Fünf Dinge, die Sie wissen sollten, bevor Sie ChatGPT nach einem Rentenplan fragen

Fünf Dinge, die Sie wissen sollten, bevor Sie ChatGPT nach einem Rentenplan fragen

Eine Ära, in der KI zum "Berater für Altersvorsorge" wird

Die Planung des Lebens nach der Pensionierung war für viele Menschen bisher ein fernes und schwieriges Thema.

Wie viel Rente wird man erhalten? Wie lange reichen die Ersparnisse? Sollte man weiterhin investieren oder mehr Bargeld halten? Hypotheken, Gesundheitskosten, Pflege, Steuern, Erbschaft, Inflation. Es gibt viele Dinge zu bedenken, und es gibt keine einzige Antwort, die für alle passt.

Hier kommt die generative KI ins Spiel.

Früher bestand die Planung des Ruhestands hauptsächlich darin, einen Finanzplaner zu konsultieren, Simulatoren von Regierung oder Finanzinstituten zu nutzen oder selbst Tabellen in Excel zu erstellen. Doch heute kann man mitten in der Nacht auf dem Sofa sein Smartphone öffnen und die KI fragen: "Wie lange muss ich mit diesem Sparbetrag arbeiten?", "Was ist der Unterschied, wenn ich die Rente früher oder später beziehe?", "Wie verändert sich das Alterskapital, wenn ich den Investitionsanteil senke?"

Im Originalartikel wurde berichtet, dass über 65 % einer Rentnergemeinschaft bereits Fragen an die KI gestellt haben und 38 % sie nicht nur für Fragen, sondern auch für Berechnungen nutzen. Dies ist kein vorübergehender Trend. Es zeigt, dass das Thema Ruhestandsplanung, das bisher als Domäne von Experten und Finanzinstituten galt, auf den Familientisch gekommen ist.

Die KI beginnt, die Beratung zur Altersvorsorge zu "demokratisieren".

Allerdings gibt es bei dieser Bequemlichkeit auch erhebliche Fallstricke.


Warum KI für die Ruhestandsplanung geeignet ist

KI passt gut zur Ruhestandsplanung, weil die Gestaltung des Lebens nach der Pensionierung keine "Suche nach einer einzigen richtigen Antwort" ist, sondern ein "Vergleich mehrerer Annahmen".

Zum Beispiel gibt es folgende Fragen:

Wie verändert sich der Vermögensstand, wenn man mit 65 oder 67 in Rente geht?
Wie verändert sich die Lebensdauer des Kapitals, wenn die Ausgaben nur in den ersten Jahren nach der Pensionierung steigen?
Wie groß ist der Unterschied, wenn man die Investitionsrendite auf 3 %, 5 % oder 7 % setzt?
Wie stark steigen die Lebenshaltungskosten, wenn die Inflationsrate hoch bleibt?
Wie wirkt sich eine spätere Rentenaufnahme aus, wenn man lange lebt?

Solche Szenarienvergleiche sind ein Bereich, in dem KI stark ist. KI kann komplexe Systeme verständlich erklären, Annahmen tabellarisch darstellen und zusätzliche zu überprüfende Punkte auflisten.

Auch in sozialen Netzwerken gibt es viele positive Stimmen zu diesem Punkt. In Reddit-Communities zu Ruhestandsplanung und persönlicher Finanzplanung gibt es Beiträge, in denen ChatGPT oder Claude verwendet werden, um Strategien für Abhebungen, Steuern, Roth-Konversionen, Renten, Krankenversicherung und Investitionsverteilungen zu prüfen. Ein Nutzer sagte, dass er durch die Nutzung der KI die Themenpunkte vor einer Beratung mit einem Experten klären konnte. Ein anderer Nutzer fand es praktisch, mehrere Szenarien durchspielen zu können, indem er die Renditen und das Rentenalter änderte.

Das bedeutet, dass KI die erste Hürde für Menschen senkt, die nicht wissen, was sie fragen sollen.

Finanzielle Fachbegriffe sind für normale Menschen oft unverständlich. Sichere Abhebungsrate, Sequenzrisiko, Nettocashflow, effektiver Steuersatz, inflationsbereinigte Ausgaben, aufgeschobene Rente, Langlebigkeitsrisiko. Vor solchen Begriffen stoppen viele Menschen ihre Überlegungen.

KI kann diese Begriffe in Alltagssprache übersetzen.
Wenn man fragt: "Was bedeutet das?", kann die Erklärung vereinfacht werden.
Wenn man darum bittet: "Erkläre es so, dass es ein Grundschüler versteht", kann ein Beispiel gegeben werden.
Wenn man sagt: "Stelle es in einer Tabelle dar", kann ein Vergleich erstellt werden.
Wenn man fragt: "Ist diese Annahme realistisch?", können die zu hinterfragenden Punkte aufgelistet werden.

Das ist wichtig, denn das Gefährlichste bei der Ruhestandsplanung ist, Dinge im Unklaren zu lassen.


Reaktionen in sozialen Netzwerken sind zu gleichen Teilen "Erwartung" und "Misstrauen"

 

Die Reaktionen in sozialen Netzwerken und Online-Foren auf die Nutzung von KI für die Ruhestandsplanung sind zweigeteilt.

Eine Seite zeigt positive Reaktionen.

"Es dient als Vorbereitung, bevor man einen Experten trifft."
"Man kann sofort mehrere Annahmen vergleichen."
"Es bietet einen Einstieg, um die Grundlagen von Steuern und Rentensystemen zu verstehen."
"Es hilft, die eigenen Fragen zu ordnen."
"Es kann nicht nur für finanzielle Fragen nach der Pensionierung, sondern auch für Lebens-, Hobby-, Gesundheits- und Beziehungspläne verwendet werden."

Besonders interessant ist, dass KI nicht nur als Werkzeug für Anlageberatung, sondern als Instrument zur Betrachtung des gesamten Lebens nach der Pensionierung genutzt wird. Was wird man nach der Pensionierung tun? Wie wird man soziale Kontakte knüpfen? Wie vermeidet man Einsamkeit? Welche Aktivitäten kombiniert man, um die gesunde Lebensspanne zu verlängern? Diese Fragen sind eher lebensgestalterisch als finanzproduktbezogen.

Auch in diesem Bereich wird KI genutzt. Ruhestand bedeutet nicht nur, den letzten Arbeitstag zu bestimmen. Es bedeutet auch, die tägliche Zeitnutzung neu zu gestalten. Dass Menschen beginnen, KI nicht nur für finanzielle Berechnungen, sondern auch als Hilfsmittel zur Sinnfindung im Leben zu nutzen, ist eine natürliche Entwicklung.

Auf der anderen Seite gibt es auch starke Warnungen.

"Es kann zu Rechenfehlern kommen."
"Die Antwort kann sich je nach Fragestellung ändern."
"Es ist gefährlich, wenn es überzeugend klingt."
"Bei Details zu Systemen oder Steuern können Fehler auftreten."
"Am Ende sollte man sich auf Experten oder offizielle Informationen verlassen."

Besonders bei der Ruhestandsplanung können kleine Fehler langfristig große Unterschiede machen. Steuersätze, Rentenbeträge, Gesundheitskosten, Investitionsrenditen, Inflationsraten, Lebensdauer. Wenn eine dieser Annahmen abweicht, kann sich der 30-jährige Plan leicht ändern.

Das Gefährliche an KI ist, dass sie auch dann überzeugend klingt, wenn sie falsch liegt. In Situationen, in denen man bei einem Menschen das Gefühl hätte, dass er sich nicht sicher ist, gibt die KI ruhig und strukturiert Antwort. Sie erstellt auch Tabellen und fügt scheinbar fundierte Erklärungen hinzu. Daher neigen Nutzer dazu, zu glauben: "Das scheint richtig zu sein."

Hier liegt der größte Fallstrick.


Fallstrick 1: Die Antworten der KI erscheinen "richtig", sind es aber nicht unbedingt

Generative KI ist darin gut, natürliche Sprache zu erzeugen. Aber natürliche Sprache und präzise Beratung sind nicht dasselbe.

Bei der Ruhestandsplanung sind Zahlen entscheidend. Monatliche Ausgaben, Investitionsbestände, Rentenbeträge, Steuersätze, Inflationsraten, angenommene Renditen, Abhebungsbeträge. Wenn KI diese behandelt, kann sie manchmal den Rechenweg aufzeigen. Aber das bedeutet nicht, dass die Berechnungen immer korrekt sind.

In sozialen Netzwerken gibt es Reaktionen wie "Es hat grundlegende Berechnungen falsch gemacht", "Es hat falsche Erklärungen zur Langzeitpflegeversicherung gegeben", "Die Antworten variierten je nach Fragestellung". Dies sind typische Risiken bei der Nutzung von KI im Finanzbereich, nicht nur bei der Ruhestandsplanung.

Menschen neigen dazu, an das zu glauben, was gut aussieht. Schöne Tabellen, sorgfältige Erklärungen, Fachbegriffe, scheinbar schlüssige Sätze. Wenn diese zusammenkommen, scheint auch der Inhalt korrekt zu sein.

Aber bei der Ruhestandsplanung reicht "es scheint richtig zu sein" nicht aus.

Zum Beispiel macht ein monatlicher Ausgabenunterschied von 50.000 Yen im Jahr 600.000 Yen und in 20 Jahren 12 Millionen Yen aus. Auch ein Unterschied von 1 % bei der Rendite kann langfristig einen großen Unterschied machen. Wenn man das Steuersystem oder das Rentensystem falsch versteht, könnte man auf Leistungen oder Abzüge verzichten, die einem zustehen.

Wenn man KI nutzt, sollte man immer anweisen: "Zeige den Rechenweg", "Liste die Annahmen auf", "Trenne unsichere Teile", "Nenne Punkte, die mit offiziellen Informationen überprüft werden sollten". Man sollte nicht nur die Antwort akzeptieren.


Fallstrick 2: Zu viele persönliche Informationen preisgeben

Wenn man die Ruhestandsplanung mit KI besprechen möchte, neigt man dazu, konkrete Informationen einzugeben.

Alter, Familienstand, Vermögensstand, Einkommen, Arbeitgeber, Hypotheken, Versicherungen, Renten, Anlagekonten, Gesundheitszustand, erwartete Erbschaften. Je detaillierter diese Informationen eingegeben werden, desto individueller erscheinen die Antworten der KI.

Aber auch hier gibt es Gefahren.

Finanzinformationen sind äußerst sensibel. Besonders Namen, Adressen, Arbeitgeber, Kontoinformationen, Namen von Wertpapierfirmen, genaue Vermögenswerte, Versicherungspolicen, Rentenmitteilungen, Steuerdokumente sollten nicht direkt in die KI eingegeben werden.

In sozialen Netzwerken gibt es Nutzer, die absichtlich tatsächliche Beträge durch Verhältnisse oder fiktive Zahlen ersetzen, wenn sie die KI konsultieren. Das ist eine kluge Nutzung. Wenn das tatsächliche Vermögen beispielsweise 50 Millionen Yen beträgt, kann man es auf Basis von 100 umrechnen, z.B. "Bargeld 20, Aktien 50, Anleihen 20, Sonstiges 10". Auch Ausgaben können im Verhältnis dargestellt werden, z.B. "Wenn die monatlichen Lebenshaltungskosten 100 betragen, sind die Gesundheitskosten 15, die Wohnkosten 25".

So kann man die Gesamtstruktur besprechen, ohne persönliche Informationen preiszugeben.

Man sollte die KI nicht fragen: "Was soll ich mit meinem gesamten Vermögen machen?"
Sondern: "Welche Punkte sollte ich unter diesen Annahmen überprüfen?"

Schon durch eine Änderung der Fragestellung kann das Risiko erheblich reduziert werden.


Fallstrick 3: KI übernimmt keine Verantwortung

Der wichtigste Punkt bei der Ruhestandsplanung ist, wer die endgültige Verantwortung trägt.

Finanzberater oder Experten haben Qualifikationen, Registrierungen, Erklärungsverpflichtungen und gesetzliche Pflichten. Natürlich sind auch menschliche Experten nicht allwissend, aber zumindest gibt es eine Verantwortlichkeit. Allgemeine KI-Chatbots hingegen übernehmen keine Verantwortung für das Leben der Nutzer.

Die britische Rentenaufsichtsbehörde weist darauf hin, dass allgemeine KI-Tools im Gegensatz zu zugelassenen Finanzberatern oder Rentenunternehmen nicht reguliert sind und daher Probleme mit der Genauigkeit der Informationen und der Verantwortlichkeit aufweisen können. Bei langfristigen Entscheidungen wie Ruhestand und Rente zeigt sich die Wirkung nicht sofort, sondern baut sich über die Zeit auf, was ebenfalls problematisch ist.

Zum Beispiel könnte die KI sagen: "Sie können mehr Risiko eingehen."
Wenn man dieser Empfehlung folgt und den Investitionsanteil erhöht, und der Markt einige Jahre später stark fällt, übernimmt die KI keine Verantwortung.

Die KI könnte sagen: "Es ist besser, die Rentenaufnahme zu verzögern."
Aber wenn man den Gesundheitszustand, die Familiensituation, das Steuersystem, die Lebenshaltungskosten und die Erbschaftsstrategie nicht ausreichend berücksichtigt hat, trägt man selbst die Konsequenzen dieser Entscheidung.

Deshalb sollte KI eher als "Themenordner" denn als "Entscheidungsträger" eingesetzt werden.


Fallstrick 4: Betrug wird durch KI noch raffinierter

Während KI die Ruhestandsplanung erleichtert, nutzen auch Betrüger KI.

Anlagebetrug gab es schon immer, aber durch KI können Anzeigen, Videos, gefälschte Empfehlungen, gefälschte Websites und gefälschte Expertenprofile natürlicher erstellt werden. Die australische Regulierungsbehörde ASIC warnt vor Online-Anlagebetrugsanzeigen, die KI missbrauchen. Angebote für automatisierten Handel mit KI, hohe Renditen in kurzer Zeit, gefälschte Prominentenempfehlungen und einfache passive Einkommensversprechen sind besonders gefährlich für die Generation mit Rentenkapital.

Rentner haben oft beträchtliche Vermögenswerte. Für Betrüger sind sie ein sehr attraktives Ziel.

"KI verwaltet automatisch Ihre Investitionen."
"Für diejenigen, die sich nur auf die Rente verlassen, unsicher."
"Nur jetzt hohe Rendite."
"Monatliches Einkommen ohne Risiko."
"Prominente nutzen es auch."

Solche Anzeigen sollten mit Misstrauen betrachtet werden. Besonders gefährlich sind solche, die zur Eingabe persönlicher Informationen, zur Kontoeröffnung, zur Überweisung, zum Kauf von Kryptowährungen oder zur Installation von Fernsteuerungs-Apps drängen.

In der Ära der KI-gestützten Ruhestandsplanung sind nicht nur die "Fähigkeit, mit KI zu denken", sondern auch die "Fähigkeit, von KI erstellte Fälschungen zu erkennen" erforderlich.


Wie sollte man KI nutzen?

Die Nutzung von KI für die Ruhestandsplanung ist an sich nicht schlecht. Richtig eingesetzt kann sie sehr nützlich sein.

Die beste Nutzung besteht darin, sich auf die Beratung durch einen Experten vorzubereiten.

Zum Beispiel kann man sie wie folgt nutzen:

Zuerst die aktuelle Situation grob ordnen. Alter, gewünschtes Rentenalter, monatliche Ausgaben, Sparbetrag, Investitionsanteil, Rentenerwartung, ob es eine Hypothek gibt, in einer Weise eingeben, die nicht persönlich identifizierbar ist.

Dann fragen: "Nenne 10 Punkte, die überprüft werden sollten."
Anschließend bitten: "Vergleiche das Rentenalter in drei Szenarien", "Berechne mit unterschiedlichen Inflationsraten", "Teile