events ist dringend erforderlich.

  4. Krisenmanagement im Zeitalter der sozialen Medien: Verzögerungen bei offiziellen Ankündigungen führen zu Empörung.

Schlusswort: Kann der "Traum" von Vergnügungspark und Drum and Bass zurückgewonnen werden?

Der traditionsreiche Vergnügungspark, der den Namen "Dreamland" trägt, hat zusammen mit seiner ikonischen Holzachterbahn "Scenic Railway" über 100 Jahre lang die Höhen und Tiefen der britischen Populärkultur widergespiegelt. Doch die aufeinanderfolgenden Unfälle in zwei Jahren haben die Risiken, die hinter dem "Traum" lauern, schmerzhaft aufgezeigt.
Musikfestivals sind sowohl ein Freiraum für junge Menschen als auch ein Spiegelbild der Gesellschaft. Veranstalter, Behörden und Zuschauer müssen die Lehren teilen und sowohl Sicherheit als auch Spaß in Einklang bringen—das ist die größte Aufgabe für die nächste Festivalsaison.


Referenzartikel

Mann stirbt nach gesundheitlichen Problemen auf Musikfestival
Quelle: https://www.bbc.com/news/articles/c1mzg8xz731o