Indem man den Bestellbildschirm nur ein wenig verändert, kann der Kohlenstoffausstoß reduziert werden - von CO₂ 2.280g auf 1.530g. Wie die "Standardeinstellungen" einer Liefer-App das Gewicht einer Mahlzeit verändert haben.

Indem man den Bestellbildschirm nur ein wenig verändert, kann der Kohlenstoffausstoß reduziert werden - von CO₂ 2.280g auf 1.530g. Wie die "Standardeinstellungen" einer Liefer-App das Gewicht einer Mahlzeit verändert haben.

Die Universität Bonn in Deutschland hat untersucht, inwieweit die Änderung der Benutzeroberfläche von Essenslieferdiensten die CO₂-Emissionen bei Bestellungen reduzieren kann. In einem Experiment mit einer speziellen App stellten 1.011 Teilnehmer ein Burger-Menü zusammen. Dabei wurde das klimafreundliche Menü als "Standardauswahl (Default)" festgelegt, an oberster Stelle der Liste platziert und mit einem grünen Blatt-Icon versehen. Diese "Nudge"-Strategie senkte die Emissionen im Durchschnitt auf 1.530g, was eine Reduzierung um etwa 30% im Vergleich zur Kontrollgruppe mit 2.280g bedeutet. Im Gegensatz dazu hatten Hinweise und die Echtzeitanzeige von CO₂-Emissionen, sogenannte "Boosts", nur geringe Wirkung. Allerdings kehrten alle Gruppen nach einer Woche zu ihren ursprünglichen Auswahlentscheidungen zurück, sodass keine nachhaltigen Effekte festgestellt werden konnten. Es ist zu beachten, dass die Studie mit einer virtuellen App und nicht mit tatsächlichen Käufen durchgeführt wurde, aber sie deutet darauf hin, dass die Festlegung eines "Öko-Defaults" kurzfristig effektiv sein kann. Frühere Online-Experimente haben ebenfalls gezeigt, dass die Umordnung von Menüs eine durchschnittliche Reduzierung um 12% bewirken kann, und es scheint, dass Wiederholungen und kombinierte Interventionen der Schlüssel sein könnten.