Je dunkler, desto gefährlicher? Die mentale Verfassung von Fischen anhand ihrer Farbe lesen: Der Hauptakteur des Amazonas, der Tambaqui, macht Stress mit KI sichtbar

Je dunkler, desto gefährlicher? Die mentale Verfassung von Fischen anhand ihrer Farbe lesen: Der Hauptakteur des Amazonas, der Tambaqui, macht Stress mit KI sichtbar

Ein Forschungsteam der Staatlichen Universität São Paulo (UNESP) und EMBRAPA hat ein KI-Tool entwickelt, das den Stresspegel des in Amazonien heimischen Zuchtfisches Tambaqui (Colossoma macropomum) anhand der "Farbintensität" bestimmt. Die Farbe des Unterkörpers (Gegenschattierung) wird aus Fotos extrahiert und der Stress wird anhand eines Schwellenwertes, der auf dem Verhältnis von schwarzen zu weißen Pixeln basiert, quantifiziert. Das Modell wurde mit Bilddaten von 3.780 Fischen trainiert, und die Stressresistenz zeigte eine "mittlere bis hohe Erblichkeit". Experimente mit α-MSH-Hormonstimulation und Unterbringung in kleinen Tanks bewiesen, dass die Körperfarbe unter Stress signifikant dunkler wird. Die Tambaqui-Produktion in Brasilien betrug 2022 110.000 Tonnen, und es wird erwartet, dass die KI zur Verbesserung des Wohlbefindens und zur selektiven Zucht (Auswahl von stressresistenten Linien) beitragen könnte. Seit der Veröffentlichung hat das Thema in wissenschaftlichen Nachrichtenmedien und in der Aquakultur-Community Aufmerksamkeit erregt, wobei sowohl die Erwartungen an eine "ständige Überwachung mit Kamera und KI" als auch Herausforderungen bei der Implementierung, wie die Standardisierung von Lichtbedingungen und Aufnahmeumgebungen, hervorgehoben werden.